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Wladikawkas
Russland, Wladikawkas
"Wladikawkas" (, übersetzt: „Beherrsche den Kaukasus“) (ossetisch , in kyrill. Schrift ) ist eine Stadt in Russland. Die Hauptstadt der Republik Nordossetien liegt nahe der Grenze zu Georgien am Fluss Terek. Sie hat 313.800 Einwohner (Stand 2007) und ist ein Industrie- und Kulturzentrum des Nordkaukasus.
Geschichte
Der Generalgouverneur der südlichen russischen Provinzen, Grigori Alexandrowitsch Potjomkin, ließ die Stadt 1784 als Festung unmittelbar neben der ossetischen Siedlung "Dsaudschikau" erbauen. Sie sollte eine zentrale Rolle beim Kampf gegen die kriegerischen Bergstämme des Kaukasus spielen und die Verkehrsverbindungen bei der Südexpansion des Russischen Reiches absichern. 1799 wurde die bei Wladikawkas einsetzende Georgische Heerstraße der Öffentlichkeit übergeben, die über den Großen Kaukasus nach Tiflis führte. Doch die Pläne scheiterten: Wladikawkas wurde von kaukasischen Rebellen erobert und völlig niedergebrannt.
Wladikawkas am Terek, um 1911
Erst nach der Annexion Georgiens 1801 gedieh Wladikawkas zu neuer Blüte. Die Stadt wurde wieder aufgebaut, Kosaken in ihr angesiedelt. Bald war sie eine Drehscheibe für den Handel mit Persien. 1875 wurde eine Eisenbahnverbindung nach Rostow am Don und nach Baku in Aserbaidschan eingerichtet. Wladikawkas wurde zu einem regionalen Industriezentrum mit Hüttenindustrie, Raffinerien, chemischer und verarbeitender Industrie.
Der Name Wladikawkas bedeutet zu deutsch "Beherrsche den Kaukasus". Von 1931 bis 1944 und von 1954 bis 1990 hieß die Stadt "Ordschonikidse" (Орджоникидзе). Namenspatron war Grigori Konstantinowitsch Ordschonikidse, ein georgischer Kommunist, unter dessen Führung die 11. Armee der Roten Arbeiter- und Bauernarmee im Februar 1921 Georgien eroberte. Von 1944 bis 1954 wurde die Stadt "Dsaudschikau" (Дзауджикау) genannt. Kurz vor dem Fall der Sowjetunion erhielt sie ihren alten Namen zurück.
Im Zweiten Weltkrieg begannen am 25. Oktober 1942 über 700 deutsche Panzer der 1. Panzerarmee (Heeresgruppe A) aus dem Raum Elchotowo ihren Angriff Richtung Wladikawkas. Sie stießen jedoch auf starken Widerstand. Am 2. November 1942 erreichte die 13. und die 23. Panzerdivision schließlich den westlichen Stadtrand von Ordschonikidse/Wladikawkas und wurde dort in heftige Kämpfe verwickelt. Bei einem Flankenangriff der sowjetischen Streitkräfte am 7. November 1942 nördlich und südlich der Stadt wurden über 300 deutsche Panzer abgeschossen. Danach kam es bei widrigen Wetterbedingungen (Schneestürme) zu einem verlustreichen Stellungskrieg. Weitere Gebietsgewinne an der Kaukasusfront konnten nicht mehr erzielt werden. Angesichts der bedrohlichen Lage in Stalingrad erfolgte daher am 28. Dezember 1942 der "Operationsbefehl Nr. 2" des OKW an die Heeresgruppe A, sich geordnet Richtung Rostow zurückzuziehen, um zusätzliche Kräfte zur Stabilisierung der Don-Front freizumachen. Damit war der Vormarsch der Wehrmacht an der Ostfront - von kleineren Ausnahmen abgesehen - beendet. Ordschonikidse/Wladikawkas und das nordwärts in der Kalmückensteppe gelegene Terekli Mekteb (80 Kilometer vom Kaspischen Meer entfernt) können daher als der südöstlichste bzw. östlichste Punkt angesehen werden, bis zu dem die Wehrmacht auf sowjetischem Gebiet im Zweiten Weltkrieg vorstieß. Bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 ging es von nun an nur noch zurück. Kriegstagebuch des OKW, Hg. Percy Ernst Schramm, Bd. 4.2, Bonn 2005, S. 864ff. Am 1. Januar 1943 begann die Nordkaukasische Operation genannte Offensive der Roten Armee, deren Ergebnis die endgültige Verdrängung der deutschen Truppen aus dem Kaukasus im ersten Halbjahr 1943 war.
In Wladikawkas bestand das Kriegsgefangenenlager "228", "Ordschonikidse" für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.Maschke, Erich (Hrsg.): "Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges." Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
Sehenswürdigkeiten
Panorama von Wladikawkas
Wladikawkas verfügt über eine Universität, Museen, Theater, Philharmonie, Planetarium und ein Fernsehzentrum. Sehenswert ist die 1908 erbaute Sunniten-Moschee. 35 Kilometer südwestlich der Stadt befindet sich auf 1.500 Meter über dem Meeresspiegel der Kurort Karmadon. Es liegt im Tal des Genaldon-Flusses, inmitten von Almen.
Aus Karmadon führt der Weg zum Dorf Dargawe, wo es sehr alte Gräberstätten gibt, die sogenannte Totenstadt mit über 90 unter der Erde befindlichen Grüften verschiedener Typen und Formen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sowie einem mittelalterlichen Wachturm und Verteidigungsanlagen.
In Wladikawkas befindet sich ein Fernsehsendemast ungewöhnlicher Bauweise. Er ist eine abgespannte Stahlrohrkonstruktion, die mit 6 in 2 Ebenen angeordneten, mit Laufstegen versehenen Querträgern ausgestattet ist, die von der Mastkonstruktion zu den Abspannseilen führen.
Sport
Sehr erfolgreich im Fußball ist der Verein Alanija Wladikawkas, der im Jahre 1995 die russische Meisterschaft gewann.
Söhne und Töchter der Stadt
*Soslan Totrasowitsch Dschanajew (* 1987), Fußballspieler
*Ilia II. (* 1933), georgischer Geistlicher
*Pawel Gerassimowitsch Lisizian (1911–2004), Opernsänger
*Waleri Abissalowitsch Gergijew (* 1953), Dirigent
*Waleri Georgijewitsch Gassajew (* 1954), ehemaliger Fußballspieler und heutiger Trainer
*Wadym Tassoew (* 1975), ukrainischer Ringer
*Alan Zagaew (* 1977), ehemaliger bulgarischer Gewichtheber
*Roho Yukio (*1980), Sumōringer in Japan
*Hakurozan Yuta (* 1982), Sumōringer in Japan
*Ruslan Karajew (* 1983), Kickboxer
*Swetlana Kaspolatowna Zarukajewa (* 1987), Gewichtheberin
Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 19.06.2013 07:47 von den Wikipedia-Autoren.
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