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Tarragona

Spanien, Tarragona
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"Tarragona" ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden der spanischen autonomen Region Katalonien.

Geschichte
"zur römischen Geschichte Tarragonas siehe Hauptartikel:" Tarraco

218 v. Chr. eroberten die Römer die iberische Stadt und machten sie unter dem Namen "Tarraco" zur Hauptstadt der Provinz "Hispania citerior", später Tarraconensis. 27 v. Chr. errichteten sie einen Tempel zu Ehren des Augustus und Jupiters.

In Tarragona gibt es viele römische Monumente: das Amphitheater, den Circus, das Forum Romanum, das Grabmonument "Torre dels Escipions", den Triumphbogen "Arc de Berà", das Mausoleum von Centcelles und die Aquäduktbrücke "Aqüeducte de les Ferreres" (auch "Pont del Diable" genannt). Im Jahre 2000 wurde das "archäologisches Ensemble von Tarraco" zum UNESCO-Welterbe erklärt. Bei aktuellen Bauarbeiten werden immer wieder Reste alter römischer Bauten entdeckt. Auf Bitten der Archäologen werden daraufhin die Bauarbeiten oft zum Verdruss der Bauherren unterbrochen.

Der "Passeig Arqueològic" zieht sich entlang der Stadtmauer hin, die den römischen Geschichtsschreibern Livius und Plinius zufolge auf die Scipionen im 3. Jahrhundert v. Chr. zurückgeht, anderen Ansichten nach wegen der zyklopischen Steinblöcke von mehreren Tonnen, die ohne Fugen zusammengefügt wurden, älter sein dürfte. Im "Museo Arqueológico" werden römische Exponate ausgestellt, zu denen auch sehenswerte Mosaike, insbesondere ein Medusenhaupt gehört. Neben dem Museum befindet sich das römische Prätorium aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., das hier eine quadratische Form hatte und im Mittelalter heftigen Veränderungen unterworfen war. Das Amphitheater liegt unmittelbar an der Küste und war Schauplatz des Märtyrertods des Bischofs Fructuosus und der Diakone Augurius und Eulogius während der valerianischen Christenverfolgung. In der Spätantike war Tarragona bedeutender Bischofssitz.

Raimund Berengar I. hatte seinen Machtbereich schon bis vor die Tore der Stadt ausgedehnt. 1118 eroberte Raimund Berengar III. die Stadt und baute sie als Hauptsitz der Kirche in Katalonien wieder auf (zuvor waren die Katalanen kirchlich abhängig vom Erzbistum von Narbonne).

Während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel wurde Tarragona vom 3. Mai bis zum 28. Juni 1811 belagert und schließlich erstürmt (Belagerung von Tarragona).

Stadtwappen

Tarragona besitzt weder ein offizielles Wappen noch eine offizielle Fahne. Dennoch gibt es Varianten, die von der Stadtverwaltung geduldet werden, und Vorschläge der "Katalanischen Gesellschaft für Genealogie und Heraldik".

Image:Escut de Tarragona.svg|Wappen der Stadt Tarragona (nicht anerkannt durch die Generalitat de Catalunya)
Image:Proposta oficial d"escut de Tarragona.svg|Vorschlag der "Katalanischen Gesellschaft für Genealogie und Heraldik" für ein offizielles Wappen der Stadt Tarragona
Image:Bandera de Tarragona.svg|Fahne der Stadt Tarragona (nicht anerkannt durch die Generalitat de Catalunya)


Wirtschaft
Der Ölhafen von Tarragona
Tarragona hat einen Hafen, der von der Umschlagsmenge her zu den wichtigsten Häfen des Mittelmeeres gehört. Die Betreibergesellschaft des Hafens hat deswegen einen großen politischen Einfluss im Stadtparlament.

Im Südwesten der Stadt reihen sich verschiedene Industriewerke der Petrochemie aneinander. BASF, Dow Chemical, Repsol YPF und andere Konzerne haben dort ihre Raffinerien und andere Niederlassungen. Bayer betreibt nach eigenen Angaben eine „State of the Art-Fabrik“ zur Herstellung von Diphenylmethandiisocyanaten.

Rund um Tarragona finden sich unter anderem Haselnussplantagen und Weinanbau (siehe auch Weinbau in Spanien). Qualitativ hervorragenden Wein liefert das nordwestlich Tarragona gelegene Priorat.

Gesellschaft
Gässchen in der Altstadt Tarragonas
Die Universität Universitat "Rovira i Virgili" ist nach ihrer Abspaltung von der Universität Barcelona im Jahre 1991 eine eigenständige Universität mit Fakultäten in Tarragona, Reus und Vila-seca.

Eine gewisse Rivalität besteht zwischen den Einwohnern der Stadt Tarragona und der benachbarten Stadt Reus sowie El Vendrell.

Die Hauptstraße "La Rambla Nova" führt direkt Richtung Meer, endet jedoch oberhalb einer ca. 30 Meter hohen natürlichen Steilwand. Ein kunstvoll gestaltetes Geländer bewahrt den Spaziergänger vor dem versehentlichen Absturz. Das Handauflegen auf einen der metallenen Geländerpfosten soll Glück bringen. Die Tarragonesen sagen auf "Katalanisch": "Tocar ferro porta sort!" ("Eisen berühren bringt Glück").

Im Nordosten der Stadt gibt es neben dem "Platja Rabassada", dem "Platja Savinosa" und dem großen "Platja Llarga" weitere Strandbuchten im Landschaftsschutzgebiet "Tamarit-Punta de la Mòra" wie etwa "Cala Fonda" und "Platja Roca Plana", die nur zu Fuß erreichbar sind und bei FKK-Anhängern beliebt sind. Das Landschaftsschutzgebiet umfasst zur Zeit rund 100 ha Land und etwa 300 ha Meeresfläche. Frequentierter weil über eine Straße erreichbar ist der "Platja La Mòra" an der gleichnamigen Urbanisation.

Zu Karneval findet ein Umzug statt. Die Tänzer auf den Wagen und auf der Straße sind verkleidet, ähnlich wie in Rio de Janeiro. Die Zuschauer sind nicht verkleidet, genießen wohl aber die Zurschaustellung der meist leicht bekleideten jungen Tänzerinnen und Tänzer.

In der Karwoche ("Semana Santa") gibt es religiöse Prozessionen, die durch die Straßen der Stadt ziehen. Schutzheiliger der Stadt ist Fructuosus (21. Januar).

In der ersten Juli-Woche jeden Jahres findet in Tarragona ein internationaler Feuerwerkswettbewerb statt, der jeden Abend von Montag bis Freitag um 22.30 Uhr mehrere zehntausend Zuschauer anlockt.

Religion
Tarragona ist die Heimat des katholischen Heiligen Mercedariers Petrus Armengol.
Hier erlitt auch der König Hermenegild den Märtyrertod.

"Siehe auch:" Erzbistum Tarragona

Söhne und Töchter der Stadt
* Francisco Casilla Cortés (* 1986), Fußballtorwart
* Josep Maria Jujol (1879–1949), Architekt
* Ferrán Marín i Ramos (* 1974), Herausgeber und Autor

Städtepartnerschaften


Sehenswürdigkeiten

Bild:Tarragona01.JPG|Pont del Diable
Bild:Tarragona02.JPG|Amphitheater
Bild:Tarragona03.JPG|Reste der römischen Stadtmauer
Bild:Tarragona04.JPG|Altstadt
Bild:Tarragona-Castell.jpg|Castells
Bild:Tarragona - Circo romano 05.JPG|Überreste der römischen Wagenrennbahn
Bild:Tarragona-Balxon medeterrani.jpg|Blick von der Rambla Nova über den Bahnhof und Hafen
Bild:Tarragone cathédrale.JPG|Kathedrale


Stadtansichten

Blick vom Fortí de la Reina

Nordwestansicht der Stadt


Siehe auch
*Portal:Spanien
*Städte in Spanien
*Tanklasterunglück 1978


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 16.11.2018 21:58 von den Wikipedia-Autoren.
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