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Ohne Kroaten keine Krawatten

Deutschland
Von Martina Beierl   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Gemütliches Land an der Adria
Der elegante Urlauber in Anzug und Schlips in Dubrovnik weiß gar nicht, dass er sein zierendes Schmuckstück seinem Gastland zu verdanken hat. So glauben kulturhistorische Legenden, dass die Bezeichnung des Kleidungsstückes „Krawatte“ auf den Namen der Kroaten zurück geht. Die kroatischen Soldaten trugen nämlich im 17. Jahrhundert ein ähnliches Kleidungsstück um den Hals, durch das sie einfacher zu erkennen waren. So blau wie die Krawatte des feinen Herrn ist das wunderbare Adriameer, das die insgesamt 1.246 Inseln umspült. Auch wenn nur ein Bruchteil der Eilande bewohnt ist - was für ein Land, welch glückliche Bewohner!
Galerie
r> Kroatien hat sich nach dem Unabhängigkeitskrieg von Serbien in den Jahren 1991 – 1995 seinen Platz als eines der begehrtesten Urlaubsländer Europas zurück erobert. Die Besucher lieben die zerklüftete Ostküste der Adria, das landschaftlich reizvolle Hinterland und die europäisch-orientalische Architektur der Städte. Während der Norden und Nordosten Kroatiens durch seine lange gemeinsame Geschichte mit Ungarn bzw. Österreich im Baustil des Barock geprägt ist, schmückt den Süden des Landes, das Küstenland von Istrien, der Kvarner-Bucht, des Hrvatsko primorje und Dalmatien vorwiegend der Stil der Renaissance durch die frühere Seemacht Venedig (1409 bis etwa 1815) geprägt. Kroatien, das nach dem fast vier Jahre andauernden Kroatienkrieg mit dem Vertrag von Dayton vom 14. Dezember 1995 unabhängig wurde, steht in engen Beitrittsverhandlungen mit der EU.
„Ibiza Kroatiens“: Strand Zrce bei Novalja.

Land und Leute
Der Tourismus ist ein wichtiger Zweig der Wirtschaft Kroatiens. Über 5 Millionen Besucher bereisen jährlich das Land und erobern Land und Leute. Der 4,5 Millionen Menschen zählende Staat hat gemeinsame Grenzen mit Slowenien und Ungarn im Norden, Serbien und Bosnien und Herzegowina im Osten sowie Montenegro im äußersten Süden. Im Westen und Südwesten bildet das Adriatische Meer die natürliche Staatsgrenze. Städte wie Rovinj oder Dubrovnik bezaubern durch Architektur, Lebensart und Flair. Den Urlaubsreisenden bieten sich entlang dem 1.778 km langen Küstenstreifen zahlreiche kroatische Fischerdörfchen oder Städtchen, die ihre Urtümlichkeit bis heute bewahren konnten.  
Rovinj: Stadt mit Hafen an der Westküste Istriens.

Kroatiens Tourismus ist durch das „Fehlen von Modernisierung“ geprägt. Experten sehen die Bewahrung des eigenen Charakters als Schlüssel zum Erfolg für den kroatischen Tourismus. Dennoch wird an bestimmten Orten auch „moderner Tourismus“ betrieben.

Der Strand Zrće ist bekannt geworden unter der Bezeichnung des „kroatischen Ibiza“ und ist der beliebteste Partystrand des Landes. Das Angebot ist breit gefächert und bietet vielen etwas: Segeln, Kreuzfahrten durch die Inselwelt, Kongresstourismus, Natur-, Öko-Tourismus, Kultur, Wallfahrtsorte, Fischer-, Taucher- und Jagdtourismus bis hin zu Urlaub auf dem Bauernhof.

Für viele Bewohner der reich gegliederten Küste stellt der Tourismus einen der wichtigsten Wirtschaftszweige dar.

Von Mai bis Oktober zieht der gesamte Küstenstreifen Besucher aus ganz Europa an. Dank der zahllosen Inseln ist Kroatien auch für Segler besonders attraktiv.

Istrien: Paradies für Urlauber.

Natur und Badeparadies
Die überwiegende Mehrheit der Urlauber kennt Kroatien als Wassersport- und Badeparadies. Die adriatische Küstenregion besteht zu großen Teilen aus verkarsteten Flächen und ist von mediterranen Einflüssen geprägt. Die Breite des Küstenstreifens variiert stark. Während er an einigen Stellen (unterhalb des Velebit und des Biokovo-Gebirges) nur wenige Kilometer breit ist, reicht er an anderen Stellen weiter ins Landesinnere. Die Mehrzahl der in Kroatien in die Adria mündenden Flüsse ist jedoch relativ kurz; lediglich der Einzugsbereich der aus Bosnien und Herzegowina kommenden Neretva erstreckt sich weiter ins Landesinnere. Im Nordwesten befindet sich die Halbinsel Istrien. Weiter südlich der kroatischen Küste folgt Hrvatsko Primorje, das kroatisches Küstenland um Rijeka und Senj mit den Inseln der Kvarner-Bucht. Dalmatien bildet den südlichen Zipfel der zerklüfteten Adria-Küste ab Zadar einschließlich der vorgelagerten Inseln und des gebirgigen Hinterlandes historisch bedeutsamer Städte wie Dubrovnik (Ragusa) und Split.
Stadtmauer um die Altstadt von Dubrovnik.

Die Pannonische Tiefebene besteht überwiegend aus Flachland, unterbrochen von einigen Mittelgebirgen, und wird über die Save und Drau und deren Nebenflüsse zur Donau hin entwässert. In diesem Teil des Landes herrscht gemäßigtes Kontinentalklima. Diese Landschaftszone lässt sich untergliedern in Nordkroatien und Slawonien. Nordkroatien umfasst das ostmitteleuropäisch geprägte Gebiet von der Kupa bis zur ungarischen Grenze: das Flachland längs der Save und Kupa um die Städte Zagreb, Karlovac und Sisak, das heute demographisch und wirtschaftlich das Zentrum des Landes bildet, das Gebirgsland des Zagorje (auf Deutsch auch Zagorien) nördlich der Hauptstadt Zagreb und das Međimurje im nördlichsten Zipfel des Landes zwischen Drau und Mur. Slawonien ist das Flachland entlang der Flüsse Save (Sava) und Drau (Drava) bis zur Donau (Dunav) im Osten. Zu diesem werden oft auch die Baranja (nördlich des Unterlaufes der Drau) und West-Syrmien (Zapadni Srijem) (der Ostzipfel Kroatiens zwischen Donau und unterer Save) gezählt.
Kreuzfahrtschiff "Liberty" in Dubrovnik.

Die dinarische Gebirgsregion (auch Mittleres Kroatien oder Kroatisches Hügelland genannt) wird von Mittel- und einzelnen Hochgebirgen geprägt, die die Wasserscheide zwischen Donau und Adria bilden, wobei einzelne Täler auch vollständig abflusslos sind. Hier herrscht Gebirgsklima. Zu dieser Landschaftszone gehören das Gebirgsland des Gorski kotar zwischen Rijeka und Karlovac, die Hochtäler Lika und Krbava zwischen dem längs der Küste laufenden Gebirgszug des Velebit und dem Grenzgebiet zu Westbosnien, sowie ein Teil des Hinterlandes Dalmatiens (Dalmatinska Zagora, Biokovo-Gebirge).

Aktivurlaub und Bergwandern

Aktivurlauber finden in den Dutzenden von National- und Naturparks ein herrliches Eldorado zum Wandern, Klettern oder Biken. Im Nationalpark Plitvicer Seen locken bizarre Wasserfälle, die ebenso wie der Nationalpark Krk u.a. als Kulisse für die Winnetou-Filme dienten. Der Nationalpark Paklenica ist vor allem bei Kletterern beliebt, die die Karsthöhlen erobern und mit einem atemberaubenden Rundblick belohnt werden. Im Nationalpark Brijuni, vor Istrien befindet sich die vormalige Tito-Sommerresidenz. Heute ist ein kleiner Safaripark angeschlossen. Einen Abstecher wert ist auf alle Fälle die „Blaue Grotte“ auf der Insel Biševo in der Nähe von Vis oder der Drachenaugensee bei Rogoznica in Dalmatien.

Etwa ein Drittel Kroatiens (2.082.702 ha) ist von Wäldern bedeckt. Etwa 95 Prozent des Waldbestandes sind weitgehend naturbelassene Mischwälder, in denen mitunter noch große Raubtiere wie Braunbären, Wölfe, Goldschakale und Luchse anzutreffen sind. Die scheuen Genossen halten sich vor allem in den gebirgigen Regionen Kroatiens auf. Zu den vorkommenden Greifvögeln gehören Gänsegeier sowie Stein- und Schlangenadler. Große Vogelarten der Feuchtgebiete sind Sichler und viele Reiherarten. In der Küstenregion leben zahlreiche Reptilien wie Schildkröten (Land-, Sumpf- und Meeresschildkröten), Eidechsen, Geckos und Schlangen (Nattern, Ottern). Typische Bewohner der unterirdischen Höhlen der verkarsteten Gebiete sind Grottenolme. Die Küstenregion schmücken vor allem mediterrane Hartlaubgehölze, Macchien, Pinien und Kiefernwälder.
Diokletianpalastkomplexes in Split: Kathedrale St. Domnius.

Museen und Weltkulturerbe

Zu den Ursprüngen der Menschheit führen die Exponate im Evolutionsmuseum und Fundort des Urmenschen Hušnjakovo, Museum Ljudevit Gaj in Krapina. Alte Baukultur empfängt die Besucher dagegen im Ethno-Museum Staro Selo in Kumrovec, das ein altes kroatisches Dorf mit originalen Häusern präsentiert. Das Urlaubsland an der Westküste der Adria ist reich an schützenswerten Denkmälern, die sich in der Liste der Weltkulturerbe wiederfinden. So sollte auf jeder Reiseplanung ein Abstecher nach Dubrovnik nicht fehlen. Die Altstadt wurde bereits 1979 erstmalig als Weltkulturerbe anerkannt. Der historische Komplex der Stadt Split mit dem Palast Kaiser Diokletians zählt genauso zum Schatz der Kroaten wie der imposante Bischöfliche Komplex der Euphrasius-Basilika im historischen Stadtkern von Poreč oder die eindrucksvolle Kathedrale des Heiligen Jakob in Šibenik.

Die Hafenstadt Trogir in Mitteldalmatien etwa 25 Kilometer westlich von Split wurde 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe erhoben. Der historische Stadtkern von Trogir liegt auf einer Insel. Die Verbindung zum Festland erfolgt durch eine Steinbrücke.

Auf der anderen Seite ist Trogir mit einer beweglichen Brücke mit der Insel Čiovo verbunden. Der Ort gilt als herausragendes Beispiel für städtebauliche Kontinuität. Die romanische Stadt Trogir stellt nicht nur an der Adria den am besten erhaltenen romanisch-gotischen Komplex dar, sondern in ganz Osteuropa. In dem mittelalterlichen, von Stadtmauern umgebenen historischen Stadtkern befinden sich ein erhaltenes Schloss, ein Turm, etwa zehn Kirchen und eine Reihe von Wohnhäusern und Palästen aus den Perioden der Romanik, Gotik, Renaissance und des Barock. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählen die St.-Laurentius-Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Das westliche Hauptportal ist ein Meisterwerk von Radovan und das wichtigste Werk im romanisch- gotischen Stil in Kroatien.
Kulturelle Hauptstadt Dalmatiens: Dubrovnik.

Dubrovnik – Perle des Mittelmeers
Dubrovnik an der Südküste Kroatiens wird aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung und der jahrhundertelangen politischen Sonderstellung oft auch als „Perle der Adria“ und „Kroatisches Athen“ bezeichnet. Sie gilt bis heute als eine der schönsten Städte im gesamten Mittelmeerraum. Im Jahr 1979 wurde die gesamte Altstadt von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Stadtmauern von Dubrovnik sind 1940 Meter lang sowie bis zu sechs Meter breit und (gegen eine Gebühr) komplett begehbar. Sie sind das besterhaltene Fortifikationssystem in Europa und umfassen einen perfekt erhaltenen Komplex öffentlicher und privater, sakraler und säkularer Bauwerke aus allen Perioden der Stadtgeschichte, beginnend mit seiner Gründung im siebten Jahrhundert. Hier seien vor allem die Hauptpromenade (der "Stradun"), der Fürsten-Palast, die Kirche des Hl. Blasius (sv. Vlaho), die Kathedrale, drei große Klöster, das Zollhaus und das Rathaus hervorgehoben.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Rolandsäule. Seit dem Jahr 1317 befindet sich im Franziskanerkloster der Stadt die älteste Apotheke Europas. Außerdem gibt es in Dubrovnik eines der ältesten kommunalen Theater Europas, in dem immer noch Aufführungen stattfinden. Auf der vorgelagerten Insel Lopud und in der Vorstadt Ploče befinden sich Lazarette, in denen erstmalig in Europa ab dem Jahr 1377 ankommende Reisende zum präventiven Schutz der Stadt vor der Pest 40 Tage isoliert in Quarantäne verweilen mussten.

 Das weltweit älteste Arboretum, Arboretum Trsteno, das etwa im Jahr 1492 angelegt wurde, befindet sich nahe der Stadt Dubrovnik. Am 3. Februar wird alljährlich das Stadtfest des Hl. Blasius (Schutzpatron von Dubrovnik) gefeiert. Kein Wunder, dass sich Dubrovnik zunehmend zu einem Treffpunkt des internationalen Jetsets und der High Society entwickelt, die sich mit oder ohne Krawatte gerne hierzulande vergnügt.


Quelle: Youtube.com





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