Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
     
Hotelsuche in 
 

Schytomyr

Ukraine, Schytomyr
Von Wikipedia - die freie Nachrichtenenzyklopädie   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  

"Schytomyr" (ukrainisch ""; russisch "/Schitomir", polnisch "Żytomierz") ist eine Stadt mit knapp 300.000 Einwohnern in der nördlichen Ukraine, 120 km westlich von Kiew und 150 km südlich der Grenze zu Weißrussland.

Sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen politischen Bezirks Oblast Schytomyr. Die Stadt liegt in einer welligen Landschaft am Fluss Teteriw, der in den Dnepr entwässert. Sie ist Verkehrsknoten, Industriezentrum und kultureller Mittelpunkt mit Hochschulen, Theater und Museen. Sie gliedert sich in die zwei Stadtrajone Rajon Bohunyja und Rajon Koroljowsk.

Lage
Verkehrsmäßig ist sie im Kreuzungspunkt je zweier Fernstraßen und zweier Bahnstrecken gut erschlossen. Alle vier Linien verlaufen annähernd nach den vier Himmelsrichtungen. Wirtschaftlich dominiert der Maschinenbau und - in einer agrarischen Umgebung - die Lebensmittel-Industrie. In der Nähe wird vorzüglicher Marmor abgebaut.

Geschichte

Ihre Gründung geht etwa auf das 7. Jahrhundert zurück, als die eingewanderten slawischen Stämme sesshaft wurden. Die Ernennung zur Stadt, im 9. Jahrhundert, wird in altrussischen Chroniken des Jahres 1240 genannt. Seit dem 11. Jahrhundert gehörte die Region zum Staat der Kiewer Rus, dessen Hauptstadt Kiew war und war auch von Polen und Wolhyniern bewohnt. 1320 gehörte Schytomyr zu Litauen, 1569 kam die Stadt an das vereinigte Königreich Polen-Litauen. Zu dieser Zeit siedelten sich hier zahlreiche Juden an.

Viele Kapitel der Stadtgeschichte sind mit dem Befreiungskampf der Saporoger Kosaken gegen die polnische Herrschaft verbunden. Im Jahre 1648 wurde Schytomir für einige Jahre von den Kriegern Bohdan Chmelnyzkyjs (1595–1657) eingenommen. Nach dem Verlust Kiews an das Zarenreich wurde Schytomyr zum Sitz des Woiwoden von Kiew

1793 kam die Stadt auf Grund der Zweiten Polnischen Teilung an das Zarenreich und wurde Hauptstadt des Wolhynischen Gouvernements. Heiße Kämpfe entbrannten dort während des russischen Bürgerkriegs und der ausländischen Intervention (1918–1921).

Von 1941 - 1944 war Shitomir als Generalgebiet Bestandteil des Reichskommissariats Ukraine und rückwärtiges Heeresgebiet. Im nördlichen Teil, durch den auch die „Nordbahn“ über Korosten nach Brest führte, war die deutsche Herrschaft durch Partisanenverbände erheblich beeinträchtigt. Dies galt zunehmend auch für die Südbahn über Berditschw und Schepetowka nach Kowel.

An den Gefechten um Shitomir beteiligten sich sowohl im Bürgerkrieg, als auch während des Zweiten Weltkrieges 1941-45 Einheiten unter Befehl von Budjonny (1883–1973) und Woroschilow (1881–1969). Im Bürgerkrieg zwischen „weiß“ und „rot“ werden Schors (1895–1919), Kotowski (1881–1925) und andere Truppenführer genannt.

Nach der Auflösung der Sowjetunion wurde die Region 1991 einer der 24 Bezirke (Oblast) der nun selbständigen Ukraine, deren Verwaltungs-, Kultur- und Industriezentrum die Stadt darstellt.

Juden in Schytomyr

Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es in Schytomyr eine bedeutende jüdische Gemeinde. Die Stadt war ein Zentrum der chassidischen Bewegung und gehörte im Zarenreich zum Ansiedlungsrayon. Im Jahre 1891 war über ein Drittel der Stadtbevölkerung jüdisch (24.062 Juden bei einer Gesamtbevölkerung von 69.785 Einwohnern). Zusammen mit Vilnius war dies der einzige Ort, an dem die russische Regierung ein Rabbinerseminar errichten ließ, zur Ausbildung von jüdischen Geistlichen im Staatsdienst. Zu den bekannten Studenten des Rabbinerseminars gehört Abraham Goldfaden, der Begründer des jiddischen Theaters. Der Schriftsteller Mendele Moicher Sforim wohnte in Schytomir, und als Kind wuchs hier Chaim Nachman Bialik auf, der bedeutende hebräische Dichter.

Am 7. und 8. Mai 1905 kam es in Schytomyr zu einem Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung, das insgesamt 30 Todesopfer forderte; auch ein christlicher Student namens Nikolaj Blinow, der den Juden zu Hilfe kommen wollte, kam beim Pogrom ums Leben. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wurde Schytomyr am 9. Juli 1941 von deutschen Truppen besetzt, und im darauffolgenden Holocaust wurden die meisten Juden aus Schytomyr und Umgebung ermordet. Dies war auch ausschlaggebend dafür, dass sich der Österreicher Oberstleutnant im Generalstab der deutschen Wehrmacht Robert Bernardis dem militärischen Widerstand anschloss und am 20. Juli 1944 in Berlin sein Leben opferte.

Schytomyr Kirche

Wirtschaft

Im 20. Jahrhundert hat sich die Stadt beträchtlich ausgedehnt und die Zahl ihrer Industriebetriebe hat sich erhöht. In Schytomyr sind Firmen des Maschinenbaus, der Textil-, Möbel- und Lebensmittelindustrie ansässig.

Die Stadt liegt in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet. Sie ist Verkehrsknotenpunkt der Region und Umschlagplatz für Holz und Getreide sowie Sitz eines landwirtschaftlichen Institutes.

Die Umgebung weist reiche Lagerstätten von dekorativem Gestein auf, das industriell gewonnen wird. Es werden roter, rosa und weißer Marmor, Granite und silbriger Labradorit abgebaut.

Sehenswürdigkeiten
Schytomyr ist traditionell berühmt für seine Gärten, Parks und grünen Alleen. Besonders malerisch sind sie längs der felsigen Ufer des Teteriw, an dessen Ufern sich auch das Denkmal zur Erinnerung an den unbekannten Soldaten befindet.

Die interessantesten Zeugnisse der Baukunst der Stadt sind das einstige Magistratsgebäude aus dem 17. Jahrhundert sowie die an der Peremohy-Straße befindliche Preobraschenski-Kathedrale aus dem 18. Jahrhundert. Diese ist eine ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats. Die Michaelskirche an der Kyjiwska (Kiewer) Straße aus dem 19. Jahrhundert ist wiederum eine ukrainisch-orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats. Schytomyr hat mehrere Museen, zu denen die Korolenko- und die Koroljow-Gedenkstätte zählen, aber auch das Kosmonautik-Museum und das Naturkundemuseum, das in einem Kirchengebäude untergebracht ist. Laut einer Infotafel am Eingang der Kirche, wurde sie im 18. Jahrhundert erbaut, ihre Architektur scheint allerdings für diese Zeit untypisch zu sein, sie erinnert eher an das 16. Jahrhundert. Das Theater von Schytomyr erinnert an mitteleuropäische Opernhäuser.

Soziale Situation heute

Im Dezember 2006 gründete der bisher in Moldawien tätige österreichische Jesuit Georg Sporschill das erste von 3 Betreuungshäusern für Straßenkinder, von denen die Stadt einige zehntausend haben dürfte. Die soziale Situation der Bevölkerung hat sich seit der Trennung von der UdSSR nicht wesentlich verbessert.

Persönlichkeiten

Schytomyr hat historische Orte, die mit dem Aufenthalt berühmter Künstler und Wissenschaftler verbunden sind.

Dort weilte der große ukrainische Dichter, Schriftsteller und Streiter für Gerechtigkeit Taras Schewtschenko (1814–1861), lebte und arbeitete der Klassiker der ukrainischen Literatur Mychajlo Kozjubynskyj, wurde der russische Schriftsteller Wladimir Galaktionowitsch Korolenko (1853–1921) geboren und erlebte dortselbst seine Kindheit.

Schytomyr ist die Geburtsstadt eines Helden der Pariser Kommune, des polnischen revolutionären Demokraten Jaroslaw Dombrowski (1836–1871), und des Chefkonstrukteurs der ersten sowjetischen Sputniks und Raumschiffe Sergei Pawlowitsch Koroljow (1907–1966). Beiden wurden dort Denkmäler errichtet. Zudem stammt der Pianist Svjatoslav Richter sowie der Zionist und hebräische Schriftsteller Aharon David Gordon aus der Nähe von Schytomyr. Weiterhin wurden die Komponisten Juliusz Zarębski und Borys Ljatoschynskyj in Schytomyr geboren. Auch der zu seiner Zeit weltberühmte Bass Alexander Kipnis ist ein Sohn der Stadt. In der Stadt wurde der Schachspieler Ossip Bernstein (1882–1962) geboren. Ebenfalls aus Schytomyr stammt der Auschwitz-Überlebende und bekannte Schriftsteller Tadeusz Borowski.

;Weitere Persönlichkeiten
* Wladimir Martynowitsch Artzychowski, russischer Botaniker
* Jan Borissowitsch Gamarnik, sowjetischer kommunistischer Aktivist und Militärsmann
* Keni Liptzin, englisch-amerikanische jiddische Schauspielerin
* Julius Mowtschan, ukrainischer Journalist in Nordamerika
* Lea Nickel, israelische Malerin
* Oleg Olzhich, ukrainischer Schriftsteller und nationalistischer Aktivist
* Mieczyslaw Pawlikowski, polnischer Schauspieler
* Dawid Petrowitsch Sterenberg, russischer Maler
* Wladimir Jossifowitsch Weksler, russischer Physiker


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 13.04.2021 15:03 von den Wikipedia-Autoren.
Überblick
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Im Botanischen Garten die Beine lang machen und alle fünf Ahornblattspitzen grad sein lassen oder am Andreassteig dem Schweigen der Glocken lauschen: Kiew können Sie ruhig angehen lassen. Wenn Sie unbedingt wollen. Auf der Prachstraße Kreschatik
Wie? Sie haben keine Vorstellung von Kiew? Keinen blassen Schimmer? Ein wenig könnten Sie sich schon anstrengen, das ist hier ja kein Konsumportal. Na gut, ein wenig helfen wir Ihrer Fantasie auf die Sprünge: Dynamo! Genau, da war doch was, der
Stadt Kiew |Rajon = Kreisfreie Stadt |Höhe = 179 |Fläche = 839 |Einwohner = 2700000 |EW_Stand = 2007 |PLZ=01xxx-04xxx |Vorwahl = 44 |Gliederung = 10 Rajone |Adresse = Вул. Хрещатик 3601044 м. Київ
Die Ukraine hatte recht schnell harte Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie ergriffen. Mitte März wurden die Grenzen für ausländische Touristen geschlossen. Seit Mitte Mai werden die Einschränkungen schrittweise wieder
Nach ersten Lockerungen stiegen in der vergangenen Woche die Neuinfektionen wieder. Die Behörden schlossen erneute Einschränkungen nicht aus. Inzwischen sind in dem osteuropäischen Land mehr als 30 500 Infektionen
Wenige Stunden zuvor hatte sich seine 42-jährige Ehefrau nach dem Bekanntwerden ihrer Infektion in Selbstisolation begeben. Tests bei Selenskyj und den beiden Kindern des Paares seien negativ gewesen. In dem osteuropäischen Land sind bisher
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Heimspiel für die Ukraine, und was für eins! Der Gastgeber leuchtet den schwedischen Spielern den Weg nach Hause aus. Die Aufstellung der Ukraine: Pyatov - Husyev, Khacheridi, Mykhalik, Selin - Timoschchuk, Nazarenko, Konoplyanka –
Welche Spannung! Auch wenn's aussieht wie ein Ikea-Firmenspiel, das zweite des Tages, denn auch die Franzosen und Ukrainer liefen dunkelblau-gelb auf. Schweden und England schießen sich abwechselnd hoch. Aufstellung Schwedens: Isaksson - J.
Die Statistik sprach gegen einen Sieg Englands und sie hielt ihr Wort. Ein anfangs flottes Spiel wurde zum Stellungskampf in der zweiten Halbzeit und Verlängerung, im Elfmeterschießen hatte Italien stärkere Nerven. Aufstellung Englands: Hart - G.
Traumtore. Sie haben sich's verdient. Und Italien hat es sich auch verdient. Parteiisch: Der Ticker zum Nachlesen. Das ist das letzte Mal dieses Jahr, dass wir den Tatort dran geben müssen. Absehbar ist der Spielverlauf des Finales 2012:
Die Niederlande ist ganz in Orange getaucht, erinnert wahlweise an ein Sommerfest der Müllabfuhr oder den Majdan in Kiew während der Orangenen Revolution. Gegen Dänemark sind die Krassfarbenen Favorit - mal sehen, ob der Wahlmünchner Arjen Robben
Gomez, Gomez, Gomez brüllen die Fans. Zwei Tore, in der 24. und in der 38. Minute, verdankt die deutsche Elf dem Spieler. Van Persie Die deutsche Aufstellung: Neuer - Boateng, Hummels, Badstuber, Lahm - Khedira, Schweinsteiger - Müller,
Wetter

Kiew


(13.04.2021 15:03)

-12 / -3 °C


14.04.2021
-12 / -6 °C
15.04.2021
-11 / -7 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Leben auf Malta ...
Bestätigung: Deutsche ...

Urlaubsplanung nach Co ...
...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum