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Wende in Frankreich?

Europa
06.05.2012
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Stichwahl: Hollande oder doch wieder Sarkozy?
17 Jahre nach François Mitterrand könnte heute erstmals wieder ein Sozialist zum französischen Staatspräsidenten gewählt werden. François Hollande geht als Favorit gegen den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy ins Rennen um den Élysée-Palast.
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Paris (dpa) - Nach erbittert geführtem Wahlkampf ums Präsidentenamt in Frankreich stellen sich heute (Sonntag) Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und sein Herausforderer François Hollande dem Votum der Wähler. Rund 45 Millionen Franzosen sind aufgerufen, in einer Stichwahl zu entscheiden. Als Favorit gilt der Sozialist Hollande. Er liegt seit Monaten in allen Umfragen vor dem um eine zweite Amtszeit kämpfenden Konservativen Sarkozy.
Große Spannung in Frankreich: Wahlkampf geht zu Ende.

Bereits am Samstag konnten knapp 900 000 Franzosen in den Überseegebieten abstimmen. Wegen des großen Zeitunterschiedes zum Kernland wurde der Urnengang auf den Inseln Saint-Pierre und Miquelon vor der kanadischen Atlantikküste, den Karibikinseln Guadeloupe und Martinique sowie in den französischen Konsulaten weltweit vorgezogen. Mehrere Beobachter sprachen im TV-Nachrichtensender BFM von einer relativ hohen Wahlbeteiligung.

In den letzten Tagen vor der Wahl hat sich der Vorsprung Hollandes in den Umfragen verkleinert. Im konservativen Lager ging man deshalb zuletzt von einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Er erwarte ein «50:50-Ergebnis», sagte Premierminister François Fillon der Zeitung «Le Figaro». «Das wird sich an einigen hunderttausend Stimmen entscheiden.»

Hollande erklärte nach Angaben des «Le Parisien», dass er 52 Prozent der Stimmen bereits als großen Erfolg ansehen würde. «Schon 50,5 bedeuten den Sieg», sagte der Sozialist, der in Umfragen bisher mit 54 bis 57 Prozent gehandelt wurde.
Französischer Präsidentschaftskandidat François Hollande.

Kaum einzuschätzen, doch möglicherweise wahlentscheidend ist das Verhalten der Anhänger jener Kandidaten, die im ersten Wahlgang ausgeschieden sind. Mit Blick auf die Wähler der Rechtsextremen Marine Le Pen, die als Parteichefin der Front National (FN) in der ersten Runde auf knapp 18 Prozent gekommen war, hatte Sarkozy in der Schlussphase seines Wahlkampfs stark auf die nationale Karte gesetzt.

Hollande hatte über die Grenzen Frankreichs hinaus vor allem mit der Forderung nach einer Neuverhandlung des europäischen Fiskalpakts für Aufmerksamkeit gesorgt. Statt der Sparmaßnahmen fordert er angesichts der Finanzkrise ein Wachstumsprogramm.

Die ersten offiziellen Hochrechnungen soll es am Abend um 20.00 Uhr nach Schließung der letzten Wahllokale geben. Bis dahin dürfen nach französischem Gesetz keine Prognosen verbreitet werden. Es wird jedoch erwartet, dass dieses Verbot wie bei vorangegangenen Wahlen von französischsprachigen Medien etwa in Belgien oder der Schweiz unterlaufen wird.

 

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