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Sibiu

Rumänien, Sibiu
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"Sibiu" (deutsch: "Hermannstadt", ungarisch: "Nagyszeben") ist eine Stadt im Kreis Sibiu in Rumänien und war Kulturhauptstadt Europas 27.

Lage und Gliederung

Die Stadt liegt am Zibin (Cibin), einem Nebenfluss des Alt, nahe den Südkarpaten. Weitere Gewässer in der Stadt sind der Bach Pârâul Sapunului und der Binderteich (rum. Lacul Binder). Südlich der Stadt erstreckt sich die Mărginimea Sibiului, eine traditionell auch rumänisch bewohnte Region der Vorkarpaten. Nördlich, nordwestlich, nordöstlich, im Südwesten und östlich der Stadt befindet sich der ehemalige „Königsboden“ - das historisch von Siebenbürger Sachsen besiedelte Gebiet.

Sibiu (rotes Viereck) - Rumänien - Nachbarorte: Mediaş "(Mediasch)", Alba Iulia, Râmnicu Vâlcea
Oberstadt/ Kleiner Ring/ evang. Stadtpfarrkirche
Blick vom Turm der Stadtpfarrkirche
Die Umgebung von Hermannstadt
Ratturm
Evangelische Stadtpfarrkirche
Klimadiagramm Sibiu
Zahlreiche Beschilderungen, u.a. auch die Ortsschilder, werden wieder zweisprachig auf Rumänisch und Deutsch geführt.
Kanaldeckel mit rumänischer und deutscher Ortsbezeichnung

Historische Landschaft

Im alten Siebenbürgen bildete Hermannstadt das Oberzentrum im wichtigsten Siedlungsgebiet der Siebenbürger Sachsen. Der Hermannstädter Stuhl war auch flächenmäßig der größte und dehnte sich im Süden bis zu den Karpaten aus. Er wurde begrenzt (von Osten über Norden nach Westen) von den Stühlen Leschkirch, Mediasch und Reußmarkt. Hier trafen die wichtigsten Handelsrouten Siebenbürgens und der Rotenturmpass Richtung Walachei zusammen. Die Lage an diesem Wegekreuz war für die Stadt von herausragender Bedeutung, machte sie aber dadurch auch immer wieder zum Ziel heftiger Angriffe.

Nachbargemeinden

Die kreisangehörigen Nachbarorte sind Heltau "(Cisnădie)", Großau "(Cristian)", Poplaca, Rothberg "(Roşia)", Schellenberg "(Şelimbăr)", Großscheuern "(Şura Mare)" und Kleinscheuern "(Şura Mică)".

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet gliedert sich in folgende Viertel:

Oberstadt ("Oraşul de Sus") und Unterstadt ("Oraşul de Jos"), die zusammen die Altstadt bilden;
Goldtal ("Valea Aurie"), Hippodrom I-IV, Vasile Aaron, Konradwiese ("Piaţa Cluj"), Theresianum ("Therezian"), Ştrand und Ţiglari.

Außerdem gehören die Dörfer Neppendorf ("Turnişor") und Hammersdorf ("Guşteriţa") als Vororte mit zur Stadt.

Geschichte

1143 erreichten die ersten deutschen Siedler die Gegend; sie ließen sich auf dem Hügel über dem Zibin-Fluss, der heutigen Oberstadt, nieder. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1191 unter dem Namen "praepositum Cibiniensem"; eine Propstei entstand und ab 1223 ist der lateinische Name "„Villa Hermanni“" belegt.

1241 wurde die Stadt während des Mongolensturms zerstört, erholte sich jedoch rasch. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Hermannstadt zu einem wichtigen Handelszentrum. Es war eine der wichtigsten Städte in Siebenbürgen - vielleicht sogar die wichtigste, da sie nicht nur Zentrum von Handel, Verwaltung und Kirche war, sondern auch die größten Befestigungen in ganz Siebenbürgen besaß.

Gegen die Bedrohung durch die Türken ließ die Stadt 3 Mauerringe (die teils noch erhalten sind) mit Dutzenden von Türmen und mehreren großen Toren errichten. Hermannstadt widerstand mehrfach Belagerungen durch die Türken, denen es nie gelang die Stadt einzunehmen, weswegen die Stadt auch als Bollwerk der Christenheit bezeichnet wurde.
Jedoch verheerten die durchziehenden und vor der Stadt lagernden Heere wieder und wieder das gesamte Umland. Nur einmal gelang es durch eine Finte dem ungarischen Fürsten von Siebenbürgen, Gabriel Báthory, die Stadt zu besetzen, zu plündern und alle deutschen Bewohner der festen Mauern zu verweisen - eine bittere Lehre, die danach zu noch größerer Wachsamkeit und Misstrauen der Deutschen führte.

Hermannstadt war das politische Zentrum der Siebenbürger Sachsen und Sitz der "Universitas Saxonum", einer Art Siebenbürger Parlament, welches sich bis 1878 um siebenbürgisch-sächsische Belange kümmerte und ein Symbol der politischen Einheit und Unabhängigkeit der Siebenbürger Sachsen war.

"Siehe Hauptartikel: Nationsuniversität bzw. Sieben Stühle"

Erst nachdem Siebenbürgen Österreich angegliedert wurde, fielen die alten Gesetze, nach denen sich in der Stadt keine anderen Nationen ansiedeln durften.
Im 18. Jahrhundert genoss Hermannstadt unter anderem den Ruf, östlichste Stadt Europas mit Postanbindung zu sein.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam das selbst damals noch hauptsächlich von Deutschen bewohnte Hermannstadt, das politisch jahrhundertelang ungarisch bzw. österreichisch gewesen war, durch den Vertrag von Trianon 192 zu Rumänien. Auch danach blieb die Stadt weiterhin deutsch geprägt. Erst Ende der 3er Jahre verloren die Siebenbürger Sachsen in ihrer Metropole die absolute Mehrheit.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl beträgt aktuell etwa 17. Einwohner..

Die ethnische Struktur der Bevölkerung:
* 95, % Rumänen
* 2, % Ungarn
* 1,6 % Deutsche
* 1,4 % andere

18 Prozent der Bevölkerung haben einen Hochschulabschluss.

Deutsche in Sibiu

Ende 27 wohnten in Sibiu 1.427 Deutsche evangelischer Konfession. Damit gibt es hochgerechnet insgesamt etwa 2. deutsche Einwohner, also 1,6 Prozent, in der Stadt.

Bis zum Ende des Kommunismus in Rumänien lebten trotz massiver Auswanderung seit Mitte der 7er Jahre etwa 2. Siebenbürger Sachsen in Hermannstadt. Ihr Bevölkerungsanteil sank nach 199 schnell und stetig, bis er mit etwa 1,6 Prozent hinter den der Ungarn zurückgefallen war. Dennoch ist die Stadt offiziell mittlerweile wieder zweisprachig. Die Ortstafeln und die touristischen Informationen sind rumänisch und deutsch beschriftet. Auch behördlich wird die Stadt heute als Sibiu/Hermannstadt geführt.

Die deutschsprachige "Hermannstädter Zeitung" erscheint wöchentlich. Es gibt deutsche Kindergärten, Grundschulen, mehrere Gymnasien mit Deutsch als Unterrichtssprache (Muttersprache), darunter das Brukenthal-Lyzeum, das landesweit höchstes Renommee genießt, an denen ein deutschsprachiges Abitur möglich ist, das auch von deutschen Universitäten anerkannt wird. Des Weiteren gibt es als Ausbildungsstätte für deutschsprachige Erzieherinnen und zukünftige Lehrer das Pädagogische Lyzeum. An insgesamt vier Oberschulen (Lyzeen) ist Deutsch Unterrichtssprache. An der städtischen Universität sind auch deutschsprachige Studienfächer belegbar.
Vorhanden sind außerdem eine evangelisch-theologische deutsche Fakultät, in der die evangelische Kirche A.B. in Rumänien ihre Pfarrer ausbildet. Zudem gibt es eine Akademie der evangelischen Kirche A.B. in Neppendorf, ein evangelisches deutsches Altersheim (Carl-Wolff-Altenheim) und ein reges Gemeindeleben. Daneben finden sich drei private deutschsprachige Verlage (Honterusverlag, Hora Verlag und Schiller Verlag), in denen regelmäßig neue Publikationen erscheinen und eine moderne Druckerei (Honterus-Druckerei) im Besitz der deutschen Minderheit, die nach westlichem Standard produziert.

Über dies wurden nach dem Exodus der Mehrheit der Siebenbürger Sachsen wichtige Kunstgegenstände, Kultgeschirr, Kirchenbücher, Matrikel, Folianten, Papiere u.v.a.m. aus den aufgelösten evangelischen Gemeinden und verlassenen Dörfern in die bischöflichen Archivarien, Lager und Bibliotheken verbracht, zusammengetragen und gesichert. Im Kultur- und Begegnungszentrum "Friedrich Teutsch" befindet sich das Zentralarchiv der deutschen Minderheit mit einem großen Bestand historischer Materialien und Dokumente. Es bildet einen Schatz von unschätzbarem Wert, der seit Jahren - finanzkräftig von der Volkswagenstiftung unterstützt - aufgearbeitet und archiviert wird. Das "Landeskirchliche Museum der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien" befindet sich ebenfalls dort.

Schließlich ist das "Bezirkskonsistorium" des Kirchenbezirkes Hermannstadt als wichtige Institution der deutschen Minderheit in der Stadt ansässig, sowie der evangelische Bischof der Siebenbürger Sachsen (Christoph Klein), welcher eine der letzten großen Integrationsfiguren der deutschen Minderheit in Siebenbürgen darstellt.

Nicht zu unterschätzen ist weiterhin die Tatsache, dass die Stadt seit dem Jahr 2 wieder von einem deutschen Bürgermeister (Klaus Johannis) regiert wird. Die Partei der Deutschen Minderheit DFDR stellt die Mehrheit im Stadtrat (seit 24 die Absolute Mehrheit) und so haben die verbliebenen Siebenbürger Sachsen wieder Verantwortung für ihre Stadt.
Dieser Tatsache wird u.a. zugeschrieben, dass in den vergangenen Jahren derart viele Direktinvestitionen aus dem deutschsprachigen Ausland nach Sibiu gingen.

In diesem Zusammenhang befinden sich auch ca. 1 deutsche Manager (teilweise mit Familien) dauerhaft in der Stadt und bilden inzwischen eine kleine Gemeinde von Expatriates.

Religionen und Konfessionen

Großer Ring - v.l.n.r. Rathaus (ehemalige Landwirtschaftsbank), ev. Stadtpfarrkirche (Turmspitze), katholische Garnisonskirche

{| class="prettytable"
|- bgcolor=#DDDDDD
| colspan=8 align="center" | "Multikonfessionelles Sibiu"
|- style="background:#efefef" align="center"
|-
| bgcolor="#ABCDEF" align="center" | "Konfession"
| bgcolor="#ABCDEF" align="center" | "191"
| bgcolor="#ABCDEF" align="center" | "2"
|-
| rumänisch-orthodox
| align="right" | 18 %
| align="right" | 91 %
|-
| griechisch-katholisch
| align="right" | 8 %
| align="right" | 1 %
|-
| römisch-katholisch
| align="right" | 2 %
| align="right" | 2 %
|-
| evangelisch A.B.
| align="right" | 42 %
| align="right" | 2 %
|-
| reformiert
| align="right" | 7 %
| align="right" | 1 %
|-
| jüdisch
| align="right" | 4 %
| align="right" |
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