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Pontevedra

Spanien, Pontevedra
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|provincia = Pontevedra
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"Pontevedra" ist eine Stadt im Nordwesten Spaniens. Pontevedra liegt in der gleichnamigen Provinz Pontevedra, innerhalb der Autonomen Region Galicien und an der nach der Stadt benannten Ría de Pontevedra am Atlantischen Ozean. Pontevedra hat 78.715 Einwohner (Stand: 1. Januar 2004) und ist seit 1841 Provinzhauptstadt.

Geographische Beschreibung

Der rund 76.800 Einwohner zählende Gemeindebezirk Pontevedra gliedert sich in 18 Pfarreien. Die Stadt Pontevedra liegt tief in einer Ría, der Ría de Pontevedra, an der Mündung des Flusses Lérez. Die ihr vorgelagerten Sandbänke schützen die Stadt vor den Unbilden des Meeres, was sowohl die Stadt selbst als auch ihre Bewohner prägte.

Pontevedra liegt im Zentrum der Rías Baixas. Nur wenige Kilometer entfernt findet sich der See Castiñeiras, der Aussichtspunkt Couto Redondo, die Strände der Halbinsel Morrazo und Sanxenxo, das Fischerdorf Combarro oder die Insel A Toxa.

In dem Bezirk gibt es vier Gebirgszonen. Sie sind durch zwei geographische Falten gebildet, die zur Hauptstadt hin zusammenlaufen. Die erste ist eine Senke, die sich von Carballo bis Tui erstreckt und die Verkehrsachse Westgaliciens bildet. Die zweite Senke bildet das Flussbett für den Lérez.
Dieser Gemeindebezirk dehnt sich am tiefsten, im landesinneren gelegenen Punkt der Ría aus, deren Namen sie auch trägt. Er nimmt die Flusstäler des Lérez und des Tomeza ein und grenzt im Süden, in Ponte Sampaio, an die Mündung des Flusses Verdugo.

Der wasserreiche Fluss Lérez ist der wichtigste Fluss der Region. Die Gezeiten des Meeres wirken sich auch auf seine Mündung aus, was der Grund für die Anlegung des Hafens war, um den sich später die Stadt entwickelte.

Während des gesamten Jahres regnet es bei angenehmen Temperaturen nur mäßig.

Geschichte

Der Legende nach wurde Pontevedra von Teukros, einem griechischen Helden des trojanischen Krieges, um 1200 v. Chr. gegründet. Geschichtlich belegt Pontevedra ist dagegen die Präsenz der Römer, so dass davon auszugehen ist, dass die Stadt aus einer römischen Siedlung hervorgegangen ist. Die Römer nannten die Siedlung "Ad Duos Pontes" (Zu den zwei Brücken) und später "Pontis Veteris" (Alte Brücke), woraus sich Pontevedra entwickelte.

Ein Beweis dafür, dass Pontevedra schon seit dem frühen Paläolithikum besiedelt ist, sind die auf den Terrassen der Flussufer gefundenen Äxte. Es gab auch eine Kultur der Castros (befestigte Anlagen), wie z.B. die an den Ausgrabungsstätten Mouronte und Salcedo gefundenen Reste zeigen. Dort fand man auch bronzene Angelhaken und Steine, die zum Fischfang benutzt wurden.
Das tief mit der Stadt verwurzelte Wahrzeichen Pontevedras ist die dem griechischen Baumeister Teukros zugeschriebene römische Brücke. Dieser soll nach dem Trojanischen Krieg nach Westen gereist sein, um die Kleinstadt zu gründen. Es waren jedoch die Römer, die die Vorgängerin der heutigen Brücke Burgo über den Lérez bauten und die römische Vila Turoqua an der Römerstraße XIX gründeten.

Im 12. Jahrhundert, unter der Herrschaft Fernando II., wird die Stadt in einem Dokument des Klosters Poio das erste Mal unter ihrem heutigen Namen - Pontem Vertis - erwähnt. Dieser Name weist auf die alte römische Brücke hin. Im Laufe der Zeit wurden weitere Brücken über den Lérez gebaut. Die Schaffung dieser Verkehrsverbindungen waren mit Voraussetzung für das Wachstum und die flächenmäßige Ausdehnung der Stadt .

Während des 14. Jahrhunderts stärkten neue Privilegien die Vorstadt Pontevedras. Diese betrafen vor allem die Hafentätigkeiten sowie die Fischerei. Die Sardinenfischerei bildet das wichtigste wirtschaftliche Standbein: ihr Fang, der Verkauf des frischen Fisches ins Binnenland, das Pökeln, das Räuchern und der Export über den Seeweg. Dadurch wurde Pontevedra zum wichtigsten Hafen Galiciens.

Die höchste wirtschaftliche und soziale Blüte erlebt Pontevedra während des 16. Jahrhunderts, vor allem durch seine für die Atlantikrouten strategisch günstige Lage und durch den sozialen Frieden. Im krassen Gegensatz dazu steht die Krise der Stadt während des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit verlor der Hafen an Bedeutung, klimatisch bedingte Katastrophen suchten Galicien während dieser Epoche heim, und das Bürgertum investierte sein Kapital lieber in sicherere Anlagen.
Nach zwei Jahrhunderten der Dekadenz und Krise erlebt Pontevedra seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Etappe des wirtschaftlichen und demographischen Aufschwungs.

Sehenswürdigkeiten
Das Zentrum Pontevedras bildet die von drei Plätzen umgebene Plaza Ferrería. Der Name stammt von den Eisenschmieden, die vor langer Zeit unter den Kolonnaden ihrer Arbeit nachgingen. Zusammen mit dem berühmten Brunnen Ferrería und dem Konvent San Francisco bilden sie einen für die Stadt charakteristischen Komplex. Die Basilika Santa Maria mit ihrer Plateresco-Fassade veranschaulicht die Macht der Fischereizunft und der Handelsschifffahrtsvereinigung (Gremio de Mareantes), die sich besonders in der Vorstadt Moureira konzentrierten.
Pontevedra als Hauptstadt des portugiesischen Jakobsweges war außerdem ein obligatorisches Etappenziel für viele Millionen Pilger, die sich an dem Brunnen Ferrería erfrischten. Die Virxe Peregrina (jungfräuliche Pilgerin) symbolisiert die enge Verbindung der Stadt mit dem Jakobuskult. Die Kirche der Schutzpatronin dieser Stadt ist eine originelle Konstruktion des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Ihr Stil ist eine Symbiose aus Barock und Neoklassizismus mit deutlich portugiesischem Einfluss. Sie hat einen runden, einer Jakobsmuschel ähnelnden Grundriss.
Praza da leña
Kunstliebhabern bietet sich ein Besuch des Provinzmuseums an. Es umfasst fünf Gebäude und beherbergt eine wertvolle Sammlung keltischer Goldschmiedearbeiten und Utensilien des Neolithikums so wie eine Gemälde- und Bernsteinsammlung. Weitere sehenswerte Monumente sind die Kirche San Bartolomeo, das Kloster Santa Clara, das Kloster San Francisco und die Ruinen der Kirche San Domingos.
In den Außenbezirken der Stadt befindet sich das Benediktinerkloster Lérez, dessen Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert zum noch Teil erhalten ist. Seine neoklassizistische Kirche mit der barocken Fassade stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Bezüglich der höfischen Architektur sind die Pazos (Adelsstammhäuser) erwähnenswert. Empfohlen ist ein Besuch in der Casa del Barón (früher Pazo de Maceda), welche heute ein Parador National ist und Besuchern offen steht. Weitere Pazos sind Gandarón und Miradores in Salcedo, der Pazo Lourizán, der Pazo Pedreira in Campañó und das Herrenhaus Santa Maria in Xeve hervorzuheben.

Freizeit-Aktivitäten

Pontevedra bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten für den Aktivurlaub, z. B. Wanderungen auf dem Jakobsweg oder auf Wegen zwischen den Rías, ausgehend von der Brücke Sampaio bis zur Stadt. Kanufahrer, Ruderer sowie Radfahrer finden hier hervorragende Voraussetzungen, um ihrem Sport nachzugehen.

Feste und Veranstaltungen

Ponteverda ist eine Stadt mit tief verwurzelten Traditionen. Zu seinen besonderen Festen gehört das der Maios, ein Fest zum Frühlingsanfang, und das Begräbnis des Loro Ravachol (Papagei), ein Spektakel zum Ende des Karnevals, bei dem das populäre Maskottchen geehrt wird, das seinem Herrn, Don Perfecto Feijoo, die Besuche in seiner Apotheke ankündigte. An diesem Tag und aus diesem Anlass versammeln sich dort viele Bewohner Pontevedras mit ihren Haustieren.
Das Fest zu Ehren der Pilgerin im August wird unter anderem mit Stierkämpfen in der einzigen Arena Galiciens gefeiert.
Die Stadt ist weiterhin Veranstaltungsort für kulturelle Ereignisse, wie der Internationalen Kunstbienale. Im Teatro Principal finden neben Theatervorstellungen auch klassische Konzerte statt, die von der Philharmonischen Gesellschaft organisiert werden.

Die Pfarreien feiern ebenfalls ihre Volksfeste. Folgende sind besonders erwähnenswert:
*am 8. März ist das Caldo-Fest (typisch galicischer Eintopf) in Mouronte.
*am 11. Juli ist der Tag San Bieitiño de Lérez.
*am 29. und 30. September so wie am 1. Oktober feiert Marcón den Tag des Heiligen Michael.
*am 11. November ist das Fest zu Ehren San Martiños in Salcedo und
*am 30. November findet in Xeve und in Lourizán das Fest zu Ehren des Heiligen Andreas statt.
Am 1., 8., 15. und 23. jeden Monats ist Markttag in Pontevedra. Im Oktober finden die Baumesse, die Tourismusmesse und die Expovoda statt. Der Viehmarkt und eine Ausstellung und Verkauf von landwirtschaftlichen Maschinen und Produkten wird am 1. und 15. jeden Monats abgehalten.

Söhne und Töchter der Stadt
*Pedro Mariáo de Lobera, Chronist des Königreich Chile (1528-1594)
*Oscar Pereiro, spanischer Radrennfahrer
*Marcos Serrano, spanischer Radrennfahrer
*Diego Castro, spanischer Fußballspieler
*Pablo Couñago, spanischer Fußballspieler
*Jorge Castillo, spanischer Künstler


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 19.05.2013 21:05 von den Wikipedia-Autoren.
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