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Bahnstreik legt Schienenverkehr lahm – Kaum Staus auf Autobahnen

Am Freitag fallen zwei Warnstreiks im Verkehrsbereich zusammen. Für die Menschen in NRW gehören die aber längst zur Routine. Für Chaos sorgt der Arbeitskampf nicht - weder an den Bahnhöfen, noch auf Autobahnen oder an den Flughäfen.

Der Bahnstreik hat am Freitagmorgen in Nordrhein-Westfalen den Verkehr auf der Schiene lahmgelegt, Gedränge an den Bahnhöfen oder lange Staus blieben aber aus. «Offenbar haben sich viele schon darauf eingestellt», sagte ein Sprecher des ADAC in NRW mit Blick auf die rund 40 Kilometer Stau, die es am Freitagmorgen landesweit auf Autobahnen gab – ein für die Zeit gewöhnlicher Wert. Auch an den Bahnhöfen sei es sehr ruhig, sagte ein Sprecher der Bahn in NRW.

«Momentan fahren keine Züge in NRW», sagte er weiter. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte im Tarifstreit zu einem bundesweiten Warnstreik im Fern- und Regionalverkehr aufgerufen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legten vom frühen Freitagmorgen an ihre Arbeit nieder. Laut dem Bahnsprecher fahren auf einzelnen Linien Ersatzbusse. Über diese könne man sich auf dem Onlineportal Zuginfo.NRW informieren.

Der Warnstreik ist im Regionalverkehr bis 11 Uhr angekündigt. Danach, so der Sprecher, solle nach und nach zunächst der Betrieb des Nahverkehrs wieder anlaufen. Der Fernverkehr bleibt dagegen bis 13 Uhr eingestellt. Beim Fernverkehr gehe er von Beeinträchtigungen bis in den Abend hinein aus, sagte der Bahnsprecher.

Es handelt sich um den zweiten bundesweiten Warnstreik im Schienenverkehr in der laufenden Tarifrunde. Der erste war Ende März. Die EVG verhandelt mit rund 50 Bahnunternehmen – bisher ist dabei nur wenig Bewegung erkennbar. Mit der Deutschen Bahn haben sich die Gewerkschaftsvertreter bisher in zwei Runden getroffen. Beide endeten jeweils ergebnislos nach nur wenigen Stunden. Die EVG fordert für die Beschäftigten mindestens 650 Euro mehr pro Monat oder zwölf Prozent bei den oberen Einkommen sowie eine Laufzeit von zwölf Monaten für den Tarifvertrag.

Der Bahnstreik fällt mit dem Verdi-Warnstreik des Sicherheitspersonals an vielen Flughäfen zusammen, der bereits am Donnerstag begonnen hatte. Am Freitag fielen an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn erneut viele Flüge aus. Am Airport Köln/Bonn etwa sollen laut einem Sprecher 170 der ursprünglich geplanten 211 Flüge ausfallen.

Passagiere waren vorab informiert. Am Flughafen Köln/Bonn war es am Freitagmorgen in den Terminals ziemlich leer, wie der Sprecher berichtete. Den Reisenden wird empfohlen, sich rechtzeitig bei ihrer Fluggesellschaft oder ihrem Reiseveranstalter zu informieren und gegebenenfalls umzuplanen. Der Düsseldorfer Flughafen appelliert zudem an die Passagiere, das Handgepäck auf ein Minimum zu reduzieren und die Kontrollen dadurch zu beschleunigen.

Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Warnstreik der Beschäftigten privater Sicherheitsunternehmen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die Zuschläge für Nacht- und Sonntagsdienste möglichst bald anzuheben.

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