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Rahatschou
Weißrussland, Rahatschou
Rahatschou (weißrussisch; russisch "Rogatschow") ist eine Stadt im Verwaltungsbezirk Homel in Weißrussland. Es ist die Hauptstadt des Kreises Rahatschou. Die Stadt liegt zwischen den Flüssen Drut und Dnepr. Die Einwohnerzahl beträgt 34.700 (Schätzung Stand 2004).
Geschichte
Vor 1142
Archäologische Funde aus der Gegend belegen, dass bereits vor etwa 14.000 Jahre hier Menschen lebten. Es wurden zahlreiche Werkzeuge und Waffenteile aus Feuerstein sowie Knochenreste von Mammuten gefunden. Erste Siedlungen sind für die Mittlere Steinzeit nachweisbar. Während der Bronzezeit war dieses Gebiet schon relativ dicht besiedelt. Besonders aus dieser Zeit finden sich hier viele Grabstätten.
Etwa zu Beginn der Zeitrechnung, vor ungefähr 2.000 Jahren existierte im Gebiet von Rahatschau bereits eine Burganlage. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1142 und bezieht sich auf Fürst Igor.
Die Herkunft des Namens der Stadt ist nicht geklärt.
1142–1772
Im 13. Jahrhundert gehörte Rahatschou zum Großfürstentum Litauen. Zu dieser Zeit kam es zu Kriegen zwischen dem litauischen und dem expandierenden Großfürstentum Moskau, in dem es auch um das Gebiet um Rahatschau ging. Gleichzeitig drängten aber auch Krimtataren und Kasachen in diese Region.
Im 15. Jahrhundert kam es zu einer recht dynamischen Entwicklung des Gebietes, diese Zeit wird als das Goldene Jahrhundert für Rahatschou bezeichnet. Die zu dieser Zeit regierenden Pinsker Fürsten gaben das Gebiet an Sigismund I. (der Ältere) (1467–1548) ab, der die Stadt seiner Frau Bona Sforza zur Hochzeit schenkte. Sie war eine Fürstin von Milano, unter anderem bekannt durch ein Gemälde von Lucas Cranach. Bona ließ sich in Rahatschau auf dem Schlossberg im Zentrum des alten Stadtkerns ein Schloss erbauen.
1562 wird die Stadt von Krimtartaren geplündert und niedergebrannt, 1654 halten sich in diesem Gebiet die Truppen des Hetman Solotorjenko auf.
1569–1772 ist Rahatschau unter Herrschaft der polnischen Rzeczpospolita, wichtige Daten sind hier die Lubliner Union 1569 und die Kirchenunion von Brest von 1596.
Im 17. und 18. Jahrhundert verlor Rahatschou durch die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den sich noch immer bekämpfenden Litauern und Moskauern an Bedeutung, die Entwicklung stagnierte.
Im Jahr 1772, nach der ersten Polnischen Teilung, lag Rahatschou im Herrschaftsbereich des aus litauischen und polnischen erstandenen neuen Fürstentums. Die Stadt wurde zum Verwaltungszentrum eines Kreises, der etwa die fünffache Größe des heutigen Landkreises besaß.
1772–1940
Am 22. März 1777 wird Rahatschau durch Erlass der Zarin Katharina II. Zentrum des Mogilewsker Landkreises.
1781 erhielt die Stadt ihr Wappen, ein schwarzes Horn auf einem goldenen Schild, die goldene Farbe steht für den in diesem Gebiet in großen Mengen produzierten Honig. Zu dieser Zeit wurde beschlossen, auf dem Schlossberg an Stelle des Schlosses der Fürstin Bona eine neue Burg zu errichten. Die Pläne waren bereits fertigt und die im Wege stehenden Gebäude waren schon abgerissen worden, als die Pläne zum Neubau hier am Ort wieder aufgegeben und die Anlage in Bobruisk errichtet wurde.
Die günstige geographische Lage der Stadt war ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung und den Aufschwung besonders der Forstwirtschaft und des Handwerks. Rahatschau war ein wichtiger Punkt auf dem Handelsweg entlang des Dnepr zwischen Mogilev und Kiev.
Der wirtschaftliche Aufschwung und die kulturelle Entwicklung der Stadt wurde durch den Vaterländischen Krieg gegen die Truppen von Napoleon Bonaparte unterbrochen.
Die Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861 durch Zar Alexander II. beschleunigte das wirtschaftliche Wachstum im ganzen Russischen Reich sowie auch in Rahatschou.
Im 19. Jahrhundert war die Ansiedlung von Juden in Russland hauptsächlich auf den Ansiedlungsrayon beschränkt. Rahatschou gehörte zu diesem Gebiet, und hier waren Ende des 19. Jahrhunderts etwa 60 % der Einwohner jüdischen Glaubens. Einige von ihnen brachten es zu großem Wohlstand. Wassili Jolschin, ein adliger Jude mit recht großem Reichtum, ließ 1905–1909 in der Stadt einige große Gebäude errichten, die er dann der Stadt übereignete. Zwei von diesen Gebäuden gibt es noch heute, die Schule Nr. 2 und der Palast der Pioniere. Das ebenfalls von ihm finanzierte und gebaute Kinotheater für 600 Plätze, für damalige Verhältnisse sehr groß, steht heute nicht mehr. Dieses Gebäude war ein kulturelles Zentrum, unter anderem trat auch Schaljapin hier auf.
Der Bau der Eisenbahnlinie Mahiljou–Shlobin zu Beginn des 20. Jahrhunderts förderte erneut das regionale Wachstum. Neue Bauten entstanden, so das erste Theater "Modern", eine gebührenpflichtige Realschule und ein Lehrerseminar. 1913 gab es in Rahatschau mehr als 50 Betriebe mit 185 Arbeitern.
Während des Bürgerkrieges nach der Oktoberrevolution kam es in Rogachev zu Kämpfen, die Stadt war zeitweise durch die polnische Armee besetzt. In dieser Zeit druckte Rogachev eigene Briefmarken und eigenes Geld.
Im ersten Fünfjahresplan der Sowjetunion entstand in der Stadt eine Milchkonservenkombinat, eine Brotfabrik sowie ein Traktorenmaschinenwerk. Das bereits bestehende Sägewerk und die Kartonfabrik wurden rekonstruiert.
Mit dem Industriewachstum wuchs auch die Zahl der Bevölkerung.
Rahatschau wurde zum Industriezentrum:
* 7 Kombinate,
* 1 Fabrik,
* 13 Produktionswerkstätten,
* 4 Mittelschulen,
* eine Grundschule und eine Hauptschule,
* 8 Klubs,
* 2 Bibliotheken und
* ein Filmtheater.
Im Rahmen des Ausbaus der Stadt wurden im Zentrum zahlreiche teilweise noch heute bestehende Grünanlagen angelegt.
Geschichte
Vor 1142
Archäologische Funde aus der Gegend belegen, dass bereits vor etwa 14.000 Jahre hier Menschen lebten. Es wurden zahlreiche Werkzeuge und Waffenteile aus Feuerstein sowie Knochenreste von Mammuten gefunden. Erste Siedlungen sind für die Mittlere Steinzeit nachweisbar. Während der Bronzezeit war dieses Gebiet schon relativ dicht besiedelt. Besonders aus dieser Zeit finden sich hier viele Grabstätten.
Etwa zu Beginn der Zeitrechnung, vor ungefähr 2.000 Jahren existierte im Gebiet von Rahatschau bereits eine Burganlage. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1142 und bezieht sich auf Fürst Igor.
Die Herkunft des Namens der Stadt ist nicht geklärt.
1142–1772
Im 13. Jahrhundert gehörte Rahatschou zum Großfürstentum Litauen. Zu dieser Zeit kam es zu Kriegen zwischen dem litauischen und dem expandierenden Großfürstentum Moskau, in dem es auch um das Gebiet um Rahatschau ging. Gleichzeitig drängten aber auch Krimtataren und Kasachen in diese Region.
Im 15. Jahrhundert kam es zu einer recht dynamischen Entwicklung des Gebietes, diese Zeit wird als das Goldene Jahrhundert für Rahatschou bezeichnet. Die zu dieser Zeit regierenden Pinsker Fürsten gaben das Gebiet an Sigismund I. (der Ältere) (1467–1548) ab, der die Stadt seiner Frau Bona Sforza zur Hochzeit schenkte. Sie war eine Fürstin von Milano, unter anderem bekannt durch ein Gemälde von Lucas Cranach. Bona ließ sich in Rahatschau auf dem Schlossberg im Zentrum des alten Stadtkerns ein Schloss erbauen.
1562 wird die Stadt von Krimtartaren geplündert und niedergebrannt, 1654 halten sich in diesem Gebiet die Truppen des Hetman Solotorjenko auf.
1569–1772 ist Rahatschau unter Herrschaft der polnischen Rzeczpospolita, wichtige Daten sind hier die Lubliner Union 1569 und die Kirchenunion von Brest von 1596.
Im 17. und 18. Jahrhundert verlor Rahatschou durch die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den sich noch immer bekämpfenden Litauern und Moskauern an Bedeutung, die Entwicklung stagnierte.
Im Jahr 1772, nach der ersten Polnischen Teilung, lag Rahatschou im Herrschaftsbereich des aus litauischen und polnischen erstandenen neuen Fürstentums. Die Stadt wurde zum Verwaltungszentrum eines Kreises, der etwa die fünffache Größe des heutigen Landkreises besaß.
1772–1940
Am 22. März 1777 wird Rahatschau durch Erlass der Zarin Katharina II. Zentrum des Mogilewsker Landkreises.
1781 erhielt die Stadt ihr Wappen, ein schwarzes Horn auf einem goldenen Schild, die goldene Farbe steht für den in diesem Gebiet in großen Mengen produzierten Honig. Zu dieser Zeit wurde beschlossen, auf dem Schlossberg an Stelle des Schlosses der Fürstin Bona eine neue Burg zu errichten. Die Pläne waren bereits fertigt und die im Wege stehenden Gebäude waren schon abgerissen worden, als die Pläne zum Neubau hier am Ort wieder aufgegeben und die Anlage in Bobruisk errichtet wurde.
Die günstige geographische Lage der Stadt war ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung und den Aufschwung besonders der Forstwirtschaft und des Handwerks. Rahatschau war ein wichtiger Punkt auf dem Handelsweg entlang des Dnepr zwischen Mogilev und Kiev.
Der wirtschaftliche Aufschwung und die kulturelle Entwicklung der Stadt wurde durch den Vaterländischen Krieg gegen die Truppen von Napoleon Bonaparte unterbrochen.
Die Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861 durch Zar Alexander II. beschleunigte das wirtschaftliche Wachstum im ganzen Russischen Reich sowie auch in Rahatschou.
Im 19. Jahrhundert war die Ansiedlung von Juden in Russland hauptsächlich auf den Ansiedlungsrayon beschränkt. Rahatschou gehörte zu diesem Gebiet, und hier waren Ende des 19. Jahrhunderts etwa 60 % der Einwohner jüdischen Glaubens. Einige von ihnen brachten es zu großem Wohlstand. Wassili Jolschin, ein adliger Jude mit recht großem Reichtum, ließ 1905–1909 in der Stadt einige große Gebäude errichten, die er dann der Stadt übereignete. Zwei von diesen Gebäuden gibt es noch heute, die Schule Nr. 2 und der Palast der Pioniere. Das ebenfalls von ihm finanzierte und gebaute Kinotheater für 600 Plätze, für damalige Verhältnisse sehr groß, steht heute nicht mehr. Dieses Gebäude war ein kulturelles Zentrum, unter anderem trat auch Schaljapin hier auf.
Der Bau der Eisenbahnlinie Mahiljou–Shlobin zu Beginn des 20. Jahrhunderts förderte erneut das regionale Wachstum. Neue Bauten entstanden, so das erste Theater "Modern", eine gebührenpflichtige Realschule und ein Lehrerseminar. 1913 gab es in Rahatschau mehr als 50 Betriebe mit 185 Arbeitern.
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Im ersten Fünfjahresplan der Sowjetunion entstand in der Stadt eine Milchkonservenkombinat, eine Brotfabrik sowie ein Traktorenmaschinenwerk. Das bereits bestehende Sägewerk und die Kartonfabrik wurden rekonstruiert.
Mit dem Industriewachstum wuchs auch die Zahl der Bevölkerung.
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* 7 Kombinate,
* 1 Fabrik,
* 13 Produktionswerkstätten,
* 4 Mittelschulen,
* eine Grundschule und eine Hauptschule,
* 8 Klubs,
* 2 Bibliotheken und
* ein Filmtheater.
Im Rahmen des Ausbaus der Stadt wurden im Zentrum zahlreiche teilweise noch heute bestehende Grünanlagen angelegt.
Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 19.05.2013 17:18 von den Wikipedia-Autoren.
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