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Shakespeare in 40 Sprachen
Europa, London
18.04.2012
Shakespeare und die Weltbühne: Riesen-Festival zu Olympia
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London (dpa) - «All the world‘s a stage» - «Die ganze Welt ist eine Bühne». Der berühmte Satz aus William Shakespeares «Wie es euch gefällt» ist nur einer von unzähligen, die sich im Sprachschatz festgesetzt haben - und das nicht nur im englischen und deutschen. Shakespeare gehört weltweit zu den meistgespielten Autoren. Im Jahr der Olympischen Spiele im Vereinigten Königreich kommt die Welt jetzt in die Heimat des Dramatikers.
Im Jahr der Olympischen Spiele feiert Großbritannien Shakespeare mit einem gigantischen Festival. Hunderte Künstler aus aller Welt reisen an und spielen Shakespeare in Dutzenden Sprachen
Beim vermutlich größten Shakespeare-Festival, das es je gab, spielen Hunderte Profis und Tausende Laien seine Stücke. Gesprochen werden dabei gut 40 Sprachen. Los geht es am Wochenende des 21. April, erst im Herbst ist Schluss. Mehr als eine Million Tickets sind im Angebot. 50 Kulturorganisationen aus zahlreichen Ländern, von Theatern über Museen bis hin zum Sender BBC machen mit.
Auch Laien sind gefragt: 7200 Beteiligte aus 260 Hobby-Theatergruppen zeigen ihre Shakespeare-Interpretationen in Pubs, Parks, auf Burgen und in Kirchen. Bei einem Internet-Projekt sollen unter anderem Schüler weltweit mitmachen. Das British Museum präsentiert eine eigene Schau.
«Shakespeare ist nicht mehr nur englisches Kulturgut», erklärt Michael Boyd, Künstlerischer Leiter der Royal Shakespeare Company (RSC). «Er ist der beliebteste Künstler und Stückeschreiber der ganzen Welt.» Mehr als die Hälfte aller Schulkinder der Erde haben Shakespeare auf dem Lehrplan stehen, besagt eine Studie der RSC und des British Council.
Warum ist der im Jahr 1616 gestorbene Schreiber heute in so vielen Kulturen verankert? Weil er «Geschichten darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein», erzähle, meint Boyd. «Sich verlieben oder seine Ehre zu verlieren. Von den Mächtigen missbraucht zu werden oder im Schatten unserer eigenen Sterblichkeit mit den Träumen von Engeln zu leben.»
Das Programm des «World Shakespeare Festivals» zu füllen sei daher kein Problem gewesen. Im Gegenteil. Feurige Bewerbungsbriefe aus der Ferne gingen bei den Machern ein, die rund vier Jahre geplant haben. Das Fest ist einer der Höhepunkte der Kulturolympiade im Königreich: Während die Augen der Welt 2012 wegen der Olympischen Spiele ohnehin auf das Land gerichtet sind, ist unter den Kultureinrichtungen ein wahrer Wettbewerb ausgebrochen, wer das Spektakulärste liefert.

Die fünf Ringe der Olympischen Spiele hängen am 24.01.2012 in London im Bahnhof St Pancras International.
Das Globe Theatre an der Londoner Themse - ein Nachbau eines elisabethanischen Theaters, wie es zu Zeiten Shakespeares aussah - leistet einen besonderen Beitrag dazu, dass das Shakespeare-Festival unvergessen bleiben könnte. Unter dem Titel «Globe to Globe» werden sechs Wochen lang sämtliche Shakespeare-Stücke gespielt - und zwar jeweils in einer anderen Sprache und von einem Ensemble aus einem anderen Land. Rund 40 Sprachen, 600 Schauspieler, Kostüme vom Kimono bis zur afrikanischen Festtagsrobe.
«Shakespeare ist die Sprache, die uns besser als jede andere zusammenbringt», meint Dominic Dromgoole, Künstlerischer Direktor des Globe-Theaters. «Sie erinnert uns an die fast unendlichen Unterschiede zwischen uns und gleichzeitig an unsere seltsamen und bescheiden stimmenden Gemeinsamkeiten.»
Zu hören sein werden Russisch, Afrikaans, Hindi, Urdu, Hebräisch, Arabisch, Japanisch und eine Menge mehr. Eine Aufführung von «Henry VI» teilen sich Ensembles aus Serbien, Albanien und Mazedonien. Aus Deutschland reist die Bremer Shakespeare Company an. Eine neue Gruppe aus Kabul tritt zum ersten Mal außerhalb Afghanistans auf. Auch das jüngste Land der Welt, der Südsudan, ist dabei.
«Shakespeare gehört nicht nur dem Vereinigten Königreich, sondern der ganzen Welt», erklärt Ruth Mackenzie, Direktorin der Kulturolympiade. Deshalb sei es auch richtig, dass die ganze Welt ihn feiere. Londons Bürgermeister Boris Johnson freut sich dabei auch über den wirtschaftlichen Aspekt: «William Shakespeare ist unser bester kultureller Export.»
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