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Waidhofen an der Ybbs

Österreich, Waidhofen an der Ybbs
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"Waidhofen an der Ybbs" ist eine Statutarstadt in Niederösterreich. Die Geschichte der Stadt wurde geprägt von ihrer jahrhundertelangen Stellung als Zentrum der Eisenverarbeitung. Waidhofen ist Hauptort der Tourismusregion Niederösterreichische Eisenstraße.

Geografie
Die Stadt Waidhofen an der Ybbs liegt in den niederösterreichischen Eisenwurzen im Mostviertel, im südwestlichen Niederösterreich, eingebettet in voralpine Höhenzüge auf 362 m Seehöhe (gemessen bei der Stadtpfarrkirche). Der Fluss Ybbs durchschneidet die Stadt canyonartig. Die höchste Erhebung des Gemeindegebietes ist der 1.115 m hohe Wetterkogel (an der Gemeindegrenze zu Opponitz). Die beliebtesten Hausberge Waidhofens sind der Buchenberg (790 m) und der Schnabelberg (958 m). Zum Verwaltungsgebiet der Stadt gehören auch die vier Orte Windhag (711 m), Konradsheim (651 m), St. Leonhard am Walde (714 m) und St. Georgen in der Klaus (656 m). Der Anteil der Waldfläche beträgt 43,76 %.






Gemeindegliederung
Seit 1972 bilden die Gemeinden Waidhofen-Land, Zell an der Ybbs, Windhag und St.Leonhard zusammen mit der Stadtgemeinde die Großgemeinde Waidhofen an der Ybbs mit insgesamt 11.662 Einwohnern. Damit unterteilt sich die Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs in zehn Katastralgemeinden. (Einwohnerzahlen aus 2001)

* Waidhofen/Ybbs (4.559 Einw.)
* Konradsheim (656 Einw.)
* Kreilhof (366 Einw.)
* Rien (413 Einw.)
* St. Leonhard/Walde (475 Einw.)
* St. Georgen in der Klaus (576 Einw.)
* Windhag (1.845 Einw.)
* Wirts (595 Einw.)
* Zell-Arzberg (1.210 Einw.)
* Zell (967 Einw.)

Verkehr
Waidhofen an der Ybbs liegt abseits der österreichischen Hauptverkehrswege. Auf der B121 erreicht man Richtung Norden, bei Amstetten, nach 25 km die Westautobahn (A1). Nach Süden wird über die B31 das Ybbstal erschlossen. Weitere gut ausgebaute Straßenverbindungen bestehen Richtung Weyer (B121), Scheibbs (B22) und Steyr.

Waidhofen ist eine wichtige Station auf der normalspurigen, eingleisigen, elektrifizierten Bahnstrecke Amstetten-Selzthal (einer Nebenstrecke der Rudolfsbahn), die in Amstetten Anschluss an die Westbahn hat. Die Station ist auch der Ausgangspunkt für die schmalspurige, dieselbetriebene Ybbstalbahn nach Lunz am See (mit Seitenlinie nach Ybbsitz).


Geschichte
Name
Innenstadt am linken Ybbsufer, im Vordergrund der Ybbsturm, Blick von der Zeller Hochbrücke
Die Herkunft des Namens ist unsicher. Nach alter Überlieferung leitet er sich von einem Waidhof (d.h. Jagdsitz) der Freisinger Vögte ab. Eine neuere Theorie geht von einem Zusammenhang des Namens mit der Weidewirtschaft aus.Peter Maier: "Waidhofen a. d. Ybbs. Spuren der Geschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart". Herausgeber: Magistrat Waidhofen an der Ybbs, 2006

Mittelalter
1033 wurden die schon seit 955 bestehenden Besitzungen des Freisinger Bistums im Gebiet des unteren Ybbstales durch Schenkung von Kaiser Konrad II. (* 990, † 1039) bis zur steirischen Grenze ausgedehnt. Die erste Erwähnung des Namens "waidhouen" und einer "capella" (Seelsorgestelle) ist 1186 in einer Bestätigungsurkunde von Papst Urban III. (* 1120, † 1187) belegt. Im Jahre 1215 wird erstmals der Begriff "forum" (Markt, Wirtschaftsstandort) für Waidhofen verwendet.

Die Bedeutung der im 12. Jhd. errichteten Burg war anfangs sehr gering, da der Verwaltungssitz für die Freisinger Gebiete im oberen Ybbstal die Burg Konradsheim (3 km vom Stadtzentrum) war. Da der Freisinger Vogt Graf Konrad von Peilstein († 1195), der selbst weite Gebiete im heutigen Niederösterreich besaß, diese Burg ohne Erlaubnis des Lehnsgebers errichtete, entbrannte ein Generationen dauernder Rechtsstreit, der erst durch das Aussterben der Peilsteiner (bzw. einer letzten Seitenlinie) 1218 mit Rückfall aller Besitzungen an Freising endete.

In den darauffolgenden Jahrzehnten erfolgten die erste Befestigung und planmäßiger Ausbau der Stadt an der strategisch günstigen Terrasse am Zusammenfluss von Ybbs und Schwarzbach.
Waidhofen besitzt keine Stadterhebungsurkunde, doch wird es schon 1273 erstmals in einem Schriftstück als "civitas" (Stadt) bezeichnet. Seit dieser Zeit besteht auch die typische Anlage der beiden parallel verlaufenden Stadtplätze auf unterschiedlicher Höhenstufe.

Im Zuge einer Auseinandersetzung zwischen dem Habsburger Herzog Rudolf IV. (* 1339, † 1365) und dem Freisinger Bistum kam es 1360 zur Besetzung der Burg Konradsheim und der Stadt. Die Burg wurde unter nicht genau geklärten Umständen abgebrochen, weshalb nach dem Friedensschluss fünf Jahre später das schon recht bedeutende Waidhofen Sitz der Freisinger Pfleger und damit der Landgerichtsbarkeit wurde.

Der Freisinger Bischof Berthold von Wehingen, gleichzeitig Kanzler von Österreich, ließ zwischen 1390 und 1410 das Verteidigungssystem der Stadt durchgreifend modernisieren (unter anderem Bau von 13 Türmen entlang der Mauern).

Zentrum der Eisenverarbeitung
Ab dem 12. Jhd. begann am steirischen Erzberg der Eisenerzabbau. In Waidhofen, an der Kreuzung zweier Handelsstraßen (aus dem Ybbstal bzw. aus Weyer / Ennstal), entwickelten sich rasch die ersten Schmiedebetriebe. Im Jahre 1236 besang der Minnesänger Neidhart von Reuenthal die Qualität eines Waidhofner Schwertes. Die Eisenwurzen als dezentraler - aber wohl durchorganisierter - Wirtschaftsraum entstand erst im Spätmittelalter. Damals wurde in dieser Region 10 %, und um die Mitte des 16. Jhd. sogar 20 % der europäischen Eisenproduktion abgewickelt.

Waidhofen wurde neben Steyr zum wichtigsten Zentrum der Eisenverarbeitung. Zum Zeitpunkt der Hochblüte im 14. und 15. Jhd. waren in der Stadt 200 Schmiedebetriebe der unterschiedlichen Sparten aktiv und handelten mit den Erzeugnissen nicht nur im gesamten Habsburgerreich, sondern exportierten diese auch über Venedig in den Vorderen Orient. Wahlspruch: "Ferrum chalybsque urbis nutrimenta" „Eisen und Stahl ernähren die Stadt“. Zeichen für den Wohlstand dieser Zeit sind die spätgotische Stadtpfarrkirche und die einzigartige Messerermonstranz.

Ungarn und Türken
Zahlreiche Gefahren bedrohten die Stadt durch die Jahrhunderte: So kämpften die Ungarn 1490 vergeblich vor den Mauern der Stadt und versuchten danach Waidhofen durch eine Belagerung in die Knie zu zwingen, was aber durch den überraschenden Tod des Ungarnkönigs Matthias Corvinus (* 1443, † 1490) verhindert wurde.

Das markanteste Ereignis der Stadtgeschichte fand 1532 statt: Nach der ersten Wiener Türkenbelagerung (1529) zogen in einem weiteren Vorstoß berittene, leichtbewaffnete Hilfstruppen ("Akıncı") als "Renner und Brenner" durch Niederösterreich und verwüsteten in einer Art Terrorkrieg das Land. Den 500 Bewaffneten, die Waidhofen aufbieten konnte, gelang es in drei Ausfällen, ohne wesentliche Kampfhandlungen, die Feinde in die Flucht zu schlagen. Diese mussten reiche Beute zurücklassen, so wie auch ihre Gefangenen, die aber großteils vorher von ihnen ermordet wurden: 339 Zivilisten blieben so auf dem Felde. Dank der Mittel durch den „Türkenschatz“ wurde der Stadtturm auf 50 m aufgestockt. In der Waidhofner Geschichtsschreibung wurde vor allem im 19. und frühen 20. Jhd. dieses Ereignis zur heldenhaften Bewährungsprobe Waidhofens hochstilisiert.

Niedergang im 16. Jahrhundert
Freisingerberg mit Blick auf den Stadtturm. Im Vordergrund der Stadtbrunnen.
Im 16. Jhd. kam es zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt, der vor allem auf der Bevorzugung der landesfürstlichen Stadt Steyr durch Kaiser Maximilian I. (* 1459, † 1519) im harten Konkurrenzkampf um die Metallverarbeitung beruhte. Auch von schweren Stadtbränden und Schädlingsplagen wird aus dieser Zeit berichtet.

Die größte Katastrophe Waidhofens entwickelte sich im Zuge der Glaubensspaltung: Entsprechend den weitläufigen Handelsbeziehungen waren zahlreiche junge Waidhofner in Wittenberg inskribiert. Einer von ihnen, der Dramatiker Paul Rebhun, wurde sogar zu einem engen Mitstreiter Martin Luthers. Die neuen Ideen fassten schnell in Waidhofen Fuß und Ende des 16. Jhd. war die Stadt großteils protestantisch. Gleichzeitig gebärdete sich die Stadt als von Freising faktisch unabhängig. Die aufkeimende Gegenreformation nutzend gelang es dem Bischof, den Landesherrn auf seine Seite zu bringen und 1587/88 wurde der gesamte protestantische Stadtrat von einer kaiserlichen Kommission abgesetzt und des Landes verwiesen. Der Stadtschreiber Wolf Ebenperger, Führer der protestantischen Gemeinde, wurde im Schlossturm unter miserablen Bedingungen eingekerkert, wo er nach zwei Jahren verstarb. Vor allem um 1600 wurde die Rekatholisierung durch die freisingischen Pfleger kompromisslos durchgesetzt und viele Schmiedefamilien wanderten in protestantische Gebiete aus. Nahezu die Hälfte der Häuser stand leer. Die Krise war nachhaltig: Noch 100 Jahre später waren 87 Häuser in Waidhofen unbewohnt.

Gegenreformation und Blütezeit des 18. Jhd.
Es ist bemerkenswert, dass Waidhofen im 17. Jhd. fast ausschließlich von exzellent ausgebildeten und fähigen Pfarrherrn betreut wurde, unter deren Wirken es schließlich zu einer echten inneren Erneuerung des gesellschaftlichen Lebens der Stadt gekommen ist. Von herausragender Bedeutung waren Bernhard und Augustin Pocksteiner. Bauprojekte aus dieser Zeit sind die Barockisierung der Spitalkirche, der Stadtpfarrkirche, der Anbau der Marienkapelle und die Errichtung der Mariensäule.

Auch wirtschaftlich ging es durch die Einführung der wasserkraftbetriebenen Schmiedehämmer, den Umstieg auf die Sensenproduktion und die fixe Einbeziehung Waidhofens in die Nahrungsmittelproduktion für den Erzberg wieder steil bergauf. In der Blütezeit des 18. Jhd. wurden jährlich 360.000 Sensen und 200.000 Sicheln erzeugt.

Krise und Neuorientierung im 19. und 20. Jhd.
1786 wurde die Funktion des Stadtrichters als oberster Vertreter der Stadt vom Amt des Bürgermeisters abgelöst. 1803 endete die Herrschaft Freisings und "„Bayrisch Waidhofen“" wurde habsburgisch.

Das 19. Jhd. brachte schwere Zeiten für Waidhofen: Im Jahre 1809 mussten 40.000 französische Soldaten acht Monate lang von der Bevölkerung Waidhofens versorgt werden. Nach den Franzosenkriegen traf die sich entwickelnde Wirtschaftskrise den Sensenhandel existenziell. Und schließlich führte ab 1860 die Industrialisierung mit dem Umstieg auf Mineralkohle statt Holzkohle, Dampfmaschinen statt Wasserkraft und der Errichtung von Eisenbahnen, die die engen Täler benachteiligten, zum Verschwinden der Kleineisenindustrie. Trotz einiger Rettungsversuche, wie der Eröffnung einer Lehr- und Versuchsanstalt für Metallverarbeitung (1890) und der Errichtung der schmalspurigen Ybbstalbahn (1896-99), gehörte die Zukunft Großbetrieben wie den Böhler-Werken.

Historischer Doppelschwanzhammer, aufgestellt im Zentrum eines Kreisverkehrs in der Innenstadt
Im 19. Jhd. kam es zum Verfall der Befestigungsanlagen und schließlich zu deren Schleifung, um der wachsenden Stadt Platz zu machen. 1868 erfolgte die Verlegung der Bezirkshauptmannschaft in das prosperierende Amstetten; als Entschädigung wurde Waidhofen zur autonomen Stadt mit eigenem Statut. 1872 wurde die Kronprinz Rudolfsbahn eröffnet, womit der Anschluss Waidhofens an das Eisenbahnnetz der Monarchie vollzogen war. Waidhofen konnte daraufhin im Tourismus als Sommerfrische eine gewisse Bedeutung erringen. Große Verdienste um die Neuorientierung der Stadt erwarb sich der liberale, weitblickende Bürgermeister Dr. Theodor Freiherr von Plenker (im Amt von 1894 - 1911).

Im 20. Jahrhundert erlangte Waidhofen als Schulstadt auch überregionale Bedeutung. 1972 entstand die Großgemeinde Waidhofen, was eine Verdopplung der Einwohnerzahl und eine Vervielfachung der Fläche bedeutete. Dank mehrerer erfolgreicher Mittelbetriebe konnte sich Waidhofen in den letzten Jahrzehnten gut von der wirtschaftlichen Stagnation im oberen Ybbstal abkoppeln. In den letzten Jahrzehnten spielte auch der Tourismus eine immer größere Rolle.

Bevölkerung
Seit den 30er Jahren des 20. Jhd. blieb die Einwohnerzahl in Waidhofen nahezu konstant. Von den 11.662 Einwohnern (Volkszählung 2001) des Verwaltungsgebietes sind 94,6 % in Österreich geboren. Je 1,1 % stammen aus Deutschland und aus Bosnien-Herzegowina. 0,5 % der Waidhofner kommen aus der Türkei.

96 % gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Die häufigsten nicht deutschen Umgangssprachen sind mit 0,7 % Türkisch und mit je 0,5 % Bosnisch und Kroatisch.



Religionen
86,6 % (Volkszählung 2001) der Waidhofner bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche. Für sie gibt es in Waidhofen neun Kirchen in sechs Pfarren. Waidhofen gehört zur Diözese St. Pölten und ist Sitz eines Dekanates (dessen Gebiet aber das der politischen Gemeinde weit überschreitet).

251 Menschen (2,2 %) fühlen sich dem Islam zugehörig und bilden damit die zweitgrößte Gruppe der Gläubigen. Waidhofen ist Teil des Sprengels Wien der islamischen Glaubensgemeinschaft. Der nächste ausgewiesene Gebetsraum befindet sich in Kematen (14 km entfernt).

Die 243 Christen (2,1 %) der Evangelischen Kirche (A.B. und H.B.) sind der Pfarre Amstetten zugehörig, in Waidhofen befindet sich eine Predigtstation. Die Gottesdienste werden seit 2005 in der renovierten Bürgerspitalkirche gefeiert, die gemeinsam mit den Katholiken benützt wird.

In Waidhofen befindet sich auch ein „Königreichsaal“ der als Bekenntnisgemeinschaft in Österreich seit 1998 anerkannten Zeugen Jehovas. Er dient als Versammlungsort für die Gemeindemitglieder der gesamten Region.

801 Waidhofner (6,9 %) fühlen sich keinem Bekenntnis zugehörig.



Politik
Rathaus der Stadt Waidhofen an der Ybbs (Sitz des Magistrates)
Bürgermeister der Stadt ist Mag. Wolfgang Mair. Das Amt des Magistratsdirektors hält Dr. Franz Höblinger inne.

Die gewählten Organe der Gemeinde gliedern sich in ein äußeres Gremium, den 40 Mandate zählenden Gemeinderat, und ein inneres Gremium, den vom Gemeinderat gewählten Stadtsenat, dem neben dem Bürgermeister und den zwei Vizebürgermeistern noch die acht Stadträte angehören.

Waidhofen ist traditionell dominiert von der Österreichischen Volkspartei, die sich in dieser Stadt WVP (Waidhofner Volkspartei) nennt und trotz Verlusten von ca. 5% bei der letzten Gemeinderatswahl am 25. März 2007 die absolute Mehrheit behält und daher auch den Bürgermeister stellt. Die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) ist seit Jahrzehnten zweitstärkste Kraft. Die Bürgerliste Waidhofen bzw. Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG), ursprünglich eine Abspaltung von der ÖVP, war der relative Gewinner der letzten Gemeinderatswahl, hat aber mit nur vier Mandaten trotzdem nur eine Oppositionsrolle. Weiters im Gemeinderat vertreten sind die Grünen Alternativen (GAL) und die Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ).

Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2007: WVP 21 Mandate, SPÖ 12, UWG 4, GAL 2 und FPÖ 1







Städtepartnerschaften
* 25px Freising (Bayern, Deutschland) seit 1986
* 25px Laatzen (Niedersachsen, Deutschland) seit 1986
* 25px Möhringen an der Donau (Baden-Württemberg, Deutschland) seit 1956

Sehenswürdigkeiten, Kultur, Freizeit
Historische Gebäude
Innenstadt mit Stadtpfarrkirche, vom Krautberg aus
Innenstadt vom Buchenberg aus. Im Hintergrund ist die Wallfahrtskirche Sonntagberg zu sehen.
"Stadtbild:" Die Innenstadt Waidhofens verfügt über einen bemerkenswert geschlossenen historischen Baubestand. Die Wohnhäuser des Innenstadtbereiches sind großteils im Kern spätmittelalterlich. In vielen Häusern sind daher schöne gotische Innenhöfe mit Arkadengängen zu sehen. Die Fassaden wurden allerdings großteils ab Beginn des 19. Jhd. geschaffen und gehören meist dem Stil des Biedermeier, der Neorenaissance und des Neobarocks an.

Von den mittelalterlichen Wehranlagen sind nur noch Reste erhalten: Zum Beispiel die Mauern um die Stadtpfarrkirche mit dem Turm des ehemaligen Zeughauses. Am Graben findet sich neben dem unten beschriebenen Ybbstor noch der historistisch veränderte Müllnerturm und der als Wohnhaus adaptierte Lachenturm. Mit etwas Spürsinn ist, dem Straßenverlauf folgend, auch der in ein Haus integrierte Eckelturm zu entdecken.

Die beste Aussicht auf die Stadt hat man vom Heimkehrerkreuz auf dem Krautberg, wohin ein 20-minütiger Spaziergang führt.

"Stadtpfarrkirche:" Ein ebenso beeindruckendes wie ungewöhnliches Raumgefühl vermittelt die spätgotische dreischiffige Hallenkirche, die 1470-1510 an Stelle einer romanischen Vorgängerkirche erbaut wurde. Die filigranen Netz-, Kreuzrippen- und Zwickelgewölbe ruhen auf schlanken Achteckpfeilern. Die Emporen wurden, um mehr Menschen Platz zu bieten, im Barock (1680) bzw. der Neugotik (1879-81) errichtet. Seitlich angebaut ist die reichgeschmückte barocke Marienkapelle (1715). Das bedeutendste Stück der Innenausstattung ist der markante spätgotische Flügelaltar (um 1500), der 1935 aus der Bürgerspitalkirche übernommen wurde. Die wertvollste Plastik der Kirche ist die spätgotische Statue des hl. Leonhard (um 1500). Außerdem beachtenswert zwei Bilder von Martin Johann Schmidt (genannt Kremser Schmidt), einem bedeutenden Barockmaler Österreichs: hl. Maria Magdalena (1762) und hl. Bischof Lambert (1779-81), übrigens die beiden Kirchenpatrone. Nicht übersehen sollte man beim Hinausgehen das Kirchentor: Dieses ist zur Gänze, also Holz inklusive der Beschläge, aus der Erbauungszeit. Der Kirchturm ist im Kern romanisch, wurde aber 1689 mittels Neugestaltung der Turmfassade und Aufstockung des Glockengeschosses barockisiert.

Nicht in der Kirche, sondern gut gesichert, im Pfarrhof, ist das wertvollste Kunstwerk Waidhofens untergebracht: Die gotische "Messerermonstranz" (1469-72 in Freising geschaffen), die der Pfarre von der wohlhabenden Zunft der Messerer geschenkt wurde. Zu sehen ist dieses einzigartige Juwel gewöhnlich nur bei der Fronleichnahmsprozession, wo es feierlich durch die Stadt getragen wird - harte Arbeit für den Stadtpfarrer, denn das schlanke, zierlich wirkende Stück ist bei einer Höhe von 1,05 m ganze 6 kg schwer.

"Ehemaliges Zeughaus, auch Lutherturm:" Dieses Gebäude wird heute meist pragmatisch als Pfadfinderturm bezeichnet, weil sich im Inneren das Heim dieser Jugendorganisation befindet. Errichtet wurde der in die Kirchenbefestigung integrierte spätgotische Dreiviertelrundturm mit angefügtem Rechteckbau - dessen imposante Fassade den kurzen Gang hinter die Kirche sicher lohnt - an der Wende vom 15. zum 16. Jhd. Zuerst wurde das Gebäude als Kapelle verwendet, später war es Zeughaus und heute ist im Untergeschoss das hl. Grab mit einer barocken, geschnitzten und vergoldeten Kreuzigungsgruppe untergebracht.
Bergfried des Rothschild Schlosses, Aufnahme unmittelbar vor Beginn der Neugestaltung (bis 2007)

"Rothschildschloss oder Schloss Waidhofen": Es ist nach dem bedeutendsten ehemaligen Besitzer benannt: Albert Salomon Anselm Freiherr von Rothschild (1844−1910), mächtiger Bankier und bei seinem Tod reichster Mann Europas. Hier war von 1875 bis 1938 die Gutsverwaltung der ausgedehnten Rothschild´schen Ländereien in der Region eingerichtet. Die erste Burg an dieser Stelle stammt aus dem 12. Jhd. Ab 1365 war sie Sitz der freisingischen Pfleger (Vögte) und damit Verwaltungsmittelpunkt. Der heutige Bergfried wurde um 1400 errichtet. 1881 erfolgte eine tiefgreifende, qualitativ hochwertige neugotische Umgestaltung, allerdings unter weitgehendem Verlust an mittelalterlicher Bausubstanz durch den Erbauer des Wiener Rathauses und Wiener Dombaumeister Friedrich von Schmidt (*1825 †1891). Eine Umgestaltung nahm 2006/2007 der Architekt Hans Hollein vor, der durch mehrere, sich von der bestehenden Bausubstanz durch die Verwendung von modernen Materialien deutlich abhebenden Beifügungen eine beachtete, aber in der Waidhofner Bevölkerung umstrittene Neuinterpretation erreichte. 2007 beherbergte das Schloss gemeinsam mit dem Schloss St. Peter in der Au die Niederösterreichische Landesausstellung. Heute ist im Schloss neben verschiedenen anderen Einrichtungen der Stadt das stadtgeschichtliche "„5e-Museum“" untergebracht.

"Stadtturm:" Das Wahrzeichen der Stadt, der mächtige, quadratische Turm, ist zu besteigen. Mit der Beute aus der Vertreibung der türkischen Streifscharen (1532) wurde der Turm 1535-42 auf 50 m aufgestockt. Nicht belegt werden kann jedoch die Ansicht, dass der Turm als Zeichen des Sieges über die Türken errichtet wurde, wie die bekannte Aufschrift aus dem Jahre 1932 nahelegt. Eine der vier Uhren zeigt immer dreiviertel Zwölf, aber nicht wegen eines technischen Gebrechens, sondern um die Stunde des legendären Sieges zu verkünden.

"Bürgerspitalkirche:" Ursprünglich war sie die Kirche des vor der Stadtmauer gelegenen 1274 gegründeten Spitals (Armen- und Altenasyl). Der jetzige zweischiffige Bau mit polygonalem Chor und Rautengewölbe stammt aus der Mitte des 15. Jhd. und ist damit die zweite spätgotische Kirche der Altstadt. Aus der Erbauungszeit stammen die herrliche Steinkanzel und eine Marienstatue. Besonders interessant ist der kürzlich renovierte spätgotische Freskenzyklus. Von außen fällt vor allem der barocke Turm (1777) auf. Seit 2005 wird die Kirche, die sich im Besitz der Stadt befindet, von Katholiken und Protestanten gemeinsam genutzt.

"Ybbsturm mit Stadttor:" Auf dem einzigen erhaltenen mittelalterlichen Torturm der Stadtbefestigung findet sich eine Aufschrift mit dem Wahlspruch der Stadt: "Ferrum chalybsque urbis nutrimenta." „Eisen und Stahl ernähren die Stadt.“ Die Fassade wurde im 19. Jhd. mehrfach neu gestaltet.

Die frühgotische Ölbergszene (13.Jhd.) an der Wand der Stadtpfarrkirche ist die älteste Bauplastik Waidhofens.
"Mariensäule:" An der Stelle des Prangers wurde im Zuge der Gegenreformation unter Pfarrer Pocksteiner 1665 die barocke Mariensäule errichtet.

"Klosterkirche (ehem. Kapuzinerkirche):" Eine wesentliche Stütze für die Gegenreformation waren die 1663 nach Waidhofen berufenen Kapuziner. Die einfache Hallenkirche wurde 1644-52 vor der Stadtmauer errichtet. Im Inneren ist eine spätgotische Madonna (um 1520) bemerkenswert. Der jüngste Teil der Kirche ist die einfache Hauptfassade (1833-34) mit einer Steinrelief-Pieta aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Klosterkirche war in vergangener Zeit geprägt durch das Konvikt die Schüler/Studentenkirche Waidhofens. Aufrecht gehalten wird diese Tradition nach wie vor von der Katholisch österreichischen Studentenverbindung Norika, die mehrmals im Semester (zeitliche Jahreseinteilung von Schulen) dort gemeinsam mit anderen Messbesuchern die Hl.Messe feiern.

"Zeller Schloss (Hotel Schloss an der Eisenstraße):" Der ehemalige Verwaltungssitz der Herrschaft zu Gleiß wurde im frühbarocken Stil errichtet, als die Bedeutung des in ihrem Besitz befindlichen Marktes Zell durch die günstige Lage neben Waidhofen immer mehr zunahm. Nach jahrzehntelangem Verfall und Generalsanierung ist das Schloss nun Standort des touristischen Leitbetriebes der Region.

"Rathaus:" Dieses Gebäude besteht aus mehreren gotischen Häusern unter einer einheitlichen Außenfassade, einem Erbe aus der NS-Zeit (1942). Im Jahre 1994 fand eine völlige Umgestaltung des Inneren unter Freilegung und Einbeziehung der mittelalterlichen Bausubstanz (z.B.: gotischer Arkadenhof) statt. Es entstand so eine zeitgemäße Verwaltungseinrichtung mit bürgernahem Anspruch („offenes Rathaus“). Das für die Waidhofner gewohnte Äußere in diesem architektonisch sensiblen Altstadtbereich blieb unangetastet.

"Viadukt der Ybbstalbahn:" Diese an der Innenstadt vorbeiführende Brücke, die das Tal des Schwarzbaches überspannt, wurde in Stahlgitterbauweise als „Fischbauchkonstruktion“ im Jahre 1896 errichtet.

"Zeller Hochbrücke:" Als der einfache Steg, der zwischen Waidhofen und Zell den tiefen Einschnitt der Ybbs überwand, wieder einmal sehr baufällig war, entschloss sich 1898 der damals ärmliche Markt Zell zu einer nachhaltigen Lösung des Problems: Ohne irgendeine Unterstützung durch den Magistrat der Stadt wurde in nur einem Jahr Bauzeit die erste hochwassersichere Ybbsbrücke der Gegend errichtet. Ausgeführt wurde das Projekt als Stahlbetonkonstruktion nach dem System Monier. Beeindruckend ist der schlanke, 42 m lange Bogen, der die Ybbs überspannt.

Museen und permanente Ausstellungen
Die Spitalkirche, die zweite spätgotische Kirche der Stadt

Im 2008 neueröffneten "„5e-Museum“" (benannt nach den fünf klassischen chinesischen Elementen) wird dem Besucher durch die Erarbeitung der Themenkreise Feuer, Wasser, Erde, Holz und Metall die Stadtgeschichte Waidhofens erfahrbar gemacht. Gezeigt werden die 500 interessantesten Exponate des Musealvereins, der aus einem Fundus von über 8000 Objekten schöpft. Daneben ermöglichen 50 Experimente überraschende Einblicke in naturwissenschaftliche Zusammenhänge.

Eine Besonderheit ist die private bäuerliche Volkskundesammlung Piaty. Im Obergeschoss der gleichnamigen Konditorei können 2500 Exponate aus der Umgebung Waidhofens besichtigt werden, darunter auch eine Bergbauernstube aus dem Jahre 1614.

In die Pionierzeit der elektrischen Energieerzeugung führt ein Rundgang durch das museale Schaukraftwerk Schwellöd am Ybbsfluss. Ein Sprung in die Gegenwart der Energieversorgung folgt gleich danach, bei der Besichtigung des nebenan errichteten modernen Ybbskraftwerkes der EVN.

Kulturstadt Waidhofen
Das Prädikat „Kulturstadt“ wurde Waidhofen vom Land Niederösterreich 1992 verliehen.

Waidhofen besitzt drei Veranstaltungszentren: Schlosscenter, Stadtsaal und Heimatsaal. Durch das ganze Jahr hindurch wird ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm mit Klassik, Kleinkunst und Konzerten zeitgenössischer Musik von Pop bis Jazz, um nur einiges zu nennen, angeboten.

Das Kammermusikorchester Waidhofen, ein 1972 gegründetes Amateurorchester führt auf hohem Niveau vor allem Werke der Klassik und Romantik auf.

Die Basis der musikalischen Ausbildung legt die Musikschule Waidhofen, eine der größten Niederösterreichs.

Auf dem Sektor der bildenden Kunst positionierte sich in den letzten Jahren die Galerie "Pendel". Sie präsentiert die Werke bildender Künstler aus der Region, aber auch international tätiger Vertreter zeitgenössischer Kunst. Unter dem Motto „raumimpuls“ finden zudem regelmäßig Ausstellungen im Multifunktionsaal statt, den Architekt Ernst Beneder für das Waidhofner Museum am Oberen Stadtplatz realisierte.

Ein besonderes Erlebnis sind die stimmungsvollen Theateraufführungen, die in lauen Sommernächten im Arkadenhof des Rothschildschlosses traditionell stattfinden. Träger dieser „Waidhofner Institution“ ist der Laientheaterverein Waidhofner Volksbühne. Auch wird im Frühjahr (alle zwei Jahre) und im Herbst im Stadtsaal gespielt.

Freizeit, Tourismus
Der Stadterlebnisweg führt zu allen bedeutenden Bauwerken der Stadt und erklärt Wissenswertes über die regionale Wirtschafts- und Kulturgeschichte.

Am Ybbsuferweg, der tief im Einschnitt verläuft, den die Ybbs im Laufe der Jahrtausende gegraben hat, erwandert man sich ein Stück Natur in der Stadt.

Eisenbahnfreunde kommen auf der schmalspurigen Ybbstalbahn (im Volksmund liebevoll Schafkäs-Express genannt) auf ihre Rechnung: Neben dem regulären Bahnverkehr werden mehrmals im Jahr Dampfbummelzüge mit einer historischen Lokomotive geführt.

Im Natur- und Wildpark Buchenberg leben ca. 130 Tiere (Luchs, Rotwild, Damwild, Sikawild, Rehe, Muffelwild, Esel, Marderhund, Fuchs, Uhu, Waldkauz, Schleiereule, Steinkauz, Iltis, Waschbär, Wildkatze u.a.). Besondere Attraktionen sind der Haustierbereich - wo man sich direkt unter Esel, Ziegen, Enten und Gänse mischen kann - ,ein kindergerechter Erlebnispfad und ein Hochseilgarten. In der Waldschule werden Kindergruppen die Geheimnisse der Natur nähergebracht

Auf dem Buchenberg wurden insgesamt 20 km Spazierwege liebevoll angelegt. Als Ziele von Wanderungen bieten sich die beiden, überbordend mit Votivbildern geschmückten Wallfahrtskapellen aus dem 19. Jhd. an, anachronistisch anmutende Zeichen bodenständiger Volksfrömmigkeit.

Ein wahres Wanderparadies ist die Kulturlandschaft des Ybbstaler Alpenvorlandes, mit vielen hunderten Kilometern markierter Wanderwege.

Das Erlebnisparkbad wurde 1989 neugestaltet und bietet den Badegästen eine 60-m-Rutsche, einen 10-m-Sprungturm, ein Erlebnisbecken, ein Schwimmbecken und einen Kleinkinderbereich. Zusätzlich wurden am Areal ein Beachvolleyball- und ein Streetballplatz errichtet.

Waidhofen ist der Hauptort der Niederösterreichischen Eisenstraße und damit guter Ausgangspunkt für Fahrten in die von montanhistorischen Gebäuden (Hammerherrenhäuser, Hammerwerke, u.a.) geprägte Tourismusregion.

Abgerundet wird das Freizeitangebot noch durch die Möglichkeit des Kinobesuches in der Filmbühne Waidhofen und durch das Jugendzentrum Bagger, einem Freiraum für die Schüler und Lehrlinge der Stadt.




Sport
Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt lockt das Skigebiet Forsteralm die Pistenhungrigen auf den Berg: Die Anlagen bestehen aus einem Vierersessellift, sechs Schleppliften, und einem Babylift. 18 km Abfahrten sind vorhanden und vier Schihütten laden zum Einkehrschwung.

Im Naturpark Buchenberg stehen der Bevölkerung drei Laufstrecken unterschiedlichem Schwierigkeitsgrades zur Verfügung und um Waidhofen wurde ein Netz von acht Mountainbike-Strecken geschaffen. Der Ybbstalradweg führt an Waidhofen vorbei und lädt zu ausgedehnten Radtouren. Wer eine interessante, kürzere Strecke sucht, dem sei besonders das 11 km lange Teilstück nach Ybbsitz empfohlen.

An der Ybbs, beim musealen Schaukraftwerk Schwellöd, besteht die Möglichkeit Ruderboote und Kanus auszuleihen.

Für den Tennissport stehen drei Hallenplätze und sieben Sandplätze zur Verfügung. Drei Fitnesscentren laden zum Workout und eine überdachte Kunsteisbahn zum Eislaufen bzw. Hockeyspiel.

Für die aktive und auch international sehr erfolgreiche Kletterszene Waidhofens steht eine Indoor-Kletterwand zur Verfügung. Der Vereinsfußball vertreten durch den FC Harreither WY (Regionalliga Ost ), findet seine Heimat im Alpenstadion mit überdachter Zuschauertribüne, für jedermann offen ist hingegen der Kunstrasenfußballplatz.

Erwähnt sei weiters auch die multifunktionelle Sporthalle, die neben den Schulen auch von den Sportvereinen genützt wird, und der bereits oben angeführten Beachvolleyball- und Streetballplatz beim Parkbad.
Abgerundet wird das Angebot von mehreren Asphalt- bzw. Eisstockplätzen und zwei Kegelbahnen.



Wirtschaft
Im Niederösterreich-Vergleich hat Waidhofen eine sehr niedrige Arbeitslosenquote von 3,8 % (2003: 202 Arbeitslose), die Erwerbsquote liegt bei 47,94 % (2001). Insgesamt gibt es 517 nicht landwirtschaftliche Betriebe mit 5741 Beschäftigten (2001).

Landwirtschaft
In Waidhofen bestehen 420 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (1999). Entsprechend den topographischen und klimatischen Gegebenheiten dominiert in Waidhofen die Viehwirtschaft (vor allem Rinderzucht). In tieferen Lagen findet in beschränktem Umfang auch Feldwirtschaft statt (meist Getreide und Mais). Aufgrund der geringen Betriebsgrößen handelt es sich meist um Nebenerwerbslandwirtschaften. Die Dichte der Biobauern in der Region ist österreichweit eine der höchsten (um 50%).

Betriebe überregionaler Bedeutung
* Bene AG: 1790 gegründet, seit 1951 industrielle Fertigung von Büromöbeln, 1.217 Mitarbeiter, 79 Points of Sale und 33 Geschäftsstellen in 29 Ländern, Zentrale und Produktion in Waidhofen.
* Forster Verkehrs- und Werbetechnik GmbH, Forster Metallbau GmbH, Forster Industrietechnik: 1956 gegründet, zusammen 700 Mitarbeiter. Österreichischer Marktführer in der Produktion von Verkehrsschildern.
* Knorr Bremse GmbH, Division IFE: Automatische Türsysteme, 587 Mitarbeiter.
* Meiler GmbH: Kippertechnik, 70 Mitarbeiter.
* IFE Aufbereitungstechnik GmbH: Vibrationsfördergeräte, Maschinen für die Schüttgutindustrie, 65 Mitarbeiter.
* Filterbau GmbH: Luftfilter, Rohre, Ausgleichsbehälter, Stanz und Biegeteile, 50 Mitarbeiter.
* Anton Steiner GmbH&Co KG: Leitschienenmontage, österreichischer Marktführer.
* Oldenburg Snowboards GmbH: 25 Mitarbeiter.







Schulen, Kindergärten
* Bundesrealgymnasium Waidhofen an der Ybbs
* Höhere Technische Bundes Lehr- und Versuchsanstalt Waidhofen an der Ybbs: Höhere Abteilungen für Maschineningenieurwesen, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Fachschulen für Elektrotechnik, Maschinenbau und Fertigungstechnik. Die Fachschule Maschinenbau wird auch mit sportlichem Schwerpunkt (Fußball) geführt.
* Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule mit Trainingszentrum Waidhofen (Schisport-TZW)
* Forstfachschule Waidhofen
* Sonderpädagogisches Zentrum Waidhofen
* Landessonderschule Reichenauerhof
* NÖ Kinder- und Jugendbetreuungszentrum Reichenauerhof
* Volkshochschule Waidhofen
* Polytechnische Schule Waidhofen/Ybbs - "Poly an der Eisenstrasse"; Fachrichtungen: Metalltechnik, Elektrotechnik, Holztechnik, Bautechnik, Handel/Büro, Dienstleistung, Tourismus
* Sporthauptschule
* 2 Hauptschulen
* 6 Volksschulen
* 9 Landeskindergärten

Gesundheitseinrichtungen
Die Stadt verfügt mit dem Landesklinikum Mostviertel Waidhofen über ein Grundversorgungskrankenhaus mit Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie (mit Department für Unfallchirurgie), Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesie und Radiologie.

Waidhofen ist Standort für das Therapiezentrum Buchenberg der Versicherungsanstalt öffentlicher Bedienster (BVA). In der Abteilung für Genesung und Gesundheitsvorsorge und der Abteilung für Neurorehabilitation werden insgesamt 156 Betten betrieben.


Söhne und Töchter der Stadt
* Paul Rebhun (1505−1546), lutheranischer Pastor, Pädagoge und Dramatiker
* Ferdinand Andri (1871−1956), Maler und Grafiker
* Rainer Küchl (* 1950), Konzertmeister der Wiener Philharmoniker
* Evelyn Schlag (* 1952), Schriftstellerin
* Christian Krall-Wartlsteiner (* 1955), Autor
* Georg Zellhofer (* 1960), Fußballspieler und Trainer
* Kilian Fischhuber (* 1983), 2005 Weltcupgesamtsieger und Vizeweltmeister im Bouldern

Persönlichkeiten mit engen Verbindungen zu Waidhofen
* Sergius Pauser (* 28. Dezember 1896; † 16. März 1970), österreichischer Maler
* Anton Steiner (* 20. September 1958), Ex-Skirennläufer und Olympiamedaillengewinner
* Claus Raidl (* 6. November 1942 in Kapfenberg), Generaldirektor Böhler Uddeholm
* Thomas Sykora (* 18. Mai 1968 in Tulln), Slalom-Weltcupsieger 1996/97 und 1997/98, Präsident des Fußballvereines FC Harreither WY

Waidhofen in der Literatur
Waidhofen an der Ybbs ist einer der zentralen Handlungsorte des Erstlingsromanes "Laßt die Bären los!" des amerikanischen Schriftstellers John Irving, der in seinen Werken immer wieder auf Österreich Bezug nimmt.

Quellen


Literatur
* Friedrich Almer: "Waidhofen an der Ybbs in alten Ansichten." Europäische Bibliothek, Zaltbommel/Niederlande 1994, ISBN 90-288-5988-8
* Peter Maier: "Waidhofen an der Ybbs. Metropole des Ybbstales" Herausgegeben von der Stadtgemeinde Waidhofen an der Ybbs, 2. Aufl. 2003
* ders.: "Waidhofen a. d. Ybbs. Spuren der Geschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart." Herausgeber: Magistrat Waidhofen an der Ybbs, 2006
* Friedrich Richter, Mathias Settele, Wolfgang Sobotka, Walter Zambal: "800 Jahre Waidhofen an der Ybbs 1186-1986." Herausgegeben von der Stadt Waidhofen an der Ybbs, 1986



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