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Victoria (Malta)

Malta, Victoria (Rabat)
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"Victoria" (auch: "Victoria Rabat", offiziell maltesisch "Ir-Rabat Għawdex") ist die Hauptstadt der maltesischen Insel Gozo mit etwa 6.414 Einwohnern (Stand: November 2005). Bis 1887 trug die Stadt den arabischen Namen "Rabat", was so viel wie „befestigte Stadt“ heißt (nicht zu verwechseln mit Rabat bei Mdina auf der Hauptinsel Malta). Sie liegt in der Mitte Gozos, umfasst ein knappes Viertel der Insel-Bevölkerung und ist damit die bevölkerungsreichste Stadt der Insel.
Victoria ist auch der Mittelpunkt des Lebens auf der Insel und ihr kulturelles Zentrum.

Geschichte
Die nördliche Außenmauer der Zitadelle von Victoria / Rabat



Archäologischen Funden zufolge war das Gebiet schon in der Bronzezeit besiedelt. Im 3. Jahrhundert v. Chr. errichteten die Römer eine Siedlung an dieser Stelle. Von 535 bis 870 gehörte der Ort zum Byzantinischen Reich. Während der arabischen Besetzung (bis 1127) bekam die Siedlung den Namen "Rabat". Damals bestand sie im wesentlichen aus einer Zitadelle, in der die Bewohner Gozos Schutz vor den Angriffen von Piraten suchen konnten. Trotzdem wurde im Juli 1551 nahezu die gesamte Einwohnerschaft Gozos und Rabats von Sklavenjägern gefangen und auf die Sklavenmärkte Nordafrikas verbracht. Die Siedlung blieb in den folgenden Jahre zum großen Teil unbewohnt. 1599 begann der Wiederaufbau der Zitadelle, die dann alle Bewohner Gozos nachts aufzusuchen hatten. Nach der Abschaffung dieses Gesetzes blieb die Zitadelle meist unbewohnt.

1814 kamen Malta und Gozo unter britische Herrschaft. 1864 wurde Gozo eine eigenständige Diözese mit Rabat als Sitz des Bischofs. 1887, zum Goldenen Thronjubiläum von Queen Victoria, beantragten der Bischof und ein hoher Justizbeamter Gozos die Umbenennung Rabats zu Victoria. Damit verknüpften sie die Bitte um Erteilung der Stadtrechte. Am 10. Juni 1887 wurde diesen Anträgen vom Gouverneur Maltas stattgegeben, die Gemeinde Rabat wurde zur Stadt Victoria. Im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden die Bewohner Gozos aber bis heute den ursprünglichen Namen. Der doppelte Name "Victoria / Rabat" kommt auch im Wappen durch die Buchstaben "V" und "R" zum Ausdruck.

Bevölkerung

Die Gegend um das heutige Victoria war in antiker und mittelalterlicher Zeit beständig von 1700 bis 2000 Menschen bewohnt gewesen. Schon im Spätmittelalter begann die Einwohnerzahl aber zu steigen, insbesondere in Rabat.
Bis 1530 gab es mehr als 5.000 Einwohner rund um die Zitadelle. Die Versklavung eines Großteils der Bevölkerung im Jahr 1551 führte dann zu einem Einbruch, von dem sich Gozo und Rabat lange nicht erholten. Ab dem Jahr 1667 sind verlässliche Zensusdaten zur Einwohnerzahl Rabats/Victorias vorhanden.

Nach dem Rückschlag 1551 stieg die Einwohnerzahl kontinuierlich an, unterbrochen nur durch das Jahrzehnt nach 1957, in dem eine größere Emigrationswelle die Zahl noch einmal sinken ließ.

Ansicht von Victoria



Sehenswürdigkeiten

Kathedrale

;Zitadelle und Kathedrale
Das Herz der Stadt ist die Zitadelle, welche bereits im Bronze-Zeitalter, also etwa 1500 vor Christus befestigt wurde. Zwischen 1599 und 1603 wurde sie restauriert, um die Stadt noch besser vor Korsaren und Muslimen zu schützen. Von den Befestigungen aus hat man einen wunderbaren Blick über die Insel. In der Zitadelle befindet sich neben einem Museum auch die Kathedrale Gozos sowie das Gerichtsgebäude.

Die Stadt Victoria hat zwei Kirchengemeinden. Die Kathedrale Santa Marija (erbaut ab 1697 nach Entwürfen des maltesischen Barockbaumeisters Lorenzo Gafà), welche sich in der Zitadelle befindet, ist die Hauptkirche des Bistums Gozo und Comino und schmuckvoll ausgestattet, unter anderem mit einer Statue der Maria, der die Kirche geweiht ist. An ihrer Stelle stand zuvor ein römischer Tempel, der Jupiter gewidmet war. In der Kirche befindet sich an der Decke ein Trompe-l’œil-Gemälde, welches das Innere einer Kuppel zeigt, die aber nie gebaut wurde.

Der Marktplatz, der von einheimischen "it-Tokk" genannt wird befindet sich am Fusse der Zitadelle auf der "Pjazza Indipendenza"; jeden Tag ist dort bis Mittag Markt.

;Basilika St. Georg
Die barocke Basilika San Ġorġ des Heiligen Georg stammt aus dem Mittelalter, bekam aber 1818 eine neue Fassade und wurde 1958 durch Papst Pius XII zur Basilika erhoben. Diese Basilika wird auch als die "goldene Kirche" bezeichnet. Sie ist vollständig mit Marmor verkleidet. Sie ist reich ausgestattet mit Gemälden und Statuen und befindet sich an der Pjazza San Ġorġ, die südlich des Marktplatzes liegt.

Städtepartnerschaften
Victoria ist eine Städtepartnerschaft mit der italienischen Stadt Nichelino in der Provinz Turin der Region Piemont eingegangen.

Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 24.10.2017 06:15 von den Wikipedia-Autoren.
Fakten
 

 

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