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Albanische Alpen
Mit Gipfeln, die mehr als 2500 Meter in die Höhe ragen, sind die Bjeshkët e Nemuna, die verfluchten Berge, ein karstiger Gebirgszug von Boga über Theth bis ins Kosovo. Die hohen Lagen sind schroff und steil, die Täler von Wäldern überzogen. Luchse, Wölfe und Bären können, wenn auch höchst selten, den weg kreuzen. Das Gebiet wird landwirtschaftlich genutzt, so dass Schafherden und Hirten im Sommer auch weit oben anzutreffen sind. Unberührte Natur und raue Bergwelt – die albanischen Alpen sind die Heimat der Stolzen und Armen. Der respektvolle Reisende trifft hier auf gastfreundliche Menschen. Dennoch sollten gut vorbereitete Wanderer immer einen Erste-Hilfe-Kit mit sich führen oder noch besser mit lokaler Begleitung die Berge erkunden. Achtung: Die Grenze ins Kosovo nur auf befestigten Straßen überqueren, da hier zum Teil noch Minen verborgen liegen.
Das große Bergland, die Malësia e madhe mit seinen wilden Nationalparks, ist das Paradies der Trekker und Selbstversorger. Einen ersten Eindruck von dieser Region bekommen Sie bei einer Fahrt mit der Fähre über den gestauten Drin vorbei an steilen Felswänden. Zwischen Shkodra (Koman) und Fierza (eine halbe Stunde von Bajram Curri entfernt) verkehrt sie täglich in jede Richtung. Die aktuellen Zeiten erfahren Sie vor Ort. Der Start vieler reizvoller Touren ist das abgeschiedene, aber touristisch erschlossene Bergdorf Theth mit vielen traditionellen Wohnhäusern, einem kleinen Hotel und Pensionen in einem gewaltigen Talkessel mit Wasserfällen, der 100 Meter tiefen Schlucht von Grunas. Der nördlichste Ort Albaniens, Vermosh, umgibt sich mit imposanten Berggipfeln und glänzt mit der kolossalen Schlucht von Vermosh. Tipp: Einige Kilometer südlich des Ortes bei Lepusha gibt es ein einfaches Hotel. Etwas östlich liegt der Ort Valbona mit dem abwechslungsreichen Nationalpark Valbona. Im Dorf finden Sie private Unterkunft.
Albanische Riviera
Die zerklüftete Steilküste von etwa 50 Kilometern Länge bildet mit seinen 2000 Meter hohen, im Winter schneebedeckten Gipfeln des Ceraunischen Gebirges eine spannende Kulisse. Das Klima an der Ionischen Küste ist mit bis zu 300 Sonnentagen im Jahr sehr trocken und warm. Die albanische Riviera zwischen Vlora und Saranda mit ihren abgelegenen Buchten und malerischen Bergdörfern ist der schönste Küstenabschnitt des Landes.
Die beliebtesten Ferienorte Dhermi und Himara sind in den Sommermonaten meist sehr überlaufen. Abseits von diesen bescheidenen Touristenhochburgen gibt es zwar überall versteckte Buchten und kleine Strände, aber die Hotelsuche gestaltet sich schwierig. Die Küste ist meist recht steil, die Strände bestehen oft aus Kies und gröberen Steinen, nur selten findet man Sandstrände. Im nördlichen Küstenabschnitt gefallen Dhermi, Vuno und Himara bieten hübsche historische Ortsteile.
Touristisches Highlight entlang an der Küste ist die Festung Porto Palermo wenige Kilometer südlich von Tirana, die der Despot Ali Pascha Tepelena zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach einem italienischen Vorbild errichten ließ. Hoch über dem Dorf Borsh im südlichen Teil der Riviera thronen die Ruinen einer Burg nebst zerstörten Wohnhäusern und einer alten Moschee. Die meerabgewandte Rückseite des Llogara-Passes wurde zum bewaldeten Nationalpark Llogara erklärt – eine artenreiche und kühle Abwechslung zum Badeurlaub. Ausflüge in das etwa zweieinhalb Stunden entfernte Saranda und Butrint mit vielen architektonischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten ergänzen das Besichtigungsproramm.
Dajti Nationalpark bei Tirana
Von einer Talstation am östlichen Stadtrand von Tirana führt der Dajti Ekspres, die erste Seilbahn Albaniens, in 13 Minuten vorbei an Wohnhäusern, Bauernhöfen, einem kleinen Stausee und Wäldern vorbei hoch zum Hausberg der Hauptstadt, der mit einer Fläche von 3300 Quadratmetern zum Nationalpark erklärt wurde. Kaum irgendwo in Europa wohnen Hauptstädter als Nachbarn mit Wildschweinen, Wölfen, Braunbären und Wildkatzen zusammen. Der Blick auf das Großstadttreiben in Tirana und bei klarer Sicht bis zur Adria gehört zu den wenigen Pflichten von Albanien-Expediteuren. An Wochenenden teilen Sie sich die vielen Grillrestaurants und Picknickplätze mit einigen Tausend Stadtflüchtern. Ambitionierte Bergwanderer können den Wegweiser folgend und militärisches Sperrgebiet meidend bis zum Gipfel in 1612 Metern Höhe hochsteigen. Kletternpartien, Gleitschirmfliegen und Schneevergnügen im Winter gehören zum touristischen Angebot.
Lura-Seen-Nationalpark
Die Lura-Seen sind Teil des gleichnamigen Nationalparks mit einer Fläche von 1280 Hektar in den abgeschiedenen ostalbanischen Bergen. Anstelle von touristischer Infrastruktur findet der anspruchslose Selbstversorger und Camper überwiegend unberührte Berglandschaften, Wälder und kleine Seen bewohnt von einigen Bären und Luchsen. Unter den 14 Bergseen erfreuen sich vor allem die von Gletschern geformten, zwischen 1300 und 1750 Meter hoch gelegenen Seeen Großer See, Pinien-See, Schwarzer See und der Blumen-See bei Insidern größter Beliebtheit.
Die Anreise ist ein Abenteuer für sich. Die halsbrecherischen Straßen auf 2000 Metern Höhe sind nur mit Allradantrieb zu bewältigen. Busse gibt es nur in einigen Ortschaften, etwa zwischen Rrëshen und Kurbenesh, von wo aus man in ein paar Stunden Fußmarsch Fushë-Lura, den Zentrum des Parks, erreicht. Die kleinen, ärmlichen Dörfer haben weder Restaurants noch Unterkünfte für die Nacht, von einfachsten Behausungen für Holzfäller abgesehen. Mit viel Charme, Geduld und Glück kann man Einheimische davon überzeugen, dass eine Übernachtung ein schönes Zusatzeinkommen einbringt. Bei den Bauern kann man sich hin und wieder Grundnahrungsmittel besorgen, Wasser gibt’s direkt an den Quellen. Auch im Sommer kann es in dieser rauen Bergwelt heftig stürmen und in der Nacht empfindlich kühl werden. Bereits im Herbst können heftige Niederschläge viele Straßen unpassierbar machen. Im Winter hat der Schnee die Landschaft fest im Griff.
Prespa-Seen-Nationalpark
Der Große Prespa und der Kleine Prespa sind zwei Seen des grenzüberschreitenden Nationalparks im Grenzgebiet zu Mazedonien und Griechenland. Sie befinden sich auf 850 Metern Höhe umgeben von hohen Berggipfeln. Im Hochsommer wird es meist angenehm warm, allerdings sollten Sie für Wetterumschläge gewappnet sein.
In diesem alpinen Naturparadies brüten und überwintern zahlreiche seltene Vogelarten wie etwa Pelikane. Die Seen und der Park eignen sich vorzüglich für Boots- und Wandertouren. Prähistorische Siedlungen, etwa die bronzezeitlichen Höhlenmalereien von Tren in der Nähe des Kleinen Prespasees, sowie viele Kirchen und Kapellen, wie die Marienkirche auf der kleinen Insel Maligrad aus dem 14. Jahrhundert, die byzantinische Georgskirche oder die berühmte Eremitenkapelle „Heilige Maria in der Tiefe“ an der mazedonischen Grenze laden zu Ausflügen ein.
In der Folge einiger engagierter Ökotourismus-Projekte sind in vielen Dörfern Privatunterkünfte, bei Zaroshka auch ein kleines Hotel entstanden. Der kleine, auf albanischer Seite von dichten Schilfgürteln bewachsene Prespa-See kann über einen unbefestigten Weg von der Straße Korça-Bilisht aus erreicht werden. Zum Großen Prespa-See führt eine weiter nördlich gelegene Abzweigung von der Hauptstraße nach Bilisht. Es gibt kaum öffentliche Verkehrsmittel in die Dörfer rund um Prespa.
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