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Barkassen-Betreiber auch nach gutem Sommer mit Sorgen

Die Corona-Krise hat die Hamburger Barkassen-Betreiber hart getroffen. Zeitweise waren Touren verboten. In diesem Sommer liefen die Geschäfte wieder besser - doch Sorgen bleiben.

Nach starken Einbußen während der Corona-Krise haben die Hamburger Barkassen-Betreiber in diesem Sommer etwas aufgeatmet. «Die Saison war soweit okay», sagte der Geschäftsführer des Hafenschiffahrtsverbands Hamburg, Knut Heykena, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Touristen sind tatsächlich wiedergekommen.» Zudem sei das Wetter schön gewesen. Das sei nach der schweren Zeit aber auch nötig gewesen. «Die Reserven waren aufgebraucht.» Während der Corona-Pandemie waren Gästefahrten zeitweise verboten, wichtige Umsatzbringer wie der Hafengeburtstag wurden abgesagt.

Auf Nachfrage direkt bei den Betreibern ist die Bilanz gemischt. Er sei nur bedingt zufrieden mit der Saison, sagte Unternehmer Gregor Mogi. Bei der Hafenrundfahrt seien es noch immer zu wenige Kunden. Sein Betrieb sei auf internationale Touristen spezialisiert, die Fahrten der «Maritime Circle Line» würden live deutsch und englisch moderiert. Aber ein großer Teil der ausländischen Gäste fehle.

«Ich bin mit der laufenden Saison den Umständen entsprechend zufrieden», sagte Hubert Neubacher, Inhaber von Barkassen-Meyer. Im ersten Quartal sei das Geschäft noch verhalten gewesen. «Aber seit Mai und vor allem mit Beginn der Sommerferien hat sich der gute Zulauf an Touristen in Hamburg auch bei uns positiv bemerkbar gemacht.» Die Buchungszahlen im Juni und Juli seien nur knapp unter dem Niveau von 2019. Dennoch seien die Herausforderungen der beiden vergangenen Jahre nicht vergessen. «Die letzten Monate dürfen uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir noch immer viel aufzuholen haben.»

Mit Sorge blicke man aber nun auf den Herbst und eventuelle neue Corona-Einschränkungen, sagte Heykena vom Hafenschiffahrtsverband. «Das wäre ziemlich schlecht.» Denn die Lichter-, Weihnachtsmarkt- oder Silvesterfahrten seien zu Jahresende ein wichtiges Geschäft. Zu schaffen machen den Barkassen-Betreibern zudem die gestiegenen Kosten für Energie, Treibstoff, Personal und Bewirtung.

Die Betriebe hätten die schweren Jahre der Pandemie bislang überstanden, weil es sich hauptsächlich um Familienunternehmen handele, sagte Heykena. «Da ist man auch beim Personal ein bisschen flexibler.» Aber so mancher Schiffsführer habe sich inzwischen etwas anderes gesucht. «Der Mangel an Kapitänen führt zur Reduzierung von Angeboten bei Hafenrundfahrten», sagte Unternehmer Mogi.

Nach Angaben des Hafenschiffahrtsverbands ist die Zahl der Barkassen-Unternehmen in Hamburg schwer zu beziffern. Geschäftsführer Heykena geht von rund 90 Fahrzeugen aus.

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