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Sderot

Israel, Sderot
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"Sderot" oder , (, auf Deutsch „Boulevard“, arabisch ) ist eine Stadt im südlichen Israel. Sie liegt im Westteil der Negev-Wüste unweit des nördlichen Gazastreifens.

Allgemeine Informationen
Sderot hat knapp 19.300 Einwohner (2007), etwa vierzig Prozent davon sind Neueinwanderer, die erst nach 1990 aus der ehemaligen Sowjetunion zugezogen sind. Sderot wurde in den Jahren nach der israelischen Staatsgründung (1948) besiedelt und wie viele andere Entwicklungsstädte gezielt gefördert. Die Stadt konnte sich dennoch nicht zu einem regionalen Zentrum entwickeln.

Der ehemalige israelische Verteidigungsminister Amir Peretz hat ein Haus in Sderot. Nahe der Stadt besitzt der ehemalige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon eine Farm.

Das südlich der Stadt im Landkreis Sha´ar Hanegev gelegene Sapir College ging im Dezember 2005 eine akademische Partnerschaft mit der Fachhochschule Trier ein.

Raketenangriffe aus dem Gazastreifen
Auf Sderot abgefeuerte Qassam-Raketen werden in der Polizeistation aufbewahrt
Straßenbunker (vorne), Bushaltestellenbunker (hinten) in Sderot
Situation
Internationale Bekanntheit erlangte Sderot, weil es seit dem 16. April 2001Israelische Botschaft: , 21. November 2006 immer wieder mit Qassam-Raketen aus dem nahen Gazastreifen angegriffen wird. Im Juni 2004 starben bei einem solchen Angriff erstmals Menschen. Seit Israels Rückzug aus dem Gazastreifen im Sommer 2005 haben die Angriffe massiv zugenommen. Die Zahl der auf Israel, zumeist auf Sderot, abgefeuerten Raketen stieg im Zeitraum von 2001 bis zum Januar 2009 auf über 8600.http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/7818022.stm Im Jahr 2004 waren die andauernden Angriffe ein wichtiger Grund für die Militäraktion „Tage der Buße“. Auch in der darauffolgenden Zeit kam es zu weiteren Militäraktionen durch Israel, zuletzt die Operation Gegossenes Blei.

In Sderot befindet sich wegen der Angriffe die einzige im Ernsteinsatz befindliche Komponente des Tactical-High-Energy-Laser-Systems, des von einer israelischen Firma entwickelten Frühwarnradars. Es funktioniert in etwa achtzig Prozent der Fälle. Vom Ertönen des Frühwarnsystems ("„Tseva Adom“", zu Deutsch „Farbe Rot“) bis zum Einschlag der Rakete bleiben jedoch nur ca. fünfzehn Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen.

Angriffsopfer in der Vergangenheit
Mitte November 2006 kam es zu einer Vielzahl von Raketenangriffen, die innerhalb weniger Tage zwei TodesopferJerusalem Post: , 16. November 2006Haaretz: , 22. November 2006 forderten und einige Menschen schwer verletzten.Haaretz: , 15. November 2006FAZ: , 15. November 2006Haaretz: , 16. November 2006
Die Angriffe dauerten in den Folgewochen an; eine Delegation von 70 Diplomaten, die auf Einladung von Außenministerin Tzipi Livni am 23. November die Stadt besuchte, verließ die Stadt nur 20 Minuten vor einem neuerlichen Angriff mit Qassam-Raketen.Israelische Botschaft: , 23. November 2006
Am 12. Dezember 2007 fielen mehr als 20 Raketen auf Sderot, worauf der Bürgermeister der Stadt, Eli Moyal, unerwartet seinen Rücktritt bekanntgab. Im Januar und Februar des Jahres 2008 wurden über 1000 Raketen auf Sderot geschossen; dabei kam Ende Februar ein Mann auf dem Campus des Sapir Colleges ums Leben.haGalil.org: , 28. Februar 2008

Kibbuz Migwan
Migwan (hebräisch: מגוון, deutsch: Vielfalt) ist ein kleiner Kibbuz innerhalb der Stadt Sderot.

Der Kibbuz wurde 1987 gegründet. Seit seiner Gründung gehörte der Kibbuz der links-zionistischen Kibbuzvereinigung HaKibbuz Ha"Arzi (Landeskibbuzverband) an, welcher allerdings 1999 in den Dachverband HaTenua HaKibbuzit (die Kibbuzbewegung) aufging. 2005 lebten in dem städtischen Kibbuz ca. 50 Personen. Migwan ist ein moderner Kibbuz mit traditionellen Einflüssen. Er besitzt einen kollektiven Wirtschaftszweig mit Gemeinschaftsunternehmen, gemeinsame kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen sowie wöchentliche Versammlungen. Im Gegensatz zu den traditionell-sozialistischen Kibbuzim gibt es in Migwan privaten Besitz, wie das Einkommen und private Immobilien. Heute beherbergt der Kibbuz etwa 10 Familien, so wie Internet- und Dienstleistungsunternehmen.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 16.12.2017 10:15 von den Wikipedia-Autoren.
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