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Roermond
Niederlande, Roermond
"Roermond" (, ; limburgisch: "Remunj", französisch: "Ruremonde") ist eine Stadt mit 54.488 Einwohnern in der niederländischen Provinz Limburg an der Grenze zu Deutschland und nahe Flandern in Belgien.
Geographie
Lage
Die Stadt liegt an der Mündung der Rur in die Maas am rechten Maasufer. Die Innenstadt liegt unmittelbar an der Rur. Das Gemeindegebiet besteht im wesentlichen aus dem rund 5 Kilometer breiten Streifen zwischen Maas und der Grenze zu Deutschland.
Durch Kiesabtragungen sind im Gemeindegebiet zahlreiche miteinander verbundene Seen entstanden, die sogenannten Maasplassen (dt. Maasseen oder Maastümpel). Das rund 3.000 Hektar große Gebiet ist das größte Binnen-Wassersportgebiet der Niederlande.
Geologie
Schlagzeilen erhielt Roermond am 13. April 1992, weil hier das Epizentrum eines Erdbebens der Stärke 6,1 auf der Richter-Skala lag. Es war damit das stärkste Erdbeben in Mitteleuropa seit dem Jahre 1756. (Siehe dazu auch: Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Stadtteile
Roermond gliedert sich in insgesamt 24 Stadtteile. Zum Jahresbeginn 2007 wurde die nördliche Nachbargemeinde Swalmen mit 8.826 Einwohnern eingemeindet. Die Gemeindefläche vergrößerte sich durch die Eingemeindung erheblich von 46,65 auf 69,61 km².
Die sechs Stadtbezirke haben folgende Einwohnerzahlen (Stand 1. Januar 2007):
Nachbargemeinden
* Beesel
* Leudal
* Maasgouw
* Roerdalen
* Brüggen (Deutschland)
* Niederkrüchten (Deutschland)
Name
Der Stadtname „Roermond“ legt zwar nahe, dass die Mündung (ndl. "monding") der Rur (ndl. "Roer") in die Maas gemeint ist (wie Rijnmond), hat aber einen anderen Ursprung, allein da die Mündung der Rur in die Maas vor 1338 etliche Kilometer weiter westlich fern der Stadt lag. Die zweite Silbe "mond" stammt wahrscheinlich von der Bezeichnung „monte“ für eine Erhebung. Gemeint ist ein Burgberg, eine alte Befestigungsanlage, genannt Motte – Roermond bedeutet demnach „Rurburg“. Nach anderer Lesart (siehe frz. wikipedia) ist „mond“ von lateinisch mundium - Stadt hergeleitet, also „Stadt an der Rur“ oder „Rurbrücke“ mit keltisch-germanisch „monde“ = „Brücke“ (siehe ndl./engl. wikipedia).
Stadtbefestigung um 1650
Marktplatz 1793 mit französischer Truppenparade
Geschichte
Die städtischen Ursprünge reichen bis zu den Römern zurück. Ein der Göttin Rura geweihter Altarstein, der im Stadtgebiet gefunden wurde, stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Cäsar soll den römischen Ort "Villa Optima" - "bester Wohnplatz" genannt haben.
1130 wird die Stadt erstmals urkundlich erwähnt. Sie gehört zum Herzogtum Geldern. Im Jahr 1213 wird sie vom deutschen Kaiser Otto IV. zerstört. Beim anschließenden Wiederaufbau beginnt man auch 1224 mit dem Bau der Münsterabtei, von der noch heute die "Liebfrauen-Münsterkirche" erhalten geblieben ist.
1232 erhält Roermond ein eigenes Siegel sowie das Recht, Steuern zu erheben und zur Rechtsprechung. 1441 wird Roermond Hansestadt. 1472 erhält die Stadt das Recht zur Münzprägung.
1338-1342 wurde der Lauf der Maas künstlich um ca. 7 km an die Stadtgrenze verlegt und damit auch die Rurmündung.
1543 kam Nimwegen (und das so genannte Oberquartier Gelderns) durch den Vertrag von Venlo unter spanischer Herrschaft. 1554 ereignet sich der erste große Stadtbrand. 1559 wird erstmals das Bistum Roermond gegründet, das 1801 wieder aufgelöst wird. 1665 ereignet sich der zweite große Stadtbrand.
Von 1702 bis 1716 ist Roermond ein selbstständiger Staat. Anschließend gehört es bis 1794 zu Österreich, wobei die Stadt im Dezember 1792 erstmals von den Franzosen unter Francisco de Miranda erobert wird. Im März 1793 erobern die Österreicher Roermond zunächst zurück, bevor es im April 1794 endgültig von den Franzosen besetzt wird, welche die Stadt in Rurmonde umbenennen. Die Besetzung durch die Franzosen währt bis 1814, als es durch die Russen befreit wird.
Von 1815 bis 1830 ist die Stadt niederländisch, anschließend gehört sie bis 1839 zu Belgien. Es folgt eine Doppelzugehörigkeit Ostlimburgs zu den Niederlanden und zum Deutschen Bund bis 1866. In dieser Zeit wird 1853 das Bistum Roermond wiederhergestellt. Seit 1866 ist die Stadt wieder ausschließlich niederländisch.
Beim Überfall der Deutschen Wehrmacht auf die Niederlande 1940 war Roermond eine der wenigen Städte, in denen für kurze Zeit militärischer Widerstand geleistet wurde. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kam es angesichts der Nähe zur deutschen Grenze zu heftigen Kämpfen, die Bevölkerung war deportiert worden. Die deutschen Besatzer sprengten vor ihrer Flucht die Tore der Kathedrale. Das sogenannte "Mahnmal Lüsekamp" im Elmpter Wald, nur wenige Meter von der deutsch-niederländischen Grenze und der A 52 entfernt, erinnert daran, dass hier noch im Dezember 1944 von einem deutschen Erschießungskommando 14 Zwangsarbeiter aus Roermond hingerichtet wurden.
Wappen
Blasonierung: "Geteilt von Blau und Silber, oben ein doppelschwänziger, aufrechter, rotbezungter und -bewehrter, goldbekronter, goldener Löwe, unten eine rote heraldische Lilie. Der Schild ist mit einer goldenen Dreiblattkrone, geschmückt mit 2 Perlen, 3 roten Rautensteinen und 2 blauen Ovalsteinen, bedeckt."
Erklärung: Der Löwe repräsentiert den "Geldrischen Löwen", das Wappentier Gelderns, an dem das Roermondsche Land, Obergeldern oder Oberquartier genannt, seit dem 13. Jahrhundert einen großen Anteil hatte. Die Lilie ist dem Wappen der Familie "van Wachtendonck" ("In Silber eine rote Lilie"; siehe auch Wachtendonk mit Lilie im Wappen) entnommen, die etliche Vögte zu Roermond stellten. Ein Siegelstempel aus dem 13. Jahrhundert ist überliefert und zeigt die Lilie. Das älteste überlieferte Stadtsiegel Roermonds datiert von 1250 und stellt das Wappen der Herzöge von Geldern dar.
Rurufer und St.-Christophorus-Kathedrale, Roermond
Marktplatz Roermond
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten
* Liebfrauen-Münsterkirche (13. Jahrhundert). Im Inneren das Prunkgrab der Stifter Graf Gerhard IV. von Geldern und Gattin Margaretha von Brabant
* Kathedrale St. Christophorus (15. Jahrhundert). Im Inneren: Dalheimer Kreuz aus dem 13. Jh.
* Minderbroederskerk (15. Jahrhundert)
* Rathaus aus dem Jahre 1700 mit einem Glockenspielturm
* Yachthafen
* Basilika von Sint Odiliënberg
* Kapelle In "t Zand (Zum Sand), Marienwallfahrtsort
* Resort Marina Oolderhuuske, schwimmende Häuser auf dem Maassee Hatenboer (Zuidplas) mit eigener Marina (Hafen), Campingplatz und Restaurant
Bild:Roermondmunster.jpg|Munsterkerk
Image:Roermond Münsterkirche.JPG|Munsterkerk
Image:Roermond St. Christophorus.JPG|Kathedrale St. Christophorus
Image:Roermond Minderbrüder2.JPG|Minderbroederskerk
Image:Roermond Minderbrüder4.JPG|Minderbroederskerk, Blick in das nach dem Erdbeben 1992 renovierte Gewölbe
Museen
* Städtisches Museum
Wirtschaft
Roermond ist als Einkaufsstadt bekannt, die besonders von Deutschen aus dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein besucht wird. 2001 wurde in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt auf einem aufgegebenen Kasernengelände ein großes Einkaufszentrum mit dem Namen "McArthurGlen Designer Outlet Center Roermond" gebaut. Das Einkaufszentrum umfasst etwa 120 Geschäfte und lockt im Jahr rund 2,8 Millionen Besucher an. Entgegen ursprünglichen Befürchtungen besuchen rund 40 % davon auch die Roermonder Innenstadt, die seitdem einen erheblichen Aufschwung erlebt. Durch die Anziehungskraft des "Outlet Centers" ist Roermond dabei, dem wesentlich größeren Venlo unter den deutschen Besuchern den Rang abzulaufen.
Roermond ist Sitz der Peek & Cloppenburg Düsseldorf Komplementär B.V.
Verkehr
Schienenverkehr
Roermond hat einen Bahnhof im Stadtzentrum. Die Stadt liegt an der Bahnhauptstrecke Maastricht - Eindhoven, über die Intercity-Züge bis Amsterdam verkehren. Ferner beginnt in Roermond eine Nahverkehrs-Bahnstrecke entlang der Maas nach Venlo und über die Maaslinie nach Nijmegen.
Durch Roermond führt außerdem die Bahntrasse Eiserner Rhein von Antwerpen nach Mönchengladbach. Die Strecke ist derzeit auf den 16,5 Kilometern zwischen Roermond und Dalheim an der deutsch-niederländischen Grenze außer Betrieb. Es existieren Pläne, sie für den Güterverkehr zu reaktivieren, gegen die es allerdings erheblichen Widerstand gibt.
Buslinien
Mit einer Reihe von Stadt- und Landbussen werden sowohl die Stadtteile als auch benachbarte Orte an den Roermonder Bahnhof angebunden. Seit April 2008 hat die Stadt außerdem „Shopbusse“ eingerichtet, die als Pendelbusse die Stadtmitte mit dem Outlet Center und dem neu errichteten Retail Center verbinden.
Radwege
Roermond verfügt inner- und außerorts über ein umfangreiches Fahrradwegenetz.
Straßenverkehr
Seit Anfang 2008 ist Roermond direkt an das niederländische Autobahnnetz angeschlossen. Der Rijksweg 73 (A 73) führt entlang der Maas von Nijmegen über Venlo und Roermond nach Maasbracht. Von dort verlängert der Rijksweg 2 (A 2) die Strecke weiter nach Maastricht und Lüttich).
Die Autobahnanbindung an die deutsche Bundesautobahn 52 nach Mönchengladbach und Düsseldorf wurde am 18. Mai 2009 zwischen der niederländischen Grenze und Elmpt freigegeben. Auf niederländischer Seite ist die N 280 bis zur Grenze bereits autobahnähnlich fertiggestellt.
Die N 280 stellt nach Westen die Verbindung nach Weert und zur A 2 Richtung Eindhoven her. Die einer deutschen Bundesstraße entsprechende N 271 verläuft in etwa parallel zur A 73 und bedient nun vorwiegend den Nahverkehr.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
* Pierre Cuypers (* 16. Mai 1827 in Roermond; †3. März 1921 in Roermond), Architekt
* Henri Gisbert Geene, (* 19. Juli 1865 in Roermond, †29. Mai 1950 in Luzern/Schweiz), Bildhauer
* Marleen Gorris (* 9. Dezember 1948 in Roermond), Drehbuchautorin und Filmregisseurin
* Johannes Murmellius, (* um 1480 in Roermond, †2. Oktober 1517 in Deventer), Pädagoge, Philologe, Dichter und Humanist
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
* Gerhard IV. (* um 1185; †22. Oktober 1229), Graf von Geldern
* Dionysius von Roermond (* 1402/03 in Rijkel; †12. März 1471 in Roermond), Philosoph, Theologe, Mystiker und Scholastiker
Städtepartnerschaften
* 20px Koszalin (Polen)
* 20px Marktredwitz (Deutschland), seit 2007; davor Partnergemeinde von Swalmen
* 20px Mönchengladbach (Deutschland), seit 1971
* 20px Nepomuk (Tschechien), seit 2007; davor Partnergemeinde von Swalmen
* 20px Vinkovci (Kroatien)
Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 19.05.2013 14:23 von den Wikipedia-Autoren.
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