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Ordu

Türkei, Ordu
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"Ordu" (griechisch "Κοτύωρα", deutsche Transkription: "Kotyora"; französisch auch "Ordou" genannt; türkisch für "Armee") ist die Hauptstadt der gleichnamigen türkischen Provinz Ordu. Die Stadt ist malerisch in einer kleinen Bucht an der östlichen Schwarzmeerküste eingebettet und zählt mehr als 130.000 Einwohner.

Ordu wird im Westen von dem 550 Meter hohen, mit dichten Wäldern begrünten Berg Boztepe überragt. Die Landschaft um Ordu ist vor allem für ihre Haselnussgärten und Wälder bekannt. Die Haselnussproduktion ist außerdem der Hauptwirtschaftsfaktor der Stadt und ihrer Bürger. Ordu besitzt zudem den längsten Tunnel der Türkei, den Nefise-Akcelik mit 4000 Metern Länge. Eine Universität befindet sich ebenfalls in der Stadt (2006 gegründet). Der Kern der Stadt liegt an einem langen, felsigen Strandabschnitt, an dem sich auch die Autobahn entlang der Schwarzmeerküste in Richtung der nächstgrößeren Städte Samsun im Westen und Trabzon im Osten ausdehnt.
Außerdem besitzt Ordu einen kleinen Hafen, an dem auch große Schiffe Zwischenstation machen können.

Unter den Bürgern wird die Stadt liebevoll "Küçük Paris" "(Klein-Paris)" genannt, da sich ein enges Straßengeflecht durch die Stadt zieht und auffällige, zum Teil schlanke Gebäudekonstruktionen zum Stadtbild gehören.

Etymologie
"Ordu" bedeutet "Armee" in der türkischen Sprache.

Der Name könnte der Stadt während des 15. Jahrhunderts gegeben worden sein, aufgrund ihrer Bedeutung als osmanischer Stützpunkt. Eine andere Alternative ist, dass der Name abgeleitet wurde vom griechischen "Kotyora".

"Ordu" war außerdem die Bezeichnung für das Zelt in den türkischen und mongolischen Stämmen. Der moderne Begriff (englisch und deutsch:) "Horde" (umherziehende Bande oder Rotte) ist entlehnt aus dem polnischen "horda", wiederum aus türkisch "ordu", der Tross, das Heer(lager), dies aus tatarisch "urdu", das Lager, vergleiche "urmak", schlagen.

Geschichte
Das antike Kotyora war der Ort, an dem Xenophons Griechen (Marsch der Zehntausend) 45 Tage rasteten, bevor sie nach Asien aufbrachen. Nach der Legende sollen die Argonauten hier gelandet sein, um nach dem Goldenen Vlies zu suchen.

Es wurden zwar Artefakte gefunden, die bis in das Jahr 1500 v. Chr. datieren, aber die Stadt Ordu wurde erst im achten Jahrhundert vor Christus als "Kotyora" durch Einwanderer aus der Stadt Sinope gegründet. Ordu wurde somit Teil der Kette von griechischen Kolonien entlang der Schwarzmeerküste, ausgehend von der antiken Ägäis-Stadt Milet.

Bis 1800 war Ordu ein kleiner Hafen, der hauptsächlich von Pontos-Griechen bewohnt war. Die Bevölkerung wuchs rapide während dieses Jahrhunderts, aufgrund der Gesetze des osmanischen Sultans, mehr nomadische Türken-Clans in der Region anzusiedeln.

Nach dem Russisch-Türkischen Krieg (1877-1878) wuchs die Bevölkerung noch einmal an, weil viele Türken aus den nun russisch-kontrollierten Kaukasus-Regionen und Georgien an die türkische Schwarzmeerküste flohen.

Chronologie
* Hethitische Vorgeschichte
* 785 v. Chr. Besiedlung durch Griechen aus Sinope
* 1095-1175 Danischmenden-Dynastie
* 1883 Großbrand in der Stadt
* 19. Jahrhundert kurzzeitig unter Sowjetischer Besatzung
* 1922-1923 Vertreibung der Pontos-Griechen

Gegenwart
Heute besteht die Bevölkerung aus Türken, Kaukasiern (von den Türken allgemein als "Georgier", türkisch "Gürcüler", bezeichnet), einigen muslimischen Armeniern ("Hemşinliler" genannt) und einer sehr kleinen Gemeinschaft von Nachkommen der Griechen, welche sich weigerten, die Region zu verlassen.

Die Stadt ist das Zentrum einer großen Haselnuss-Industrie, zum Beispiel "Sağra" (einer der größten Haselnussverarbeiter und -exporteure) und "Fiskobirlik" (größte Haselnuss-Kooperative der Welt).

Der Fabrik-Laden von Sağra bietet sehr viele Arten an Schokolade, Nougat und Nussprodukten an und ist eine der städtischen Sehenswürdigkeiten.

Politik
Ordu ist grundsätzlich liberaler als die restlichen türkischen Städte am Schwarzen Meer und hat traditionell eine Links-Wähler-Mehrheit.
Ordu ist eine der wenigen Städte, die von der Links-Partei DSP kontrolliert werden, obwohl in der Überzahl der Städte am Schwarzen Meer die AKP stärkste Partei ist.

Musik
Die lokale Musik ist beeinflusst von der Schwarzmeer-Region. Das bekannteste Instrument ist die Kemençe.

Sport
In Ordu befindet sich das Ordu 19 Eylül Stadyumu, Heimstadion des Fußballvereins Orduspor.

Küche
Die Küche beinhaltet typisch türkische Gerichte, wie zum Beispiel Pide und Kebab.

Lokale Spezialitäten sind unter anderem:
* Haselnussprodukte, Schokolade
* Hamsi - türkische Sardellenart
* Pancar Çorbası - Kohlsuppe
* Mısır Ekmeği - Maisbrot
* Su Böreği - Blätterteig mit Käsefüllung

Klima
Klimadiagramm der Stadt Ordu

Bekannte Persönlichkeiten

* Hatice Aksoy-Woinek, Autorin
* Mehmet Hilmi Güler, Energieminister
* Gülbahar Kültür, Schriftstellerin
* Ercan Özçelik, Schauspieler
* Ertuğrul Günay, Kultur- und Tourismusminister
* Fikri Sönmez, Politiker
* Cevat Güler, Trainer von Galatasaray Istanbul


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 19.05.2013 12:33 von den Wikipedia-Autoren.
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