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Tel Aviv-Jaffa
Israel, Tel Aviv-Jaffa
Küste und Skyline von Tel Aviv von Jaffa aus
Strand in Tel Aviv
Jaffa von Tel Aviv aus fotografiert
Klimadiagramm von Tel Aviv
"Tel Aviv-Jaffa" (hebräisch "Tel Aviv-Jafo", "Tel-Aviv" bedeutet "Hügel des Frühlings"; Auf Arabisch gebraucht man gewöhnlich nicht beide Namen zusammen: man spricht entweder von يافا "Yāfā" oder von تل أبيب "Tall Abīb".) ist eine Großstadt in Israel.
Bedeutung der Stadt
Tel Aviv-Jaffa ist die zweitgrößte Stadt Israels, der mit Abstand größte Ballungsraum und das Wirtschaftszentrum des Landes. Die meisten Länder richteten hier nach der Staatsgründung Israels ihre Botschaften ein, da der Status Jerusalems gemäß den Teilungsbeschlüssen der UN als unklar galt. Nachdem Israel 1980 Ostjerusalem annektiert und im Jerusalemgesetz das "vollständige und vereinigte Jerusalem" zur Hauptstadt Israels erklärt hatte, forderte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner Resolution 478 jene Staaten, die ihre Botschaften in Jerusalem hatten, dazu auf, diese abzuziehen. Deshalb befinden sich heute alle diplomatischen Vertretungen in und um Tel Aviv. Der israelische Geheimdienst Mossad hat in Tel Aviv seinen Hauptsitz.
Außerdem spielte die Stadt eine bedeutende Rolle in der Staatswerdung Israels, da in ihr David Ben Gurion, der erste Premierminister des Landes, die Unabhängigkeitserklärung abgab. Diese Zeremonie dauerte allerdings nur etwa eine halbe Stunde, da Israel angegriffen wurde (Arabisch-Israelischer Krieg von 1948).
Agglomeration
Der Großraum von Tel Aviv schließt einige direkt anschließende Nachbarstädte (Ramat Gan; Giw’atajim; Cholon; Bat Jam; Bnei Brak) ein, die im zersiedelten Gebiet bis zu 14 km von der Mittelmeerküste entfernt liegen, sodass der Großraum Tel Aviv (Gusch Dan) – zugleich das größte Ballungsgebiet Israels – etwa 3,2 Millionen Einwohner hat.
Tel Aviv selbst hatte Ende 2007 390.100 Einwohner http://www.cbs.gov.il/population/new_2009/table3.pdf (Quelle: Israelisches Zentralbüro für Statistik) und ist damit die zweitgrößte Stadt in Israel.
Verkehr
Nahe Tel Aviv befindet sich in Lod mit dem Ben-Gurion-Flughafen der größte Flughafen des Landes. Die Stadt ist zudem der zentrale Knotenpunkt für die Busverbindungen der staatlichen Busgesellschaft Egged, die in Tel Aviv ihren größten Busbahnhof (Das mehrstöckige Gebäude gilt als größter Busbahnhof der Welt.) unterhält. Im Bereich der Stadt laufen mehrere Autobahnen und Eisenbahnlinien zusammen.
Den Nahverkehr im Großraum Tel Aviv bestreitet die Busgesellschaft Dan mit 114 Linien, ergänzt durch ein engmaschiges Netz an Linientaxis (Scherut), die entlang ihrer Route auf Zuruf halten.
Als großes Problem gilt der Individualverkehr auf den Einfallstraßen nach Tel Aviv. Staus sind an der Tagesordnung, viele Zufahrtsstraßen sind chronisch verstopft. Diese Situation ist einer der wesentlichen Gründe dafür, dass in den zurückliegenden Jahren der Regionalverkehr auf der Schiene durch die Israel Railways erheblich verbessert und ausgeweitet wurde. Ein U-Bahn-System mit 4 Linien ist seit vielen Jahren in Planung. Im Dezember 2006 hat ein Konsortium (u.a. mit Siemens) die Ausschreibung für die erste Linie gewonnen. Die Inbetriebnahme ist für 2014 geplant.
Geschichte
Geschichte Jaffas
Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass das Gebiet von Jaffa schon 3.500 vor der Zeit besiedelt war. Es wird auf ägyptischen Inschriften um 2000 v.d.Z. unter dem Namen "Ipu" erwähnt und war von Kanaanitern bewohnt. Es wird vermutet, dass es ein Kultort für die Gottheit Derketo war. In der Bibel taucht Joppe als Hafen der Tarsis-Schiffe auf (Buch Jona). Im Altertum befand sich der Hafenort meist in den Händen der Phönizier, deren Holzlieferungen zum Bau des ersten und zweiten israelitischen Tempels über Jaffa nach Jerusalem transportiert wurden.
Die Makkabäer eroberten den Ort. Danach nahmen die Römer den Ort ein. In Joppe erweckte der Apostel Petrus Tabita und wohnte einige Zeit im Hause eines Gerbers namens Simon (Apostelgeschichte 9, 36-43). Jaffa unterstand dem römischen Prokurator der Provinz Judäa. Unter Konstantin dem Großen wurde die Stadt Bischofssitz. Im Jahr 636 eroberten Krieger des Kalifen Omar den Ort, im Jahr 1099 die Kreuzfahrer.
Im Mittelalter war Jaffa sowohl militärisch als auch in puncto Handel sehr wichtig. Für die Kreuzfahrer hatte Jaffa, als der Jerusalem am nähesten gelegene Mittelmeerhafen besonderen strategischen Wert. Jaffa war von Gottfried von Bouillon 1100 befestigt worden und bildete das Zentrum einer Grafschaft. Daimbert von Pisa, dem ersten Lateinischen Patriarchen von Jerusalem hatte es erfolglos für sich beansprucht. Als der Graf von Jaffa Hugo II. von Le Puiset 1134 gegen König Fulko rebellierte, wurde die Grafschaft in eine Reihe kleinerer Einheiten aufgeteilt, Jaffa selbst wurde Krongut.
1187, nach der Niederlage der Kreuzfahrer in der Schlacht bei Hattin, eroberte der Ayyubiden-Sultan Saladin Jaffa. Im September 1191 besetzte das Heer des Dritten Kreuzzugs unter Richard Löwenherz kampflos die Stadt, nachdem es Saladin in der Schlacht bei Arsuf geschlagen hatte. Im Juli und August 1192 versuchte Saladin erneut in der Belagerung und Schlacht von Jaffa sich der Stadt zu bemächtigen, wurde aber letztlich zurückgeschlagen. Im September 1192 sicherte Saladin den Kreuzfahrern den Besitz Jaffas in einem Waffenstillstandsabkommen zu. Im Rahmen des Fünften Kreuzzugs wurde hier 1229 der Friede von Jaffa zwischen Kaiser Friedrich II. und Sultan al-Kamil geschlossen, nachdem die Christen unter anderem Jerusalem kampflos zurückerhielten.
Im Königreich Jerusalem führte gewöhnlich der Thronerbe den Titel „Graf von Jaffa und Askalon“. Heinrich von Champagne hinterließ Jaffa seinen Töchtern als Morgengabe. Nach dem Tod von Alice von Champagne fiel Jaffa an ihre Tochter Maria von Champagne, die mit Walter IV. von Brienne verheiratet war. Nach dem Tod Walters 1246 fiel Jaffa an Marias Bruder, König Heinrich I. von Lusignan. Zwischen 1246 und 1247 belehnte Heinrich I. Johann von Ibelin mit Jaffa. 1268 eroberten die Mameluken unter Sultan Baibars I. die Stadt und beendeten die Herrschaft der Kreuzfahrer. Der Titel eines Barons von Jaffa wurde auch nach dem Fall der Stadt von Adligen im Königreich Zypern weitergeführt.vgl. Benjamin Arbel: "Greek Magnates in Venetian Cyprus: The Case of the Synglitico Family". Dumbarton Oaks Papers 49, 1995 (Symposium on Byzantium and the Italians, 13th-15th Centuries), 326 Die Mamluken ließen die Stadt weitgehend zerstören und entvölkern.
1516 fiel die Stadt an das Osmanische Reich und konnte seine alte wirtschaftliche Bedeutung zurückerlangen, insbesondere als Pilgerhafen auf dem Weg nach Jerusalem.
Napoléon Bonaparte eroberte Jaffa während seiner Ägyptischen Expedition im März 1799 und ließ hier 2.000 Arnauten als Meineidige erschießen. Ägyptische Truppen von Muhammad Ali Pascha rückten 1832 in die Stadt ein, die bereits ab 1841 wieder vom Osmanischen Reich regiert wurde.
Im Jahr 1892 wurde mit der Jaffa-Jerusalemer Eisenbahn das Verkehrswesen verbessert. Mit dem Bau wurde am 31. März 1890 begonnen und die Strecke ging am 26. September 1892 in Betrieb. Erbauer war eine französische Gesellschaft.
1945 hatte Jaffa 101.580 Einwohner, von denen 53.930 muslimisch, 30.820 jüdisch und 16.800 christlich waren Zahlen aus dem "Supplement to a Survey of Palestine", einem Bericht der britischen Mandatsverwaltung an die UNO von 1947, S.4, Ausgabe 50942. Während das benachbarte Tel Aviv mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit im UN-Teilungsplan für Palästina dem jüdischen Staat zugeschlagen wurde, war Jaffa ursprünglich als Enklave des arabischen Staates vorgesehen.
Am 14. Mai 1948 wurde Jaffa von israelischen Milizen der Hagana und des Irgun eingenommen. In der Folge flüchtete der Großteil der arabischen Bevölkerung, welche sich um rund 65.000 auf knapp 5.000 Einwohner reduzierte , auf www.economist.com.
Geschichte Tel Avivs
Die Siedlung im Gebiet des heutigen südlichen Tel Aviv wurde in den 1880er Jahren an der Stelle des Tell Qasile, einem alten Siedlungshügel, gegründet, um einen Ersatz für die eher teuren arabischen Viertel in Jaffa zu haben.
Die erste Siedlung dort hieß "Achuzat Bajit" (hebr. אחזת בית). Zu ihren Gründerfamilien gehörte auch die Familie des späteren Ministerpräsidenten Mosche Scharet. Achuzat Bajit vereinigte sich später mit zwei anderen neuen Vierteln - "Nahalat Binjamin"Die ersten 20 Häuser wurden im Dezember 1911 oder kurz danach fertiggestellt. und "Geula" - und das neue Gebilde wurde, nach dem Titel der hebräischen Übersetzung Sokolows des utopischen Romans „Altneuland“ von Theodor Herzl, „Tel Aviv“ genannt.Am 21. Mai 1910 wurde auf einer Vollversammlung der Einwohner Achusat-Bajits über den neuen Namen für das Viertel entschieden. Unter den Vorschlägen sind: "Neu Jaffa" - "Jaffefia" ("Die Schöne") - "Neve Jaffa" ("Aue Jaffas") - "Aviva" ("Die Frühlingshafte") - "Ivrija" ("Die Hebräische") und schließlich "Tel Aviv" ("Frühlingshügel"). "Tel Aviv" trug den Sieg davon. Den Namen hatte der Übersetzer seinerseits dem biblischen Buch Ezechiel entnommen, wo er einen Ort in Babylonien bezeichnet, an dem der Prophet Ezechiel seine Offenbarungen empfängt.
Am 11. April 1909 wurden die vorab parzellierten Grundstücke in Achuzat-Bajit durch Akiva Arie WeissAryeh Akiva Weiss / Akiva Arie Weiss, geb. 1868 in Belarus, aufgewachsen in Lodz, Uhrmacher, gest. 1947, Neueinwanderer in Palästina, treibende Kraft innerhalb der Achuzat-Bajit-Gesellschaft, später in der historischen Erinnerung von Dizengoff überschattet. in Anwesenheit der Gründer des Viertels und ihrer Familien verlost: Auf 60 am selben Morgen am Strand gesammelte Muscheln schrieb er mit schwarzer Tinte die Namen der Mitglieder des Verbandes und auf weitere 60 Muscheln die Parzellennummern. Während der Verlosungszeremonie ziehen ein Junge und ein Mädchen gleichzeitig je eine Muschel mit Nummer bzw. Namen, so entscheidet sich, wer welches Grundstück erhält. Dieser Tag gilt als Tag der Gründung Tel Avivs.
Die Stadt wuchs schnell und wurde zum Zentrum städtischen Lebens in Israel.Erste reinjüdische Stadt in Palästina, 1931 schon 46 000 Einwohner, 1938 zählte Tel Aviv bereits 150 000 Einwohner; Ende 2006 Einwohnerzahl: 385 000.
Im Gegensatz zum benachbarten Jaffa war Tel Aviv von Anbeginn eine jüdische Siedlung mit entsprechender Bevölkerungsmehrheit. Nach dem UN-Teilungsplan für Palästina war Tel Aviv daher als Teil des jüdischen Staates vorgesehen. Im Jahre 1947, vor Ausbruch des Palästinakrieges, lebten in Tel Aviv bereits 230.000 Einwohner. Die Stadt wuchs so rasch, weil sie Zentrum der jüdischen Immigration nach Palästina war.
1950 wurden Tel Aviv und Jaffa zu einer Stadtgemeinde zusammengeführt.
Sehenswürdigkeiten
Tel Aviv-Jaffa, Peterskirche
* Die "Weiße Stadt:" Eine Besonderheit stellen die mehr als 4000 im Bauhausstil und im Internationalen Stil errichteten Häuser dar. Sie wurden in den 1930er Jahren von zahlreichen Architekten - Professoren und Studenten, die aus Dessau und Berlin flohen, um dem nationalsozialistischen Terror zu entgehen, erbaut. Die Gebäude konzentrieren sich im Stadtteil der sogenannten "Weißen Stadt" (hebr. העיר הלבנה, "ha-ʿir ha-levana"), welcher heute zum UNESCO-Welterbe gehört (seit 2003). Siehe: "The White City of Tel Aviv". Ausstellung 2008 im Architekturzentrum Wien., Zugriff am 21. März 2009
* Tel Aviv Museum of Art
Bildung
Die Universität Tel Aviv, die größte Universität in Israel, liegt im Viertel Ramat Aviv im Norden von Tel Aviv.
Städtepartnerschaften
Söhne und Töchter der Stadt
Literatur
*Maoz Azaryahu: "Tel Aviv. Mythography of a City". Syracuse University Press, Syracuse 2006. ISBN 0-8156-3129-4.Cornelia Siebeck: . In: H-Soz-u-Kult, 7. Dezember 2009.
*Barbara E. Mann: "A Place in History. Modernism, Tel Aviv, and the Creation of Jewish Urban Space". Stanford University Press, Stanford 2006. ISBN 0-8047-5018-1 (Stanford Studies in Jewish History & Culture).
*Mark LeVine: "Overthrowing Geography. Jaffa, Tel Aviv, and the Struggle for Palestine, 1880–1948. University of California Press, Berkeley 2005. ISBN 0-520-24371-4.
Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 21.05.2013 04:27 von den Wikipedia-Autoren.
Fakten
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