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Venlo
Niederlande, Venlo
Gemeindegebiet und Stadtteile
Die Gemeinde Venlo (niederländisch "Gemeente Venlo") besteht aus vier großen Stadtbezirken: Venlo (39.113 Einwohner, Stand 1. Januar 2006), Belfeld (5.454 Einwohner), Blerick (27.325 Einwohner) sowie Tegelen (20.156 Einwohner). Das links der Maas gelegene Blerick wurde 1940 eingemeindet, die im Süden gelegenen Gemeinden Belfeld und Tegelen 2001. Die Stadtbezirke untergliedern sich in zahlreiche kleinere Stadtteile und Nachbarschaften. Zum Stadtbezirk Tegelen gehört das bekannte Klosterdorf Steyl.
Im März 2008 hat die nördliche Nachbargemeinde Arcen en Velden einer Fusion mit Venlo zugestimmt, die zum 1. Januar 2010 vollzogen werden soll. Venlo würde dadurch rund 100.000 Einwohner und den Status einer Großstadt erreichen. Venlos Fläche würde sich um rund die Hälfte vergrößern.
Nachbargemeinden
* Horst aan de Maas
* Sevenum
* Maasbree
* Arcen en Velden
* Beesel
* Nettetal (Deutschland)
* Straelen (Deutschland)
Nationalitäten
85.807 der 92.048 Venloer haben die niederländische Staatsbürgerschaft (Stand 1. Januar 2006), 6.241 eine ausländische. Die drei großen Ausländergruppen sind Deutsche (1.813), Türken (1.190) und Marokkaner (826).
Flagge und Wappen
Die Venloer Flagge besteht aus zwei horizontalen Streifen, der obere ist rot, der untere blau. Das Venloer Wappen zeigt den Gelderschen Löwen in den Gelderner Farben blau und gelb sowie einen Anker für die Stadt an der Maas. Der Wappenspruch lautet: „Festina lente, cauta fac omnia mente“ („Eile mit Weile, tue alles mit Verstand“).
Geschichte
Der Ursprung des Ortsnamen ist unsicher. Eine Theorie besagt, dass die Silbe „Ven-" auf feuchtes Gebiet hinweise (Venn/Fenn, „Morast“). Zusammen mit der Silbe „lo“, die für Wald steht (vgl. auch z.B. Gütersloh oder Hohenlohe), bedeute Venlo also „Wald im Morast“; ein hypothetischer deutscher Name der Stadt wäre daher „Fennloh“.
Venlo wurde am Anfang des 11. Jahrhunderts zum ersten Mal urkundlich erwähnt und war früher eine Hansestadt.
Venlo gehörte über lange Zeit zum Herzogtum Geldern, während Tegelen und Belfeld der nordwestlichste Teil des Herzogtums Jülich waren. Venlo sowie Tegelen und Belfeld waren daher jahrhundertelang für einander - nicht selten feindliches - Ausland. Bis heute ist der Dialekt in Tegelen deutlich verschieden von dem in Venlo; das "Tegels" wird von der Sprachwissenschaft zu den limburgischen Dialekten gezählt, das "Venloos" zu den südgelderschen. 1997 hat die niederländische Politik zur Minderung lokaler Rivalitäten alle in der Provinz Limburg gesprochenen Dialekte zu "Limburgs" erklärt. Bis heute existieren, gerade aufgrund der Sprachunterschiede, rivalisierende Gefühle zwischen einem Teil der Venloer und Tegeler sowie Belfelder, so dass die Eingemeindung 2001 in Tegelen und Belfeld wenig populär war.
Von 1839 bis 1866 gehörte die Stadt mit dem restlichen „Holländisch-Limburg“ zum Deutschen Bund und wurde durch Luxemburg verwaltet.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, am 9. November 1939, wurden vor einem Grenzcafé unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze bei Venlo zwei britische Geheimdienstoffiziere von einem deutschen Geheimdienstkommando in eine Falle gelockt und entführt. Die Briten befanden sich in Begleitung eines niederländischen Geheimdienstoffiziers, der bei der Entführung erschossen wurde. Der sogenannte Venlo-Zwischenfall lieferte Nazideutschland einen Vorwand für den Einmarsch im Mai 1940 in die bis dahin neutrale Niederlande. Der Leiter des deutschen Kommandos, der SS-Offizier Alfred Naujocks, hatte bereits am 31. August 1939 den vorgetäuschten Überfall auf den Sender Gleiwitz geleitet, der als Begründung für den Überfall auf Polen diente.
Während des Kriegs spielte der Fliegerhorst Venlo-Herongen eine erhebliche Rolle in der deutschen Luftverteidigung.
Die Stadt erlitt zwischen Oktober 1944 und März 1945 große Kriegsschäden, da sie im letzten Kriegswinter an der Frontlinie lag. Viele Bürger der Stadt wurden in diesem Winter von der deutschen Wehrmacht zwangsweise evakuiert.
Wirtschaft
Die geographische Nähe macht Venlo zu einem beliebten Einkaufsort für Deutsche, aber auch für Besucher aus dem nahen Belgien. Vor Abbau der Zoll- und Währungsschranken in der Europäischen Union gab es erhebliche Preisvorteile bei Waren mit besonderen Steuersätzen wie Dieselkraftstoff und Kaffee. Vor allem an deutschen Feiertagen gab es regelmäßig lange Schlangen an den Grenzen. Daran anknüpfend hat sich in Venlo ein großer und vielfältiger Einzelhandel etabliert. Seit Abbau der Grenzen existieren besondere Preisvorteile kaum noch, aber für Millionen Deutsche besonders aus dem Rheinland ist Venlo nach wie vor ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge, da es die nächstgelegene ausländische Stadt ist. Seit einiger Zeit hat Venlo starke Konkurrenz durch die Nachbarstadt Roermond bekommen, in der 2001 ein großes Einkaufszentrum eröffnet worden ist.
Andere Besuchergruppen aus Deutschland und aus dem nahen Belgien sind vorwiegend an den in den Niederlanden tolerierten Cannabisprodukten interessiert. Der Drogentourismus von Deutschen und Belgiern in den fünf Coffee-Shops wird von der Stadt und den meisten ihrer Bürger nicht gerne gesehen. Deshalb hat sich die Stadt öffentlichkeitswirksam dazu entschlossen, einige Coffeeshops zu schließen oder unmittelbar an die Grenze zu verlegen.
Bekannte Unternehmen
* Océ, Druck- und Kopiergerätehersteller (Konzernzentrale)
* Frans Maas, Spedition und Logistikunternehmen (Konzernzentrale)
* Office Depot, Büroausstatter (Europazentrale)
* Scheuten Glasgroep, Glasprodukte und Photovoltaik (Konzernzentrale)
* VistaPrint, Druckerei (Druckniederlassung für Europa)
* Amway, (Zentrallager Europa)
Schienenverkehr
Venlo war immer schon eine wichtige Stadt für den europäischen Schienenverkehr. Im 19. Jahrhundert wurde sogar eine Strecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft zwischen Hamburg und Venlo gebaut, weshalb man in Hamburg auch einen Bahnhof nach der Stadt benannte, den Venloer Bahnhof. Später wurde die Strecke sogar als Hamburg-Pariser-Bahn bis nach Paris weitergeführt, wodurch Venlo verkehrstechnisch günstig ans europäische Schienennetz angebunden war.
Heute ist der Bahnhof Venlo nicht nur für den europäischen Personenverkehr, sondern auch für den Güterverkehr allgemein eine wichtige Stadt, nicht zuletzt wegen der zentralen Lage zwischen der niederländischen Randstad und dem deutschen Ruhrgebiet, vor allem aber als Umspannbahnhof für Güterlokomotiven zwischen den verschiedenen Stromnetzen in den Niederlanden und in Deutschland.
Im Personenverkehr gibt es InterCity-Zugverbindungen der Nederlandse Spoorwegen Richtung Eindhoven, Rotterdam und Den Haag.
Ferner bietet die Privatbahn Veolia Transport Schnell- und Regionalzugverbindungen nach Nijmegen und Roermond.
Des Weiteren betreibt die DB Regio mit dem "Maas-Wupper-Express" (RE13) den Grenzverkehr zwischen Venlo und Deutschland (Mönchengladbach - Viersen - Neuss - Düsseldorf - Wuppertal - Hagen - Hamm/Westfalen).
Radwege
Die niederländische Provinz Limburg inklusive der Stadt Venlo verfügen über ein übersichtliches Fahrradwegenetz, über das man die Städte Roermond, Weert, Helmond, Eindhoven, Horst und Venray erreichen kann. Weiterhin erreicht man auch die deutsche Grenzregion über die Fietsallee am Nordkanal. Der LF 13 verbindet Venlo mit der Stadt Duisburg.
Straßenverkehr
Insgesamt führen vier Autobahnen nach oder durch Venlo:
* Bundesautobahn 40 (A 40): Venlo - Duisburg - Dortmund
* Bundesautobahn 61 (A 61): Venlo - Mönchengladbach - Koblenz - Hockenheim
* Rijksweg 67 (A 67): Venlo - Eindhoven - Antwerpen
* Rijksweg 73 (A 73): Nijmegen - Venlo - Maasbracht (von dort als Rijksweg 2 weiter nach Maastricht und Lüttich)
Eine fünfte Autobahn, Rijksweg 74, soll als Ortsumgehung Venlos die deutsche A 61 mit der niederländischen A 73 verbinden.
Bauwerke
* Renaissance-Rathaus
* St. Martinskirche
* Reformierte Kirche
* Jugendstilbauten
Kultur
* Het museum van Bommel van Dam (Museum für moderne Kunst)
* Het Limburgs Museum (Museum für Geschichte und Kultur)
* De Maaspoort (Theater und Kongresszentrum)
* Theater de Doolhof (Theater unter freiem Himmel)
* Rendez-Vous (Dinnershowtheater)
* Zomerparkfeest (multikulturelles Festival mit Musik, Straßentheater, Film und Kunst)
Medien
* Omroep Venlo (Stadtrundfunk Venlo)
Sport
* VVV Venlo (Fußballclub in der Eredivisie, der höchsten Spielklasse im niederländischen Fußball)
Bildung
*Fontys University of Applied Sciences (Hochschule)
Söhne und Töchter der Stadt
* Hendrick Goltzius (1558–1616), Maler und Kupferstecher
* Théodore Teichmann (1788–1867), Politiker
* Henri Alexis Brialmont (1821–1903), General und Militärschriftsteller
* Marie-Thérèse Schins (* 1943), deutsch/niederländische Journalistin, Malerin und Schriftstellerin
* Huub Stapel (* 1954), Schauspieler
* Paul van der Sterren (* 1956), Schachgroßmeister
* Jos Luhukay (* 1963), Fußballtrainer
* Geert Wilders (* 1963), Politiker
* Ruben Kogeldans (1967–1989), Fußballspieler
* Glenn Corneille (1970–2005), Jazz- und Pop-Pianist
* Rick Hoogendorp (* 1975), Fußballspieler
* Martijn Dambacher (* 1979), Schachspieler
* Will Sanders (* 19**), Hornist
Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 21.05.2013 22:17 von den Wikipedia-Autoren.
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