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Puertollano
Spanien, Puertollano
"Puertollano" ist eine Stadt in der Provinz Ciudad Real in der Autonomen Region Kastilien-La Mancha in Spanien. Sie hat 50.470 Einwohner (genannt "puertollanenses" oder "puertollaneros") (INE, 2006).
Wirtschaft
In der Vergangenheit basierte seine Wirtschaft auf der Landwirtschaft, der Viehzucht, der Textilindustrie und dem Kohlebergbau; heute ist es die Stadt mit der meisten Industrie in Kastilien-La Mancha. Sein enormer Industriekomplex umfasst Chemiefabriken (Repsol, Fertiberia) und verwandte Industrien. Im Heizkraftwerksektor besitzt es zwei Kraftwerke, VIESGO-ENEL und ELCOGAS, die beide auf der Verbrennung von Kohle basieren und die zweiten vom Typ IGCC darstellen. Der Kohlebergbau wird noch als Tagebau betrieben von ENCASUR. Die Wirtschaft erfährt gerade einen Aufschwung durch die Bereitstellung eines Industriegebiets, das durch die Stadt und die Autonome Gemeinschaft bezuschusst wird und das eine große Zahl an Firmen beherbergt, die Materialien für alternative Energien produzieren, vor allem Solarpaneele.
Geschichte
Vorgeschichte
In Puertollano befinden sich vorgeschichtliche archäologische Überreste, die die Anwesenheit von Vertretern der Gattung "Homo" bereits in der Zeit von "Homo heidelbergensis" / "Homo antecessor" belegen. Es handelt sich um eine durchgehende Siedlungsaktivität während der mittleren Steinzeit sowie um Reste von Höhlenmalerei des "Homo sapiens". Diese Siedelungsaktivität war konzentriert in der Flussebene des Ojailén, ihre künstlerischen Zeugnisse legen sich in den schematischen Malereien dar, die über das Gebiet verteilt sind. Ebenso in Kalksteinresten im "Hügelchen von Azucena". Vor kurzem wurde eine Ansammlung von Waffen aus der Bronzezeit und jungsteinzeitliche Bauten ("Die Festung von El Villar") und Siedlungen aus der Bronzezeit wie der berühmte "Hügel von San Sebastián" entdeckt.
Antike
Aus der Antike finden sich Reste der keltischen Oretani und der Römer am Ufer des Ojailén.
Mittelalter
Denkmal für den Bergmann, Werk von José Noja.
Aus dem Mittelalter gibt es noch die westgotischen Nekropolen von "Loma de las Sepulturas" ("Begräbnishügel"). Dies gilt auch für die wichtigen andalusischen Landburgen auf den Hügeln, die das Flusstal umgeben. Während dieser Epoche war dort das Grenzgebiet zwischen den muslimischen und christlichen Königreichen. Es fanden viele Kämpfe statt und das Gebiet war sehr entvölkert. Diese relative Entvölkerung änderte sich mit dem Sieg der christlichen Truppen über die Moslems in der Schlacht bei Las Navas de Tolosa 1212. Seit damals weist alles darauf hin, dass das Gebiet ruhig war und sich zu besiedeln begann. In dieser Zeit wurde auch Puertollano gegründet.
Die Geburt Puertollanos ist eng verknüpft mit dem Prozess der Wiederbesiedelung Kastiliens im 13. Jahrhundert und wird erstmals in der Concordia von 1245 unter der Bezeichnung „Puertoplano“ genannt. Seit der Etablierung der Militärorden gibt es eine Schriftkonstanz der Existenz der Stadt, die damals den Rang eines Dorfes ("aldea") hatte.
Im 14. Jahrhundert widmete sich die Bevölkerung von Puertollano der Landwirtschaft und der Viehzucht. Diese Blütezeit wurde 1348 durch das Auftreten des Schwarzen Todes, der ganz Europa heimsuchte, für Puertollano aber besonders fatal war.
Teilansicht des Stadtzentrums von Puertollano
Die Krankheit dezimierte die Bevölkerung extrem: es überlebten nur 13 Anwohner. Diese baten um den Schutz der Jungfrau Maria und opferten drei Kühe. Dies ist der Ursprung des "Festes des Heiligen Gelübdes", das seit damals in Puertollano gefeiert wird.
Neuzeit
Puertollano erringt in der Neuzeit den Rang einer Stadt („villa“) (Privileg verliehen von Philipp II.). Im 16. Jahrhundert beginnt die Tuchherstellung, die über das 17. und 18. Jahrhundert eine gute Entwicklung erfährt. Diese blühende Industrie der Stofffabrikation arbeitet mit einer Wirtschaft zusammen, die vor allem auf die Landwirtschaft und die Viehzucht ausgerichtet ist.
Ende des 19. Jahrhunderts verfügt Puertollano über mehrere Töpfer, die ganze Gegend mit Keramik versorgten: kleine Krüge für das Wasser des Sauerbrunnens, Gelübdetöpfe, um nur die Typischsten zu nennen. Die Töpfer verschwanden Anfang des 20. Jahrhunderts.
Die Promenade von Puertollano, im Hintergrund die Kirche der "Jungfrau der Gnade", der Schutzpatronin der Stadt
Das Heizkraftwerk von ELCOGAS
Teilansicht des Petrochemie-Komplexes
Die wahre wirtschaftliche Geburt von Puertollano begann im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. 1873 begann der Kohleabbau, der eine große Zuwandererwelle und einen spektakulären Bevölkerungszuwachs mit sich brachte.
Jetztzeit
Zwischen 1900 und 1960 wurde das wahre Wachstum Puertollanos verzeichnet, was an der wirtschaftlichen Entwicklung und der anhaltenden Zuwanderung lag: zuerst die Bergmänner, später die Arbeiter für den Petrochemie-Komplex. 1920 wurden bereits 20.083 Einwohner gezählt.
1925 verlieh Alfons XIII. Puertollano den Titel einer Großstadt ("ciudad").
In diesen sechzig Jahren des schnellen industriellen Wachstums sind zwei Begebenheiten wichtig: 1912 wurde die "Minen- und Metallurgiegesellschaft Peñarroya" für die Destillation von Ölschiefer gegründet. Und 1942 wird das "Volksunternehmen Calvo Sotelo" für den INI mit dem Ziel, Petroleum aus dem erwähnten Schiefer zu gewinnen, gegründet, deren Abkömmlinge den heutigen Petrochemie-Industriekomplex Repsol YPF bilden. Anfang der 1970-er Jahre wurde die Kohlezeche geschlossen.
Mit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke AVE, Madrid - Sevilla im Jahre 1992 ergaben sich neue Perspektiven für die Wirtschaft der Stadt.
Interessante Örtlichkeiten
* Sauerbrunnen
* Badehaus (altes Badehaus, in dem das "Bürgerbüro" untergebracht ist).
* Auferstehungskirche (16. Jahrhundert).
* Kirche der Jungfrau der Gnade (15. Jahrhundert).
* Eremitage der Einsamkeit (14. Jahrhundert).
* Bergbaumuseum.
* Stadtmuseum
Der Sauerbrunnen, Januar 2006
* Stadthalle.
* Park "Pozo Norte"
* Denkmal für den Bergmann, Werk von José Noja.
* Alte Schieferdestille "Calatrava" und Schutthalde "El Terry".
* Naturlehrzentrum "Dehesa Boyal de Puertollano".
* Natur- und Wanderpfade.
* Alcudia-Tal
Feste
* Maijahrmarkt. In der ersten Maiwoche auf dem Jahrmarktgelände mit den Ständen als Attraktion. 1995 war das 100-jährige Jubiläum.
* Septemberfest zu Ehren der Schutzpatronin "Jungfrau der Gnade", deren Fest man am 8. September feiert. Mit einer Prozession der Gläubigen, die die Jungfrau während ihres Gangs durch die Straßen begleitet.
* Das Heilige Gelübde, Puertollano feiert auch eines der ältesten gastronomischen Feste Europas mit einer Tradition von mehr als 650 Jahren. Beliebtes Essen Kalbfleisch mit Kartoffeln, mit dem die Bevölkerung an die Rettung vor der Pest 1348 erinnert. Jedes Jahr wird dieses Gelübde erneuert am achten Tag nach Mariä Himmelfahrt, den Donnerstag darauf, indem ein Rinderbraten an den Gelobenden serviert wird.
* Wettbewerb nach Aussehen und Können von Andalusischen Pferden in der letzten Septemberwoche. Dabei kommen mehr als 150 Rassepferde zusammen. Man kann auch erstklassigen Reitvorführungen beiwohnen.
* Tag des Chorizo. Am 23. Januar ist es Tradition, Chorizo auf dem Land zu essen. Dieses Ritual ist Teil der Schweineschlachtung.
* Tag des Hornazo. Am Sonntag nach der Auferstehung ziehen fast alle Bewohner aufs Land zum Hornazo-Essen (die Mehrheit in den Kiefernwald nahe dem Kraftwerk ENEL-VIESGO). Der Hornazo ist eine leckere süße Feingebäck-Torte mit gekochten Eiern, die sie alle verehren.
* Karneval. Sehr verwurzelt in Puertollano. Der Karneval mobilisiert eine große Anzahl Bewohner zu Kostümwettbewerben, Wagenprozessionen, Karnevalsvereinen und Radau.
Städtepartnerschaft
* 20px Pouzauges, Vendée, Frankreich
Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 25.05.2013 20:12 von den Wikipedia-Autoren.
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