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Offenbach am Main

Deutschland, Offenbach am Main
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Blick über Offenbach am Main von Süden. Im Vordergrund (senkrecht) die Waldstraße, dahinter (waagerecht) die Bebraer Bahn, im Hintergrund die Innenstadt, und jenseits des Mains Fechenheim.

"Offenbach am Main" ist mit rund 118.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt in Hessen und liegt im Rhein-Main-Gebiet. Die ursprünglich hugenottisch geprägte Industriestadt war vor allem als Zentrum der Lederwarenindustrie bekannt. Heute ist Offenbach ein wichtiges Dienstleistungszentrum im Rhein-Main-Gebiet und mit der Hochschule für Gestaltung (HfG) ein Hochschulstandort mit hoher Clusterbildung im Designbereich. Die an Frankfurt grenzende Stadt ist eines der zehn Oberzentren sowie die nach Einwohnern und Fläche kleinste kreisfreie Stadt des Landes Hessen.

Geographie

Offenbach befindet sich am südlichen und südöstlichen Ufer des Mains am Mainbogen, gegenüber den Frankfurter Stadtteilen Ostend und Fechenheim und östlich der Frankfurter Stadtteile Oberrad und Sachsenhausen. Diese Lage bedeutet, dass die beiden Großstädte mittlerweile ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet bilden. Die Bäche Bieber und Hainbach durchfließen das Stadtgebiet. Offenbach liegt an der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute. Das bebaute Stadtgebiet liegt überwiegend im Norden der Gemarkung, im Süden erstreckt sich ein großes Waldgebiet. Der höchste Punkt der Stadt liegt mit 166 Metern auf dem Schneckenberg. Der niedrigste Punkt mit 97 Metern am Mainufer, vor dem Isenburger Schloss.

Stadtwald
Der "Offenbacher Stadtwald" im Süden der Stadt dehnt sich über eine Fläche von 1252 Hektar aus. Zu etwa 57 % besteht er aus Kiefer, 28 % Buche, 15 % Eiche und einem Prozent Fichte. Eine Revierförsterei befindet sich am Rand des Stadtteils Bieber, Forstbehörde ist das Forstamt Langen. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurden im Stadtwald “Scheindörfer” angelegt, welche die Bombenangriffe von der Stadt ablenken sollten. Bombensplitter in älteren Bäumen zeugen noch heute von zahlreichen irregeleiteten Bombenabwürfen.Offenbach-Post vom 6. August 2009: "Flieger-Bomben drücken den Erlös"

Nachbargemeinden
Offenbach grenzt im Westen und Norden an Frankfurt am Main, im Nordosten an die Stadt Maintal (Main-Kinzig-Kreis), im Osten an die Städte Mühlheim am Main und Obertshausen (beide Landkreis Offenbach), sowie im Süden an die Städte Heusenstamm und Neu-Isenburg (beide Landkreis Offenbach).

Stadtgliederung
Nordseite des City Towers
Das Stadtgebiet von Offenbach am Main gliedert sich in die Stadtteile Bieber, Bürgel, Kaiserlei, Lauterborn, Rosenhöhe, Rumpenheim, Tempelsee, Waldheim und An den Eichen (vormals Lohwald).

Innerhalb der einzelnen Stadtteile gibt es Viertel und Siedlungen, die nicht amtlich als separate Einheit aufgefasst werden, geografisch oder städtebaulich jedoch eine Einheit bilden. Darunter das Mathildenviertel in der Innenstadt, die Hans-Böckler-Siedlung in Rumpenheim, das Eschig an der Mühlheimer Straße, Bieber-Waldhof und die Carl-Ulrich-Siedlung an der Waldstraße.

Die statistischen Bezirke mit ihrer amtlichen Nummer:

Drei der genannten Stadtteile waren früher eigenständige Gemeinden. Bürgel wurde am 1. April 1908 nach Offenbach eingemeindet, Bieber am 1. April 1938 und Rumpenheim am 1. April 1942.

:"Siehe auch: Innenstadt Offenbach"

Geschichte
Frühgeschichte
Obergermanien
Offenbach ist eine Gründung aus der Zeit nach der fränkischen Reichsteilung von 561. Der Ortsname hat eine für diese Zeit typische Endung auf "-bach" und steht – einer Theorie zufolge – in Verbindung mit dem Personennamen "Ovo".siehe auch Alfred Kurt: "Tausend Jahre Offenbach 977 - 1977" in Offenbacher Geschichtsverein: "Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 26", 1977, S. 11 Die Herkunft des Namens ist jedoch nicht endgültig geklärt. Eine Herleitung von einem Ofen (an der Rohrmühle, den späteren Farbwerken Höchst, wird eine römische Kalkbrennerei vermutetJohann Geiß: "Der Vorgeschichte auf der Spur" in Offenbacher Geschichtsverein: "Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 32", 1982, ISSN 0471-122, S. 67ff) oder dem “offenen” Bach gilt in der Ortsnamensforschung als weniger wahrscheinlich.siehe auch W. Müller: "Hessisches Ortsnamenbuch", 1937 Aus dem 6. oder 7. Jahrhundert ist südlich des ältesten Ortskernes an der Waldstraße ein fränkischer Reihenfriedhof erhalten.siehe Karl Nahrgang: "Die Bodenfunde der Vor- und Frühgeschichte in Stadt und Landkreis Offenbach am Main", Verlag Waldemar Kramer, 1967, S. 149

Bereits in römischer Zeit verlief durch das Offenbacher Gebiet eine Römerstraße über Offenbach (Bernardstraße) zu einer vermuteten Römerbrücke in Offenbach-Bürgel und weiter über Mühlheim am Main nach Steinheim.siehe Karl Nahrgang, S. 149
Auch in Offenbach-Bieber und Offenbach-Bürgel sind römische Spuren nachgewiesen.siehe auch archäologische Fundkarte der Stadt Offenbach auf www.offenbach.de: (die Karte gibt die Fundorte nur ungefähr an, um Schäden durch selbsterklärte aber unerfahrene Archäologen zu vermeiden) Ebenso durchzogen römische Straßen die Offenbacher Gemarkung und kreuzten sich vermutlich bei Bieber („Indianerpfad“). Die Gegend gehörte der römischen Civitas Auderiensium in der Provinz Obergermanien an.

Bei Ausgrabungen in der Gemarkung Offenbach wurden Funde aus der Steinzeit gemacht. Jedoch ist nicht davon auszugehen, dass zwischen den Steinzeitmenschen und der fränkischen Besiedlung eine Kontinuität bestand.

Mittelalter
Goldgulden Werner von Falkensteins
Bereits im Jahr 770 791 und 790 finden sich die ersten urkundlichen Erwähnungen der im 20. Jahrhundert eingemeindeten heutigen Stadtteile Rumpenheim, Bürgel und Bieber. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Offenbach am Main stammt aus dem Jahr 977, Kaiser Otto II. beurkundete eine Schenkung in Offenbach an die Salvatorkirche (der spätere Dom) in Frankfurt.siehe J. F. Böhmer und H. L. Mikoletzky: "Regesta imperii II, 2. Abteilung: Die Regesten des Kaiserreiches unter Ott II", 1950Abschrift der Urkunde ausgestellt im Haus der Stadtgeschichte in Offenbach Früher war Offenbach Teil des Maingaues und die umliegenden Wälder gehörten zum Wildbann Dreieich. Dieser unterhielt in Offenbach eine seiner 30 Wildhuben. Vom Mittelalter bis 1819 war Offenbach Teil der Biebermark.

Offenbach wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrmals den Besitzer. Einer der ersten Besitzer waren die Herren von Hagen-Münzenberg, welche den Besitz aus der Zeit ihres Amtes als Reichsvögte der Dreieich erbten. Nach dem Aussterben der Münzenberger 1255 erbten die Herren von Falkenstein das Dorf am Main. 1372 wurde Offenbach von Graf Philipp von Falkenstein für 1000 Gulden an den Rat der Stadt Frankfurt verpfändet. Werner III. von Falkenstein, Erzbischof von Trier und als Falkensteiner Landesherr in Offenbach, ließ um 1400 am Main ein Schloss bauen und Münzen prägen. Die Stadt Frankfurt fühlte sich dadurch provoziert und protestierte dagegen.

Isenburgische Residenz
Johann Philipp von Isenburg-Offenbach
Als Werner starb, waren die Falkensteiner im Mannesstamme erloschen, und ihr Besitz fiel an verschiedene adlige Familien. Erst 1486 konnte sich unter den Erben Graf Ludwig von Isenburg als alleiniger Besitzer von Offenbach etablieren. Offenbach diente unter Graf Reinhard von Isenburg-Birstein dem Adelsgeschlecht als Residenz. Sie ließen das Isenburger Schloss errichten. 1559 wurde in Offenbach die Reformation eingeführt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die bayerische Besatzung Offenbachs 1631 von den Schweden vertrieben und im Schloss die Kapitulation der Reichsstadt Frankfurt von König Gustav Adolf entgegen genommen.

1698 nahm Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach hugenottische Flüchtlinge im Ort auf, sie gründeten ihre eigene Gemeinde, westlich der bestehenden. Somit wuchs das Dorf Offenbach zu einer Minderstadt an. Dieser Westteil entwickelte sich im Laufe des 18. Jahrhunderts zur Stadt. Die Hugenotten brachten das Wissen um die Tabakverarbeitung nach Offenbach und erschlossen damit einen Wachstumsmarkt des 18. Jahrhunderts.

Da Frankfurt keine Gewerbefreiheit zuließ, wanderten die Manufakturristen über die damalige Landesgrenze nach Offenbach ab, wo sie von den gewerbefreundlichen zu Isenburgern ein Regal bewilligt bekamen.

Im Jahr 1739 fand die Grundsteinlegung zur lutherischen Kirche (Stadtkirche) statt und 1768 wird der Aliceplatz, der diesen Namen erst seit 1879 trägt, als neuer Marktplatz angelegt. Er hieß zwischenzeitlich Paradeplatz, weil die isenburgischen Soldantenauf ihm Übungen abhielten.

Ansicht von Offenbach in den 1770er Jahren(Zeichnung von Johann Caspar Zehender)
Der Dichter Goethe kam 1775 regelmäßig nach Offenbach, da hier seine Verlobte Lili Schönemann lebte. In dieser Zeit begann die Lederwarenherstellung und erste Industrien und Gewerbe siedelten sich an. Niccolò Paganini und Wolfgang Amadeus Mozart besuchten mehrmals die aufstrebende Industriestadt. Ersterer um die hier bei Pirazzi produzierten Musiksaiten zu erwerben, zweiter ließ seine Noten bei Johann André verlegen. 1786 lässt sich die Familie der Schriftstellerin Sophie von La Roche in der Domstraße 23 nieder. 1792 gehen Österreichische Truppen bei Offenbach über den Main und besiegen die Franzosen bei Höchst. 1794 wurde die Leibeigenschaft durch Fürst Wolfgang Ernst von Isenburg aufgehoben. Katholiken durften 1798 erstmals seit über 200 Jahren Gottesdienst in Offenbach feiern, 1803 schafft Fürst Carl Ludwig Moritz als einer der ersten den Juden-Leibzoll ab und im Jahr 1812 fand die letzte Hinrichtung in Offenbach statt. Der Galgen stand in Höhe Hermannstraße und Schäferstraße.

19. Jahrhundert
Offenbacher Lokalbahnhof
1800 erfand Alois Senefelder, einer von Offenbachs berühmtesten Bürgern, den Steindruck (Lithografie). Nach dem Wiener Kongress 1815 verlor Fürst Carl von Isenburg wegen seiner Nähe zu Napoleon I. seine Landesherrschaft. Die Stadt gehörte kurzfristig zu Österreich, fiel schließlich an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Nach der Auflösung der Biebermark 1819 erhielt die Stadt einen Anteil von 1733 Morgen am Gelände zwischen Hainbach und heutiger Grenzstraße. Seither konnte sich die Stadt nach Osten hin ausdehnen. Vorher war Wachstum nur nach Westen oder nach Süden möglich.

1828 schloss sich das Großherzogtum Darmstadt dem preußischen Zollgebiet an, während Frankfurt neutral blieb. Dieser Schritt bedeutete das Ende der seit dem Mittelalter stattfindenden Frankfurter Messe, die bereits während der Koalitionskriege infolge der Kontinentalsperre stark an Bedeutung verloren hatte. Offenbach konnte von diesem Niedergang profitieren, als das Messegeschäft ab 1828 für einige Jahre in Offenbach stattfand. Zu diesem Zweck wurde das heutige Gebäude des Deutschen Ledermuseums errichtet.

Die allgemeine Schulpflicht wird im Jahr 1830 in Offenbach eingeführt und 1832 die Impfpflicht.
1832 wurde aus den ehemaligen Landgerichtsbezirken Langen, Offenbach und Seligenstadt der Landkreis Offenbach gebildet. Fortan war Offenbach Kreisstadt. 1842 gründeten der Darmstädter Chemiker Ernst Sell und sein Frankfurter Partner Karl Oehler eine Teerfarbenfabrik am Mainufer zwischen Offenbach und Bürgel (heute AllessaChemie).

Kaiser-Friedrich-Quelle
1848 eröffnete die Frankfurt-Offenbacher Lokalbahn die Strecke nach Frankfurt-Sachsenhausen. Ihr Offenbacher Bahnhof befand sich an der Bahnhofstraße westlich des Stadtzentrums. Die heutige Berliner Straße nach Westen hin war damals die Eisenbahnstrecke. Die erste Gasbeleuchtung erhellt einige Offenbacher Straßen und 1853 wird eine Telegrafenanstalt Domstraße und Ecke Krimmergäßchen eröffnet.

Erst 1873 wurde der heutige Hauptbahnhof, der damals weit außerhalb der Stadt im Süden lag, errichtet und die Bebraer Bahn in Betrieb genommen. Damit war der Weg zum Ausbau der Schwerindustrie und der chemischen Industrie geebnet, wodurch die Stadt in den folgenden zwei Jahrzehnten so stark wie nie zuvor anwuchs. 1896 wurde die Rodgaubahn nach Dieburg eröffnet. Später kam der Seitenast nach Dietzenbach hinzu.

Am 24. Dezember 1874 wurde die "Neue Offenbacher Zeitung" herausgebracht, die erste sozialdemokratische Parteizeitung im Großherzogtum Hessen.

Eine 1888 erschlossene Heilquelle wurde nach dem nur 99 Tage amtierenden Kaiser Friedrich III. "Kaiser-Friedrich-Quelle" benannt. Das Wasser wird heute nicht mehr als Mineralwasser verkauft, da es zu salzig wurde.

20. und 21. Jahrhundert
Karfreitagsputsch (1919)
1908 wurde mit Bürgel der erste Nachbarort eingemeindet. Durch diese Eingemeindung fiel das Gebiet östlich der Grenzstraße bis hinauf zur Bieberer und Rumpenheimer Gemarkung der Stadt zu. 1919 wurden während des Karfreitagsputsches vor der Kaserne, dem heutigen Sitz des Finanzamtes, 17 Menschen erschossen. 1920 wurde die Stadt für einen Monat von französischen Truppen besetzt. Im Jahr 1922 wurde mit dem Bau der Siedlung Tempelsee im Süden begonnen. In Folge der Weltwirtschaftskrise waren zeitweise über die Hälfte der Arbeiter arbeitslos. Am 1. November 1938 schied Offenbach aus dem Landkreis Offenbach aus und wurde eine kreisfreie Stadt, blieb jedoch weiterhin Sitz des Kreises. Gleichzeitig wurde die Gemeinde Bieber an Offenbach angegliedert. Im November wurde während der Novemberpogrome die Synagoge, das heutige "Capitol", geschändet sowie mehrere Wohnungen und Geschäfte beschädigt. Noch bis 1936 wehrten sich Teile der Offenbacher Bevölkerung gegen die Machtübernahme und Gleichschaltungspolitik der Nationalsozialisten. 1942 wurde mit Rumpenheim die letzte Eingemeindung vollzogen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Offenbach zu 36 % zerstört. Die Schäden konzentrierten sich insbesondere auf die Altstadt und die Weststadt. Was die Bomben nicht verwüstet hatten, wurde in den darauf folgenden Jahrzehnten der Stadterneuerung geopfert. Der einstige Charakter des westlichen Stadtzentrums zwischen Herrnstraße und der Schloßstraße als "Gartenstadt" verwandelte sich in eine Bürostadt (beispielsweise durch das neue Rathaus oder den City Tower). 1953 begann der Bau der Carl-Ulrich-Siedlung zwischen Dietzenbacher und Waldstraße. Offenbach hatte 1954 erstmalig mehr als 100.000 Einwohner und wurde somit jüngste Großstadt Hessens. Die Stadtrechte sind Offenbach nie offiziell verliehen worden. 1956 erhielt die Stadt den Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken. 1960 erwarb die Stadt den "Wildhof" bei Heusenstamm und erhielt damit die Waldgemarkung Wildhof. 1971 wurde das heutige Rathaus an der Berliner Straße eröffnet und der Umzug der Verwaltung aus dem alten Hospital, dem heutigen Justizzentrum, wurde vollzogen.
Die Feiern zum 1.000-jährigen Jubiläum Offenbachs wurden 1977 begangen. 1995 erhielt Offenbach Anschluss an die S-Bahn Rhein-Main. 2002 verlegte der Landkreis Offenbach seinen Verwaltungssitz nach Dietzenbach.

Aufgrund der guten Infrastruktur und der Lage im Rhein-Main-Gebiet haben sich in den vergangenen Jahren viele Firmen angesiedelt. Die Stadtverwaltung wirbt mit einer ungewöhnlich schnellen Vergabe von gewerblichen Baugenehmigungen. Die Mieten gelten allgemein als günstig, so dass besonders die Innenstadt als Wohnort für junge Familien sehr beliebt wird. Dort gibt es nach wie vor viele Mehrfamilienhäuser aus der Jahrhundertwende.

Stadtbild
Lange Zeit wurde Offenbach durch Bauten der Hugenotten aus dem späten 17. und 18. Jahrhundert geprägt. Typisch hierfür sind Bauten mit Mansarddach. Von diesen sind weitestgehend die Französisch-Reformierte Kirche, die Französisch Reformierte Gemeinde sowie ein Geschäftshaus in der Frankfurter Straße /Ecke Aliceplatz original erhalten. Der Wiederaufbau nach dem Krieg und der Bau der Berliner Straße haben das Bild der Innenstadt wesentlich verändert. Die angrenzenden Gründerzeitquartiere sind weitestgehend von größeren Schäden verschont geblieben.

Die Stadt hat 403 einzelne Kulturdenkmäler, dazu 29 „Gesamtanlagen“, (wie Straßen- oder Grünzüge) und zusammen zirka 1.600 denkmalgeschützte Bauwerke.

Renaissance
Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Das Wahrzeichen und bekannteste Gebäude in Offenbach ist das Isenburger Schloss. Es wurde 1576 für den Grafen von Isenburg gebaut und gilt als der bedeutendste Renaissancebau nördlich der Alpen.

Mehrmals wurde es umgebaut, zuletzt nach dem Brand des Dachstuhls im Zweiten Weltkrieg. Auf einer Stadtansicht von Merian ist es in seiner ursprünglichen Form zu sehen. Seit 1999 ist das Schloss ein Teil der Hochschule für Gestaltung, an die es unmittelbar angrenzt. Es ist im Besitz des Landes Hessen.


Klassizismus
Lili-Tempel
Der Lili-Tempel wurde ursprünglich 1798 als Badehaus im Offenbacher Lili-Park gebaut. Es ist das einzige im Originalzustand erhaltene Werk von Nicolas Alexandre Salins de Montfort im Rhein-Main-Gebiet. Einer modernen Sage zufolge erhielt der Tempel den Namen nach der Verlobten Johann Wolfgang von Goethes, Elisabeth Schönemann, mit der sich dieser 1775 im umliegenden Park zu treffen pflegte. Das klassizistische Bauwerk wurde unter der Auflage einer Restaurierung im Jahr 2004 an eine Privatperson in Erbpacht vergeben.

Das Rumpenheimer Schloss war einst Treffpunkt des europäischen Hochadels. Das im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstörte Gebäude ging 1965 in den Besitz der Stadt Offenbach über und wurde in mehreren Teilstücken wieder hergestellt. Nach der zuletzt (um 2002) erfolgten Wiederherstellung des Mittelflügels entspricht die Außenansicht weitestgehend dem Stand um 1805. Heute ist das Schloss eine private Wohnanlage. Alljährlich im Sommer findet im Schlosshof und im angrenzenden Schlosspark ein Mittelaltermarkt statt.

Historismus
Büsing-Palais
Die Krafftstraße im Mathildenviertel
Der Historismus ist in Offenbach durch zahlreiche markante Bauwerke vertreten. Das um 1775 erbaute und zwischen 1901 und 1907 im neobarocken Stil umgestaltete Büsing-Palais etwa war im 18. Jahrhundert der Stadtsitz der Offenbacher Fabrikantenfamilie Bernard. Im Herrenhaus befinden sich heute das Standesamt, die Stadtbibliothek und das Klingspor-Museum. Räumlichkeiten des repräsentativen Anwesens lassen sich für verschiedene Zwecke von der Stadt anmieten.

Weitere historistische Gebäude befinden sich im weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel "Westend" entlang und südlich der westlichen Frankfurter Straße. Sehenswert ist der Altbau des Leibniz-Gymnasiums in der Parkstraße sowie einige kleinere Betonbauten einer Musterausstellung aus dem späten 19. Jahrhundert im angrenzenden Dreieich-Park.

Ein wichtiger neobarocker Sakralbau ist die katholische Pfarrkirche St. Marien in der Bieberer Straße. Das dreischiffige Bauwerk, das barockes Gepräge mit deutlichen Akzenten des Jugendstils verbindet, wurde 1911 bis 1913 nach Plänen des Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker errichtet. Nach strukturellen Schäden durch den Bau der S-Bahn wurde die Kirche in den letzten Jahren komplett renoviert. Das Marienviertel, südlich der Kirche ist eines der typischen Gründerzeitquartiere, die den Rand der Innenstadt prägen.

So auch am 1873 errichteten Hauptbahnhof. Dieser lag damals weit außerhalb der damaligen Siedlungsgrenze, die mehrstöckigen Mietshäuser der Gründerzeit erstreckten sich anfangs nördlich davon (insbesondere in der Kaiserstraße, Mittelseestraße, der östlichen Bismarckstraße) später südlich der Bahnlinie (Marienstraße). In der Luisenstraße befindet sich ein Mietshaus das durch eine stark florale Jugendstilfassade auffällt.

Architektur des 20. Jahrhunderts
Novotny Mähner Assoziierte, bekannt vor allem durch Hochhausprojekte
Hugo Eberhardt, Architekt und Gründer des Ledermuseums, hat zu Beginn des Jahrhunderts in Offenbach einige Gebäude errichtet: das Verwaltungsgebäude der Heyne-Fabrik, die AOK, und die Gebäude der Technischen Lehranstalt, heutige Hochschule für Gestaltung. Sie sind bedeutende Zeugnisse des Übergangs zur Moderne. An der Hochschule wurden zur Schließung des Fachbereichs Architektur 1982 zahlreiche Architekten ausgebildet, dort hatten ua. gelehrt: Der Kirchenbaumeister Dominikus Böhm (sein Sohn Gottfried Böhm, der Pritzker-Preis-Träger, ist in Offenbach geboren und aufgewachsen), Josef Rings, Bernhard Hermkes, Walter Schwagenscheidt (Planer der Frankfurter Nordweststadt). Direkt gegenüber der Hochschule im Isenburger Schloss war das Hessische Staatsbauamt untergebracht, wo zahlreiche öffentliche Gebäude (hauptsächlich Schulgebäude) geplant wurden.

Nach 1945 sind von Offenbach aus drei überregional bekannte Architekten tätig, Paul Friedrich Posenenske, Adolf Bayer und das Büro Novotny Mähner Assoziierte (bekannt durch Hochhausprojekte). Trotz der stürmischen Wiederaufbau-Zeit gelingt es, (vielleicht auch aufgrund der geografischen Nähe), diesen Büros in der Stadt zahlreiche Bauten von hohem gestalterischen Wert zu realisieren. Adolf Bayer entwarf die Rudolf-Koch-Schule, die Bundesmonopolverwaltung und die Beethovenschule (auffallend sind sie versetzten Baukörper, die filigranen Stahlrahmen der Fenster und der Einsatz eines hellen Klinkers) und Paul Friedrich Posenenske die Humboldtschule und den Deutschen Wetterdienst. An die Wirtschaftswunderzeit erinnert die 1952-54 errichtete "Walther-Passage" an der Frankfurter Straße, benannt nach dem Möbelhaus welches bis in den 1960er sich hier befand. Es wurde von Fritz Reichard entworfen, die Fassade ist mit italienischen Glasmosaiksteinen verkleidet.

Bis heute tätig ist Novotny Mähner Assoziierte, an jüngeren Beispielen sind das Omega-Haus und der 120 m hohe City Tower zu nennen. In der Aufbauzeit bauten auch auswärtige Stararchitekten wie Sep Ruf (Kirche Dreifaltigkeit, St. Peter) oder Egon Eiermann (Atriumhäuser in Lauterborn) bauten in der Stadt. Das 1971 eröffnete und 70 Meter hohe Rathaus ist ebenfalls ein Baudenkmal, es steht als gelungenes Beispiel von Sichtbetonarchitektur in der Hessischen Denkmalschutzliste. Die bekannteste Neuplanung nach dem Zweiten Weltkrieg in Offenbach ist die als Ost-West-Achse angelegte Berliner Straße. Anfangs eine vierspurige Straße mit Stadtautobahncharakter, wurde die Straße nach Beendigung des S-Bahn-Baus zu einer Allee umgebaut. Es entstanden neue Gebäude, wie das CinemaxX und diverse Geschäftshäuser.

Generationenübergreifendes Wohnen im Haus Weikertsblochstraße 58. Entwurf: Wellnitz Architekten Der Strukturwandel führte zu zahlreichen Büroneubauten, besonders im Stadtteil Kaiserlei. So etwa das Omega-Haus, die BHF-Bank, Siemens-Power-Generation, Honeywell und Hyundai Europe.
1999 realisierte das Büro KSP Engel und Zimmermann Architekten das Gebäude der Städtischen Sparkasse an der Berliner Straße. Es fand auch eine Bereinigung von den Bausünden der Nachkriegszeit statt, so wurde das frühere Kreishaus mit vorgehängter Sichtbetonfassade saniert, das Stadtkrankenhaus wird gegenwärtig durch einen Neubau ersetzt.

Der Umgang mit den Nachkriegsbauten ist eher unreflektiert, so das auch wichtige und vielbeachtete Zeugnisse der späten Moderne schon abgebrochen wurden, wie zum Beispiel das ehemalige Gebäude des Deutschen Wetterdienstes (Entwurf: Paul Friedrich Posenenske) oder durch Sanierungen und Modernisierungen gestalterisch entwertet, wie das Polizeipräsidium am Dreieich-Park oder der früheren Sitz der IHK am Platz der Deutschen Einheit.

Grünflächen
Leonhard-Eißnert-Park
Das Offenbacher Mainufer
Offenbach verfügt über ausgedehnte Grünflächen. Als Parkanlagen sind hier der Büsing-Park, der angrenzende Lili-Park, der Dreieich-Park, der Leonhard-Eißnert-Park am Bieberer Berg sowie der Schlosspark Rumpenheim zu nennen. Im Dreieich-Park sind die ältesten Deutschen Betonbauten vorhanden, die erst kürzlich renoviert worden sind.

Der „Offenbacher Grüngürtel“ verbindet einige Parkanlagen mit einem Radweg, dieser gehört teilweise auch zum „Pfad der Industriekultur“ auf der Trasse einer stillgelegten Industriebahn.

Als Grünfläche im weitesten Sinne kann auch das Mainufer gelten. Es ist von Frankfurt im Westen bis zum Stadtteil Rumpenheim durchgehend für Fußgänger und Radfahrer befahrbar. Der Mainbogen ist eine artenreiche Auenlandschaft.

Gewässer
Neben dem Main und den Bächen Bieber im Stadtteil Bieber und Hainbach in Tempelsee, gibt es noch den Röhrgraben, Buchraingraben, Oberhorstgraben, Wildhofsbach, Grenzgraben, den Kuhmühlgraben in Waldheim und den Buchhügelgraben.

Als Stillgewässer wären der Oberhorstweiher, Entensee in Bieber, Buchrainweiher, Biebernsee und der Schultheisweiher in Rumpenheim zu nennen. Der Schultheisweiher dient in den Sommermonaten auch als Badesee.

Einwohnerentwicklung
Bevölkerungsentwicklung
1875 hatte Offenbach etwa 25.000 Einwohner, bis 1900 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000. Am 18. August 1954 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000. 1972 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit 121.283 ihren historischen Höchststand. Ende März 2007 lebten in Offenbach 117.224 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung betrug im März 2007 nach Angaben der Stadtverwaltung 30,1 % (35.326 Personen) Die meisten Ausländer kamen aus der Türkei (7.193), Italien (3.916), Griechenland (3.610), Serbien und Montenegro (3.156), Kroatien (1.905), Polen (1.769), Marokko (1.628) sowie Bosnien und Herzegowina (1.357). Offenbach hat prozentual die höchste Rate an Ausländern aller deutschen Städte (Quelle: Die Zeit 05/06) und liegt knapp vor Stuttgart und Frankfurt.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.


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¹ Volkszählungsergebnis

Religionsgemeinschaften
Evangelische Lutherkirche in Bieber
Frei-religiöse Gemeinde
alt-katholische Christuskirche
Die katholische Gemeinde St.Konrad im Offenbacher Stadtteil Tempelsee
Offenbach gehörte vor der Reformation zum Erzbistum Mainz. Graf Reinhard von Isenburg führte nach 1542 die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein, doch setzte sich ab 1592 das reformierte Bekenntnis durch. Die Stadt blieb danach über viele Jahrhunderte eine reformierte Stadt. Ab 1734 wurde es den lutherischen Gemeindemitgliedern wieder gestattet, Gottesdienste abzuhalten. Nach dem Übergang an das Großherzogtum Hessen (Evangelische Landeskirche in Hessen) erfolgte 1848 eine Union zwischen den reformierten und lutherischen Gemeinden. Die Gemeinden gehörten dann zur Superintendentur Starkenburg mit Sitz in Darmstadt. Später wurde Offenbach Sitz einer eigenständigen Propstei Nord-Starkenburg und schließlich wurde das Gebiet Teil der Propstei Rhein-Main innerhalb der heutigen Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Hier gehören die Kirchengemeinden der Stadt Offenbach zum Dekanat Offenbach.

Römisch-katholische Gemeindeglieder zogen spätestens im 18. Jahrhundert wieder in die Stadt. Ihnen wurde es ab 1798 gestattet, wieder Gottesdienste abzuhalten, doch erhielten sie erst 1825 vollständige Religionsfreiheit. Um 1900 betrug der Anteil der katholischen Bevölkerung der Stadt etwa 30 Prozent. Dieses Verhältnis veränderte sich spätestens nach Eingemeindung der überwiegend katholischen Nachbargemeinden Bieber und Bürgel in den 1930er Jahren. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Offenbach innerhalb der Diözese Mainz.

Die jüdische Gemeinde Offenbachs hatte im 19. Jahrhundert ungefähr 1.000 Mitglieder, im Jahre 1939 noch etwa 550. Nachdem zunächst jüdische Familienväter in Konzentrationslager verschleppt worden waren, wurden ihre Familienangehörigen unter unmenschlichen Bedingungen in ein Haus in der Offenbacher Domstraße, in dem sich heute das Arbeitsamt befindet, zwangseingewiesen. Die meisten wurden anschließend deportiert und umgebracht. Nach 1945 bildete sich wieder eine kleine jüdische Gemeinde. Heute leben knapp 1.000 Juden in Offenbach. Die Synagoge, 1916 erbaut, wurde während der Novemberpogrome 1938 verwüstet und später als Kinosaal benutzt. Nach dem Krieg wurde daraus das Stadttheater Offenbachs. Zwischenzeitlich fand das Gebäude Nutzung als Spielstätte für ein Musical, derzeit wird es z. B. für Konzerte genutzt und kann für Veranstaltungen angemietet werden. Die neue Synagoge und das jüdische Gemeindezentrum liegen heute gegenüber der ehemaligen Synagoge.

Die Frei-religiöse Gemeinde Offenbach am Schillerplatz besteht seit 1845 und zählt 2007 etwa 1.700 Mitglieder. Sie ist als Deutsch-Katholische Gemeinde von Joseph Pirazzi gegründet worden. Lorenz Diefenbach wirkte in den frühen Jahren federführend mit. Die Gemeinde ist Mitglied im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD) und über diesen in der International Association for Religious Freedom (IARF). Sie betreibt seit September 2006 den einzigen freireligiösen Kindergarten in Deutschland.

Die griechisch-orthodoxe Gemeinde im Stadtteil Tempelsee hat viele Mitglieder. Offenbach ist die deutsche Großstadt mit dem höchsten Anteil griechisch-orthodoxer Bewohner.

Die Alt-Katholische Pfarrgemeinde Offenbach besteht seit 1873. Damals verfassten die Mitglieder des Offenbacher (Alt-)Katholikenvereins eine „Constitution“, in welcher sie feierlich das Dogma von der Unfehlbarkeit und der Universaljurisdiktion des Papstes zurückwiesen und sich zugleich als Katholiken bekannten, die ihrem alten Glauben treu bleiben wollten. Diese Konstitution, in der auch das Recht auf Gemeindebildung, auf Abhaltung von Gottesdiensten und Anstellung von Geistlichen festgeschrieben wurde, ist das eigentliche Gründungsdokument der alt-katholischen Gemeinde Offenbach. Wer dieses Dokument unterschrieb – die Unterschriften wurden vom Bürgermeisteramt gegengezeichnet und gesiegelt – war von da an Mitglied dieser Gemeinde. Unter den ersten Unterschriften sind sehr viele Alt-Offenbacher Namen.
1874 wurde von der großherzoglichen Regierung in Darmstadt die offizielle Errichtung einer „alt-katholischen Pfarrei in Offenbach und Bieber mit dem Sitze in Offenbach“. Zwischen dem Otto-Steinwachs-Weg und der Bismarckstraße steht die alt-katholische Christuskirche.

Ferner ist in Offenbach auch die Neuapostolische Kirche vertreten. Die Gemeinde besteht seit 1906. Zwischenzeitlich existierte eine weitere Gemeinde im Stadtteil Bürgel, die jedoch wieder in die Hauptgemeinde in der Stadtmitte integriert wurde. Die jüngste Kirchengemeinde in der Stadt ist die FeG Offenbach. Sie gehört als Freikirche dem Bund FeG an. Jeden 1., 2. und 3. Sonntag im Monat feiern sie ihre Gottesdienste im Offenbacher Cinemaxx.
Die Stadtmission Offenbach e. V. gibt es seit fast 100 Jahren in Offenbach. Das Angebot der Stadtmission Offenbach umfasst neben dem Gottesdienst mit Kinderbetreuung Angebote für alle Altersklassen. Die Jugendarbeit der Stadtmission Offenbach ist im EC organisiert. Als Landeskirchliche Gemeinschaft ist die Stadtmission ein freies Werk innerhalb der evangelischen Landeskirche, siehe auch Gnadauer Verband. Entsprechend dem Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund in der Stadt sind auch einige muslimische Gemeinschaften vertreten. Es existieren sieben Vereine und eine Gemeinschaft der Aleviten. Die Dschame-Moschee (Versammlungsmoschee) gehört zur Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Politik und Verwaltung
Als traditionelle Industriestadt galt Offenbach einst als „rote Hochburg“. Demzufolge regierte lediglich 1977 bis 1985 eine Koalition aus CDU und FDP (mit Walter Suermann, CDU, als Oberbürgermeister und Ferdinand Walther, FDP, als Kulturdezernent). Nachdem die Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern bei den Wahlen 2006 ihre Mehrheit verlor, regiert jetzt eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP.

Die von der FDP gewünschte Koalition mit der Union hatte ebenfalls keine Mehrheit erreicht. Der Magistrat bildet die „Regierung der Stadt“. Dieser besteht aus dem Oberbürgermeister, einem hauptamtlichen Ersten Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister, zwei weiteren hauptamtlichen Beigeordneten sowie sechs ehrenamtlichen Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung „Stadtrat“.

Bis 1874 gab es in Offenbach nur einen ehrenamtlichen Bürgermeister, ab 1887 erhielt das Stadtoberhaupt die Bezeichnung Oberbürgermeister.

Bürgermeister und Oberbürgermeister seit 1823
Stadtrat seit 2006
* 1823–1826: Peter Georg d’Orville
* 1826–1834: Heinrich Philipp Schwaner
* 1834–1837: Peter Georg d’Orville (zweite Amtsperiode)
* 1837–1849: Jonas Budden
* 1849–1859: Friedrich August Schäfer
* 1859–1867: Johann Heinrich Dick
* 1867–1874: Johann Martin Hirschmann
* 1874–1882: Hermann Stölting
* 1883–1907: Wilhelm Brink
* 1907–1919: Andreas Dullo (Fortschritt)
* 1919–1933: Max Granzin (SPD)
* 1933–1934: Heinrich Schönhals (NSDAP), kommissarisch
* 1934–1945: Helmuth Schranz (NSDAP)
* 1945–1946: Fritz Reinicke (parteilos, ab 1946 CDU), kommissarisch
* 1947–1949: Johannes Rebholz (SPD)
* 1950–1957: Hans Klüber (SPD)
* 1957–1974: Georg Dietrich (SPD)
* 1974–1980: Walter Buckpesch (SPD)
* 1980–1986: Walter Suermann (CDU)
* 1986–1994: Wolfgang Reuter (SPD) (1986–1988 nur kommissarisch)
* 1994–2006: Gerhard Grandke (SPD)
* seit 21. Januar 2006: Horst Schneider (SPD)

Am 11. September 2005 wurde Horst Schneider (SPD, unterstützt auch von den Grünen) mit 51,2 % der abgegebenen Stimmen zum Nachfolger des am 20. Januar 2006 aus dem Amt geschiedenen Gerhard Grandke gewählt. Er setzte sich damit im ersten Wahlgang gegen Alfred Kayser (CDU, unterstützt auch von der FDP – 46,2 %) und Raimund Bieker (PDS – 2,6 %) durch.

Parteien und Fraktionen
In der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung sind folgende Parteien vertreten:
CDU (Fraktionsvorsitzender: Peter Freier), SPD (Fraktionsvorsitzender: Stephan Färber), Grüne (Fraktionsvorsitzender: Peter Schneider), FDP (Fraktionsvorsitzender: Oliver Stirböck), Linke (Fraktionsvorsitzender: Horst Schultheiß), Republikaner (Fraktionsvorsitzender: Hans-Joachim Münd), Freie Wähler Offenbach (Fraktionsvorsitzender: Dieter Jahn) und Tierschutzpartei (Lucia Gerharz). Die Stadtverordnete Giovanna Silvestro (parteilos) zog bei der letzten Kommunalwahl über die Liste der Linken ins Kommunalparlament ein, trat aber im Mai 2007 aus der Fraktion aus und ist seither fraktionsloses Mitglied der Stadtverordnetenversammlung.

Wappen
Das Wappen der Stadt Offenbach am Main zeigt in Blau einen bewurzelten silbernen Eichbaum mit fünf silbernen Eicheln. Die Stadtfarben sind weiß-blau. Der Eichbaum symbolisiert den alten Reichsforst Dreieich, zu dem das Stadtgebiet gehörte.

Städtepartnerschaften


"Städtefreundschaft:"


Wirtschaft
→ "Hauptartikel: Industriegeschichte Offenbachs"


Die Offenbacher Wirtschaft war stets sehr breit aufgestellt und nie von einigen wenigen Großunternehmen geprägt. Die Einwanderung von Hugenotten und die Gewerbefreiheit in der Stadt brachte einen wirtschaftlichen Aufschwung getragen von mittelständischen Unternehmen.
Trotzdem hatte Offenbach bereits in den 1970er Jahren mit einer Rezession zu kämpfen, da die großen Bereiche Elektroindustrie und Lederwaren als eine der ersten nach Fernost abwanderten. Die Wende kam mit der Ansiedelung von Dienstleistungsbetrieben, die zumeist aus dem Finanz- und Automobilbereich stammen.
Frühere Industrieunternehmen haben oft aufgrund der guten Lage ihren Verwaltungssitz in Offenbach belassen. Offenbach weist eine hohe Dichte von Designbüros im Bereich Grafik und Industriedesign auf. Dies hängt zum einen mit der Hochschule HfG Offenbach zusammen, zum anderen auch mit der Tradition als Zentrum der Typographie und den günstigen Bedingungen für Jungunternehmer.

Unternehmen
"Industrie"
Seifenfabrik Kappus
Aus der Vielzahl der Industriebetriebe sind einige größere in Offenbach geblieben. Ihre Anzahl ist seit etwa 10 Jahren konstant und umfasst etwa die manroland AG, Schramm-Coatings, CLOU-Holzlacke, Danfoss und die Seifenfabrik Kappus. Die Farbwerke Oehler in Offenbach waren lange Zeit ein bedeutender Standort der Hoechst AG für die Herstellung von Farbstoffen und Polyesterfasern sowie ihren Vorprodukten. Heute gehört das Werk der Firma AllessaChemie, während die Produktion des Flaschenrohstoffs PET inzwischen von dem amerikanischen Unternehmen Invista Resins and Fibers GmbH betrieben wird.

Ihren Verwaltungssitz in Offenbach haben Honeywell Deutschland, Siemens Power Generation, Areva und Rowenta sowie der Mode- und Lifestylekonzern EganaGoldpfeil.

Die Energieversorgung Offenbach gehört heute zur Mannheimer MVV Energie AG. Sie versorgt über 160.000 Kunden und betreibt u. a. ein Müllheizkraftwerk, in dem mehr als 200.000 Tonnen Abfall jährlich verbrannt werden.

"Dienstleistungen"
Die UBS an der Kaiserstraße
Die Offenbacher Innenstadt liegt näher an Frankfurt als viele Stadtteile der Nachbarstadt. Insbesondere im westlichen Stadtteil Kaiserlei siedelten sich nach dem S-Bahn-Bau Banken, Versicherungen und Unternehmensberatungen mit Verwaltungssitzen oder Abteilungen an, so etwa die BHF-Bank, UBS und Capgemini.
Ebenso die deutsche Deltec International Courier GmbH und ein Standort der APL Logistics sowie die Verwaltungen von Hyundai-Kia Machinetools und Hyundai Steel.

Mit 4000 Menschen in 900 Unternehmen ist Offenbach eines der wichtigsten Design-Cluster in Deutschland. Die Unternehmen reichen von Architektur; Typografie Grafik und Webdesign; Industrie- und Fahrzeugdesign sowie Film und Animation. Die Ursachen dafür liegen einerseits an der Geschichte als historischer Fertigungsstandort und der Hochschule für Gestaltung, andererseits auch an der zentralen Lage im Rhein-Main-Gebiet.

"Automobilhersteller"
Honda Small Hybrid Concept
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Automobilindustrie. So befindet sich die Nord-Europa-Zentrale sowie die Entwicklungs- und Designabteilung des Automobilherstellers Honda, in der Sprendlinger Landstraße, dessen zukunftsweisendes Modell Honda Small Hybrid Concept (2007) in Offenbach entwickelt wurde.

Ebenso befindet sich die Europazentrale des koreanischen Automobilherstellers Hyundai und die Verwaltung des koreanischen Reifenherstellers Kumho im Offenbacher Stadtteil Kaiserlei.

Im Automobilbereich ist Offenbach ein Teil des sog. "Automotive-Cluster Rhein-Main" das von Fertigungsstätten (Opel, Siemens-VDO, Lear etc.) über Entwicklungsstätten und Europa-Zentralen die gesamte Wertschöpfungskette umfasst.

Einzelhandel
Das Einkaufszentrum "KOMM" am Aliceplatz
Wochenmarkt am Wilhelmsplatz
Die Offenbacher Einkaufsstraßen sind die Frankfurter Straße und die parallel verlaufende Große Marktstraße. Wenige hundert Meter östlich liegt der Wilhelmsplatz mit Feinkostgeschäften. An diesem findet auch der bekannte Offenbacher Wochenmarkt statt. Der Marktplatz hingegen ist ein Platz in der Innenstadt, nach dem auch die S-Bahn Station benannt ist.

Im September 2009 eröffnete am Aliceplatz ein modernes großes Einkaufszentrum (22.000 Quadratmeter Fläche) mit 60 Geschäften auf drei Etagen. An den südlichen Ausfallstraßen Waldstraße und Sprendlinger Landstraße (sowie an dem diese verbindenden Odenwaldring) befinden sich hauptsächlich Filialgeschäfte wie Supermärkte und Autohäuser, sowie das Ringcenter.

Behörden und Gesundheitswesen
Klinikum Offenbach am Main, hier das Dr.Erich-Rebentisch-Zentrum
Bundesmonopolverwaltung für Branntwein
Zwei Behörden haben ihren Sitz in Offenbach, der Deutsche Wetterdienst und die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (Gebäudeentwurf: Adolf Bayer, 1953) als Bundesbehörde.

Offenbach verfügt über mehrere Kliniken. Das „Ketteler Krankenhaus“ mit 248 Betten sowie das „Klinikum Offenbach am Main“ mit rund 1.000 Betten, das als Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt fungiert, sind überregional bekannt und dienen der medizinischen Versorgung der Bevölkerung der Stadt als auch des Landkreises Offenbach. Das Klinikum Offenbach erhält bis Ende 2009 einen Neubau für rund 140 Mio €. Die „Klinik Frühauf“ mit 36 Betten ist ein homöopathisches Krankenhaus sowie eine internistische Privatklinik. Die AOK hat ihre Kreisverwaltung in Offenbach.

Die Feuerwehr Offenbach besteht aus einer Berufsfeuerwehr, drei Freiwilligen Feuerwehren und einer Jugendfeuerwehr. Neben dem Polizeipräsidium Südosthessen in der Parkstraße verfügt Offenbach ferner über zwei Polizeireviere, die für den westlichen bzw. östlichen Teil Offenbachs zuständig sind.

→ "Hauptartikel:Feuerwehr Offenbach"

Deutscher Wetterdienst
Zentrale des DWD
Wetterpark Offenbach – Station Phänologie

→ "Hauptartikel:Deutscher Wetterdienst"

Der Deutsche Wetterdienst mit seiner Zentrale in Offenbach leistet eine unverzichtbaren Dienst für das Gebiet Rhein Main, mit ungefähr 90.000 Vorhersagen pro Jahr und rund 20.000 Wetter- und Unwetterwarnungen jährlich. So spielt der Deutsche Wetterdienst für die Luftfahrt, beim Frankfurter Flughafen, eine wichtige Rolle.

Von Bedeutung ist auch die Überwachung und Erforschung des Klimawandels, um Auswirkungen der globalen Erwärmung und seiner Folgeerscheinungen abschätzen und Schadenspotentiale auf nationaler wie internationaler Ebene minimieren zu können.
Mit der Deutschen Meteorologischen Bibliothek verfügt der DWD über eine der größten Fachbibliotheken weltweit.

Der Deutsche Wetterdienst betreibt einen Wetterpark, der für Besucher frei zugänglich ist.

Infrastruktur
Straßenverkehr
Die Kaiserleibrücke der A 661
Die Carl-Ulrich-Brücke
Die wichtigsten innerstädtischen Hauptstraßen sind die Kaiserstraße, die Frankfurter Straße, die Berliner Straße, die Mainstraße, die Waldstraße und die aus Taunus-, Odenwald-, Spessartring und Rhönstraße bestehende südliche Ringstraße. Wichtige Ausfallstraßen sind die Sprendlinger Landstraße (nach Südwesten), die Bieberer Straße (nach Südosten) und die Mühlheimer Straße (nach Nordosten).

Die Carl-Ulrich-Brücke verbindet die Kaiserstraße mit Fechenheim, die Rumpenheimer Fähre den Offenbacher Stadtteil Rumpenheim mit dem Maintaler Ortsteil Bischofsheim.

Im Süden der Stadt führt die Bundesautobahn 3 vorbei, die am "Offenbacher Kreuz" auf die im Westen der Stadt gelegene Bundesautobahn 661 trifft. Ferner führen die Bundesstraßen 43, 46 und 448 durch das Stadtgebiet.

Schienenverkehr und ÖPNV
Hbf Haupteingang
Hbf Hintereingang
Durch Offenbach führt die Eisenbahnlinie Bebraer Bahn, diese wird im inneren Stadtbereich als Hochtrasse geführt. Hier liegt auch der, zwischen 1872 und 1873 erbaute Offenbacher Hauptbahnhof, welcher seine Bedeutung für den Fernverkehr weitestgehend eingebüßt hat. Lediglich drei IC-Verbindungen der Deutschen Bahn halten in Offenbach.

Im schienengebundenen Nahverkehr wird Offenbach von Regionalzügen der Deutschen Bahn sowie der VIAS GmbH (Odenwaldbahn) und den Linien S1, S2, S8 und S9 der S-Bahn Rhein-Main bedient. Bis auf einzelne am Hauptbahnhof beginnende oder endende Fahrten der S2 im Berufsverkehr findet der gesamte S-Bahn-Verkehr im Innenstadtbereich auf einer eigens erbauten Tunnelstrecke statt.

Bahnhöfe
In Offenbach am Main existieren sieben Bahnhöfe und Haltepunkte, davon ein Regional- und S-Bahnhof und sechs weitere reine S-Bahnhöfe. Die Bahnhöfe liegen an der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn/Kinzigtalbahn im City-Tunnel Offenbach sowie an der Rodgaubahn.


Datei:S-Bahnhof Offenbach Marktplatz.jpg|S-Bahn Bahnhof Marktplatz
Datei:Offenbach Ost (2).JPG|S-Bahn Bahnhof Offenbach Ost
Datei:S-Bahnhof Offenbach-Bieber.jpg|S-Bahn Haltepunkt Bieber






* Haltepunkt oder Bahnhof bedienende Zuggattung

Ein weiterer S-Bahnhof in Waldheim ist in Planung.

Busse
OVB
In Offenbach verkehren Regionalbusse der Regionalverkehr Kurhessen GmbH (RKH) sowie die Stadtbusse der Offenbacher Verkehrsbetriebe GmbH (OVB). Es besteht eine lokale Nahverkehrsorganisation (LNO). Sie bündelt den Stadtverkehr unter der
Dachmarke „Nahverkehr in Offenbach“ (NiO).

Alle Schienen- und Bus-Linien im Stadtgebiet sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) zu benutzen.

Von 1951 bis 1972 verkehrten in Offenbach auch Oberleitungsbusse. Der heutige Nahverkehr in Offenbach am Main verlässt sich ganz auf den Dieselbus.

Straßenbahn
Straßenbahn am Mathildenplatz in Offenbach, um 1890

→ "Hauptartikel:Städtische Straßenbahn"

In Offenbach am Main verkehrte eine der ersten elektrischen Straßenbahnen der Welt.

Die 1884, auf Bestreben eines Offenbacher Konsortiums, bestehend aus dem Kommerzienrat Weintraut, dem Bankier Weymann und dem Bankhaus Merzbach, eröffnete Strecke der Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft (FOTG) führte von der Alten Brücke in Sachsenhausen, Oberrad nach Offenbach über die Frankfurter Straße zum Offenbacher Marktplatz und weiter zum Mathildenplatz.

Ab 1906 hatte Offenbach eine Städtische Straßenbahn mit drei Linien.

1967 wurde die letzte innerstädtische Linie stillgelegt, 1996 wurde die von der Frankfurter Straßenbahn betriebene Linie 16 aus dem Zentrum Offenbachs verbannt.

Diese endet seitdem an der Stadtgrenze, wo Anschluss an Buslinien besteht.

Fahrradverleih
In Zusammenarbeit mit NIO (Nahverkehr in Offenbach)und der Stadt Offenbach bietet Nextbike einen Fahrradverleih an. Die Verleihstationen sind an der S-Bahn Station Kaiserlei, S-Bahn Station Marktplatz/Rathaus, Frankfurter Straße/Kaiserstraße, am Hauptbahnhof und Ostbahnhof.

Güterverkehr und Binnenschiffahrt
Seit dem Sommerfahrplan 2005 wird der im Osten an der Fernbahn gelegene Offenbacher Güterbahnhof wieder rege genutzt. Der Güterbahnhof wurde an seiner heutigen Stelle 1919 dem Verkehr übergeben. In der Zeit von 1873 bis 1919 lag der Güterbahnhof direkt neben dem Offenbacher Hauptbahnhof (Personenbahnhof).

In der Binnenschifffahrt ist Offenbach über den Main und den Rhein mit den wichtigen Industrieregionen in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden und über den Main-Donau-Kanal mit dem südöstlichen Mitteleuropa verbunden.

Der Offenbacher Hafen hat jedoch nur noch marginale Bedeutung; große Geländeteile liegen mittlerweile brach. Hier soll auf der Hafeninsel ab 2010 ein neuer Stadtteil zum Wohnen und Arbeiten entstehen. Unter Binnenschiffern beliebt ist der Anlegeplatz am Mainufer in Höhe des Isenburger Schlosses, da dieser nahe der Innenstadt liegt.

Die Staustufe Offenbach bei Mainkilometer 38,51 ist eine Staustufe mit Schleuse. Sie liegt an der Stadtgrenze im Stadtteil Offenbach-Kaiserlei.


Kultur und Sehenswürdigkeiten

"für öffentlichen Kunstwerke und Denkmäler in Offenbach siehe: Liste öffentlicher Kunstwerke und Denkmäler in Offenbach"

Die Stadthalle in Tempelsee
Das Capitol, ehemals die Synagoge, die angrenzende Messe und die Stadthalle sind die wichtigsten Veranstaltungsorte. Im Umfeld der Hochschule für Gestaltung finden viele Veranstaltungen statt, die von kleinen Vernissagen (etwa in der „Fahrradhalle“ oder im „Hafen 2“) bis hin zu großen Veranstaltungen, wie die Crossmedianight und dem Festival der jungen Talente reichen.

Die „Nacht der Museen“ wird zusammen mit Frankfurt organisiert. Außerdem findet entlang des Mains zwischen Büsing Palais und Isenburger Schloss das jährliche Mainuferfest statt.

Theater
In Offenbach gibt es mehrere kleine Bühnen für Varieté und Kleinkunst sowie mehrere Veranstaltungshallen wie z. B. das Capitol, die Stadthalle oder der Hugo Eberhardt Saal im Ledermuseum, in denen auch Theateraufführungen stattfinden. Tradition in der Offenbacher Theaterlandschaft hat der 1911 gegründete „Theaterclub Elmar“, aus dem auch Kai Frederic Schrickel (Stadtklinik) hervorging.

Museen
Das Rosenheim-Museum
Deutsches Ledermuseum
Das Deutsche Ledermuseum wurde vom Architekten und Professor der Kunstgewerbeschule Hugo Eberhardt gegründet und zeigt heute Lederwaren, Enthnologie und angewandte Kunst.

Das deutsche Schuhmuseum ist dem Ledermuseum angegliedert.

Das Klingspor-Museum bietet internationale Buch- und Schriftkunst. Grundstock des Museums ist die Sammlung von Dr. Karl Klingspor und des 1938 nach New York emigrierten Offenbachers Dr. Siegfried Guggenheim. Es besitzt Bestände zur Geschichte des Buchdrucks, der Buchillustration und vor allem der Typografie. Das Museum besitzt unter anderem die Nachlässe von Rudolf Koch (dem Entwickler der Offenbacher Schrift), Otto Reichert, Heinrich Jost sowie das "Manuale Tipografico" von Bodoni und Arbeiten von Peter Behrens.

Das Haus der Stadtgeschichte, hervorgegangen aus dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv, zeigt die historische Entwicklung der Stadt Offenbach. Schwerpunkte sind die Offenbacher Manufakturen, die Hugenotten und der Buchdruck. Hier ist auch das Bieberer Amulett ausgestellt

Jüngst hat das Rosenheim-Museum als Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet. Es trägt den Namen des in Offenbach geborenen Künstlers Bernd Rosenheim und zeigt Malerei, Skulptur und Grafik. Gezeigt werden nicht nur Werke Rosenheims, sondern auch andere Zeitgenossen sowie der Kunstpreis der Bernd-Rosenheim-Stiftung, die das Museum trägt.

Regelmäßige Veranstaltungen
* Internationale Lederwarenmesse ILM
* Mainuferfest
* Kunstansichten
* Rundgang der HfG Offenbach
* Cross Media Night / FilmNacht an der HfG Offenbach
* Offenbacher Woche
* August: Lichterfest im Büsing-Park
* Erstes Wochenende im September: Kinderfest im Leonhard-Eißnert-Park
* Nacht der Museen (gemeinsam mit Frankfurt)

"siehe auch:" Fastnacht im Rhein-Main Gebiet

Bildung
Hauptgebäude der HfG
Offenbach am Main hat keine Universität, aber mit der Hochschule für Gestaltung eine staatliche Kunsthochschule. Sie wurde bereits 1832 als Handwerkerschule gegründet und erlangte 1970 den Status einer Hochschule. Es gibt zwei Fachbereiche: Visuelle Kommunikation und Produktgestaltung.

Seit 2006 ist Offenbach auch VWA-Standort (Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie). Primär werden an der VWA Offenbach im Klinikum Offenbach betriebswirtschaftliche Studiengänge für Berufstätige angeboten.

Sport
Das OFC Stadion
Der größte Fußballverein in Offenbach ist Kickers Offenbach (OFC). Der heutige Drittligist bestreitet seine Heimspiele im Stadion am Bieberer Berg (ca. 24.900 Plätze).

Der Verein gehörte sieben Jahre (1968/69, 1970/71, 1972–76 und 1983/84) der Fußball-Bundesliga an, gewann 1970 den DFB-Pokal und wurde 1950 und 1959 Zweiter der Deutschen Fußballmeisterschaft. Hermann Nuber spielte von 1953 bis 1971 beim OFC, in seiner Zeit als Trainer trainierte er unter anderem Rudi Völler, Uwe Bein, Oliver Reck und Jimmy Hartwig.

Das Waldschwimmbad des Ersten Offenbacher Schwimmclubs (EOSC) auf der Rosenhöhe ist besonders im Sommer sehr beliebt, bekanntester Schwimmer des Vereines war Michael Groß.

Besonders erwähnenswert ist noch der „Fechtclub Offenbach von 1863 e. V.“, bekannteste Fechterinnen des Vereins sind Helene Mayer und Cornelia Hanisch.

Medien
In Offenbach am Main erscheint die Tageszeitung Offenbach-Post. Der regionale Bürgerfernsehsender „Offener Kanal Offenbach-Frankfurt“ sendet aus Offenbach ins Kabelnetz.

Skurriles
Rivalität zwischen Offenbach und Frankfurt
Wie zwischen vielen benachbarten Städten besteht von jeher auch zwischen Frankfurt und Offenbach am Main eine gutnachbarliche Rivalität, die ihren Ausdruck u. a. in zahlreichen Witzen über die Bewohner der jeweils anderen Stadt findet.

Hintergrund ist hier, dass die beiden Städte Frankfurt und Offenbach unterschiedlicher nicht sein können. Bereits seit dem Mittelalter bestanden Territorialkonflikte zwischen der Reichsstadt Frankfurt und ihren Nachbarstaaten. Nach der Reformation lagen das lutherische Frankfurt und das reformierte Offenbach in konfessionellen Streitigkeiten. Seit dem 18. Jahrhundert förderten die Grafen von Isenburg zudem die Ansiedlung von Manufakturen, die im bürgerlichen Frankfurt nicht erwünscht waren. Auch im 19. Jahrhundert sah sich Frankfurt als reine Handelsstadt, was weiterhin zur industriellen Verlagerung nach Offenbach führte. Erst nach der Annexion durch Preußen zog auch Frankfurt mit der Industrialisierung nach und überflügelte bald seinen Rivalen. Im 20. Jahrhundert wuchs Frankfurt vor allem durch Eingemeindungen preußischer Vororte, während Offenbach keine Ausdehnungsmöglichkeiten hatte. Bis 1945 bildete die Grenze zwischen beiden Nachbarstädten immer zugleich auch eine Landesgrenze.

Eine langjährige sportliche Rivalität pflegen die beiden Fußballvereine Kickers Offenbach und Eintracht Frankfurt sowie ihre jeweiligen Anhänger. Im Laufe der Jahre standen sich beide Mannschaften häufig in einem sogenannten "Derby" gegenüber, besonders häufig in den fünfziger Jahren (z. B. im Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1959), im DFB-Pokal (zuletzt 2009) und in der Fußball-Bundesliga bis zum Abstieg der Kickers 1984.

Streichholzkarlchen
Streichholzkarlchen
Als Offenbacher Original zählt der Streichholzverkäufer Karl Winterkorn (* 28. März 1880 in Zell am Main, † 1939 in Offenbach).

Er zog zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Offenbacher und Frankfurter Apfelweinstuben und verkaufte Streichhölzer. Lokalberühmtheit erlangte er durch seine geringe Körpergröße von nur 1,30 Meter und seine füllige Figur. Bekannt wurde er aber vor allem durch einen seiner Aussprüche. Gefragt, was er denn von Beruf sei, antwortete er: Holzhändler.

Er wohnte in der Gerberstraße (heute Arthur-Zitscher-Straße 4).
Ihm zu Ehren steht eine Statue auf dem Offenbacher Wilhelmsplatz. Sein Grab wird von der Stadt gepflegt.


Der Maabär
Franz Weber (* 1867 in Gießen, † 13. Oktober 1935) war ein Offenbacher Original bekannt unter dem Namen „Maabär“. Er lebte in der warmen Zeit des Jahres am Main und schlief oft unter den Mainbrücken. Er verdiente seinen Unterhalt mit Hilfsarbeiten für Ruderer, Flößer und Mainschiffer. Bekannt und beliebt war er für seine mürrische und gleichzeitig ehrliche Wesensart. Nach eigenem Bekunden rettete er persönlich mehrere Personen vor dem Ertrinken, obwohl stadtbekannt war, dass er nicht schwimmen konnte.

Persönlichkeiten
→ "Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Offenbach am Main"


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 23.11.2017 23:08 von den Wikipedia-Autoren.
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