Deutscher Nachhaltigkeitspreis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Deutscher Nachhaltigkeitspreis, Trophäe

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) ist eine Auszeichnung für Nachhaltigkeit.

Der Preis prämiert vorbildliche Nachhaltigkeitsleistungen in Wirtschaft, Kommunen und Forschung.[1] Mit fünf Wettbewerben, über 800 Bewerbern und 2.000 Gästen zur Abschlussveranstaltung ist er die größte Auszeichnung ihrer Art in Europa. Der Preis wird seit 2008 jährlich von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis vergeben, in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung,[2] kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Er hat das Ziel, Wirtschaft und den kommunalen Sektor in nachhaltigem Handeln zu bestärken und die Grundsätze nachhaltiger Entwicklung in der öffentlichen Wahrnehmung besser zu verankern. Er soll zeigen, dass verantwortliches Handeln nicht nur hilft, soziale und ökologische Probleme im globalen oder lokalen Maßstab zu lösen, sondern auch Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen kann.[3]

Für humanitäres und ökologisches Engagement werden Ehrenpreise vergeben.[4] Initiator des Preises ist der Fernsehjournalist und Jurist Stefan Schulze-Hausmann.

Wettbewerb | Quelltext bearbeiten

Deutschlands nachhaltigst agierende Unternehmen, Städte und Gemeinden werden über einen Wettbewerb ermittelt. Die Teilnehmer des Wettbewerbs qualifizieren sich durch das Ausfüllen eines elektronischen Fragebogens, der mit verschiedenen Methodikpartnern entwickelt wurde, darunter Difu,[5] Wuppertal Institut[6] und Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Die Methodik zielt dabei auf maximale Transparenz ab, hält den Bearbeitungsaufwand für die Bewerber überschaubar und soll der Komplexität des Nachhaltigkeitsmanagements in großen und kleinen Einheiten gerecht werden.

Jury | Quelltext bearbeiten

Die Expertenjury unter dem Vorsitz von Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, wählt jedes Jahr die Sieger und Finalisten des Deutschen Nachhaltigkeitspreises aus. Dieses Gremium ? jährlich berufen durch das Kuratorium der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis ? bringt Perspektiven aus Wirtschaft, Forschung, Zivilgesellschaft und Politik in den Entscheidungsprozess ein.[7]

Kategorien | Quelltext bearbeiten

Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Unternehmen Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis zeichnet Unternehmen aus, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen besonders erfolgreich ökologischen und sozialen Herausforderungen begegnen und damit Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance nutzen. Die Kategorien reichen von kleinen und mittelgroßen über mittelgroße und Großunternehmen.[8] Unternehmen haben seit 2014 zusätzlich die Chance sich für den Sonderpreis ?Ressourceneffizienz? zu bewerben.[9] Hierbei werden herausragende Strategien und Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bewertet, die zu einer Minimierung des Material-, Energie-, Flächen- und Wassereinsatzes beitragen sowie innovative Recycling- und Kreislaufkonzepte. Deutschlands nachhaltigste Marken zeichnen Unternehmens- oder Produktmarken aus, die in besonderer Weise Nachhaltigkeitsaspekte in der Markenführung berücksichtigen.[10]

Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden Seit 2012 wird der Deutsche Nachhaltigkeitspreis auch an ?Deutschlands nachhaltigste Städte und Gemeinden? vergeben. Gewürdigt werden Kommunen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten eine umfassende nachhaltige Stadtentwicklung betreiben und in den wichtigen Themenfeldern der Verwaltung erfolgreiche Nachhaltigkeitsprojekte realisiert haben.[11] Bei der Vergabe werden auch finanzschwache Bewerber berücksichtigt, die trotz eingeschränkter Möglichkeiten nachhaltig agieren. Seit dem ersten Wettbewerb 2012 wird die zugrunde liegende Methodik kontinuierlich weiterentwickelt, um Fortschritte im Feld der kommunalen Nachhaltigkeit, praktische Erfahrungen und Feedback der Teilnehmer zu berücksichtigen. Zum fünfjährigen Jubiläum 2016 wurde der Fragebogen umfassend überarbeitet, um den Bearbeitungsaufwand deutlich zu reduzieren. Wesentliche methodische Neuerung ist die Einführung einer zweiten Wettbewerbsphase für das Spitzenfeld der Städte und Gemeinden in jeder Kategorie.[12][13] Die Preisträger ? je eine Großstadt, eine Stadt mittlerer Größe und eine Kleinstadt oder Gemeinde ? erhalten von der Allianz Umweltstiftung eine projektbezogene Fördersumme von jeweils 35.000 Euro.[14]

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Forschung In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung prämiert der Preis Forscher und Forscherteams, die sich in ihrer Arbeit mit dem Transformationsprozess zu einer ?Green Economy? befassen.[15][16] Die Auszeichnung unterstreicht die herausragende Rolle der Wissenschaft für den Wandel hin zu nachhaltigerem Leben und Wirtschaften.

Der DGNB Preis ?Nachhaltiges Bauen? Der DGNB Preis ?Nachhaltiges Bauen? zeichnet herausragende und beispielhafte Leistungen der Architektur aus, deren Qualität sich über die Nachhaltigkeit hinaus insbesondere in einem hohen ästhetischen Anspruch sowie in innovativen Lösungsansätzen zeigt. Ausgelobt wird der Preis von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ? DGNB e. V.[17]

Der BMUB-Sonderpreis ?PartnerStadt ? Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global? Mit dem Sonderpreis ?PartnerStadt ? Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global? zeichnet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Städte und Gemeinden aus, die ? entweder selbst oder durch ihre kommunalen Unternehmen ? das Entstehen nachhaltiger Infrastrukturen in Ländern mit hohem Restrukturierungsbedarf unterstützen und somit auch dazu beitragen, dass deutsche Umwelttechnologien international nachgefragt werden.[18]

Der Next Economy Award (NEA) | Quelltext bearbeiten

Seit 2015 vergibt die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung und dem DIHK die erste nationale Auszeichnung für Startups, die auf Nachhaltigkeit und die Green Economy setzen, den Next Economy Award.[19] Der NEA prämiert in verschiedenen Themenfeldern Gründer, die mit innovativen Geschäftsmodellen für soziale und ökologische Verbesserungen sorgen und damit die ?nächste?, die nachhaltigere Wirtschaft mitgestalten wollen. Das Finale des Wettbewerbs wird in einem Live-Pitch vor der Jury ausgetragen.[20]

Deutscher Nachhaltigkeitstag | Quelltext bearbeiten

Die Preisträger treten im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstags auf.[21]

Preisträger | Quelltext bearbeiten

In der folgenden Tabelle sind die Preisträger zusammengefasst. Das in der Tabelle angegebene Jahr gibt dabei das Jahr der Preisverleihung an, wobei die Preise sich jeweils auf das Folgejahr beziehen. So wurde bspw. im Jahr 2018 der Nachhaltigkeitspreis für das Jahr 2019 verliehen.