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Saranda (Albanien)

Albanien, Saranda
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Uferanlage und Hafen
Bucht von Saranda mit dem kleinen Hafen für Fischerboote
Uferpromenade und Strand im Stadtzentrum
Blick auf Korfu
Albanisch-Orthodoxe Kathedrale

Die Stadt "Saranda" (albanisch auch "Sarandë", , italienisch "Santi Quaranta") liegt ganz im Süden Albaniens. Die Hafenstadt ist Hauptort des gleichnamigen Kreises und ein beliebter Badeort an der Küste des Ionischen Meeres.

Lage
Saranda liegt in einer kleinen, nicht sonderlich geschützten und nach Süden offenen Bucht, die von 200 Meter hohen Hügeln umgeben ist. Von Saranda sind es nur wenige Kilometer zur südwestlich gelegenen griechischen Insel Korfu. Von der fruchtbaren Ebene im Osten ist die Stadt durch einen schmalen Hügelzug getrennt, der sich nach Süden bis zum Vivar-Kanal zieht und sich nördlich der Stadt zu 600 Meter hohen Bergen erhebt. Auf dem "Mali i Lëkurësit", der ein Teil dieses Hügelzuges ist und südöstlich des Stadtzentrums liegt, wurde im Mittelalter eine Burg errichtet. Nordwestlich von Saranda liegt 15 Kilometer entfernt im Landesinneren die Stadt Delvina.

Einwohner
Saranda zählt je nach Quelle zwischen 15.500 (Berechnung 2007) und 35.000 Einwohnern"Saranda - Çelësi turistik", Tirana 2006, ISBN 978-99943-964-5-0. Ein abnehmender Anteil von ihnen gehört zur griechischen Minderheit:Albanian Helsinki Committee: Während im Jahr 1990 von den insgesamt 17.000 Einwohnern rund 7.500 zur griechischen Minderheit gehörten, waren es etwas mehr als zehn Jahre später nur noch 3.500 Griechen unter 30.000 Albanern.

Wirtschaft und Verkehr
Tourismus
Wichtigster Erwerbszweig der Einwohner ist der Badetourismus. Die Gäste der Stadt sind vornehmlich Albaner. In den letzten Jahren hat die touristische Entwicklung einen Bau-Boom ausgelöst. Zahlreiche Hotels und auch Gebäude mit Ferienwohnungen wurden errichtet. Der Ort dehnt sich mehr und mehr in das früher unbebaute Umland aus. Dadurch hat Saranda viel von seinem früheren Reiz eines kleinen Küstenstädtchen verloren.

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit bei Saranda sind die Ruinen von Butrint. Die antike Stadt ist Unesco-Weltkulturgut. Andere Sehenswürdigkeiten sind die byzantinische Kirche "Shën Kollë" in Mesopotam sowie die Karstquelle Syri i Kaltër ("Blaues Auge").

Verkehr
Ganz im Süden Albaniens gelegen und durch gebirgiges Hinterland umgeben, ist Saranda nur schlecht an die Zentren des Landes angebunden. Eine Busfahrt nach Tirana kann von sechs bis zu neun Stunden dauern. Vlora ist auch eine halbe Tagesreise entfernt. Die Straße an der Albanischen Riviera wird in den nächsten Jahren erneuert, da sie eine wichtige Verbindung für Touristen ist. Fast sämtlicher Verkehr muss den 572 Meter hohen Muzina-Pass (albanisch: "Qafa e Muzinës") überwinden, der Sarandas Umgebung mit dem Drinostal verbindet. Diese Strecke wurde 2007 völlig erneuert. Dies ist auch der schnellste Weg nach Griechenland, da der Grenzübergang bei Konispol (die Entfernung bis zur Grenze beträgt rund 35 Kilometer) sehr schlecht erschlossen ist, aber demnächst erneuert wird.

Von Korfu verkehren täglich Fähren nach Saranda. Im Sommer fahren Tragflügelboote zum Teil auch nach Himara und Vlora. Die Bedeutung des Hafens als Warenumschlagplatz ist sehr gering: Im Jahr 2004 belief sich der Warenumschlag auf lediglich 73.400 Tonnen.

Geschichte
In der Antike hieß der Ort "Onchesmos" und diente vor allem als Hafen von Phoinike. Diverse Überreste aus der Spätantike wie zum Beispiel die Stadtmauer sind heute noch im Stadtzentrum zu sehen. Im 6. Jahrhundert wurde auch eine große Kirche für die "vierzig Märtyrer" gebaut.Guntram Koch: "Albanien", Köln 1989, ISBN 3-7701-2079-5 Von ihrem griechischen Namen "Hagioi Saranta" leitet sich auch der heutige Name "Saranda" ab.Peter Bartl: "Albanien. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart", Regensburg 1995, ISBN 3791714511 Später setzte sich vermehrt die italienische Fassung "Santi Quaranta" durch. Die Ruinen der Basilika, die der Archäologe Marco Ugolini Ende der 1930er Jahre noch untersucht hatte, wurden während des Zweiten Weltkriegs durch einen Luftangriff vollständig vernichtet.

Wie Butrint wurde Saranda während der Völkerwanderung im Jahr 551 zerstört. Im Mittelalter hatte die Hafenstadt meist keine große Bedeutung und wurde wiederholt zerstört und geplündert. Vom Beginn des 15. Jahrhunderts an war Saranda nahezu 500 Jahre Teil des Osmanischen Reiches und gehörte zum Sandschak von Delvina und erlebte einen Niedergang. 1878 brannten griechische Nationalisten aus Korfu die Stadt nieder.James Pettifer: "Albania & Kosovo", London 2001, ISBN 0-7136-5016-8

Im Ersten Balkankrieg (1912) besetzten griechische Truppen den Ort. Wegen der zahlreichen griechischen Bevölkerung beanspruchte die Athener Regierung Saranda für Griechenland. Die europäischen Großmächte übten diplomatischen Druck auf die Griechen aus, und diese räumten schließlich Saranda Anfang 1914 und der Ort wurde mit Albanien vereinigt. Saranda zählte 1913 lediglich 110 Einwohner.Julie Vullnetari: "Albanian Migration and Development: State of the Art Review", IMISCOE Working Paper, Falmer 2007 () Während des Ersten Weltkriegs diente Saranda von 1916 bis Anfang 1919 als Militärhafen der italienischen Marine.

In der Zwischenkriegszeit nahm die Einwohnerzahl rasch zu. Vor dem Zweiten Weltkrieg nannten die Albaner den Ort "Pirro", während acht Monaten nach dem albanischen König Zogu auch "Zogaj". Am Karfreitag 1939 war Saranda einer der Landungsorte der italienischen Truppen, die Albanien für das faschistische Italien okkupierten, um die imperialen Pläne Benito Mussolinis zu verwirklichen. Während der italienischen Besatzung wurde der Hafen nach Mussolinis Tochter "Porto Edda" genannt.

Nach dem gescheiterten italienischen Angriff auf Griechenland zu Beginn des Zweiten Weltkriegs gingen die Griechen im Winter 1940 zur Gegenoffensive über und besetzten am 6. Dezember auch Saranda. Am selben Tag wurde Pietro Badoglio, der Oberkommandierende der italienischen Truppen, abgesetzt. Im Oktober 1944 landeten 1200 britische Marinesoldaten an der Küste nördlich von Saranda, um die deutschen Truppen im Ort zu bekämpfen. Die kommunistischen Partisanen hatten aber bereits Saranda umzingelt und verlangten, dass die Briten das albanische Territorium wieder verließen. 1945 wurden 1520 Einwohner gezählt.

Unter der kommunistischen Regierung Albaniens wurde Saranda seit Mitte der 50er Jahre zum Urlaubsort ausgebaut und bedeutend erweitert. Auch einige Fabriken insbesondere der Nahrungsmittelindustrie wurden errichtet. Erst in dieser Zeit bekam der Ort einen städtischen Charakter. 1967 lebten 8700 Einwohner in der Stadt.

Aus Saranda stammt der albanische Gelehrte Hasan Tahsini, der im 19. Jahrhundert Anteil an der albanischen Nationalbewegung hatte.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 13.12.2017 19:46 von den Wikipedia-Autoren.
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