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Willkommen bei den Corsi

Deutschland
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Über Klischees und ihren wahren Kern sowie das Korsika, das sich dahinter verbirgt
„Willkommen bei den Sch’tis“ dekliniert auf gut Corsu, der latinischen Sprache, die irgendwo zwischen Altniederpisanesisch und Mittelhochgenuesisch hängenblieb, durchsetzt womöglich mit homöopathischen Dosen Altgriechisch, Etruskisch, Persisch, Sarazenisch und Vandalisch – aufgemöbelt mit französischen Sprachbildern und einer sentimentalen Vorliebe für das U.
Galerie
Blicks aufs Meer vom Capu di Roccapina.
Ajaccio, die Stadt der Bonapartes.

Womit nicht der allgegenwärtige Supermarkt Hyper-U gemeint ist, sondern die unzähligen Us, die auf den zweisprachigen Straßenschildern die vermeintlich französischen, wohl aber eher italischen und sauber überspritzten Ortsnamen ersetzen – ein entschiedenes Montegrossu statt dem verpönten Montegrosso. Oder in der Wochenzeitung der Nationalisten, U Ribombu! Ganz zu schweigen von den beliebten Vornamen Alexiu, Donu, Ghiuliu, Lisandru, Matteu, Petru oder gar Taddeu. Wenn’s der Nationalfindung dienlich ist, unseretwegen also auch das! So wie jener nach Nord-Pas-de-Calais strafversetzte Pariser Postbeamte im hohen Norden das Schlimmste befürchtete und das menschlich Anrührendste erntete, darf auch der Gast Korsikas, sofern er mit offenen Sinnen und mitteleuropäischen Manieren die Insel bereist, mit positiven Überraschungen rechnen.

Vorweggenommen: Wer sie finden möchte, der kann nicht nur die nationalistisch korrekten Ortsschilder, sondern auch die restlichen Korsika-Klischees an allen Ecken und Enden aufstöbern:

  • Baustellen, an denen man tagein, tagaus keine Bauarbeiter sieht: Wahrscheinlich tragen sie nächtens einen Pflasterstein von einer Seite auf die andere wie jene Korsen bei Asterix, die im Schlendertempo eine einzelne Amphore auf das Schiff des habgierigen römischen Statthalters transportieren. Man darf annehmen, dass die europäischen Fördergelder bereits geflossen sind, und jede weitere Mühe nun als Zeitvergeudung betrachtet wird.
     
  • „19/05“, „French go home“ oder „FLNC“ mit krakeliger Schrift auf Hausfassaden gepinselt oder gespritzt – man darf vermuten
    Korsika-Tour 2014: Die schönsten Plätze der widerspenstigen Île de Beauté
    weniger von Männern mit schwarzen Bärten als mehr von Jünglingen mit zartem Flaum und einem Mofa, die ihr Mütchen kühlen wollten. Die 1976 gegründete und nach zahllosen Bombenanschlägen – meist gegen leer stehende Hotelbaumonster – 1982 verbotene Front de Libération Nationale de la Corse hatte ihre Hochburg vor allem in der Hauptstadt des Département Corse Sud, Ajaccio. Und selbst dort offenbarte sich die Widersprüchlichkeit der Separatisten, deren Unterstützer den Massentourismus, von dem sie nur zwei Monate im Jahr leben könnten, ablehnen und gleichzeitig Frankreich vorwerfen, nichts für die Entwicklung der Insel zu tun: Was nun, Regionalpolitik aus Paris oder Unabhängigkeit? Die Mehrheit der Korsen ist sich der Vorteile einer französischen Verwaltung, wie etwa der subventionierten Fährenpreise, bewusst und wäre mit etwas symbolischer Politik, die das sehr lebendige Nationalpathos streichelt, durchaus zufrieden.
     
  • Bonaparte: Die Schizophrenie der korsischen Autonomisten spiegelt sich nirgends so klar wie in der Person des wohl bekanntesten Korsen: Napoléon I., dessen Eltern Italiener waren, stieg zum französischen Kaiser auf, versprach seinen Landsleuten nach der Loslösung vom Stiefel die Unabhängigkeit, die der verehrte Revolutionär Pasquale Paoli zusammen mit einer der frühsten demokratischen Verfassungen der Welt 14 Jahre lang verteidigte, und verriet den „General der Nation“, indem er die Insel einheimste. Was die Korsen nicht daran hindert, den kleinen Mann mit dem Westentick und dem Drang, die Welt zu erobern, kultisch zu verehren.
     
  • Der Fremde ist in der Fremde immer fremd: Der alte Mann im Bergdorf Arraghju am Fuße des prähistorischen Castellu d’Arraghju, einen der besterhaltenen Torreanerbauten, erzählt im freundlichsten französisch-korsischen Plauderton, dass er Deutsch nur im harschen Befehlston der Nazis kennt, „Stopp, Papiere …“ – aber, auch wenn er froh sei, dass das vorbei ist, möchte er nun „I Francesi fora“, die Franzosen nach Hause schicken, und die Araber wünscht er sich einfach „raus“. Die Frage, ob denn überhaupt ein Araber den Dorffrieden störe, kontert er mit einem alten Witz aus dem Algerienkrieg: „Gott hat die Araber als letzte gemacht, da war als Sprache nur noch dieses Krächzen übrig.“ Ach ja, zum Abschied noch ein Gruß an die „Maccaroni“ – „wisst ihr, wen ich meine?“ – Naja, bei uns Krauts hießen sie ja bevorzugt Spaghettis, ehe die Latte-Welle die Tedeschi überrollte. Und nicht vergessen: „Viel trinken beim Marsch dort hoch zum Hügel!“
     
  • Rallye Monte Corsu: Die Adrenalin gesteuerten Jungs zwischen 18 und 78, die sich mit heruntergekurbeltem Fenster – so was
    Der Oldie in Propriano ist keine Verkehrsgefährdung.
    gibt’s hier noch – und lässig heraushängendem Arm strikt an die Tempovorgaben entlang der Nadelkurven im Gebirge halten: Tempo 90, wo unsereins mit 45 dahin kriecht, und überholt wird bitte immer erst im letzten Moment vor der Kurve, alles andere wäre unkorsisch. In Wirklichkeit aber sind die meisten Verkehrsrowdys heute stolze Besitzer von hochgebockten SUVs der Marken BMW, VW oder Hyundai.
     
  • Die korsischen Wildsauen, die fast bei jedem Geländelauf den Weg kreuzen, und mit Sicherheit nach dem ausgeklügelten Informationssystem der Insel zunächst die Raben warnen, welche auf die Esel scheißen, die empört losbrüllen, so dass die drei Alten auf dem Baumstamm im 27 Kilometer entfernten Carbini, dem Ort mit dem pisanischen Campanile, Bescheid wissen: „Ah, da läuft wieder ein Tourist durch die Macchia“ – jenes undurchdringliche Wald-Busch-Gestrüpp, in dem sich Römer wie Franzosen regelmäßig verirrten, statt die aufständischen Rebellen dingfest zu machen. Zur Wildsau muss gesagt werden: Das porcu nustrale, das korsische Schwein, kann, muss aber keine Wildsau sein – die mehr oder minder wilden schweinischen Eingeborenen haben sich – wie die Menschen auch – mit den sich im Laufe der Jahrhunderte anderweitig entlaufenen Arten zum korsischen Schwein entwickelt. Sofern sie nicht mehr laufen können, werden sie mit etwas Olivenöl, Salz, Pfeffer und Zitrone zu saftigem Braten veredelt oder mit Thymian und Salbei zu Chipolatas beziehungsweise einer Saucisson de Sanglier verwurstet. Insgesamt gilt wie in Italien – alles möglichst ohne Sauce, so roh und rein wie möglich.
     
  • „Solange wir noch Kastanien haben, werden wir Brot haben“, deklamierte Freiheitskämpfer Pasquale Paoli und erhob damit das
    Die Kastanie als Frühwarnsystem vor den Römern und anderen Gefahren bei Asterix.
    Hauptnahrungsmittel der Korsen zum nationalen Kulturgut, mit dem heute Bäcker genauso traditionell experimentieren wie Bierbrauer und Spitzenköche. Ob Vin de Chataignes, hochprozentiger Kastanienwein mit Schnaps angereichert, oder Kastanien-Muffins, man kann sie überall verarbeiten.
     
  • Was den Bergkorsen ihre Kastanie, das ist den Küstenbewohnern ihr Fisch – doch die Kapitän Iglo GmbH & Co KG hat die Meere fast leer gefegt, weshalb man zweimal nachfragen sollte, ob die Austern wirklich vom Étang de Diane, die arigosta, Langusten, vom Cap Corse, die rohen Oursins, Seeigel von der Ostküste, die Daurade, Goldbrasse, die Rouget, die Rotbarbe, oder St.-Pierre-Fisch, Loup, Wolfsbarsch, Sole, Seezunge wirklich von den wenigen verbliebenen Fischerbooten stammen oder zumindest von korsischen Aquakulturen. Vor dem Hauptgang wird gerne die Soupe de Poisson mit geriebenem Käse und geröstetem Brot oder die Aziminu, die korsische Bouillabaisse, geschlürft. Friture du golfe, Fischchen in Öl gebacken, gehört zum Tagesgeschäft. Im Landesinnern wird Truite, Bachforelle, serviert.
     
  • Wie explosiv kann Käse wirklich sein? Goscinny/Uderzos Korse schwärmt von einem grünen, stinkenden Etwas: „Dieser hauchzarte Duft nach Thymian und Mandeln, Feigen und Kastanien …“, ehe er nicht mehr zu halten ist und ins Meer springt – wenig später geht das verlassene und von den armen Piraten gekenterte Schiff „vla-ba-da-ba-oum“ in die Luft. Eine Anspielung auf Casjiu Merzzu, dem „verdorbenen Käse“, in dem eine Fliege ihre Eier ablegt. Sobald die Laibe voller Maden wimmeln, hat er den korsischen Feinschmeckern zufolge den einzigartigen Geschmack erreicht, den nur die Exkremente dieser Insekten verleihen. Weit verbreitet ist der Brocciu, dessen Geschmacksvarianten von mildem Frischkäse bis würzig gereiften Brocciu passu reichen. Man findet ihn in Aubergines à la Bonifacienne, überbackenen Auberginen, aber auch im Fiadone, einem Käsekuchen. Eine käsefreie Vorspeisenalternative sind korsische Zucchinikrapfen, Beignets de courgettes, golden heraus gebackenes Teiggemüse.
     
  • Vino romano: Überall, wo Römer waren, werden Reben angebaut – ob Regensburg oder Rom, Hauptsache Rebensaft. Was den Römern recht war, war den Genuesern billig, die den Weinbau intensivierten. Nach diversen Panschskandalen aus der Reblaus-Epoche, als Wein noch süß und billig sein musste, haben sich viele korsische Winzer mit ihren traditionellen Rebsorten wie Sciarcarellu, Carcaghjolu Neru oder Niellucciu zu AOC-zertifizierten Mustererzeugern gemausert.
     
  • Stolz und Vorurteil: Und am Ende einer keineswegs vollständigen Liste korsischer Charakteristika der unbändige Stolz der Insulaner, die hilfsbereit dem Gast unter die Arme greifen, aber erwarten, dass er das nicht für selbstverständlich hält. Da heißt es nun
    Abendessen in der Waldvilla von Vizzavona.
    die richtige Balance finden: Wenn die Gastgeberin einen selbstgemachten Schafsrohmilchkäse vorbeibringt, sollte man den nicht mit einem selbstverständlichen „Merci“ in den Kühlschrank schieben – die Frage, „was darf ich Ihnen für diesen wundervollen Käse, aus dem noch die frischen Kräuter der Pozzi di Renosu, jener Feuchtwiesen unter dem Col de Verde, duften, geben?“ sollte andeutungsweise die Dankbarkeit ausdrücken, die dann mit einem verschämten, „aber ich bitte Sie, das ist doch nur eine Kleinigkeit“ abgegolten werden kann.
     
Wichtiger als diese für Touristen wildromantischen Reminiszenzen einer guten alten Zeit, die auch in Korsika ihre bösen Seiten hatte – wie die Blutrache-Tradition, die über Jahrhunderte Familien zerstörte oder die Ausbeutung der Bevölkerung durch die hauptsächlich italienischen Großgrundbesitzer im Süden der Insel, den Clan-Chefs rund um die Vendetta-Hochburg Sartè/Sartène – ist die schlichte Erkenntnis, dass das Korsika des 21. Jahrhundert mehr oder minder mit den europäischen Problemen von heute zu kämpfen hat und mit ähnlichen Symptomen oder Rezepten reagiert.

  • Dass politische Praxis und Theorie weit auseinanderklaffen können, zeigt sich auf einem so lange umkämpften Territorium wie Korsika besonders deutlich. Staatsbeamte, wie die Präfekten der beiden Départements, werden zentral von Paris eingesetzt. Das hat lange Tradition, man kann es bis auf die römische „Pax Romana“-Strategie zurückverfolgen und die Wahl eines korsischen Präfekten mit seinen wahrscheinlichen Clanverflechtungen hätte sicher nicht für alle Korsen Vorteile. Dass diese Praxis dennoch keine Freudenstürme über die „kluge“ Neutralitätspolitik der Pinzutu, der Kontinentalfranzosen, ein Spitzname für den spitzen Hut der Soldaten bei der Invasion der Insel 1768, hervorrief, ist wenig überraschend. Dennoch dauerte es bis 1998, dass ein ungeschriebenes Gesetz gebrochen wurde: Claude Éignac, dem man freilich Verbindungen zur korsischen Mafia nachsagte, wurde mit drei Schüssen liquidiert. Erstmals kam es daraufhin zu Großdemonstrationen in Ajaccio und Bastia gegen die unselige Tradition der Fememorde – mit rund 400 Exekutionen in einem Jahrzehnt zählt Korsika zu den mörderischsten Regionen Europas. Als 2013 Christophe Marmand zum neuen Insel-Boss befördert wurde, war das Schmeichelhafteste, das die korsische Presse zu berichten wusste, dass dieser seine Tochter Joséphine getauft hatte – nach Napoléons berüchtigter Gattin.
     
  • Apropos Gattin: Die italienische Mutter Napoléons hieß Laetitia, ein Grund dafür, korsischen Mädchen diesen in etwa so modern anmutenden Namen wie in Bayern Kreszentia zu verleihen. Noch beliebter ist freilich Maria, eben, nach der Gottesmutter höchstpersönlich und nicht nur Ausdruck tiefer Religiosität. Als die Korsen in temporibus illis nicht mehr an einen gerechten eigenen Herrscher glauben konnten, wollten sie „Diu vi Salvi Regina“ zur Königin Korsikas ausrufen – das hier zitierte Lied gilt immer noch als heimliche Nationalhymne. Überhaupt, die Mütter: Sie gelten auf der Insel im Zweifel noch mehr als eine italienische Mamma, muss
    Ideale Korsin: Mutter, Managerin und Sexsymbol - in Bonifacio, der südlichsten Stadt Frankreichs.
    aber auch mehr schuften – im modernen Kontext heißt das, im Büro die Organisation eines Unternehmens fest im Griff haben, mittags und abends kochen und abends die Söhne versorgen und das, bis diese gut abgehangen mit 30 Lenzen reif für den Heiratsmarkt sind. Die Korsin, die geschwätzige Elster – herrliche Ironie René Goscinnys, als ein Korse im Wirtshaus seiner Frau anschafft, für seinen Kumpel eine Brotzeit herzurichten, und diese mit „ja“ antwortet: „Noch immer schön wie damals, aber geschwätzig wie eine Elster.“ Eine Charakterisierung, die freilich viel besser auf die Männerrunden in der Bar zutrifft, bei denen jedes inoffizielle Mitglied zum Dorftratsch eine Runde Pastis, Kastanienbier oder Myrthenschnaps beitragen muss, Ehrensache! Wo Wichtiges debattiert wird, nimmt freilich der Einfluss der Frauen zu: Im korsischen Nationalparlament haben sich die Damen eine Mehrheit der Sitze von 53 Prozent erobert (1998: 14 Prozent).
     
  • Urlaub auf dem Bauernhof: Die Korsen nutzen in Zeiten der landwirtschaftlichen Überproduktion genauso den agrarsubventionellen Komplex der EU wie alle anderen europäischen Regionen – mit so komischen Auswüchsen, wie dass hie und da eine Kuh auf EU-Kosten über die Wiesen schlendert, die nur dem einen Zweck dient, ein paar Euro für die Freilandhaltung abzuschöpfen. Unsere Vermieterin Isabelle kann trotz dieser wenigen aufsehenerregenden Subventionstropfen, die ihr nicht zugutekommen, ein korsisches Lied – melancholisch wie der portugiesische Fado etwa von Les Voix de l’émotion, Voci di Granova, Terra oder Caramusa – davon singen, wie hart das Landleben auch heute noch ist: „Wir hatten rund 160 Schafe, nach einer aus Sardinien eingeschleppten Virenerkrankung sind noch 60 übrig – und die Lämmer haben einige verwilderte Hunde gerissen.“ Seitdem bauen die Manasselians wie besessen und einem Trupp von Arbeitern, die sie wohl von den diversen Baustellen der Region abzogen, auf ihrem Grundstück Ferienhäuser aus. „Mein Mann meint, bis zu unserer Rente sind die Kredite abbezahlt“, sagt sie etwas zögerlich.
     
  • Karriere auf dem Kontinent: Die Korsen sind stolz auf die ihren, wenn sie es drüben am Kontinent, wohin es natürlich mangels qualifizierten Arbeitsplätzen viele Junge hinzieht, zu etwas gebracht haben. Wie Topmodel Laetitia Casta mit ihren strahlend blauen Augen und dem nicht weniger glanzvollen korsischen Nachnamen – das einzige, was sie noch mit der Insel ihres Vaters verbindet. Als auf dem Zenit ihres Ruhms, Marianne, die Flaggenträgerin der Revolution und Grande Nation nach ihrer hübschen Nase modelliert wurde, war ganz Frankreich korsisch und die Korsen hatten für einen Moment ihren Frieden mit Paris, der wirklichen Heimat Laetitias, der ehemaligen Miss Lumbio bei Calvi gemacht.
     
  • Ein Korse im Olymp: Ein Triumph für das ländliche Korsika war die Verleihung des wichtigsten französischen Literaturpreises Prix
    Korsika-Tour 2014: Die schönsten Plätze der widerspenstigen Île de Beauté
    Goncourt an den korsisch-stämmigen Philosophen Jérôme Ferrari, der mit seinen, freundlich formuliert, hochtrabenden Thesen leider nicht so leichtfüßig wie Luciano de Crescenzo die Ideenwelt der Philosophen in eine kleine korsische Bar transponiert (Le Sermon sur la chute de Rome).
     
  • Wie normal die Insel tickt, zeigt auch das Wahlergebnis zum Europa-Parlament im Mai 2014 bei ähnlich schwacher Beteiligung wie am Festland – um die 35 Prozent. Anders als dort landen die „Le-Pen-Nationalisten“ von der Front National (23,3 Prozent) wenigstens „nur“ auf Platz zwei hinter der rechtskonservativen UMP (26,3 Prozent). Das korsische Phänomen, die Regionalpartei France Regions des Korsen François Alfonsi, der bei der letzten Wahl noch für die Grünen kandidierte, landete bei 21,5 Prozent. François Hollandes PS, die regierenden Sozialisten, erreichten nur noch 9,4 Prozent, FdG, die französische „Linke“ 6 Prozent und EELV, die französischen Grünen, stürzten ohne korsischen Repräsentanten von über 25 auf 4,4 Prozent ab.
Eine ganz normale Insel, also, dieses Korsika? Die Doppelbödigkeit dieser Behauptung lässt sich am besten mit einer dieser Spaß-Postkarten illustrieren, die der Tourist an jeder Ecke kaufen kann: Ein Willkommensschild mit „Bienvenue en Corse“ durchlöchert mit zahlreichen Schrotkugeln. So sehen sich die Korsen am liebsten: Hart, aber herzlich – und sie können über sich inzwischen auch lachen, sofern sie selbst über sich witzeln, ihre vermeintlichen Schrullen aufs Korn nehmen wie in dem beliebten Comic-Band „Les Blagues Corses“, Korsen-Witze, bei denen es sich so verhält wie bei den berühmten Judenwitzen: Es sind selbstironische Scherze der Betroffenen und keine Schmähungen Dritter. Dort bestellt etwa der Bürgermeister eines Ortes ein neues Schild über dem Rathaus nach guter alter korsischer Handwerkstradition. Ein Wagen kommt mit quietschenden Reifen angefahren, vermummte Gestalten hängen aus dem Fenster und ballern auf das Rathaus. Et voilà, „Mairie“ prangt in Lochversalien über dem Eingang, Auftrag ausgeführt!
Dieser Artikel ist Teil der Tour "Tour de Corse"
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