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Siegen

Deutschland, Siegen
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"Siegen" ist eine Große kreisangehörige Stadt und Kreisstadt des Kreises Siegen-Wittgenstein im Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Aufgrund ihrer Einwohnerzahl von mehr als 100.000 gehört sie zu den acht deutschen Großstädten, die nicht kreisfrei sind.

Die Universitätsstadt liegt unweit nordwestlich des Dreiländerecks Nordrhein-Westfalen–Hessen–Rheinland-Pfalz, ist Sitz der Kreisverwaltung und in der Landesplanung als Oberzentrum im südwestfälischen Verdichtungsraum eingestuft. Es ist die Geburtsstadt des berühmten Barockmalers Peter Paul Rubens. Deshalb bezeichnet sich Siegen auch als "Rubensstadt".

Im Zuge der kommunalen Neugliederung überschritt die Einwohnerzahl Siegens 1975 erstmals die Größenordnung von 100.000.

Geographie
Geographische Lage
Oberstadt

Siegen liegt im Siegerland in einem verzweigten Talkessel der oberen Sieg, in die innerhalb des Stadtgebiets zum Beispiel die Fließgewässer Ferndorfbach und Weiß münden. Vom Talkessel zweigen zahlreiche Nebentäler ab. Die Höhen der umgebenden Berge sind, sofern sie nicht besiedelt sind, von Niederwald bedeckt. Nördlich schließt sich das Sauerland an, im Nordosten das Rothaargebirge, südlich der Westerwald und im Westen das Wildenburger Land.

Nächstgrößere Städte in der Umgebung von Siegen sind (in durchschnittlicher Verkehrsentfernung) im Norden Hagen (83 km), im Südosten Frankfurt am Main (125 km), im Südwesten Koblenz (105 km) und im Westen Köln (93 km). Die räumlichen Entfernungen (Luftlinie) zu den umliegenden Großstädten betragen in etwa 65 km (Hagen), 95 km (Frankfurt), 65 km (Koblenz) und 75 km (Köln).

Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Berge
Im Kerngebiet Siegens liegen acht Berge:



Weitere Berge im Siegener Stadtgebiet sind zum Beispiel der Gilberg zwischen Eiserfeld und Hengsbach oder der Pfannenberg zwischen Eiserfeld und Salchendorf mit Spitze in Eiserfeld.

Ausdehnung des Stadtgebiets
Blick über das nördliche Stadtgebiet Siegens.
Die Gesamtfläche des Stadtgebietes beträgt rund 115 Quadratkilometer. Die maximale West-Ost-Ausdehnung beträgt elf, in nord-südlicher Richtung zwölf Kilometer. Die Stadtgrenze ist 48 Kilometer lang. Siegen liegt auf einer mittleren Höhenlage von 290 Metern über NN. Die höchste Erhebung der Stadt ist der Gipfel des Pfannenberg mit an der südlichen Stadtgrenze. Der niedrigste Punkt des Kreises liegt mit 215 Metern ü. NN bei Niederschelden an der südwestlichen Stadtgrenze, die hier gleichzeitig die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bildet. Der Waldanteil am Stadtgebiet beträgt rund 51 Prozent.siegen.de: "." Abgerufen: 28. Januar 2008. Damit zählt Siegen zu den grünsten Großstädten Deutschlands.

Nachbargemeinden und -städte
Die Stadt Siegen grenzt im Norden an die Stadt Kreuztal und an die Gemeinde Wenden (Kreis Olpe), im Osten an die Stadt Netphen, im Südosten an die Gemeinde Wilnsdorf, im Süden an die Gemeinde Neunkirchen, im Westen an die Gemeinde Mudersbach (Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz) und im Nordwesten an die Stadt Freudenberg.

Stadtgliederung
Gliederung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet Siegen ist in sechs Bezirke eingeteilt, die aus mehreren Orts- beziehungsweise Stadtteilen bestehen. Jeder Bezirk hat einen Bezirksausschuss, der jeweils aus 15 stimmberechtigten und 15 nicht stimmberechtigten Mitgliedern besteht. Die Bestellung der Ausschussmitglieder erfolgt durch den Rat der Stadt, entsprechend der Stimmanteile der Kommunalwahl der Parteien im jeweiligen Bezirk. Die Bezirksausschüsse entscheiden über bestimmte Aufgaben des Bezirks. Diese Aufgaben werden in der Hauptsatzung der Stadt Siegen festgelegt.

Die Stadtteile Weidenau, Geisweid, Birlenbach, Langenholdinghausen, Buchen, Sohlbach, Dillnhütten, Niedersetzen, Obersetzen und Meiswinkel bildeten vom 1. Juli 1966 bis 31. Dezember 1974 die Stadt Hüttental, die Stadtteile Eiserfeld, Eisern, Gosenbach, Niederschelden und Oberschelden vom 1. Juli 1966 bis 31. Dezember 1974 die Stadt Eiserfeld.

Die sechs Bezirke Siegens und ihre zugehörigen Stadtteile
* Bezirk I (Geisweid): Birlenbach, Meiswinkel, Langenholdinghausen, Geisweid, Dillnhütten, Sohlbach, Buchen, Niedersetzen, Obersetzen
* Bezirk II (Weidenau): Weidenau
* Bezirk III (Ost): Kaan-Marienborn, Alt-Siegen teilweise (Giersberg), Bürbach, Volnsberg, Breitenbach, Feuersbach
* Bezirk IV (Mitte): Alt-Siegen "(soweit nicht zum Bezirk III und zum Bezirk V gehörig)"
* Bezirk V (West): Seelbach, Trupbach und Alt-Siegen teilweise (Wellersberg, Fischbacherberg, Achenbach, Rothenberg)
* Bezirk VI (Süd): Oberschelden, Gosenbach, Niederschelden, Eiserfeld, Eisern

Stadtviertel

Neben der Aufteilung des Stadtgebietes in Bezirke und Stadtteile werden noch Gebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Grenzen und Bezeichnungen jedoch nicht klar definiert sind. Als Beispiele sind unter anderem die Unter- bzw. Oberstadt, "Hammerhütte", "Lindenberg", "Charlottental", "Haardter Berg" (mit der Universität) oder die "Dreisbach" anzuführen. Diese Gebiete können durchaus auch auf der Fläche von mehreren offiziellen Stadtteilen liegen, wie im Fall des Gebietes "Sieghütte", das teilweise im Stadtteil Siegen-Mitte und zu Teilen in Weidenau liegt, außerdem kommt es ebenso zu räumlichen Überschneidungen zwischen einzelnen Gebieten. Die Gebiete sind am ehesten vergleichbar mit den aus anderen Städten bekannten Vierteln, Veedeln oder Kiezen und haben keine statistische oder verwaltungstechnische Bedeutung. Neben der teils weitreichenden Bedeutung für das Selbstverständnis ihrer Bewohner finden sie sich aber zur Orientierung auf Stadtkarten, in der Benennung von Buslinien sowie auf Hinweis- und Verkehrsschildern. So sind unter anderem mehrere Ausfahrten der Stadtautobahn "Hüttentalstraße (HTS)" nach den entsprechenden Gebieten benannt.

Klima
Klimadiagramm Siegen

Das Klima Siegens ist durch die Höhenlage bestimmt. Durch den Stau der Mittelgebirge fallen im langjährigen Mittel 1160,8 MillimeterNiederschlag pro Jahr. Damit ist Siegen nach Wuppertal-Herbringhausen eine der Großstädte Deutschlands mit den höchsten Niederschlägen. Der niederschlagreichste Monat ist mit 137,5 Millimeter Niederschlag der Dezember, mit 80,3 Millimeter ist es im April am trockensten.

Die Jahresmitteltemperatur beträgt 8,6 °C und liegt im mittleren Drittel der vom Deutschen Wetterdienst ausgewerteten Stationen in der Periode 1961–1990. Mit 17,1 °C ist es im Juli am wärmsten, im kältesten Monat Januar beträgt die Durchschnittstemperatur 0,5 °C.Deutscher Wetterdienst: "." Abgerufen: 13. Februar 2008.

Die Hauptwindrichtung ist Südwest bis West.

Geschichte
Der Name Siegen geht auf den vielleicht keltischen Flussnamen der Sieg zurück, ungewiss ist eine Verwandtschaft mit dem Namen des keltisch-germanischen Stammes der Sugambrer, der in vorchristlicher Zeit in Teilen Nordrhein-Westfalens lebte. Es wird vermutet, dass der Name Sieg auf das keltische Wort "siek" zurückzuführen ist, was etwa "versickern" oder "sumpfig" bedeutet; andere Quellen sprechen von "siek" als "rinnendes Wasser". Erste urkundliche Erwähnungen des Ortes "Sigena" reichen bis in das Jahr 1079 zurück. Seit der La-Tène-Zeit prägte Bergbau die Region, die bezeugen zahlreiche Gruben, die sich im Stadtgebiet befanden, wie zum Beispiel Storch & Schöneberg, Eisenzecher Zug oder Neue Haardt.

Im Jahre 1224 wurde Siegen als eine aufs Neue erbaute Stadt erwähnt, die Erzbischof Engelbert I. von Köln dem Grafen von Nassau, Heinrich dem Reichen, zum halben Miteigentum übertrug. Möglicherweise wurde der alte Siedlungsplatz vom Weißtal auf den Bergsporn verlegt, auf dem sich die Altstadt befindet. Es ist belegt, dass das Obere Schloss zu dieser Zeit schon existierte. Am 19. Oktober 1303 erhielt die Stadt das Soester Stadtrecht. Bis zum 1. Februar 1381 hatte die Stadt zwei Eigentümer. Erst dann ging sie gänzlich in die Hände der Nassauer über. Das älteste Siegel stammt vom 25. März 1309.

Die Stadt Siegen bot im 16. Jahrhundert einen wehrhaften Anblick. Sie war von gewaltigen Mauern mit sechzehn Türmen und drei Stadttoren umgeben und besaß eine mächtige Burg. Mehrere Stadtbrände suchten die Stadt heim, von denen die vom 16. August 1593 und vom 10. bis 20. April 1695 urkundlich erwähnt sind.
Der Großbrand in den Mittagsstunden des 16. August 1593, als sich fast alle Siegener zur Ernte außerhalb der Stadt befanden, war auf den Schmied Johann Busch in der Marburger Straße zurückzuführen. Dort waren Funken in den Flachs geflogen, was dazu führte, dass in kurzer Zeit 25 Wohnhäuser und 15 Scheunen vernichtet und 11 Häuser und 12 Scheunen schwer beschädigt wurden.Siegerländer Heimatkalender 1966, S.97 "Meilensteine aus der Siegerländer Vergangenheit" von Adolf Müller, Verlag für Heimatliteratur
Zum erwähnten zweiten Stadtbrand wird berichtet, dass dieser am frühen Abend des 10. April 1695 im Hause des Bäckers Johann Daub in der Barstewende ausbrach und die Stadt vom Markt abwärts vernichtete. Insgesamt wurden 252 Häuser und 52 „Bäue“ sowie der Nassauische Hof ein Raub der Flammen. Das von starkem Wind angetriebene Feuer traf fast ausschließlich auf strohgedeckte Häuser. Bei diesem Brand waren 11 Tote im Hospital zu beklagen, da die alten Leute nicht gerettet werden konnten. 20 Nutztiere kamen ebenfalls in den Flammen um. In diesem Zusammenhang wird von einem Beileidsschreiben der Herborner Hohen Schule Siegen an die reformierte Fürstin berichtet, in dem Siegen als „das Auge und die Zier der Nassau“ bezeichnet wird.Siegerländer Heimatkalender 1966, "Meilensteine aus der Siegerländer Vergangenheit" von Adolf Müller, S.98
Am 12. April 1869 gegen 21 Uhr brach zudem ein Großfeuer aus, bei dem Siegens „Klubb“ niederbrannte, ein dicht an der Nikolaikirche am Markt gelegener Häuserblock mit 25 Häusern, in denen 49 Familien mit etwa 200 Personen wohnten, die jedoch unversehrt blieben.

Der nassauische Graf Wilhelm der Reiche (1487–1559) richtete im Jahr 1536 in den Gebäuden des ehemaligen Franziskanerklosters ein "Pädagogium" ein, aus dem das "Gymnasium am Löhrtor" der Stadt Siegen hervorgegangen ist. In den Jahren 1594 bis 1599/1600 und von 1606 bis 1609 war Siegen und das Pädagogium Standort der nassauischen "Hohen Schule", die Graf Johann VI. der Ältere von Nassau-Dillenburg (1535–1606), ein Bruder Wilhelms des Schweigers, Graf von Nassau und Prinz von Oranien (1533–1584), 1584 in Herborn errichtet hatte und nach Siegen verlegte. Die Hohe Schule, "Johannea" nach ihrem Gründer, Graf Johann VI., genannt, war eine Hochburg der calvinistisch-reformiert geprägten Föderaltheologie.

Rektor der Hohen Schule während der Verlegung nach Siegen war 1599/1600 der aus Diedenshausen in der Grafschaft Sayn-Wittgenstein stammende Staatsrechtler und calvinistische Politiktheoretiker "Johannes Althusius" (vormals Althaus), dessen Hauptwerk "Politica Methodice Digesta" (1603), eine Staatslehre von der Politik, ihn zu einem der bedeutendsten deutschen Staatstheoretiker des 16. und 17. Jahrhunderts und zu einem der Väter der Entwicklung der Föderalismustheorie in der frühen Neuzeit machte. Während seiner Siegener Professorenzeit heiratete Althusius die junge Witwe Margarethe Keßler, die Tochter des Siegener Rentmeisters Friedrich Neurath (Naurath). Althusius (1563–1638) war von 1604 an Stadtsyndikus im calvinistischen Emden.

Johann der Mittlere (1561–1623), der älteste Sohn des Grafen Johann VI., richtete im Jahr 1616 eine ritterliche Kriegsschule im heute noch bestehenden alten Zeughaus an der Burgstraße ein. An der Stelle eines alten Franziskanerklosters errichtete er das "Untere Schloss". Sein Sohn "Johann der Jüngere" trat 1612 wieder zur katholischen Kirche über und wollte dies mit Gewalt auch für die Bürger erzwingen. "Johann Moritz von Nassau-Siegen", der holländische Befehlshaber in Brasilien, setzte ihn ab und es kam 1650–51 unter seiner Regierung zu einer Teilung des Siegerlands nach Konfessionen.

Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Am 19. Februar 1673 versetzte ein Erdbeben die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Am 10. Februar 1679 war der Beginn der Blockade durch osnabrückische Truppen. Am 15. Januar 1682 richtete ein Hochwasser im Siegtal großen Schaden an.Siegerländer Heimatkalender 1966, "Meilensteine aus der Siegerländer Vergangenheit" von Adolf Müller, S.99

Unter "Wilhelm Hyacinth" kam es ab 1699 zu Gewalttaten zwischen beiden Konfessionen. Nach der Enthauptung des Bürgers "Friedrich Flender" am 29. März 1707 wurde Wilhelm Hyacinth abgesetzt und verjagt. Mit ihm endete 1743 die katholische Herrscherlinie in Nassau-Siegen. Da mit "Friedrich Wilhelm" bereits 1734 auch die reformierte Linie erloschen war, übertrug Kaiser Karl VI. dem Prinzen von Oranien und Fürsten von Nassau-Diez die Regierung. Siegen war nunmehr Hauptort des Fürstentums Siegen innerhalb von Oranien-Nassau.

Der Bergbau, die Hauptquelle des Wohlstandes und die Landwirtschaft entwickelten sich positiv. Als Fürst "Wilhelm I." sich weigerte, dem von Napoleon gegründeten Rheinbund beizutreten, wurde er von ihm abgesetzt. Das Siegerland wurde Teil des Siegdepartements innerhalb des Großherzogtums Berg. Nach dem Sturz Napoleons im Jahre 1813 kam Wilhelm Friedrich als König der Niederlande wieder in den Besitz seiner deutschen Erblande, die er aber 1815 an Preußen abtrat, wofür er im Gegenzug das Großherzogtum Luxemburg erhielt. Die Stadt wurde dem Landkreis Siegen, zunächst im Regierungsbezirk Koblenz (Provinz Großherzogtum Niederrhein), ab 1817 im Regierungsbezirk Arnsberg (Provinz Westfalen) zugeordnet.

Durch den Anschluss an Preußen wurden die historischen Bindungen nach Süden aufgelöst. Das Siegerland wurde nach Westfalen hin ausgerichtet, von dem es bis dahin durch eine jahrhundertealte politische, kulturelle, sprachliche und konfessionelle Grenze getrennt gewesen war. Unter der Herrschaft Preußens entwickelte sich Siegen zu dem heutigen Zentrum von "Südwestfalen". Am 1. März 1923 schied die Stadt Siegen aus dem Kreis Siegen aus und wurde kreisfrei, blieb aber Sitz des Kreises Siegen.

In den frühen Nachmittagsstunden des 16. Dezember 1944 wurde Siegens Zentrum durch einen verheerenden Bombenangriff des britischen Bomber Commands, bei dem über der Stadt 500 Spreng- und 50.000 Stabbrandbomben abgeworfen wurden, zu 80 % zerstört. Ziel dieses Angriffs war, wichtige Straßen- und Schienenwege, Bunker, unterirdisch verlaufende Versorgungsleitungen sowie Maschinen- und Produktionsanlagen in Industriebetrieben nachhaltig zu zerstören. Der Luftangriff kostete 348 Menschen, davon 260 Zivilpersonen, das Leben. Bei einem weiteren Bombenangriff am 2. Februar 1945 wurde Siegen erneut schwer getroffen. Bis Kriegsende folgten weitere Luftangriffe auf die Stadt, der letzte war am 24. März 1945. Insgesamt wurden von den vor Kriegsbeginn in der Stadt vorhandenen 4.338 Gebäuden mit 10.452 Wohnungen über 90 %, nämlich 4.096 Gebäude mit 10.169 Wohnungen, zerstört oder beschädigt. "Damals bei uns in Siegen" von "Dieter Tröps, Horst Braunöhler" S.140f (Herausgeber: Verein für Bürbacher Ortsgeschichte und Heimatpflege e.V.)

In Ausführung des Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Siegen wurde die Stadt Siegen wieder in den Landkreis Siegen eingegliedert, daneben wurden fünf vorher selbständige Kommunen eingemeindet. Die Vorschriften für kreisfreie Städte mit Ausnahme des Kommunalwahlrechts sowie die Wahrnehmung der den kreisfreien Städten obliegenden Pflichtaufgaben fanden bis zur Aufhebung durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz am 1. Januar 1975 weiterhin Anwendung. Im Zuge dieses Gesetzes wurde Siegen mit zehn weiteren Gemeinden zu einem neuen Kreis, dem Kreis Siegen-Wittgenstein, zusammengefasst.

Religionen
Der Turm der "Nikolaikirche" mit dem "Krönchen"
Marienkirche

Die Stadt Siegen gehörte anfangs zum Gebiet des Erzbistums Mainz beziehungsweise zu dessen Dekanat Arfeld. In der Stadt befand sich ein Weißfrauenkloster, das im 15. Jahrhundert aufgegeben wurde. Ein Franziskanerkloster wurde 1533 nach der 1530 von den damaligen Landesherren, den Nassauern, eingeführten Reformation, aufgelöst. Danach war die Stadt zunächst lutherisch, 1550 trat das Fürstentum Nassau zum reformierten Bekenntnis über. Siegen war eine überwiegend protestantische Stadt. Ab 1623 konnte die Gegenreformation teilweise Fuß fassen, so dass etwa ein Fünftel Siegens und dessen Umland wieder katholisch wurden. Ab 1626 gab es ein Jesuitenkloster in der Stadt.

Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde in Siegen, wie in ganz Preußen, zwischen 1819 und 1835 die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden eingeführt, die Gemeinden der Stadt behielten allerdings ihr reformiertes Gepräge. Siegen als Teil der westfälischen Provinzialkirche (heute Evangelische Kirche von Westfalen) wurde Sitz einer Superintendentur. Heute wird dieser Verwaltungsbezirk als Kirchenkreis bezeichnet, dem alle Kirchengemeinden der Region mit Ausnahme der Freikirchen angehören. Der Kirchenkreis Siegen umfasst den gesamten Siegerländer und Olper Raum.

Die Katholiken der Stadt gehörten auch nach der Reformation weiterhin zum Erzbistum Mainz. Mit der Neustrukturierung der Katholischen Kirche Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Siegen dem Bistum Paderborn zugeteilt und Sitz einer Kreissynode, heute Dekanat, zu dem alle katholischen Pfarrgemeinden des Kreises gehören. 1929 wurde Paderborn Erzbistum.

Neben der römisch-katholischen Kirche gibt es in Siegen eine griechisch-orthodoxe und eine rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde.
Siegen ist Sitz des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Siegerland-Wittgenstein, dem 90 pietistische Gemeinschaften angeschlossen sind. Ferner sind verschiedene Freikirchen in Siegen ansässig, darunter mehrere Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, eine Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), eine Adventgemeinde, mehrere Freie evangelische Gemeinden (FeG), die Christliche Gemeinde Achenbach, mehrere Christliche Versammlungen, Calvary Chapel und die Missionsgemeinde Siegen-Meiswinkel.

Weitere Religionsgemeinschaften in Siegen sind die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, katholisch-apostolische Gemeinden, die Neuapostolische Kirche, die Zeugen Jehovas, die Urchristliche Gemeinde und die Bahai-Religion sowie eine islamische Gemeinde mit eigener Moschee.

Gebietsreform
Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Siegen eingemeindet:

* 1902 und 1912: Teile von Buschgotthardshütten
* 1934: Teile von Achenbach
* 1937: Teile von Achenbach und Buschgotthardshütten
* 1966: Trupbach, Seelbach, Breitenbach, Bürbach, Kaan-Marienborn und Volnsberg
* 1969: Feuersbach
* 1975: Stadt Hüttental und Stadt Eiserfeld

Einwohnerentwicklung
Bevölkerungsentwicklung

1897 hatte Siegen 20.000 Einwohner, bis 1939 verdoppelte sich diese Zahl auf 40.000. Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt rund 30 % ihrer Einwohner (12.000 Personen). Die Einwohnerzahl sank bis 1945 auf 28.000 und erreichte 1952 wieder den Vorkriegsstand.

Am 1. Januar 1975 hatte die Bevölkerungszahl durch die Eingemeindung von Hüttental (38.867 Einwohner 1974) und Eiserfeld (22.354 Einwohner 1974) mit 117.224 Einwohnern einen historischen Höchststand. Ende Juni 2005 lebten in Siegen laut Fortschreibung des "Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen" 105.328 Personen mit Hauptwohnsitz. Seit 1975 sank die Einwohnerzahl um rund zehn Prozent (12.000 Personen). Es ist damit zu rechnen, dass 2023 die Hunderttausendergrenze unterschritten wird.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (*) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.


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* Volkszählungsergebnis

Politik
Stadtrat
Kreishaus in Siegen vor der Sanierung

Die 62 Sitze des Stadtrates verteilen sich nach den Kommunalwahlen am 26. September 2004 wie folgt:



Keine der gewählten Parteien verfügt im Rat der Stadt Siegen über eine Mehrheit, eine Koalition wurde nicht eingegangen. Allerdings bilden CDU und FDP eine formelle, vertraglich fixierte Kooperationsgemeinschaft und verfügen zumindest in den Fachausschüssen zusammen über eine Mehrheit von einer Stimme. Im Rat hingegen gibt es wechselnde Mehrheiten. Der Gesamtschuldenstand der Stadt lag 2007 bei ca. 320,5 Millionen Euro. 100,7 Millionen entfallen auf den Kernhaushalt, 118,1 Millionen auf städtische Eigenbetriebe und 101,6 Millionen auf Kassenkredite.Westfälische Rundschau: "Netphen ist Schlusslicht." Lokalteil Siegen, 26. Mai 2008.

→ "Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Siegen"

Bürgermeister
An der Spitze der Stadt sind seit dem 13. Jahrhundert mehrere Bürgermeister nachweisbar. 1304 und 1305 wurde erstmals ein Rat (consules) genannt. Bereits seit 1224 gab es jedoch „Burgmänner“ und drei jährlich wechselnde Bürgermeister. Ab 1500 wurden im Jahr nur noch zwei Bürgermeister gewählt. Im 18. Jahrhundert errangen die Zünfte zunehmend Einfluss in der Stadt. Danach vertrat der „regierende“ oder „im Amt stehende“ alte Schuhmachermeister beim Rat die „gemeinsame Bürgerschaft“. Die mittelalterliche Stadtverfassung galt bis 1809, teilweise bis 1815. Ab 1815 herrschte ein Rat mit zwölf Mitgliedern, der sich selbst ergänzte. Ihm stand der Bürgermeister vor. Die Vorstädte erhielten ab 1824 eigene Vorsteher, die dem Siegener Bürgermeister nachgeordnet waren. 1836 wurde die preußische Städteordnung eingeführt. Nach dem Ausscheiden der Stadt aus dem Kreis Siegen 1923 trug das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. Der seit 1919 als Bürgermeister amtierende Alfred Fissmer blieb während der Zeit der Nationalsozialisten im Amt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte dieMilitärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und führte 1946 die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen gewählten"Rat der Stadt", dessen Mitglieder als "Stadtverordnete"bezeichnet wurden. Der Rat wählte aus seiner Mitte den ehrenamtlich tätigen Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung.

Mit der Wiedereingliederung der ehemals kreisfreien Stadt Siegen in den Kreis Siegen im Jahr 1975 (ab 1. Januar 1984 Kreis Siegen-Wittgenstein) erhielten die Ratsvorsitzenden die Amtsbezeichnung Bürgermeister, die Verwaltungschefs wurden Stadtdirektoren. Die bis 1999 bestehende so genannte Doppelspitze aus dem ehrenamtlichen, vom Stadtrat gewählten Bürgermeister und dem Stadtdirektor als Verwaltungschef fiel mit der Änderung der nordrhein-westfälischen Kommunalverfassung weg. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Bürgermeister. Dieser ist gleichzeitig Vorsitzender des Stadtrates und Chef der Stadtverwaltung. Er wird direkt gewählt, bisher auf fünf Jahre, nach einer Änderung der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalens mit der Kommunalwahl 2009 auf sechs Jahre.

In der Stadt Siegen steht die nächste Bürgermeisterwahl erst 2014 an, da die Amtszeit des zuletzt 2007 gewählten Bürgermeisters nach der bei der letzten Bürgermeisterwahl gültigen Regelung auch die nächste Kommunalwahlperiode 2009–2014 mit einbezieht.

Oberbürgermeister beziehungsweise Bürgermeister
* 1862–? Eduard Brasse, Bürgermeister ab 27. Januar 1862
* 1882–1918: Anton Delius, Bürgermeister, später Oberbürgermeister
* 1919–1945: Alfred Fissmer (parteilos, ab 1937: NSDAP), Oberbürgermeister
* 1945: Fritz Fries (SPD), Oberbürgermeister
* 1945–1946: Otto Schwarz, Oberbürgermeister
* 1946–1948: Ernst Weißelberg, Oberbürgermeister
* 1948–1956: Ernst Bach (CDU), Oberbürgermeister
* 1956–1961: Erich Pachnicke (SPD), Oberbürgermeister
* 1961–1966: Karl Eckmann, Oberbürgermeister
* 1966–1975: Karl Althaus, Oberbürgermeister
* 1975–1979: Friedemann Keßler, Bürgermeister
* 1979–1989: Hans Reinhardt, Bürgermeister
* 1989–1994: Hilde Fiedler (SPD), Bürgermeisterin
* 1994–1999: Karl Wilhelm Kirchhöfer (SPD), Bürgermeister
* 1999–2007: Ulf Stötzel (CDU), Bürgermeister
* seit 2007: Steffen Mues (CDU), Bürgermeister

Oberstadtdirektoren beziehungsweise Stadtdirektoren 1946–1999

* 1946–1954: Max Baumann, Oberstadtdirektor
* 1954–1975: Kurt Seibt, Oberstadtdirektor
* 1975–1985: Hans Mohn, Stadtdirektor
* 1985–1989: Dr. Volker Oerter, Stadtdirektor
* 1989–1995: Dr. Otto-Werner Rappold, Stadtdirektor "(vorzeitige Beendigung des Amtsverhältnisses auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 2. Dezember 1995)"
* 1995–1999: Ulrich Mock, Stadtdirektor "(zunächst nur als allgemeiner Vertreter von Dr. Rappold bis 31. Januar 1997, danach als hauptamtlicher Stadtdirektor bestellt)"

Wappen
Blasonierung: In Silber eine rote Zinnenmauer mit von niedrigen Spitztürmen beseitetem Tor, darüber wachsend ein Erzbischof in blauem Ornat, mit blauer Mitra und silbernem Pallium, der in der Rechten einen silbernen Stab mit zugewendeter goldener Krümme, in der Linken ein offenes Buch hält; im Tor ein blauer Schild, darin ein rot bewehrter goldener Löwe.

Das Wappen der Stadt Siegen besteht aus drei Teilen. Im oberen Bereich ist der Bischof von Köln dargestellt, die Mauer symbolisiert die Stadt selbst und im Tor ist der nassauische Löwe zu sehen. Die Farben blau und gelb sind die Farben des Hauses Nassau.

Städtepartnerschaften
Siegen unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten beziehungsweise Bezirken:
* 20px Bezirk Spandau von Berlin, seit 1952
* 20px Katwijk, Niederlande, seit 1963 (Fortsetzung nach Neugliederung der ehemaligen Partnerschaft Rijnsburg in 2006)
* 20px Leeds, Großbritannien, seit 1966 (Fortsetzung nach Eingemeindung der ehemaligen Partnerstadt Morley in 1974)
* 20px Ypern, Belgien, seit 1967
* 20px Zakopane, Polen, seit 1989
* 20px Plauen im Vogtland, Sachsen, seit 1990

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Apollo-Theater

Mit dem Apollo-Theater wurde am 1. September 2007 einer der bedeutendsten Theater-Neubauten des Jahrzehnts eröffnet.

Seit 1992 ist das Medien- und Kulturhaus "Lÿz" Spielort für Kleinkunst, Kabarett, Musik und Theater. Auf den beiden Bühnen des Hauses finden pro Saison etwa 150 Veranstaltungen statt.

Größere Veranstaltungen finden in der "Bühne der Stadt Siegen" (ca. 820 Sitzplätze), in der "Siegerlandhalle" (1800 m2, 2300 Sitzplätze) sowie in der "Bismarckhalle" statt. Daneben gibt es regelmäßig Konzerte und Aufführungen unter freiem Himmel im Innenhof des Unteren Schlosses.

Museen
Siegener Synagoge 1938
Seit 1996 besteht in den Räumen eines 1941 errichteten Luftschutzbunkers am zentralen Siegberg das "Aktive Museum Südwestfalen", das sich als Dokumentations- und Lernort für regionale Zeitgeschichte versteht. Der Standort hat symbolische Bedeutung, denn an dieser Stelle stand bis zur Brandstiftung am 10. November 1938 die Synagoge der Stadt. Das Museum ist zugleich eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in der Region Siegerland-Wittgenstein. Es beherbergt auf 200 m2 eine Dauerausstellung, in deren Mittelpunkt die Geschichte der regionalen jüdischen Minderheit steht. Anhand lokaler Beispiele werden die Verbrechen an weiteren Verfolgtengruppen thematisiert: an den sogenannten Zigeunern, den behinderten Menschen, den "Ernsten Bibelforschern" (Zeugen Jehovas), den ausländischen Zwangsarbeitern und den politisch Verfolgten.
Im Rahmen der Ausstellung wird beispielhaft der Lebensweg des Siegener Abgeordneten der KPD im Preußischen Landtag, Walter Krämer, nachgezeichnet. Ihm wurde posthum im Jahr 2000 die größte Auszeichnung des Staates Israel verliehen, der Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern". Regelmäßige Ausstellungen zu besonderen Themen und öffentliche Veranstaltungen mit einem breiten Themenspektrum erweitern das thematische Angebot. Träger des Aktiven Museum Südwestfalen ist ein privater Verein.

Das "Siegerlandmuseum" für Kunst- und Kulturgeschichte ist aus dem 1902 gegründeten Schulmuseum des Siegener Realgymnasiums hervorgegangen und befindet sich seit 1905 im Oberen Schloss. Die Sammlungen des Museums umfassen Gemälde und Grafiken des Malers Peter Paul Rubens, eine Porträtsammlung des Fürstenhauses Nassau-Oranien, Exponate zur Geschichte des Siegerlands von der Urzeit bis zur Gegenwart, zur regionalen Bergbau- und Wirtschaftsgeschichte und Eisengewinnung einschließlich eines künstlich angelegten Schaubergwerks, zur Geschichte der Siegerländer Wohnkultur im 19. Jahrhundert sowie Mineralien. Eine Außenstelle des Museums, das Ausstellungsforum, befindet sich im "Haus Oranienstrasse". Trägerin des Siegerlandmuseums ist die Stadt Siegen.

Außenansicht Museum für Gegenwartskunst Siegen
Das "Museum für Gegenwartskunst Siegen" widmet sich der Gegenwartskunst in Malerei, Fotografie und Video und Installationen. Ein wichtiger Teil des Programms ist die Arbeit der Künstler Bernd und Hilla Becher, die stellvertretend für regionale Aspekte des Hauses steht. Mit der "Sammlung Lambrecht-Schadeberg" präsentiert das Museum in einer Dauerausstellung außerdem Werke aller Träger des von der Stadt Siegen an Künstler von internationalem Rang verliehenen "Rubenspreises" für Malerei.

Im Stadtteil Geisweid befindet sich das von Harold Krämer betriebene "Beatles-Museum." Dem Guinness-Buch der Rekorde aus dem Jahr 2000 zufolge ist das nur 27 m2 große Museum das kleinste öffentlich zugängliche Museum der Welt über die vier Musiker aus Liverpool. Die Sammlung umfasst unter anderem mehr als 17.000 Tonträger, Souvenirs, Filmplakate, Autogramme.

Im Stadtteil Eiserfeld befindet sich das "Bergwerkmuseum Reinhold Forster Erbstollen". Dort ist der im Jahr 1805 angeschlagene Reinhold Forster Erbstollen auf einer Länge von etwa 470 Metern begehbar und zur Besichtigung freigegeben.

In einigen Gebäuden des ehemaligen Ausbesserungswerkes und des Bahnbetriebswerkes Siegen der Deutschen Bundesbahn befindet sich seit 1997 das "Südwestfälische Eisenbahnmuseum". Neben einer Fotoausstellung zum Bahnbetrieb, einer Modellbahnanlage und dem Archiv der Eisenbahnfreunde Betzdorf, die in alten Verwaltungsgebäuden untergebracht sind, beherbergt der Ringlokschuppen die Fahrzeugausstellung, (abgerufen am 4. August 2008) die mehr als zehn Lokomotiven (u. a. mit betriebsbereite DR-Baureihe 52.80 und DB-Baureihe V 100) sowie zahlreiche Güter- und Personenwagen enthält.

Musik
In Siegen sind unter vielen anderen folgende Orchester und Chöre ansässig:
* Kantorei Siegen
* Bach-Chor Siegen
* Sängerkreis Siegerland
* Siegener Blasorchester
* Siegerländer Bergknappenkapelle Niederschelden
* Collegium Musicum Siegen
* Blechbläserensemble Pro musica sacra
* VEB Chor Siegen
* Ensemble Cantemus Siegen e.V.
* Uni Big Band Siegen

Bauwerke
"Oberes Schloss"
„Dicker Turm“ am "Unteren Schloss"

Obwohl die Stadt im Zweiten Weltkrieg beim großen Bombenangriff am 16. Dezember 1944 zu rund 80 Prozent zerstört wurde, sind in Siegen einige historische Gebäude erhalten geblieben, unter anderem die zwei Schlösser der Stadt, das Obere und das Untere Schloss, sowie mehrere Kirchengebäude von historischer Bedeutung.

Oberes Schloss
Die Höhenburg des Oberen Schlosses auf dem Siegberg wurde 1259 erstmals urkundlich erwähnt und war im Mittelalter die Stammburg des Hauses Nassau. Seit 1905 ist dort das Siegerlandmuseum untergebracht.

Unteres Schloss
Am Ende des 17. Jahrhunderts entstand das Untere Schloss in seiner heutigen, einem offenen Rechteck gleichenden Bauform und diente der evangelischen Linie des Hauses Nassau-Siegen als Residenz. Zum Schloss gehört auch der "Dicke Turm" mit Glockenspiel. Im Jahr 1959 richtete die Stadt Siegen im Innenhof des Schlosses eine Gedenkstätte für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ein. Im Schloss befindet sich auch die Gruft des evangelischen Teils des Nassauischen Fürstenhauses.

Heute dient das Untere Schloss als Landesbehördenhaus, in dem das Arbeitsgericht Siegen, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, die "Bezirksregierung Arnsberg, Außenstelle Siegen", das "Amt für Arbeitsschutz" und die "Justizvollzugsanstalt Attendorn, Zweiganstalt Siegen" ansässig sind. Nach Plänen der Stadt sollen in das Untere Schloss in den nächsten Jahren Teile der Universität einziehen, die Realisierung scheitert derzeit aber noch an der Finanzierung. Auf dem Schlossplatz des Unteren Schlosses finden regelmäßig kulturelle "Open-Air"-Veranstaltungen statt. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zog die Übertragung der Spiele auf einer Großleinwand bis zu 10.000 Zuschauer an.

KrönchenCenter
Am 3. Februar 2007 eröffnete ein weiteres Kulturzentrum, das so genannte "KrönchenCenter", im ehemaligen Kaufhaus "Tietz" (später "Kaufhof") am Marktplatz in der Siegener Oberstadt (). Dort befinden sich die Siegener Volkshochschule, das Stadtarchiv und die Stadtbibliothek, die Brüder-Busch-Gedenkstätte sowie Veranstaltungsräume.

Kirchen
Christuskirche

Zwei Kirchen in der Siegener Innenstadt sind hervorzuheben: Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Martinikirche am unteren Schloss und die Nikolaikirche am Marktplatz mit ihrem außergewöhnlichen sechseckigen Grundriss, das einzige romanische Hallenhexagon nördlich der Alpen, mi dem goldenen "Krönchen", dem Wahrzeichen der Stadt auf dem stadtbildprägenden Turm der Kirche. Siegen wird deshalb auch als "Krönchenstadt" bezeichnet. Ein weiterer historischer Kirchenbau ist die von Jesuiten in den Jahren 1702 bis 1729 erbaute katholische Marienkirche.

Ein Beispiel für die moderne Kirchenarchitektur der 1950er und 1960er Jahre, dem so genannten "Brutalismus", ist die Christuskirche am Siegener Giersberg im Wohngebiet "Dautenbach", deren 40-jähriges Bestehen im Oktober 2007 gefeiert wurde. Sie hat einen fünfeckigen Grundriss und besteht, typisch für diesen Baustil, aus unverkleidetem Beton. Der Turm ist kein geschlossener Körper, sondern besteht aus zwei hohen Stelen, die einen spitzen Winkel bilden. Diese Bauart brachte ihm bei der Bevölkerung den Beinamen „Seelenabschussrampe“ ein.

Um die Oberstadt befinden sich fünf weitere Kirchengemeinden. Zudem gibt es weitere Kirchen verschiedener Konfessionen in allen Stadtteilen.

Gasometer
Denkmalgeschützter Kugel-Gasbehälter
Im Südwesten der Innenstadt, am Fuße des Ziegenbergs, steht ein denkmalgeschützter Kugelgasbehälter. Er ist einer der ältesten noch erhaltenen Gasbehälter in Kugelform. Eine weitere Besonderheit ist seine genietete Hülle. Von dieser Bauart sind weltweit nur noch drei weitere Gasbehälter bekannt (in Schwerte, Offenburg und Bielefeld). Der Behälter wurde beim Neu- und Umbau der Stadtautobahn Hüttentalstraße und des Wohnbereichs "Ziegenberg" um einige Meter versetzt und bildet die symbolische Sonne als Teil einer maßstabsgetreuen Planetenmodell-Anlage oberhalb des Gasbehälters.

Friedhöfe
Auf dem Stadtgebiet Siegen befinden sich 36 kommunal betriebene Friedhöfe. Zehn sind bereits geschlossen und stehen nur noch aufgrund bestehender Rechte für Beerdigungen zur Verfügung. Die Friedhöfe Siegens haben zusammen eine Größe von 730.000 Quadratmetern mit rund 65.000 Gräbern. Charakteristisch für regionale Friedhöfe sind die Hanglage und eine parkartige Gestaltung, die sogar Wildtieren Rückzugsmöglichkeiten bietet.
Der 1857 gegründete Lindenbergfriedhof ist der größte Friedhof Siegens. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Krematorium. Zweitältester Friedhof ist der Hermelsbacher Friedhof. Auf ihm wurden, wie auch auf dem Haardter Friedhof, Kriegsopfer bestattet. Am Rand des Geisweider Friedhofs befindet sich eine Anlage zum Gedenken an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

Sport
Der Stadtsportverband Siegen umfasst 160 Sportvereine mit insgesamt rund 37.000 Mitgliedern. Überregionale Bedeutung erlangte die Herrenfußballmanschaft der Sportfreunde Siegen im Leimbachstadion, die 2005 aus der Regionalliga Süd in die 2. Bundesliga auf-, im darauffolgenden Jahr jedoch direkt wieder abgestiegen ist. Als sechsmaliger Deutscher Meister war die Frauenfußball-Mannschaft des TSV Siegen in den neunziger Jahren sehr erfolgreich. Der größte Turnverein der Stadt ist der "TV Jahn Siegen" von 1879, der mit insgesamt 13 Abteilungen die ganze Bandbreite eines modernen Sportvereins aufweist. Ein weiterer Verein aus der Stadt, der vor allem in den 1970er-Jahren überregionale Bedeutung erlangte, ist der VfL Klafeld-Geisweid.

Regelmäßige Veranstaltungen
"Schlossplatz" während des Eröffnungsspiels der Fußball-Weltmeisterschaft 2006

* Frühjahr: Siegerlandausstellung (SILA), alle zwei Jahre
* März bis November, jeweils am ersten Samstag im Monat Flohmarkt in Siegen-Geisweid (seit 1970)
* Juni bis August: „Mittwochs in“ – jeden Mittwoch spielen verschiedene Bands auf dem Platz des Unteren Schlosses
* Juni: Johannimarkt, Kirmes seit etwa 400 Jahren
* Juni/Juli: Siegener Sommerfestival mit Schauspiel, Kabarett, Theater, Musik und Kino, seit etwa 1990
* Juli: Siegtal pur – am autofreien Sonntag wird die Stadtautobahn Hüttentalstraße für den Autoverkehr gesperrt und für Radfahrer, Inlineskater und Fußgänger freigegeben.
* Juli: Rubensfest, in allen mit ungeraden Zahlen endenden Jahren
* August: Siegener Open-Air-Kino am Unteren Schlossplatz
* Sommer: Siegerländer Firmenlauf, er zählt mit über 6000 Startern zu den größten Laufveranstaltungen dieser Art in Nordrhein-Westfalen
* August: Christopher Street Day (CSD), seit 2000
* Sommer: Straßenfest auf dem Kornmarkt
* Oktober: Bürgerfest Geisweid, am zweiten Oktobersonntag
* November: Geisweider Adventsmarkt, seit etwa 1985
* Dezember: Weihnachtsmarkt, seit etwa 1980

Sagenhaftes in Siegen
Der Dilldappe ist ein altes Fabelwesen aus dem Siegerland. Er lebt hauptsächlich im Siegerländer Hauberg. Anfang der 1980er-Jahre erschien erstmals ein Kalender über das Fabelwesen, vom Autor und Cartoonisten Matthias Kringe gestaltet und verfasst in Siegerländer Platt. Dadurch erfuhr das Wort "Dilldapp" eine Umdeutung – es wird in vielen Ortsteilen des Siegerlandes auch als Bezeichnung für Einwohner des benachbarten hessischen Dillenburg benutzt und umschreibt einen tollpatschigen, jedoch liebenswerten Menschen. Viele Dillenburger arbeiteten in der florierenden Stahlindustrie der 60er bis 80er Jahre im Siegerland.

Rubenspreis der Stadt Siegen
Der 1955 gegründete Rubenspreis der Stadt Siegen wird alle fünf Jahre einem Maler/einer Malerin oder einem Grafiker/einer Grafikerin zugesprochen, die sich im europäischen Kunstschaffen durch ein wegweisendes künstlerisches Lebenswerk ausgewiesen haben. Die Auszeichnung erinnert an den Maler-Diplomaten Peter Paul Rubens, der den Gedanken europäischer Einigung in seinem Lebenswerk ausgedrückt hat, lange bevor er politische Realität werden konnte. Peter Paul Rubens – in Siegen geboren, in Köln und Antwerpen aufgewachsen, in Italien künstlerisch gebildet, in Frankreich geschätzt, in Spanien und England als Diplomat tätig gewesen – hat als Hauptmeister der europäischen Barockmalerei jene künstlerischen und europäischen Maßstäbe gesetzt, denen die Preis-Verleihung seit 1957/58 verpflichtet ist.

Bisherige Preisträger:
* 1957 Hans Hartung
* 1962 Giorgio Morandi
* 1967 Francis Bacon
* 1972 Antoni Tàpies
* 1977 Fritz Winter
* 1982 Emil Schumacher
* 1987 Cy Twombly
* 1992 Rupprecht Geiger
* 1997 Lucian Freud
* 2002 Maria Lassnig
* 2007 Sigmar Polke

Wirtschaft und Infrastruktur
Einkaufszentren Sieg Carré und City-Galerie
Siegüberkragung
Siegen ist als Oberzentrum Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum von Südwestfalen. Die verarbeitende Industrie ist durch einen hohen Anteil metallverarbeitender Betriebe geprägt. Die Arbeitslosenquote liegt bei sechs Prozent.

Der Stadtkern gliedert sich in zwei Bereiche: die Unterstadt im Siegtal zwischen der alten B 54 bzw. "Siegüberkragung" und Hauptbahnhof und die Oberstadt auf dem Siegberg. In beiden konzentrieren sich die Einkaufsmöglichkeiten Siegens. Die Oberstadt ist das etwa tausendjährige historische Zentrum der Stadt mit zum Teil historischer Architektur. Beginnend am "Kölner Tor" über die "Alte Poststraße" mit überwiegend Gastronomiebetrieben über den Marktplatz bis hinauf zu "Marburger Straße" und "Marburger Tor" wird die Oberstadt größtenteils von einer durchgehenden Fußgängerzone durchzogen. Sie ist die steilste Fußgängerzone Deutschlands.Martin Knobbe, Björn Lux: "Sag mir, wo die Kunden sind …" In: "stern." Nr. 43, 2004, S. 28–36. Bei der "Siegüberkragung" in der Unterstadt handelt es sich um eine mehrere hundert Meter lange Überbauung der Sieg durch Geschäftsbauten und einen Großparkplatz. Ihr Abriss ist laut den Ergebnissen demoskopischer Befragungen seit Jahrzehnten Mehrheitsmeinung der Einwohner, die sich jedoch im Meinungsbild des kommunalen Parlaments nie widerspiegelte, sodass die Betonüberdeckung trotz aller Bürgervoten blieb.

Zur Südwestfalen Regionale 2013 soll die Siegener Innenstadt komplett umgestaltet werden, um so attraktiver zu wirken. Unter anderem will man die Siegüberkragung abreißen und die Sieg so mehr zur Geltung bringen.

Eine umwälzende Veränderung in der Entwicklung des Stadtbilds und der Stadtnutzung mit weitreichenden Konsequenzen für die städtische Lebensqualität bewirkte die Schließung eines großen Kaufhauses in der Oberstadt 1998 sowie der Bau zweier Großeinkaufszentren, City-Galerie (1998) und Sieg Carré (2006), in der Unterstadt. Die Etablierung einer „Neuen Mitte“ an der Peripherie des Stadtkerns hat erwartungsgemäß dem alten Zentrum seine Funktion genommen. Es erlebte eine umfassende Abwertung, deren nächster Ausdruck die Schließung vieler dort ansässiger, alteingesessener Geschäfte und Cafés und die Entleerung des Wochenmarkts ist. Die Leerstandsquote konnte inzwischen etwas gesenkt werden, wozu nicht zuletzt der Einzug von marginalen Dienstleistern und Konsumangeboten (Nähstuben, Schuchicafé, Fantasy-Läden, Pfandleihe, Tatoostudio, Ramschläden usw.) beitrug, der Qualitätsverlust ist insgesamt geblieben.

Die in der Geschichte der Stadt einzigartige umfassende, ausschließlich konsumistisch orientierte Umgestaltung der städtischen Topographie fand ohne Befragungen der Bürger statt, wie sie in den Jahrzehnten zuvor regelmäßig stattgefunden hatten und deren Ergebnisse der heutigen Stadtgestaltung widersprechen.Ulrich Friedrich Opfermann, Bernd D. Plaum, Kurt Schilde: "Leben, Arbeit und Mentalität im Siegerland. Zusammenfassung von vorliegenden Erkenntnissen." ohne Ort ohne Jahr (Siegen 2007), Masch. Nachdem die Weichenstellung vollzogen war, mussten alle Versuche von Oberstadt-Anwohnern und -Einzelhandel, sich der Entwicklung entgegenzustellen, erfolglos bleiben.Hartmut Eichenauer: "Exzentrisch und verschlossen – Raumwirksame Folgen junger Umbauprozesse für Gestalt und Gefüge der Siegener Innenstadt." In: "Siegener Beiträge." Nr. 5, 2000, S. 69–92.

Als Reaktion auf die abnehmende Bedeutung der Oberstadt als Einkaufsquartier seit dem Ende der neunziger Jahre wurde zunächst 2002 die Gesellschaft für Stadtmarketing Siegen (GSS) und 2004 die Immobilien- und Standortgemeinschaft Oberstadt e. V. (ISG) gegründet.

Verkehr
Schienenverkehr
Bahnhof Siegen
Bahnhof Siegen

Die Stadt Siegen liegt im Schnittpunkt folgender Eisenbahnstrecken
* der zweigleisigen elektrifizierten Ruhr-Sieg-Strecke, auf der im Schienenpersonennahverkehr in der Regel im Stundentakt
: der Ruhr-Sieg-Express (RE 16), die Ruhr-Sieg-Bahn (RB 91) und bis Kreuztal die Rothaarbahn (RB 93) verkehren
* der zweigleisigen elektrifizierten Dill-Strecke, auf der in der Regel im 2-Stunden-Takt
: der Rhein-Sieg-Express (RE 9) und der Main-Sieg-Express (RE 99) und
: im Stundentakt die Sieg-Dill-Bahn (RB 95) (nur von/bis Dillenburg) verkehren
* der zweigleisigen elektrifizierten Siegstrecke, auf der in der Regel im Stundentakt
: der Rhein-Sieg-Express (RE 9) und die Sieg-Dill-Bahn (RB 95) (nur von/bis Au (Sieg)) verkehren

Siegen ist seit 2009 über eine EuroCity-Verbindung Richtung Klagenfurt an das Fernverkehrsnetz angeschlossen.

Insgesamt befinden sich auf dem Gebiet der Stadt Siegen fünf SPNV-Stationen:
Siegen Hauptbahnhof, Siegen-Weidenau, Siegen-Geisweid, Eiserfeld (Sieg) und Niederschelden Nord.

Busverkehr
Am 18. März 1895 startete die Netphener Omnibusgesellschaft mit der ersten Omnibuslinie der Welt mit einem benzinbetriebenen Omnibus. Heute verbinden im Straßenpersonennahverkehr zahlreiche Regionalbus-, Schnellbus-, Lokalbuslinien und acht Nachtbuslinien die Siegener Stadtteile, Nachbargemeinden und -städte. Betreiber sind die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) mit Sitz in Siegen sowie die Busverkehr Ruhr-Sieg mit Sitz in Meschede, die jetzt als DB Bahn Westfalenbus firmiert. Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd (VGWS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Seit Oktober 2006 verkehrt zusätzlich zu den regulären Lokalbuslinien der sogenannte „Hübbelbummler“ als Stadtbus zwischen ZOB und Oberstadt. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen gelb-roten Doppelstockbus in nostalgischem Stil. Eine Hübbelbummler-Fahrkarte erlaubt das Unterbrechen und spätere Wiederaufnehmen der Fahrt, Zeitkarten der VGWS sind in diesem Stadtbus nicht gültig.busundbahn.net: "." Abgerufen: 28. Januar 2008.

Straßen
Die Hüttentalstraße in Siegen-Mitte bei Nacht

Im Fernstraßenbereich ist die Stadt Siegen angebunden an die Autobahnstrecken
* A 45 (E 40/E 41) Dortmund–Aschaffenburg "(Sauerlandlinie)" und
* A 4 (E 40) Aachen–Görlitz
sowie an die Bundesstraßen
* B 54 (von Gronau im Münsterland nach Wiesbaden) und
* B 62 (von Roth bei Altenkirchen nach Zella-Mehlis).

Das Stadtbild wird geprägt durch die Hüttentalstraße (HTS, B 54/B 62), die als Stadtautobahn (in großen Teilen als Hochstraße) das Stadtgebiet durchzieht.

Zwischen den Jahren 2001 und 2006 wurde die A 4 zwischen der AS 28 Wenden und Kreuztal neu gebaut. In Höhe des Kreuztaler Ortsteils Krombach geht sie in die Hüttentalstraße (B 54) über. Der letzte Bauabschnitt wurde am 1. Dezember 2006 eingeweiht und für den Verkehr freigegeben. Auf dem zwölf Kilometer langen Abschnitt entstanden acht Talbrücken sowie zehn Unter- und Überführungen.

Fahrradverkehr
Die Stadt Siegen liegt am Europäischen Fernwanderweg E1, der von Mittelschweden bis Umbrien in Italien führt. Weiterhin ist Siegen an das Radverkehrsnetz NRW angeschlossen. Darüber hinaus sind Fahrradwege im Stadtgebiet eine Ausnahmeerscheinung. Vereinzelt ist Fahrradfahrern die Benutzung von Busspuren erlaubt. Die Verkehrsplanung der Stadt innerhalb und außerhalb der Stadt ist jedoch primär auf die Förderung des Autoverkehrs ausgerichtet. Aus diesen Gründen sowie wegen der weitenteils bergigen Stadtlandschaft mit vielen Steigungen spielt der Fahrradverkehr in Siegen eine untergeordnete Rolle; Fahrradfahrer stellen im Stadtbild eine Minderheit dar.

Luftverkehr
Im Süden des Kreises in der Gemeinde Burbach liegt der Siegerlandflughafen.

Lokale Medien

Mit drei Tageszeitungen, dem WDR-Studio und dem Lokalradio Siegen verfügt Siegen über eine vergleichsweise vielfältige Medienlandschaft. In Siegen unterhält der Westdeutsche Rundfunk (WDR) eines der technisch modernsten trimedialen Studios, in dem Hörfunk- und Fernsehredaktion aus den südwestfälischen Kreisen berichten und Radio- und Fernseh- sowie Videotext- und Internetnachrichten verbreitet werden. Dazu zählt die „Lokalzeit Südwestfalen“, das wochentags ausgestrahlte Fernsehfenster „Südwestfalen“ im Anschluss an die „Aktuelle Stunde“ im dritten Fernsehprogramm des WDR. Außerdem betreibt der WDR eine Sendeanlage für UKW-Hörfunk und TV (früher auch Mittelwelle) auf dem Giersberg.

Als Tageszeitungen erscheinen in Siegen die Siegener Zeitung, die Westfälischen Rundschau und die Westfalenpost mit lokalen bzw. regionalen Ausgaben. Bis zum Jahr 2000 gehörte die Siegener Zeitung, die als auflagenstärkste Zeitung Marktführer im Kreis Siegen-Wittgenstein ist, zu den wenigen im Bundesgebiet erscheinenden Nachmittagszeitungen. Die Siegener Zeitung hat Verlagssitz und zentrale Redaktion in Siegen, die überregional erscheinenden Zeitungen Westfälische Rundschau und Westfalenpost haben ihre Zentralredaktionen in Dortmund bzw. Hagen. Beide Zeitungen gehören zur WAZ-Mediengruppe in Essen, erscheinen in einem Anzeigenverbund der WAZ-Zeitungsverlage und mit dem Umbau der WAZ-Zeitungen seit Ende Mai 2009 mit einem gemeinsamen redaktionellen Lokalteil für das Siegerland.

Seit Juni 1990 sendet im Kreis Siegen-Wittgenstein der an das landesweite Programm von Radio NRW angeschlossene lokale Radiosender Radio Siegen. Das kreisweite Lokalradio, eines von 45 in Nordrhein-Westfalen, ist nach dem Landesrundfunk-/Landesmediengesetz auf zwei Säulen aufgebaut: einem öffentlich-rechtlich gestalteten redaktionellen Programm und einer Betriebsgesellschaft, die für den wirtschaftlichen und technischen Betrieb des Lokalradios zuständig ist.

Öffentliche Einrichtungen
Siegen ist Sitz eines Kreiswehrersatzamtes, der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein und einer Industrie- und Handelskammer (IHK), deren Kammerbezirk die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe umfasst.

Mit dem Landgericht Siegen, dem Amtsgericht Siegen und dem Arbeitsgericht Siegen ist die Stadt ein regional bedeutsamer Gerichtsstandort.

Bildung
Von 1594 bis 1599/1600 und von 1606 bis 1609 war die nassauische Hohe Schule, die Johannea, zweimal von Herborn nach Siegen verlegt und in Gebäuden um das Untere Schloss untergebracht. Die älteste Schule Siegens ist das heutige "Gymnasium Am Löhrtor". Es wurde 1536 von Erasmus Sarcerius als Lateinschule und Pädagogium gegründet.Gymnasium am Löhrtor: "." Abgerufen: 28. Januar 2008. Daraus entwickelte sich dann das spätere Jungen-Gymnasium in der Oranienstraße.Siegerländer Heimatkalender 1966, S.96 "Meilensteine aus der Siegerländer Vergangenheit" von Adolf Müller, Verlag für Heimatliteratur
Größte Schule der Stadt ist mit über 1000 Schülern die "Bertha-von-Suttner-Gesamtschule". Siegen ist außerdem Standort der am 1. August 1972 als "Gesamthochschule Siegen" gegründeten Universität Siegen. Daneben gibt es in Siegen ein berufsbegleitendes Studienzentrum der Fachhochschule für Ökonomie & Management (FOM), das mit der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie geteilt wird. Ferner sind in Siegen verschiedene allgemeinbildende und berufliche Schulen (Berufskollegs) und das Siegerland-Kolleg sowie das Weiterbildungskolleg zur Erlangung der allgemeinen Hochschul- bzw. Fachhochschulreife angesiedelt.

Persönlichkeiten
"Siehe Liste der Persönlichkeiten der Stadt Siegen"

Literatur
* Heinrich Silbergleit: "Preußens Städte: Denkschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808." Heymann, Berlin 1908
* Heinrich von Achenbach: "Die Haubergs-Genossenschaften des Siegerlandes." Nach dem Druck von Bonn 1863 neu hrsg. v. Stadt Siegen, Forschungsstelle Siegerland, Siegen 1963
* Heinrich von Achenbach: "Geschichte der Stadt Siegen." Erg. Nachdr. der Ausg. Vorländer, Siegen 1894. Verlag Die Wielandschmiede, Kreuztal 1983
* Heinrich von Achenbach: "Aus des Siegerlandes Vergangenheit." 2. erg. Nachdr. der Ausg. Siegen 1898. Verlag Die Wielandschmiede, Kreuztal 1982
* Erich Keyser (Hrsg.): "Westfälisches Städtebuch." In: "Deutsches Städtebuch." Band III 2. Teilband. Kohlhammer, Stuttgart 1954
* Walther Hubatsch (Hrsg.): "Westfalen." In: "Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945." Band 8 Reihe A: "Preußen." Marburg an der Lahn 1980, ISBN 3-87969-123-1
* Achim Walder (Hrsg.): "Sehenswertes in Siegerland und Wittgenstein. Zwischen Sieg und Rothaargebirge" Walder Verlag 2004, ISBN 3-936575-08-8


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