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Troyes
Frankreich, Troyes
"Troyes" ist eine Stadt im Nordosten Frankreichs und Verwaltungssitz des Départements Aube (10. Département) in der Region Champagne-Ardenne. Troyes liegt an der Seine. 1999 bewohnten 62.612 Menschen die Stadt. Mit Vororten beläuft sich die Bevölkerung auf 136.000 Einwohner (genannt C.A.T. für "Communauté de l’Agglomération Troyenne"), und mit städtischem Ballungszentrum auf 172.497 Einwohner.
Geschichte
Troyes war der Hauptort des Keltenstammes der Trikassen ("Tricassii" oder "Tricasses") und wurde von den Römern "Augustobona Tricassium" oder "Augustomana Tricassiorum" genannt (bei Ptolemaeus). Im 4. Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz (siehe: Bistum Troyes). Westlich von Troyes fand 451 die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern zwischen Attila und Aëtius statt.
Im 10. Jahrhundert war Troyes Zentrum der Grafschaft Troyes, die im Besitz des Grafenhauses Vermandois war, einer Linie der Karolinger.
Altstadt
Altstadt
Altstadt
In der Stadt wirkte unter anderem Raschi (1040–1105), einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten des Mittelalters. Sein berühmter Kommentar zum Talmud, den er in Troyes niederschrieb, wird noch heute im Talmud mit abgedruckt. Weiterhin wirkte der mittelalterliche Dichter Chrétien de Troyes, (etwa 1140–1190), in der Stadt – zu der Zeit, als Troyes Residenz der Grafen von Champagne war. Auf Chrétien de Troyes geht die Parzival-Erzählung um die Suche nach dem heiligen Gral zurück.
Im Jahr 1128 fand hier das Konzil von Troyes statt.
Ab dem 12. Jahrhundert wurden in Troyes zwei der sechs Jahrmärkte oder Messen abgehalten, für die die Champagne berühmt wurde. Hier wurden Waren von den Niederlanden (Tuch) bis Italien (Seide, orientalische Waren) gehandelt. Unter den Grafen der Champagne, die Troyes zu ihrer Hauptstadt gemacht hatten, organisierte sich auch einer der ersten europäischen Geldmärkte.
Während des Hundertjährigen Kriegs (1337–1452) schwand die Bedeutung der Stadt. Troyes lag auf dem von den Engländern besetzten Gebiet. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde hier im Jahr 1420 der Vertrag von Troyes unterzeichnet. Mit diesem Vertrag verbündeten sich der König von Frankreich Karl VI. (auf Betreiben seiner Gemahlin Isabeau), der König von England Heinrich V. und der Herzog von Burgund Philipp III., um den Kronprinzen und späteren Karl VII. von Frankreich von der Thronfolge auszuschließen. Neun Jahre später waren die Engländer vertrieben und Jeanne d’Arc konnte den Dauphin zur Krönung nach Reims führen.
Im späten Mittelalter und der frühen Renaissance stieg Troyes zu einem der bedeutendsten Zentren der Bildhauerkunst auf, in dem unter anderem der Meister von Chaource und Jacques Bachot wirkten.
Eine erneute Schwächung der Stadt erfolgte durch die Verlagerung des Handels vom Landweg auf den Seeweg. Troyes wandelte sich im 16. und 17. Jahrhundert
von einem Handelszentrum zu einem Zentrum der Textilindustrie. Gleichzeitig wurde die Stadt eine der Hochburgen der Hugenotten, und damit durch die Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 schwer getroffen.
Das "Edikt von Troyes", erlassen von Ludwig XIII., legte 1630 fest, dass die Städte Clairmont und Montferrand zu einer Stadt namens Clermont-Ferrand zusammen zu schließen seien. Es wurde 101 Jahre später durch Ludwig XV. bestätigt.
Wirtschaft
Die Stadt lebt wirtschaftlich hauptsächlich vom Tourismus, von der lokalen Schmelzhütte sowie von der Textil- und Gummiindustrie. Des Weiteren wird Weinbau betrieben. Die Trauben werden fast ausschließlich zu Champagner verkeltert.
Sehenswürdigkeiten
Cathédrale Saint-Pierre et Saint-Paul
Altstadt
* Häuser des 16.–18. Jahrhunderts in der sanierten Altstadt
* Kirchen der Gotik und der Renaissance:
** Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul: 13.–17. Jahrhundert, mit einem Kirchenschatz und Glasgemälden aus dem 13.–16. Jahrhundert
** ehemalige Stiftskirche Saint-Urbain: 1262 von Papst Urban IV. gegründet
** Saint-Jean (14.–17. Jahrhundert)
** Sainte-Madeleine: 12.–16. Jahrhundert, mit einem Lettner im Flamboyantstil (1508–1516)
** Saint-Martin-des-Vignes: Renaissancekirche aus 1589–1610
** Saint-Rémy: 14.–16. Jahrhundert
** Saint-Pantaléon: 16. Jahrhundert, mit einer Barockfassade
* Musée d’Art Moderne: im Bischofspalast aus dem 16.–18. Jahrhundert
* Musée Saint-Loup: (Schöne Künste, Archäologie, Naturhistorisches) in der Abbaye St Loup aus dem 17./18. Jahrhundert
* Das Apothicairerie de l’Hôtel Dieu-le-Comte: Museum der Pharmazie aus dem 18. Jahrhundert
* Musée de Vauluisant im Hôtel de Vauluisant aus dem 16. Jahrhundert
* Maison de l’outil et de la Pensée Ouvrière: im Hôtel de Mauroy aus dem 16. Jahrhundert
Öffentliche Einrichtungen
* "Technische Universität Troyes" ("Université de technologie de Troyes", UTT), eine staatliche technische Universität, die 1994 eröffnet wurde. Die Universität hat 127 Lehrkräfte. Im Jahr 2005 hatte sie 1857 Studenten der Ingenieurwissenschaften eingeschrieben.
Städtepartnerschaften
* , Belgien, seit 1951
* , Deutschland, seit 1958
* , Niederlande, seit 1958
* ("Grünberg in Schlesien"), Polen, seit 1970
* , Vereinigtes Königreich, seit 1973
Persönlichkeiten
"Söhne und Töchter"
* Patroclus von Troyes (†um 259), christlicher Märtyrer
* Raschi (Rabbi Schlomo ben Jizchak) (1040–1105), Talmudkommentator
* Chrétien de Troyes (um 1140 †etwa 1190), altfranzösischer Autor
* Petrus Comestor (†um 1178), Theologe
* Urban IV. (um 1200 †1264), Papst von 1261–1264
* Guillaume Le Bé (1525–1598), Schriftentwerfer und Verleger
* Jean Passerat (1534-1602), Schriftsteller und Lyriker
* Pierre Pithou (1539–1596), Jurist und Gelehrter
* Jacques Linard (1597–1645), Stillebenmaler
* Pierre Mignard (1610–1695), Maler der Barockzeit
* François Girardon (1628–1715), Bildhauer
* Louis Ulbach (1822-1889), Schriftsteller und Journalist
* Félix Gustave Saussier (1828–1905), General und Abgeordneter
* Émile Coué (1857–1926), Begründer der modernen, bewussten Autosuggestion
* Édouard Herriot (1872–1957), Parti radical (Radikal-sozialistische Partei), Politiker der Dritten Republik, dreimal Premierminister
* Gaétane Thiney (*1985), Fußballspielerin
Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 23.05.2013 15:15 von den Wikipedia-Autoren.
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