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Stand auf Sicherheitsmesse wegen «Folter-Ausstattung» geschlossen

Frankreich
23.11.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Paris (dpa) - Amnesty International hat auf einer großen französischen Sicherheitsmesse nach eigenen Angaben «illegale Folter-Ausstattung» entdeckt. Die Messe Milipol schloss daraufhin den Stand eines chinesischen Anbieters, wie die Leiterin Muriel Kafantaris am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Sie könne den Namen des Ausstellers nicht nennen - es habe sich aber um ein Privatunternehmen gehandelt.

Amnesty hatte mitgeteilt, auf der Messe unter anderem Elektroschock-Westen, mit Spitzen versehene Schlagstöcke und schwere Fußeisen im Angebot gefunden zu haben. An dem nun geschlossenen Stand waren nach Angaben der Organisation «Folter-Geräte» ausgestellt - andere Unternehmen hätten so etwas in Katalogen angeboten, diese aber nun entfernt oder die fraglichen Seiten herausgerissen.

Eine EU-Verordnung verbietet Einfuhr und Ausfuhr von Gütern, die nur der Vollstreckung der Todesstrafe oder der Folter dienen. Auch das Angebot auf Messen ist untersagt. Unter die Regeln fallen etwa Elektroschockgeräte, «die dazu bestimmt sind, von einer gefesselten Person getragen zu werden», und «mit Gewicht versehene Fußfesseln».

Die Ausstellung Milipol findet auf einem Ausstellungsgelände bei Paris statt und ist laut Amnesty eine der größten Sicherheitsmessen in Europa. Sie steht unter der Schirmherrschaft des französischen Innenministeriums. Die Messe-Leitung erklärte, sie habe schon vor der Amnesty-Pressemitteilung in enger Zusammenarbeit mit der Organisation von dem Fall erfahren und eine «sofortige Sanktion» ergriffen.

 

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