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Ehrendoktor

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Ehrenpromotionen in Heidelberg, 1886

Die Ehrendoktorwürde ist eine ehrenhalber verliehene Auszeichnung einer Universität oder Fakultät, die für besondere akademische oder wissenschaftliche Verdienste an Akademiker oder Nichtakademiker verliehen wird. Der mit der Ehrendoktorwürde promovierte wird Ehrendoktor (lateinisch Doctor honoris causa, ?Doktor ehrenhalber?; abgekürzt Dr. h. c., Dr. E. h., in der Theologie auch D.) genannt

Honoris causa | Quelltext bearbeiten

Die Bezeichnung honoris causa (h. c.) ist lateinisch und bedeutet ?ehrenhalber? (ursprünglich ?Ehren halber? oder ?der Ehre wegen?). Die Ehrendoktorwürde sowie klerikale Titel sind keine akademischen Grade und dürfen weder als solche noch mit ihnen verwechselbar dargestellt werden. Eine dahingehende Täuschungsabsicht (Vortäuschen des Innehabens eines akademischen Grades) ist in Deutschland nach § 132a StGB strafbar. Hat eine Person drei oder mehr Würdigungen erhalten, so ist die Abkürzung Dr. h. c. mult. üblich (in Österreich DDr. h. c.), was für honoris causa multiplex steht, also die mehrfache Ehrendoktorwürde. Bei (nur) zwei Ehrendoktorwürden wird manchmal die Abkürzung Dres. h. c., also doctores honorum causa, verwendet, was jedoch nach den Regeln der lateinischen Grammatik und auch der Logik unrichtig ist, da doctores immer eine Mehrzahl von Personen (Dres. Schmitz und Meier) und nie eine Mehrzahl von Titeln bezeichnet.[1]

Verleihung | Quelltext bearbeiten

Verleihung der Ehrendoktorwürde der Maryland-Universität in Heidelberg an Bundeskanzler Ludwig Erhard

Die Ehrendoktorwürde soll in erster Linie aufgrund hervorragender Verdienste auf wissenschaftlichem Gebiet verliehen werden. Die Ehrung wird häufig anlässlich allgemeiner oder unmittelbarer Verdienste um die Hochschule oder die Fakultät verliehen, auch wenn dies in der Regel keine formale Voraussetzung ist. Ein typischer Fall ist die Auszeichnung eines herausragenden Wissenschaftlers, der sich als Gründungsdekan in besonderer Weise für die Fakultät verdient gemacht hat.[2] Häufig erfolgt die Verleihung der Ehrendoktorwürde auch aus politischen, finanziellen oder anderen Gründen, bei denen die Exzellenz der wissenschaftlichen Leistungen des Geehrten nicht immer erkennbar ist.[3][4] Im internationalen Vergleich handhaben deutsche Hochschulen die Verleihung eher zurückhaltend.

Die Ehrendoktorwürde ist eine Ehrung für Verdienste und kein akademischer Grad eines Doktors, der nach einem mit Hochschulprüfung abgeschlossenen Studium und Promotion durch Urkunde verliehen wird. Zur Verleihung der Ehrendoktorwürde ist keine Prüfung vorgesehen. Die Vorgehensweise und die genauen Bedingungen für die Verleihung regeln die Promotionsordnungen der Universitätsfakultäten. In der Regel hält der Geehrte anlässlich der Verleihung einen Vortrag.

Für die Technischen Hochschulen in Preußen wurde das Ehrenpromotionsrecht ? wie auch das Promotionsrecht an sich ? erst im Oktober 1899 durch Erlass von Kaiser Wilhelm II. eingeführt.

Nach Recherche des Spiegels können Ehrendoktortitel durch finanzielle Leistungen und Spenden erworben, also ?erkauft?, werden. Es gibt dazu zahlreiche Anbieter im Internet, die bei diesem Promotionsbetrug behilflich wären.[5]

Beispiele für Ehrenpromotionsverfahren | Quelltext bearbeiten

In vielen Universitäten regeln die Promotionsordnungen der Fakultäten auch die Ehrenpromotion. Einige Universitäten haben jedoch zentrale Regelungen für die Ehrenpromotion: