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Pozzuoli

Italien, Pozzuoli
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"Pozzuoli" (in römischer Zeit "Puteoli", „Kleiner Brunnen“) ist eine Stadt in der italienischen Region Kampanien, westlich von Neapel, am Golf von Neapel. Die Stadt hat 83.132 EinwohnerISTAT, Stand am 31. August 2007.

Geschichte
Pozzuoli wurde im Jahre 531 v. Chr. von einer Gruppe griechischer Kolonisten aus Samos, die vor der Tyrannei des Polykrates geflohen waren, als "Dikaiarcheia" („gerechte Regierung“) gegründet. Dikaiarcheia, das über einen ausgezeichneten Naturhafen verfügte, diente der griechischen Kolonie Kyme als Handelshafen und gehörte zur Magna Graecia.

Als die Stadt 194 v. Chr. römische Kolonie wurde, benannte man sie um in Puteoli. Durch seine Nähe zu Capua und zur Via Appia gewann der Hafen für den Handels- und Personenverkehr weiter an Bedeutung und wurde am Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr. durch eine Mole vor den gefährlichen Südwinden geschützt. Die Getreidelieferungen zur Versorgung Roms, die per Schiff via Alexandria aus Ägypten kamen, wurden hier angelandet.

Fresko aus Stabiae. Abgebildet ist wahrscheinlich der Hafen von Puteoli.

Puteoli war in republikanischer Zeit der wichtigste Hafen Roms und spielte auch nach der Zeitenwende, nachdem der Hafen in Ostia von Kaiser Claudius ausgebaut worden war, eine so wichtige Rolle, dass, wie Tacitus berichtet, erwogen wurde, von dort einen Kanal bis Rom zu bauen. 139 n. Chr ließ Kaiser Antoninus Pius die beschädigte Mole wieder instand setzen. Sie war 372 Meter lang und 15–16 Meter breit und ruhte auf 15 Pfeilern, die durch Bogenkonstruktionen miteinander verbunden waren. Wie man von Abbildungen auf römischen Glasflaschen und von einer mittelalterlichen, heute verschollenen, Kopie einer Wandmalerei weiß, war die Mole mit Triumphbögen und Säulen geschmückt. Heute ist von diesem antiken Bauwerk nichts mehr zu sehen, da die letzten erhaltenen Reste 1930 mit der neuzeitlichen Mole überbaut wurden.

Eine bemerkenswerte Begebenheit fand in Puteoli im Jahre 39 statt, als Caligula eine Schiffsbrücke von hier bis ins gegenüber liegende, zwei Meilen entfernte, Baiae errichten ließ. Anschließend ritt er mit einem Pferd angetan mit dem Brustpanzer Alexanders des Großen über die Brücke und strafte damit eine Prophezeiung eines Astrologen Lüge, der behauptete, er habe so viele Chancen, Kaiser zu werden wie es möglich sei, mit einem Pferd über den Golf nach Baiae zu reiten.

Die heißen Quellen wurden schon in der Antike als Heilbäder verwendet. Um 1220 verfasste Petrus von Ebulo mit dem "De balneis puteolanis" ein Lehrbuch über die Heilwirkungen der einzelnen Quellen von Pozzuoli.



Bild:Pozzuoli NASA ISS004-E-5376 modified.jpg|Aufnahme von der ISS
Bild:Goethe, Die Solfatara von Pozzuoli, 1787.jpg|Johann Wolfgang Goethe, Die Solfatara von Pozzuoli (1787)
Bild:Solfatara.jpg|Gasaustritte (Solfataren) in der Solfatara von Pozzuoli
bild:Meerbusen_von_Bajä.jpg|Historische Karte (um 1888)




Ort und Umgebung
Die malerische Altstadt von Pozzuoli
Substruktionen des flavischen Amphitheaters

Der vulkanisch geprägte Ort ist das wichtigste Zentrum der Phlegräischen Felder. Auf Gemeindegebiet befindet sich die Solfatara. Pozzuoli hat auch der Puzzolanerde den Namen gegeben. Das gut erhaltene flavische Amphitheater fasste 20.000 Zuschauer.

Nur wenig landeinwärts der heutigen Küstenlinie liegen in der Stadtmitte die Ruinen des Macellum, eines Marktes im Bereich des antiken Hafens: Etwa 4 m unterhalb des heutigen Straßenniveaus und 2 m unterhalb des heutigen Meeresniveaus stehen einige Säulenreste, die ab 3,6 m Höhe nach oben hin ein 2,7 m breites Band von Löchern mariner Bohrmuscheln aufweisen. Diese sind ein Beleg dafür, dass sich die Erdkruste seit Errichtung der Bauten hier mehrfach gesenkt und gehoben hat, so dass die Säulen zeitweise in Schlick und Wasser versunken waren.

Ursache der Bewegungen (Amplitude insgesamt über 10 m) ist der hier überall tätige Vulkanismus (z. B. Phlegräische Felder, Vesuv). Das Auf und Ab ist z. T. ausgesprochen abrupt: Im Jahr 1538 entstand wenige Kilometer westwärts der Vulkan "Monte Nuovo", was bei Pozzuoli in nur 2 Tagen zu einer Bodenhebung von 6 m führte. Auch in letzter Zeit hob sich das Gelände in den nur 2 Jahren zwischen 1984 und 1986 um 1,8 m. Das brachte Probleme für den Hafen mit sich, und Teile der Altstadt mussten wegen Einsturzgefahr geräumt werden (und wurden bis heute nicht saniert).

Die Umgebung Pozzuolis ist, wo sie nicht durch Bebauung und Zersiedelung zerstört wurde, landschaftlich äußerst reizvoll. Zu Pozzuoli gehört zum Beispiel die südöstlich gelegene Vulkaninsel Nisida.

oliti
Domenico Bagnato ist seit dem 23. Dezember 2005 kommissarischer Bürgermeister.

irtschaf
Der Ort lebt vom Tourismus und vom Fischfang. Der Hafen ist wichtig für die zahlreichen Fährverbindungen zur Insel Ischia und zur Insel Procida. In Pozzuoli befindet sich die Akademie der italienischen Luftwaffe.

Berühmte Persönlichkeiten
* Um das Jahr 60 ging hier der Apostel Paulus von Tarsus auf seiner 4. Missionsreise als römischer Gefangener an Land, um nach Rom gebracht zu werden.
* 1736 starb hier der Komponist Giovanni Battista Pergolesi.
* Die Schauspielerin Sophia Loren wuchs in Pozzuoli auf (unmittelbar nach der Geburt 1934 in Rom).

Literatur

*Hans Pichler: "Italienische Vulkangebiete". Band 2: "Phlegräische Felder, Ischia, Ponza-Inseln, Roccamonfina". Borntraeger, Berlin 1970, ISBN 3-443-15006-3 (Sammlung geologischer Führer. Band 52).
* Dirk Steuernagel: "Kult und Alltag in römischen Hafenstädten. Soziale Prozesse in archäologischer Perspektive". Steiner, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-08364-2.
* Fausto Zevi (Hrsg.): "Puteoli". Banco di Napoli, Napoli 1993 (Text- und Kartenband).
*Wilhelm Deecke : Führer durch Campanien, Bornträger (1901)
*Maiuri, Amedeo : Die Altertümer der phlegräischen Felder Vom Grab des Vergil bis zur Höhle von Cumae, Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato Roma (1938, 1955, 1958, 1960, 1968)


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 02.06.2020 00:03 von den Wikipedia-Autoren.
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