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Triesenberg

Liechtenstein, Triesenberg
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"Triesenberg" ist die flächenmässig grösste und höchstgelegene Gemeinde in Liechtenstein. Triesenberg ist eine Weilersiedlung mit den Weilern Rotaboda, Üenaboda, Wangerbärg, Steinort/Lavadina, Masescha und Silum. Die Gemeinde ist ein beliebter Erholungsort.

Triesenberg
Geschichte

Die ab dem Ende des 13. Jahrhunderts eingewanderten Walser besiedelten wohl als erste das Gebiet von Triesenberg dauerhaft. Eine erste schriftliche Bezeugung von Walsern am Triesenberg findet sich in einer Urkunde von 1355, in der ihnen ein Teil der Alpe Malbun zuerkannt wird und zwar, wie sie ihn „vormals gehabt haben“. Entsprechend müssen sie sich bereits vor diesem Datum angesiedelt und Alpen zu Lehen genommen haben.

Prähistorische Streufunde (Liechtensteinisches Landesmuseum), Kopien im Walser Heimatmuseum) und romanische Flurnamen wie Guflina, Runggelina, Lavadina usw. weisen auf eine vorwalserische Nutzung des Gebietes hin. Der Vorgang der Verdrängung der romanischen Sprache war um die Zeit der Walsereinwanderung abgeschlossen.

Die Walser besiedelten zuerst die höheren Lagen wie Masescha und Gnalp und breiteten sich erst später talwärts aus. Es bildete sich Siedlungen mit Weilern wie Üenaboda, Rotaboda, Fromahus, Steinord, Wangerbärg und Litzi. Auf Masescha wurde vermutlich bald nach der Einwanderung eine Kapelle erbaut. Dort wird heute noch der Walserheilige Theodul verehrt. Die Theodulsglocke ist seit 1955 Bestandteil des Gemeindewappens. Bis zur Gründung der eigenen Pfarrei im Jahre 1768 mit dem Bau der ersten Pfarrkirche war Triesenberg den Pfarreien Triesen und Schaan zugeteilt.

Die „Freien Walser“ wurden von den Landesherren für ihre Rodungstätigkeit mit besonderen Freiheitsrechten ausgestattet. So besassen sie mit der "Freien Erbleihe" ein besonders günstiges Besitz- und Nutzungsrecht. Sie waren von Steuern befreit und hatten lediglich einen Zins zu entrichten. Im Jahre 1618, unter den Grafen von Hohenems, wurden die besonderen Rechte der Walser aufgehoben, d.h. sie wurden wie die anderen Landesbürger leibeigen.

1652 wurde der Alpbesitz neu geregelt. Die Alpen gelangten, bis auf die Maiensässe Steg und Silum, die Genossenschaften blieben, in Gemeindebesitz. Triesenberg besitzt sieben Gemeindealpen. Die bäuerliche Wirtschaftsart blieb bis 1888 die Einzelsennerei. Die gemeinsame Alpbewirtschaftung erfolgte gegen erheblichen Widerstand der Bauern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein grosser wirtschaftlicher Aufschwung und ein grosser Teil der arbeitstätigen Bevölkerung Triesenbergs fand in den Industrie- und Dienstleistungsbetrieben im Tal Beschäftigung. Triesenberg wurde zur Pendlergemeinde.

Von 1960 bis 1993 wurde eine Gesamtmelioration (Bodenzusammenlegung) durchgeführt. Die Landwirtschaft ging seit dem Zweiten Weltkrieg stetig zurück. Heute arbeiten mehr als zwei Drittel der Erwerbstätigen in der Industrie und den Dienstleistungsbetrieben in den Talgemeinden.

Wie der walserdeutsche Dialekt der Bewohner zeigt, ist Triesenberg ein (wahrscheinlich von der Mutterkolonie Davos aus) Ende des 13. Jahrhunderts von Walsern besiedeltes Gebiet.

Zur Gemeinde gehören auch die Orte Masescha, Silum, Gaflei, Steg und Malbun.

Wappen

Im blauen Wappenschild über einem goldenen Dreiberg schwebt eine goldene Glocke mit ebenso gefärbtem Klöppel.

Sehenswürdigkeiten
St. Josephs-Kirche Triesenberg mit Friedhof
St. Josephs-Kirche Triesenberg, Innenraum

* Walser Heimatmuseum
* Friedenskapelle Malbun
* Pfarrkirche St. Josef
* Kapelle St. Theodul auf Masescha
* Rathaus Triesenberg
* Kapelle St. Wendelin und Martin im Steg
* SagenWeg (2007 eröffnet)
* Geografischer Mittelpunkt Liechtensteins auf der Alpe Bargälla, 1721 m.ü.M.

Politik

Gemeindevorsteher ist Hubert Sele von der (VU). Der Gemeinderat zählt 10 Sitze (VU 5, FBP 5)

Teilorte

Steg
Die Friedenskapelle von Malbun
Steg liegt im Saminatal und war einst ein Maiensäss für die Bauern von Triesenberg. Heute ist Steg im Sommer Ausgangspunkt für viele verschiedene Wanderungen – im Winter bietet es eine Rodelbahn und einige Kilometer Langlaufloipen.

Masescha

Masescha war einer der ersten Siedlungsorte der Walser (Walliser) im 13. Jahrhundert und liegt in etwa 1235 Metern Höhe. Kultureller Mittelpunkt ist die Theodulskapelle, die nach Vorbild kleiner Gotteshäuser in Davos gebaut wurde.

Malbun
Blick auf Malbun

Malbun ist ein Hochtal und besteht aus den Alpen Turna (Gemeindealpe) und Pradamee (Genossenschaftsalpe von Vaduz). Sein Name stammt aus dem Romanischen und kommt von alp bun ("schöne, ertragreiche Alp") oder val bun ("schönes, ertragreiches Tal").

Bemerkenswert ist die "Friedenskapelle", die 1950/51 durch das Verdienst des Pfarrers und Alt-Dekans Engelbert Bucher (1913–2005) als Dank für die Verschonung Liechtensteins im Zweiten Weltkrieg errichtet wurde. Sie enthält ein Mosaik, welches das Sennen-Ave, ein Ringruf der Triesenberger Älpler, im Bild darstellt (gestaltet von Prof. Josef Seger). Das grosse Rundfenster über dem Altar, das unter anderem die Gottesmutter mit ihrem Kind und Niklaus von Flüe darstellt, stammt von dem Architekten Johannes Hugentobler, Appenzell.

Seit Ende der fünfziger Jahre wurde Malbun zum Ski- und Wandergebiet ausgebaut. Es ist das einzige Wintersportgebiet in Liechtenstein, mit fünf Liftanlagen auf neustem Stand.

Ausserdem ist Malbun ein beliebtes Ziel für Bergetappen der Tour de Suisse (2004 und 2007) sowie das Ziel des LGT Alpin Marathons.

Persönlichkeiten
* Jakob Vetsch (1879–1942), Schweizer Mundartforscher und Schriftsteller lebte von 1927 bis 1934 im Weiler Rotaboda nordöstlich des Dorfkerns von Triesenberg. Im Fürstentum Liechtenstein hatte er sich an der Hilfsaktion zugunsten der vom Dammbruch des Rheins am 25. September 1927 betroffenen Bevölkerung beteiligt.
* Wilhelm Beck (1885–1936), Mitbegründer der christlichsozialen Partei (Vaterländische Union) im Jahre 1918, ist in Triesenberg geboren und lebte im Weiler Lavadina; er starb im Alter von 51 Jahren in Walenstadt.
* Engelbert Bucher (1913–2005), ab 1943 Pfarrer von Triesenberg und katholischer Würdenträger, ist Ehrenbürger von Triesenberg, wo er auch verstarb.
* Hans Hass (* 1919), Tauchpionier und Meeresforscher, lebte bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts in Triesenberg.
* Marco Schädler (* 2. März 1964), liechtensteinischer Komponist, ist in Triesenberg geboren.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 17.10.2017 09:43 von den Wikipedia-Autoren.
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