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Wegen Protestnote: Deutscher Botschafter in Ägypten einbestellt

Niederlande
05.11.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Kairo (dpa) - Der deutsche Botschafter in Ägypten, Julius Georg Luy, ist vom Außenministerium in Kairo wegen einer Protestnote gegen die Inhaftierung eines Menschenrechtsanwaltes einbestellt worden. Neben Luy seien auch die diplomatischen Vertreter von Großbritannien, Italien, Kanada und der Niederlande in das Ministerium zitiert worden, teilte das ägyptische Außenamt am Sonntag mit.

Grund für die Einbestellungen sei ein am Freitag veröffentlichtes, gemeinsames Protestschreiben der fünf westlichen Regierungen wegen der Inhaftierung des Menschenrechtlers Ibrahim Metwalli Hegasi. Der Ägypter war am 10. September vor der Abreise zu einer Konferenz der Vereinten Nationen festgesetzt worden. Man sei besorgt über die angeblichen Haftbedingungen des Anwalts.

Die Regierungen forderten die ägyptischen Behörden auf, die Freiheit der Zivilgesellschaft und den Schutz vor Folter sicherzustellen. Menschenrechtsorganisationen zufolge verstoßen die autoritäre ägyptische Regierung sowie die Sicherheitskräfte des Landes systematisch gegen die Menschenrechte.

Das ägyptische Außenministerium bezeichnete das Schreiben in seiner Stellungnahme als unerlaubte Einmischung in interne Angelegenheiten und wies es zurück. Dies sei den Diplomaten mit deutlichen Worten klargemacht worden.

Hegasi war auch bekannt geworden, weil er den aufsehenerregenden Fall des 2016 in Ägypten getöteten italienischen Doktoranden Giulio Regeni untersucht hatte. Regeni hatte für seine Doktorarbeit über die ägyptische Gewerkschaftsbewegung geforscht - einem sehr sensiblen Thema in dem Land. Die verstümmelte und mit Foltermalen übersäte Leiche des 28-Jährigen war im Februar 2016 an einer Überlandstraße in Ägypten gefunden worden. Es besteht der Verdacht, dass Regeni Opfer ägyptischer Sicherheitskräfte geworden ist.

 

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