Karel An?erl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Karel An?erl (undatiert)

Karel An?erl (ursprünglich Antscherl, geboren 11. April 1908 in Tu?apy, Österreich-Ungarn; gestorben 3. Juli 1973 in Toronto, Kanada) war ein tschechischer Dirigent. Er war viele Jahre Leiter der Tschechischen Philharmonie.

Biographie | Quelltext bearbeiten

Karel An?erl wurde in einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren und wurde mit elf Jahren als Geiger Orchestermitglied in seiner Heimatgemeinde. Gegen den Willen seiner Eltern studierte er am Konservatorium Prag Komposition bei Jaroslav K?i?ka, Dirigieren bei Pavel D?de?ek, und Schlagzeug. Großen Einfluss übten auf ihn in dieser Zeit auch der Neutöner Alois Hába sowie der damalige Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie Václav Talich aus.

Von 1931 bis 1933 leitete An?erl das Orchester des avantgardistischen Theaters Osvobozené divadlo und war anschließend bis 1939 Dirigent beim Rundfunk. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht und der Annexion Tschechiens verlor er alle Ämter und wurde 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Die Filmaufnahmen des nationalsozialistischen Propagandafilms Theresienstadt zeigen ihn 1944 in einer Szene, wie er unter Zwang das KZ-Orchester zu dirigieren hatte. Als Einziger seiner Familie und fast aller Darsteller des Films überlebte er die anschließende Deportation in das KZ Auschwitz.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wirkte An?erl u. a. an der Prager Oper des 5. Mai als künstlerischer Direktor, bevor er am 1. September 1947 Chefdirigent des Prager Rundfunksinfonieorchesters wurde.[1]

Im Oktober 1950 wurde An?erl zum künstlerischen Direktor der Tschechischen Philharmonie ernannt, der er in den folgenden Jahren bis 1968 einen Spitzenplatz unter den Orchestern des Ostblocks sicherte und Einladungen in die ganze Welt einbrachte. Er erweiterte das Repertoire vor allem um moderne Musik (Schönberg, Bartók, Britten) und setzte sich mit Hingabe auch für unpopuläre Komponisten seines Heimatlandes wie Bohuslav Martin? ein.

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings emigrierte An?erl im August 1968 nach Kanada und leitete dort bis 1972 das Toronto Symphony Orchestra. Seine Grabstätte ist auf dem Vy?ehrader Friedhof in Prag zu finden.

Diskographie | Quelltext bearbeiten

Die typischen, häufig als ?dunkel? beschriebenen Farben seines Orchesters und An?erls interpretatorische Leistungen wurden auf einer 42 Volumina umfassenden CD-Edition von Supraphon festgehalten und ab 2002 unter dem Namen Karel An?erl Gold Edition herausgegeben. Diese Aufnahmen berücksichtigen auch unbekanntere tschechische Kompositionen (z. B. ?In der Tatra? von Vít?zslav Novák oder die ?Sieben Reliefs? von Jarmil Burghauser).

Das französische Klassiklabel Tahra hat seit Beginn der CD-Ära Liveaufnahmen mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung An?erls veröffentlicht, die einen Überblick über sein Repertoire vermitteln.

Literatur | Quelltext bearbeiten

Weblinks | Quelltext bearbeiten

Commons: Karel An?erl ? Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise | Quelltext bearbeiten

  1. ? Biographie Karel An?erls, englisch