St. Bonifatius (Leipzig)

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St. Bonifatius (2008)[1]

Die St.-Bonifatius-Kirche (Kaufmanns-Gedächtniskirche St. Bonifatius) in Leipzig-Connewitz ist die Pfarrkirche der katholischen Pfarrei St. Bonifatius Leipzig-Süd. Die Kirche im Stil des Art déco wurde 1929/30 vom Katholischen Kaufmännischen Verein ? dem heutigen Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung ? als Gedächtniskirche für die 1500 im Ersten Weltkrieg gefallenen katholischen deutschen Kaufleute errichtet und gehört zu den wichtigsten katholischen Kirchenbauten in Deutschland zwischen den Weltkriegen.[2] Die Kirche steht unter Denkmalschutz.[3]

Lage und Zugehörigkeit | Quelltext bearbeiten

Die Bonifatiuskirche befindet sich am südlichen Ende der Biedermannstraße am Rand des alten Dorfkerns von Connewitz. Sie steht etwa 35 Meter von der Straße entfernt in einem begrünten Grundstück. Ihr nördlicher Nachbar ist das 1931 entstandene und im Baustil angepasste St. Elisabeth-Krankenhaus. Der Eingang der Kirche weist nach Ostnordost, sie ist also nicht geostet.

Seit dem 20. Januar 2019 ist sie die Pfarrkirche der neugegründeten katholischen Pfarrei St. Bonifatius Leipzig-Süd, welche durch die Zusammenlegung der bisher eigenständigen Pfarreien St. Bonifatius Leipzig-Süd und St. Peter und Paul Markkleeberg entstand.[4] Die Pfarrei umfasst nun neben den Leipziger Ortsteilen Südvorstadt, Connewitz, Marienbrunn, Lößnig und Dölitz auch die Städte im Süden von Leipzig. In Böhlen, Markkleeberg, Pegau und Zwenkau befinden sich weitere Kirchen, welche zur Pfarrei gehören.

Baubeschreibung | Quelltext bearbeiten

Die Kirche von Westen

Der zentrale Baukörper der Kirche ist eine Rotunde von 23 Metern Durchmesser und 12 Metern Höhe mit einem flachen Blech-Kegeldach. Diese ist umgeben von einem ringförmigen, etwa vier Meter breiten Baukörper, der im Inneren in verschiedene Räume geteilt ist (Sakristei, Taufkapelle, Marienkapelle, Bonifatiuskapelle (auch Werktagskapelle)). Um etwa 120 Grad gegen den Eingang versetzt, nimmt der Ring ebenfalls den 27,5 Meter hohen rechteckigen Glockenturm auf, der auf einer Ecke als Wetterfahne einen Hahn trägt und im Inneren der Kirche durch eine mit Pfeilern bestandene 12 Meter hohe Öffnung zugänglich ist.

Im Eingangsbereich der Kirche mit drei Rundbogentüren steigt der Umgebungsring zu der Höhe der Rotunde auf und enthält im Inneren dort die Orgelempore. Über dem Eingang und auf der gegenüberliegenden Seite in der Rotunde befinden sich runde Bleiglasfenster von 3,80 bzw. 2,90 Meter Durchmesser, während der Ring flache Fensterbänder aufweist. Die hellen Außenputzflächen der Kirche tragen Reibeputz (Münchner Rauputz). Portale und Fenster sind mit Klinkern eingefasst, die am großen Rundfenster eine Strahlensonne symbolisieren.

Ausstattung | Quelltext bearbeiten

Die Rotunde weist im Inneren außer der hellen Altarwand eine blaue Wandfarbe und eine vergoldete flache Kuppel auf. Die in Kreisbögen angeordneten Bänke fokussieren auf den Altarbereich, der von einem nahezu raumhohen Kreuz vor dem Bleiglasfenster beherrscht wird. Davor stehen auf dem elliptisch gestalteten Podest Altartisch und Ambo in den beiden Brennpunkten der Ellipse gleichberechtigt nebeneinander.

Eine Dominante in der Kirche sind die zahlreichen Terrakotta-Figuren. Die vier quadratischen Pfeiler am Turmzugang links vom Altar tragen übereinander jeweils drei große Figuren aus der Bibel und der Kirchengeschichte. Die untere Reihe bilden Abel, Abraham, Mose und Melchisedek. In der mittleren Reihe stehen die Märtyrer Mauritius, Georg, Viktor und Sebastian sowie in der oberen Reihe die Kirchenlehrer Petrus Canisius und Albertus Magnus, der Ordensgründer Franz von Assisi und der Wohltäter Homobonus von Cremona. In der Mitte des Turmraumes, ehemals Kriegergedächtnisraum, steht der Tabernakel vor dem 22 Meter hohen Bleiglasfenster mit dem betrauerten, von Engeln emporgehobenen toten Soldaten, sechs Heiligen und der Gottesmutter Maria.

Rechts vom Altar befinden sich auf dem von gemauerten Klinkerstützen getragenen Architrav am Zugang zur Taufkapelle Terrakotta-Sitzfiguren der vier Evangelisten mit ihren Symbolen. Im Architrav steht ?Im Anfang war das Wort?. Das in Blautönen gehaltene dreiteilige Bleiglas-Fensterband der Kapelle behandelt das Thema der Taufe. Der würfelartige, aus Klinkern gemauerte Taufstein enthält eine Kupferschale von 84 cm Durchmesser mit einem Kugelknaufdeckel.

In der Bonifatiuskapelle steht eine Terrakottafigur des Heiligen mit charakterisierendem Beil und Eichenstumpf. Die Marienkapelle enthält eine Marienstatue. Die Kreuzwegstationen, ebenfalls in kleinen Terrakottafiguren gestaltet, befinden sich auf den Fenstergesimsen der Marien- und der Bonifatiuskapelle.

Die Orgelempore beherrscht das Bleiglasbild des heiligen Bonifatius in vorwiegend Rot- und Gelbtönen.

Die Orgel mit 19 Registern auf zwei Manualen und Pedal hat folgende Disposition: