Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
Hotelsuche in 
 

Russischer Reizbär vor dem Aus

15.06.2016
Von Jürgen Herda und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Russland nach 1:2 gegen Slowakei fast mit Selbstausschluss
Im Russland des neuen Zaren Putin I. gibt es wohl kein Thema, das nicht politisiert würde. „Unsere Fans werden ständig provoziert“, macht der russische Sportminister Vitali Mutko die russischen Hooligans von Tätern zu Opfern. Gerüchte gehen um, nach denen der Staat gewaltbereiten Fanclub-Bossen die Fahrt zur EM finanziert habe. Auf dem „Feld der Fußballehre“ dagegen schlägt sich die Sbornaja dagegen mehr schlecht als recht – beim 1:2 gegen die Slowakei war die Abwehr des gereizten Bären mehr mit den Stutzen als mit den Schüssen des Gegners beschäftigt.
Galerie
Bild des Spiels: Der Russe Artem Dzyuba (vorne) im Zweikampf mit Jan Durica.

Lille (dpa) - Das Ergebnis bewahrt die Uefa womöglich vor einer Fehlentscheidung: den Ausschluss der Mannschaft aus anderen als sportlichen Gründen. Denn was können die herren in Rot dafür, wenn wildgewordene Horden durch Marseille toben. Soll auch der Weltmeister heimgeschickt werden, weil sich 50 irre Teutonen dem europäischen Randaliererwettstreit angeschlossen haben?

Auch wenn Dominique Mesquida, Gewerkschafter der französischen Bereitschaftspolizei, beschrieb die russischen Randalierer als „paramilitärische Gruppen“, beschrieb, „die gezielt Engländer verletzten wollten“. Bisher gibt es keine belastbaren Indizien, dass der Kremlchef ernsthaft auch in Frankreich für Unruhe sorgen möchte – müsste Russland nicht sogar ein Interesse daran haben, sich vor der WM im eigenen Land in jederlei Hinsicht ordentlich zu präsentieren? Fußballerisch ist dem Team des glücklosen Trainers Leonid Wiktorowitsch Sluzki nur sehr bedingt gelungen.
... von einer russischen Familie in Tracht musikalisch begleitet.

Einmal im Leben gegen England
Auf den Rängen blieb es ruhig, dafür droht Russland nun auch auf sportlichem Wege der EM-Ausschluss. Nach den tagelangen Debatten über die Krawalle russischer Fans kassierte die Sbornaja in ihrem zweiten Gruppenspiel bei der Fußball-Europameisterschaft eine verdiente 1:2 (0:2)-Niederlage gegen Neuling Slowakei.

„Jetzt stehen wir hier mit drei Punkten, das ist das Wichtigste“, bringt es der slowakische Mittelstürmer Adam Nemec auf den Punkt. „Auch wenn die zweite Halbzeit nicht so optimal war.“ Die Slowaken hätten gewusst, dass die Russen kein leichter Gegner sind. „Es war ein Kraftakt.“ Klar, der Schuss von Marek Hamšík sei überragend gewesen, den könne man nur schwer verteidigen. „Wir haben zwei Tore geschossen, in der ersten Halbzeit sehr ordentlich gespielt.“ Und wo geht‘s jetzt noch hin für den Außenseiter? „Wir freuen uns riesig auf das nächste Spiel, das passiert einmal im Leben, dass man gegen England spielen darf.“

Hamšík macht den Unterschied
Damit droht wie schon bei den letzten beiden großen Turnieren in der Vorrunde auszuscheiden. Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen steht der WM-Gastgeber von 2018 vor dem abschließenden Spiel gegen Wales am Montag mit dem Rücken zur Wand, während die Slowaken mit drei Punkten vorbeigezogen sind.

Beim «Hallenfußball» in Lille - die Organisatoren hatten das Dach des Stade Pierre Mauroy geschlossen – besiegelten Vladimir Weiss (32. Minute) und Marek Hamšík (45.) mit sehenswerten Toren den ersten slowakischen Sieg bei einer EM. Insbesondere Hamšík, der Star des italienischen Vizemeisters SSC Neapel, machte vor 38 989 Zuschauern den Unterschied aus. Das russische Tor durch Denis Gluschakow kam zu spät (80.).

Demoralisiert nach Ausschlussdrohung?
Im Blickpunkt stand aber nicht nur das sportliche Geschehen, speziell die russischen Fans waren unter besonderer Beobachtung, nachdem es beim ersten Gruppenspiel gegen England in und außerhalb des Stadions von Marseille zu schlimmen Krawallen gekommen war. Die Europäische Fußball-Union hatte Russland am Dienstag gar neben einer Geldstrafe von 150 000 Euro den sofortigen Ausschluss aus dem Turnier angedroht, sollte es nochmals zu Ausschreitungen im Stadion kommen.
Marek Hamsik (zweiter von links), Torschütze zum 0:2, wird überrannt von

Dies habe eine Rolle gespielt und Einfluss auf die Mannschaft gehabt, monierte Russlands Sportminister Witali Mutko. Immerhin wussten sich die Anhänger diesmal bis auf einen gezündeten Bengalo nach dem Tor zu benehmen, auch in der Innenstadt von Lille registrierte die französische Polizei bis zum Anpfiff keinerlei Vorfälle.

Russen kommen besser ins Spiel
Auch das Spiel begann für Russland zunächst vielversprechend. Die Mannschaft von Trainer Leonid Sluzki, der erneut auf den Schalker Bundesligaprofi Roman Neustädter in der Startelf vertraute, hatte in der ersten halben Stunde mehr vom Spiel – und auch die besseren Torchancen: So sorgte Artem Dsjuba mit einem Kopfball für Gefahr (23.), ehe Fedor Smolow mit einem 20-Meter-Schuss nur um Haaresbreite die Führung verpasste (28.).

Die Slowaken, bei denen der Herthaner Peter Pekarik in der Anfangsformation stand, erwiesen sich mit ihrem frühen Pressing aber als unangenehmer Gegner. Dazu hatten sie in Hamsik den überragenden Mann in ihren Reihen. Nach einem Traumpass des 28-Jährigen düpierte Weiss die russischen Verteidiger Wassili Beresuzki und Igor Smolnikow und setzte den Ball unhaltbar für Igor Akinfejew ins Tor.

Wechsel kamen zu spät
Noch sehenswerter war das Tor von Hamšík: Der Mittelfeldspieler, der bereits beim 3:1 gegen Deutschland im EM-Testspiel ein schönes Tor erzielt hatte, feuerte den Ball kurz vor der Pause vom linken Strafraum in den rechten oberen Torwinkel.

Sluzki reagierte zur Pause und brachte zwei neue Spieler, dafür musste Neustädter weichen. Besser wurde es jedoch kaum. Beflügelt von der Führung agierten die Slowaken immer frecher. So dauerte es bis zur 57. Minute, ehe Russland durch Oleg Schatow wieder zu einem Torschuss kam. In der Schlussphase kam die Sbornaja aber noch einmal auf, insbesondere nach dem Kopfball-Tor von Gluschakow. Doch im Gegensatz zum England-Spiel gab es kein Happy End mehr.

Damit droht wie schon bei den letzten beiden großen Turnieren in der Vorrunde auszuscheiden. Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen steht der WM-Gastgeber von 2018 vor dem abschließenden Spiel gegen Wales am Montag mit dem Rücken zur Wand, während die Slowaken mit drei Punkten vorbeigezogen sind.

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Der ukrainische Außenminister hat es schon vor Weihnachten verraten. Er werde mit seinem Kollegen Sigmar Gabriel in den Donbass reisen, schrieb Pawel Klimkin im sozialen Netzwerk Twitter. Also das Kohlerevier, durch das sich die Front im
Viele Moskauer dachten in der ersten Schrecksekunde an einen Anschlag - doch die Polizei geht bei einem schweren Busunglück mit vier Toten und einem Dutzend Verletzten von einem Unfall aus. Mitten im dichten Verkehr der russischen Hauptstadt fuhr
Die russische Wahlleitung hat eine Registrierung des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny für die Präsidentenwahl unter Verweis auf dessen Vorstrafe abgelehnt. Das entschied die Kommission am Montag in Moskau, nachdem Nawalny am Vortag seine
Gegen alle Erfolgsaussichten hat sich der russische Korruptionsbekämpfer und Oppositionelle Alexej Nawalny von seinen Anhängern als Kandidat für die Präsidentenwahl aufstellen lassen. Auch wenn die Behörden Nawalny wegen einer Vorstrafe nicht
Die gesperrten Fußball-Funktionäre Joseph Blatter und Michel Platini haben von Russlands Staatschef Wladimir Putin eine persönliche Einladung für einen WM-Besuch im kommenden Sommer erhalten. «Die Weltmeisterschaft wird ein großes
Bei Massenprotesten in Russland zum 65. Geburtstag von Präsident Wladimir Putin hat die Polizei rund 290 Menschen festgenommen, aber weniger hart durchgegriffen als früher. Anhänger des Oppositionellen Alexej Nawalny demonstrierten am Samstag in
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Russland hat 14 Nachbarstaaten – gemeinsam mit China ist das Rekord. Die Länge der Landesgrenzen beträgt über 20.000 Kilometer, hinzukommen über 37.000 Kilometer Küstenlinie. Kein Wunder, dass das Land bei dieser Ausdehung eine äußerst
Russland ist der flächenmäßig größte Staat der Welt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass kaum ein anderes Land so viele Möglichkeiten bietet, auf Abenteuerreise zu gehen. Wie bei einer der typischen Matrjoschka-Puppen gibt es unter der
Sicher, wir sind nicht nach Sankt Petersburg gekommen, um Berlin zu sehen. Dennoch ist folgende groteske Fußnote der Geschichte ein weiterer, wenn auch etwas skurriler Grund an die Newa zu reisen: Ausgerechnet „Der Untergang“, der Film über das
„Es wehte ihn daraus immer eine rätselhafte Kälte an, dieses prächtige Panorama war für ihn mit einem stummen, dumpfen Geist erfüllt“, lässt der vom Zaren verfolgte Fjodor Dostojewski Raskolnikow in „Schuld und Sühne“ über die
Kaufmann Pawel Tretjakow (1832–1898) begann 1856, die Werke zeitgenössischer russischer Maler zu erwerben. 1892 hatte der besessene Sammler an die 2000 Werke, die er der Stadt Moskau vermachte. Die „Tretjakow-Galerie“ (1902) im historischen
Gut 900 Schauspieler, Tänzer, Sänger und Musiker beschäftigt der Dramaturgie-Konzern „Bolschoi-Theater“. Das „Große Theater“ wird aber immer seltener den Moskowitern geboten, da die Stars, wie die Ballerinen des weltberühmten
Wetter

Moskau


(25.06.2019 15:49)

-16 / -7 °C


26.06.2019
-19 / -14 °C
27.06.2019
-20 / -13 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

Agenda - The Week Ahea ...
Agenda - The Week Ahea ...

Afghan Farah Governor ...
Ministry Warns Cinema ...

Bitcoin nimmt wieder F ...
...

Auferstanden aus Rouen ...
Unsere kleine Tour de ...

Goldene Stadt an der M ...
Polyphone Power aus Fr ...

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum