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Znojmo

Tschechien, Znojmo
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Der Masarykplatz in der Altstadt
Pestsäule am Znaimer Masarykplatz
Portal der Dominikanerkirche, Bildhauer Johann Caspar Högl
Rotunde der heiligen Katharina

"Znojmo" (deutsch "Znaim") ist die Hauptstadt des Okres Znojmo (Bezirk Znaim) in der Jihomoravský kraj (Südmährische Region) in Tschechien mit 35.791 Einwohnern (2005). Die Stadt liegt auf einer Felszunge am linken, steil abfallenden Ufer der Thaya (Dyje) unweit der Grenze zu Niederösterreich.

Geschichte
Schon zu Zeiten des Großmährischen Reiches im 9. Jahrhundert gab es eine Burgstätte an dieser Stelle.
Das alte "Znoima" (auch "Znojem"), seit 1055 einer der Hauptorte des Brünn-Znaimer Teilfürstentums, das später in die beiden getrennten Apanageherzogtümer "Brünn" und "Znoimo" zerfiel, wurde 1145 vom böhmischen König Vladislav II. zerstört.
Für die Prämonstratenser wurde im Jahre 1190 das Kloster Louka gegründet. 1197 hörte das Znaimer Teilfürstentum auf zu bestehen und Znaim wurde zu einer deutschen Siedlerstadt.

Im Jahr 1226 wurde Znaim neu gegründet und von dem Přemysliden Ottokar I. Přemysl zur Königsstadt erhoben. 1278 wurde das Stadtrecht von Kaiser Rudolf I. bestätigt. 1292, 1303 und 1307 schlossen sich andere Gnadenurkunden der böhmischen Könige und 1314 ein förmliches Stadtrecht an. Am 18. August 1308 schloss Friedrich von Österreich mit Heinrich von Kärnten in Znaim einen Frieden, in dem er der Rechte auf Böhmen entsagte.
Ebenso verbündeten sich hier am 18. Dezember 1393 Siegmund von Ungarn, Jobst von Mähren und Albrecht III. von Österreich gegen König Wenzel. 1404 lagen vor Znaim, als Sitz der mährischen Freibeuter unter "Dürrteufel" Hynek von Kunstadt auf Jaispitz , König Siegmund und Herzog Albrecht IV. von Österreich. In den Hussitenkriegen gehörte die Stadt zum katholischen Bund der Deutsch-Städte Mährens. Auch die Reformation fand hier viele Anhänger, doch kam es wieder zur durchgreifenden "Rekatholisierung".

Einen historischen Namen gewann die Stadt durch den Vertrag vom April 1632 zwischen Kaiser Ferdinand II. und Wallenstein, durch das Gefecht vom 11. Juli 1809 zwischen dem Nachtrab des Erzherzogs Karl und den Franzosen unter "Marmont" und "Massena", sowie durch am Tag darauf abgeschlossenen Waffenstillstand von Znaim, der am 14. Oktober zum Frieden von Schönbrunn führte.

Danach entwickelte sich die Stadt zu einem regionalen Zentrum weiter. Es siedelte sich auch Industrie an, wenn auch nur in geringem Maße.
Berühmt sind die "Znaimer Gurken" geworden.
1930 hatte die Stadt bereits 26.000 Einwohner und 1939-1945 wurden 8 Dörfer des Thayabodens eingemeindet.
Dementsprechend groß ist auch das Verwaltungsgebiet, das aus den Gerichtsbezirken "Markt Frain" (tschechisch "Vranov nad Dyji"), "Markt Joslowitz" (tschechisch "Jaroslavice") und der Stadt "Mährisch-Kromau" (tschechisch "Moravský Krumlov") bestand und insgesamt 950 km², so wie 94 Gemeinden, von denen 16 das Marktrecht hatten, umfasste.

Die deutsche Bevölkerungsmehrheit dieses Gebiets (1930: 102.606 Einwohner, davon 68.093 Deutsche, 31.253 Tschechen, Juden und 3.260 andere Nationalitäten) wurde aufgrund der Beneš-Dekrete 1945/1946 vertrieben.

Probleme
Znojmo hat auf Grund seiner Lage im Frühjahr immer wieder mit Überschwemmungen zu kämpfen. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, wurde der Stausee erweitert und besser befestigt. Trotzdem kam es auch im Jahre 2006 neuerlich zu Evakuierungen und Überschwemmungen, die sich jedoch in Grenzen hielten.

Sehenswürdigkeiten
Als alte Burg- und Königsstadt verfügt Znaim über einen sehr gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern und obwohl die "Rotunde der heiligen Katharina" (auch "Heidentempel" genannt) das wertvollste Denkmal ist, wurde der "Rathausturm" (aus dem Jahr 1445, 80 Meter hoch; das Rathaus selbst wurde 1945 zerstört) zum Wahrzeichen der Stadt. Er bildet gemeinsam mit dem "Dom des Heiligen Nikolaus" (gotische Pfarrkirche) eine charakteristische Silhouette der Stadt. Znaim besitzt weitere Sehenswürdigkeiten, zu denen, neben weiteren Kirchenbauten und dem Prämonstratenserstift Klosterbruck (tschechisch "Louka"), auch die Renaissancebürgerhäuser gehören, unter welchen sich ein Labyrinth unterirdischer Gänge erstreckt.

ersönlichkeite
Bekannte Söhne und Töchter
"(Folgende Persönlichkeiten sind in Znojmo geboren. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr. Ob sie ihren späteren Wirkungskreis in Znojmo hatten oder nicht ist dabei unerheblich)"
* Stanislav ze Znojma (um 1360−1414), Theologe und Philosoph, Rektor der Karls-Universität Prag und Lehrer von Jan Hus
* Karl Anton Postl (1793–1864), Schriftsteller
* Eugen Heinrich Schmitt (1851–1916), Philosoph und Publizist
* Hugo Schindelka (1853–1913), Veterinärmediziner
* Hugo Lederer (1871–1940), Bildhauer
* Richard Meister (1881–1964), Altphilologe und Pädagoge, Rektor der Universität Wien und Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
* Leo Tschermak, (1882–1969), Forstwissenschaftler, Rektor der Universität für Bodenkultur Wien, Präsident des Österreichischen Forstvereins
* Carla Freiin von Zawisch-Ossenitz, (1888–1961), Histologin
* Auguste von Seefried auf Buttenheim (1899–1978), letzte Prinzessin von Bayern, Urenkelin von Franz Joseph I.
* Rudolf Adolph (1900–1984), Schriftsteller
* Herbert Felix (1908–1973), Unternehmer (Gründer von AB Felix in Schweden und Felix Austria in Österreich)
* Gerard Radnitzky (1921–2006), Professor für Wissenschaftstheorie

In Znojmo lebten und wirkten
"(Die Auflistung erfolgt alphabetisch)"
„Znaim im Schnee“ von Theodor von Hörmann
* Peter Alexander (* 1926), Sänger und Schauspieler, legte hier seine Matura ab
* Elisabeth Marie Auguste von Bayern (1874–1957), Prinzessin von Bayern, Enkelin von Franz Joseph I.
* Prokop Diviš (1698–1765), Gelehrter und Erfinder, Prior in Kloster Louka, Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, starb als Pfarrer im heutigen Ortsteil Přímětice
* Carl Wilhelm Christian Ritter von Doderer (1825–1900), österreichischer Architekt und Professor, lehrte und forschte für einige Jahre an der Genie-Akademie in Znaim
* Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916), Schriftstellerin, lebte einige Jahre im heutigen Ortsteil Louka
* Niklas aus Edelspitz (Mikuláš ze Sedlešovic) (15. Jh.), baute den Rathausturm (Znojmo) und den Turm im Kloster Louka
* Sebestian Freytag z Čepiroh (1533–1585), Erzieher von Rudolf II. (HRR), Abt in Kloster Louka, brachte die berühmten Gurken nach Znojmo
* Theodor von Hörmann (1840–1895), Landschaftsmaler, schuf hier u.a. sein Bild "Znaim im Schnee"
* Hl. Klemens Maria Hofbauer, (1751–1820), Stadtpatron von Wien, absolvierte hier seine Bäckerlehre
* Siegfried Ludwig (* 1926), Landeshauptmann von Niederösterreich, absolvierte das Gymnasium in Znaim
* Gregor Mendel (1822–1884), Naturforscher - "Vater der Genetik", 1849-1851 Lehrer am Gymnasium Znojmo
Altstadt mit Rathausturm, St.-Nikolaus-Kirche und Thaya-Tal

Städtepartnerschaften
* Harderwijk (Niederlande)
* Nové Zámky, Slowakei
* Pontassieve, Italien
* Retz, Österreich
* Ružinov, Slowakei
* Strzegom, Polen
* Torgau, Deutschland
* Trento, Italien

Siehe auch
*Weinbau in Tschechien


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 18.05.2013 23:16 von den Wikipedia-Autoren.
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