Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 1990

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
? 1989Abgeordnetenhauswahl 19901995 ?
(Zweitstimmen in %)[1]
 %
50
40
30
20
10
0
40,4
30,4
9,2
7,1
5,0
4,4
3,1
0,4
      
Insgesamt 241 Sitze

Die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 2. Dezember 1990 fand parallel zur Bundestagswahl 1990 statt und war die erste Gesamtberliner Wahl seit 1946.

Diese Wahl war die bislang einzige Wahl zum Abgeordnetenhaus, bei der nicht gleichzeitig die Bezirksverordnetenversammlungen gewählt wurden. Hintergrund hierfür war der Umstand, dass die Ostberliner Bezirksparlamente erst im Juni 1990 gewählt worden waren und ihnen die Gelegenheit gegeben werden sollte, ohne frühzeitige Neuwahlen die Strukturen der kommunalen Selbstverwaltung aufzubauen.

Ausgangssituation | Quelltext bearbeiten

Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus vom 29. Januar 1989 hatten SPD und Alternative Liste (AL) einen überraschenden Wahlsieg errungen. Die FDP hatte den Einzug in das Abgeordnetenhaus klar verpasst, dagegen hatten die erstmals angetretenen rechtsgerichteten Republikaner auf Anhieb den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde deutlich geschafft.

Somit hatte eine rot-grüne Koalition die schwarz-gelbe Koalition unter Eberhard Diepgen überraschend abgelöst. Regierender Bürgermeister wurde Walter Momper. Die Alternative Liste stieg jedoch im November 1990 nach Meinungsverschiedenheiten mit der SPD über die Räumung besetzter Häuser in der Mainzer Straße aus der Koalition aus. Der Termin für vorgezogene Neuwahlen stand zu diesem Zeitpunkt jedoch längst fest.

In Ost-Berlin regierte nach der ersten freien Kommunalwahl vom 6. Mai 1990 eine große Koalition unter Tino Schwierzina (SPD). Gemäß Art. 16 Einigungsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik regierten der West-Berliner Senat und der Ost-Berliner Magistrat vom Tag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 bis zur Wahl einer gemeinsamen Stadtregierung durch den Wähler als ?Doppelregierung?.

Die SPD trat mit Walter Momper als Spitzenkandidat an, die CDU erneut mit dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen.

Ergebnis | Quelltext bearbeiten