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Wologda

Russland, Wologda
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Die Stadt "Wologda" () ist die Gebietshauptstadt der Oblast Wologda und liegt rund 500 km nordöstlich von Moskau, Russland. Sie hat 293.675 Einwohner (Stand: 2007).

Geografie und Klima
Die Oblast zählt zur nördlichen Verwaltungsregion Russlands und besteht vor allem aus flachem Land mit lehmigen Böden. 70 Prozent des Gebietes sind von Wäldern bedeckt, weitere 12 Prozent sind Sümpfe und Moorlandschaften. Nur 11 Prozent können landwirtschaftlich genutzt werden.

Das Klima ist kühlgemäßigt kontinental, die Durchschnittstemperaturen liegen bei -13 Â°C im Januar und +17° C im Juli. Der Jahresniederschlag beträgt 561 mm. Wologda liegt 118 m über dem Meeresspiegel.

Der größte Fluss des Gebiets ist die Suchona, ein weiterer, wichtigerer Wasserweg ist der Wolga-Onega-Kanal, der dem Verlauf der Šeksna im Westen des Gebiets folgt und bei Tscherepowez im Rybinsker Stausee endet. Dieser Wolgastausee (4580 km²) und der Onegasee im Nordwesten (9610 km²) sind die größten Seen des Gebiets.

Geschichte
Sophienkathedrale am Wologdaer Kreml
Die Gegend wurde vermutlich bereits vor der letzten Eiszeit besiedelt, nämlich um 25000 vor unserer Zeit. Archäologen fanden Zeugnisse aus der älteren Steinzeit.

Vor etwa 2000 Jahren wanderten finnische Stämme in das Gebiet ein, heute leben allerdings nur noch wenige vom Volk der Wepsen im Nordwesten des Gebietes und in den angrenzenden Verwaltungseinheiten, insgesamt sind es noch etwa 10.000.

Im 5. Jahrhundert setzte die slawische Besiedlung des Gebietes ein und im 8. Jahrhundert entstanden vermutlich die ersten Städte, nämlich Belosersk, Wologda und Weliki Ustjug. Belosersk (Weißensee) als älteste nachgewiesene Stadt wurde 862 erstmals erwähnt, nur wenig später als Nowgorod.

Im 11. und 12. Jahrhundert erreichte das Christentum die Gegend, nachdem es bereits seit 988 in Kiew Staatsreligion war. Die Stadt Wologda wurde im Jahre 1147 zum ersten Mal in einer Chronik erwähnt. Ab dem 13. Jahrhundert setzte eine rege missionarische Tätigkeit in Wologda ein. Viele Klöster wurden damals vor allem in Russlands Norden erbaut (unter anderem das Kirillo-Beloserski-Kloster, das größte in Russland), man hoffte, damit auch die nicht-slawische Bevölkerung zum Christentum zu bekehren.

Das Gebiet stand damals noch nicht unter der Herrschaft Wologdas, vielmehr war Belosersk (damals noch Belo Osero) das Zentrum des gleichnamigen Fürstentums in der nördlichen russischen Grenzmark. Während des Mittelalters und auch danach hielt Wologda, wie auch Belosersk, Totma und Kirillow, regen Handelskontakt zur Hanse. Zeugnis dieser Zeit ist die Lübecker Glocke von 1687, welche sich im Glockenturm des Wologder Kreml befindet. Glockenturm des Wologdaer Kreml

In der Mitte des 15. Jahrhunderts musste Fürst Wassili II. (der Vater von Iwan III.) nach Wologda fliehen. Hier baute er sein Heer neu auf und eroberte Moskau zurück. Unter Iwan dem Schrecklichen gab es Pläne, Wologda zur Hauptstadt zu machen. Infolge dieser Überlegungen erlebte die Stadt einen Aufschwung und wurde großzügig ausgebaut. Iwan schätzte die Ruhe der Stadt und ihre günstige Lage auf dem Wege zum neu gegründeten Archangelsk. Während seiner Herrschaft erhielten Engländer, Holländer und Dänen Konzessionen für Erz- und Salzförderung. Die europäischen Kaufleute residierten vor allem in Weliki Ustjug.

Der günstigen Lage im Norden hat es Wologda zu verdanken, dass es in nahezu keinem Krieg (abgesehen vom Bürgerkrieg) Schäden davontrug und heute eine der am besten erhaltenen Städte Russlands ist.

In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager "158" für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Maschke, Erich (Hrsg.): "Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges." Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977. Dem Lager zugeordnet waren das Kriegsgefangenenhospital "5091" in Tscherepowez und das Kriegsgefangenenhospital "3732" im 170 km nördlich liegenden Woschega.

Wirtschaft
Die wichtigsten Pfeiler der Wirtschaft sind heute Maschinenbau, Metallverarbeitung, Schwarzmetallurgie, chemische Industrie, die Holzverarbeitungs- und Papierindustrie

Die Stadt verfügt über mehrere Theater, Bibliotheken und Museen, sowie über ein breites Angebot von Hochschulen.
Staatliche Technische Universität Wologda mit Lenin-Statue im Vordergrund

Weiterführende Bildungseinrichtungen
*Filiale der Staatlichen Juristischen Akademie Moskau
*Filiale des A.-S.-Gribojedow-Instituts für internationales Recht und Ökonomie
*Filiale des Hauptstädtischen Geisteswissenschaftlichen Instituts
*Staatliche Milchwirtschaftliche N.-W.-Wereschtschagin-Akademie Wologda
*Staatliche Pädagogische Universität Wologda
*Staatliche Technische Universität Wologda
*Institut des Justizministeriums für Recht und Wirtschaft

Söhne und Töchter der Stadt
Denkmal für Nikolai Rubzow
* Konstantin Nikolajewitsch Batjuschkow (1787-1855), Dichter
* Anna Iwanowna Bogali-Titowez (* 1979), Biathletin
* Wassili Iwanowitsch Below (* 1932), Schriftsteller
* Waleri Alexandrowitsch Gawrilin (1939-1999), Komponist
* Nikolai Alexejewitsch Guljajew (* 1966), Eisschnellläufer
* Iwan Dmitrijewitsch Kassutin (* 1986), Eishockeytorhüter
* Nikolai Michailowitsch Rubzow (1936-1971), Dichter
* Warlam Tichonowitsch Schalamow (1907-1982), Schriftsteller

Städtepartnerschaften

* Londonderry, New Hampshire, USA
* Miskolc, Ungarn
* Zwolle, Niederlande

inzelnachweis



Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 23.05.2013 03:07 von den Wikipedia-Autoren.
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