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Typisch Rumänien

Rumänien
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
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Blutsverwandtschaft
Das Gemälde von Theodor Aman: Schlacht mit Fackeln bei Târgoviște.
Wie das Leben manchmal so spielt, hätte ein anderer Diktator gerne seine Zähne in die großen Gebissabdrücke des berühmten Drachensohns Vlad III. geschlagen. Nicolae CeauÅŸescu tat alles dafür, Leben und Werk des Pfählers reinzuwaschen und sein hartes, aber gerechtes Regime als direkten Vorläufer des Ceauzialistischen Rumäniens zu interpretieren. Wen wundert es da noch, dass sich der kleine Tyrann 1989 zunächst dem Unmut seines Volkes durch eine Flucht nach Snagov, der vermeintlichen Grabstätte Vlads, zu entziehen suchte – um dann ausgerechnet in TârgoviÅŸte, dem Ort mit dem Kelch, gestellt und standesrechtlich erschossen zu werden.

So schmeckt Rumänien
Sarmale mit Mamaliga.
In Rumänien wird besonders am Land, wo körperlich hart gearbeitet wird, auch herzhaft gegessen – Schweinefleisch, Kartoffeln, Kohl sind ein Ingredenzientrio, das selten fehlen darf und an die heilige Dreifaltigkeit der Habsburger Küche gemahnt: Schweinebraten mit Knödeln und Kraut! Ansonsten haben sich die Rumänen auch bei den anderen ehemaligen Besatzern und Besetzten vorurteilslos bedient, weshalb sowohl Rezepte der Nachbarn als auch der Türken gebräuchlich sind. Ein exzellentes Kater-Rezept, das Sie nach spätestens der zweiten Einladung zu einem „Glas“ Sliwowitz zu schätzen lernen werden, ist ciorbă de burta, Kaldaunensuppe mit Sauerrahm. Mămăligă ist ein gekochter oder gebratener Maismehlbrei, der oft mit Sahne oder Käse überbacken als Zwischenmahlzeit serviert wird. CaÅŸcaval păine ist ein leckerer panierter Käse, dazu schmeckt eine salată roÅŸii, ein Tomatensalat, eine salată castraveÅ£i, ein Gurkensalat, oder auch gleich eine salată asortată, ein so genannter gemischter Salat der oft aus den beiden vorher genannten zusammengesetzt ist. Auf vielen Speisekarten zu lesen sind muÅŸchi de vacă/porc/miel, Rinder-, Schweine-, Lammskotelett, piept de pui, Hühnerbrust, cabanos prajit, gebratene Würstchen, oder auch ficat, Leber. Zum Dessert wird plăcintă, Kuchen, clătite, Pfannkuchen, oder cozonac, ein wenig süßes Frühstücksgebäck à la brioche. Wenn Sie ein wahres Glückskind sind, wird Ihnen zum Dinner eine Flasche Cotnarie, Murfatlar, OdobeÅŸti, Tărnave, oder gar Valea Călugărească angeboten – einige der besten Weinsorten, die das Land zu bieten hat. Den aufgewühlten Magen beruhigt anschließend ein klarer Obstbrand, der Å£uică.
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