Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt
ITS | Jahn | Tjaereborg


Bundesliga-Tickets mit Garantie!


     
Hotelsuche in 
 

Napoléons Basislager

Deutschland
Von Jürgen Herda   auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Ein Rundgang durchs großstädtische Ajaccio – Geburtsstadt Bonapartes und cooler Flair
Napoléons Geburtsstadt ist mit 65.000 Einwohnern für korsische Verhältnisse eine richtige Metropole – und wirklich, die größte Stadt der Insel wirkt mit ihrem chaotischen Verkehr, einigen Hochhaussiedlungen und dem geschäftigen Hafenviertel und den stets belebten Einkaufsstraßen mächtiger als ihre Einwohnerzahl suggeriert. Apropos Macht: In der ehemaligen Inselhauptstadt am Golf von Ajaccio residiert auch die Assemblée de Corse, das Regionalparlament.
Galerie
Rue Cardinal Fesch ein, die Shoppingmeile der Stadt.
Ajaccio, Stadt der Bonapartes.

Nicht falsch verstehen, geschäftig, etwas chaotisch und dazu noch der omnipräsente Napo-Léon – wie auf einem T-Shirt für Nachwuchskaiser zu lesen ist. Das klingt alles etwas nach städtebaulichem Verhau. Das trifft auf dieses Westküsten-Zentrum mitnichten zu. Wenn Sie keine Lust haben, in den Straßen, in denen nicht selten in zweiter Reihe geparkt wird nach einer winzigen Lücke Ausschau zu halten, auf die sich zeitgleich ein Smart, ein Roller und ein SUV stürzen, dann steuern sie auf das Parkhaus an der Place Diamant zu.

Sie entgehen so auch aufgetakelten Damen, die ihre Freundinnen vom Einkaufsbummel abholen, und nicht mit der Mascara-Wimper zucken, wenn sie einen scheinbar eigens dafür hergestellten Plastikboller umfahren, der den Marktbeschickern das Ein- und Ausladen erleichtern sollte. Das Komfortparken ist nicht ganz umsonst (6,40 Euro vier Stunden) aber dafür hat jede Ebene sein Symboltier: Seepferdchen im Untergeschoß usw.

Tauf-Kathedrale Napoléons
Zur Einstimmung ein Grand Crème – ebenso wie der Cappuccino ein Bitterkaffee mit Schaumkrone, der Unterschied erschließt sich nicht – im gleichnamigen Café gegenüber dem Ausgang mit Blick auf die erste Napoléon-Reiterstatue auf der Place de Gaulle. Dann laufen Sie auf der Avenue Malpinchi direkt auf die Neorenaissance-Kathedrale zu, in der Bonaparte getauft worden war.

Die pompöse Empire-Ausstattung macht einiges her und gleich beim Eingang links hängt ein echter Delacroix – mit dem Beleg, dass Madonnen und Apostel nicht zwangsläufig hässlich verzückte Gefrießer haben müssen. Die beste Außenaufnahme des von außen etwas unscheinbaren Sakralbaus gelingt, wenn Sie einige Schritte in die kleine Allee vorm Haupteingang machen.

Eseln und Ziege bewachen die Zitadelle
Einige Schritte Richtung Süden und der Blick wird frei auf den Golfe d’Ajaccio, dem wir auf dem Boulevard Lantivy bis zur imposanten, aber leider militärisch gesperrten Zitadelle folgen. Entlang der äußeren Wehrmauer blicken wir in einen Burggraben mit außergewöhnlichem Sicherheitspersonal: Zwei Esel und eine Bergziege stehen hier Wache – der kletterbegabte Bock hat es sich in kühner Felshöhe bequem gemacht und genießt die Vormittagssonne.
Selbstironie: Ein Wildschwein als korsischer Nationalist.

Wir laufen jetzt schnurstracks auf den Quai Napoléon mit dem alten Hafen zu – einige Yachten und zahllose Segelboote lassen nicht vermuten, dass etwas außerhalb Korsikas zweitgrößter Seehafen angesiedelt ist. So passt das Ambiente auch besser zu den Jahrhundertwendefassaden und den vorgelagerten Cafés. Einige Schritte weiter macht sich eine freche Möwe über den Müllsack eines Fischhändlers her.

Markttreiben unter Palmen
Sofern man zeitig vor Mittag und an einem Samstag die Pracht-Avenue Serafini erreicht, kann man das bunte Markttreiben in der Palmen beschatteten Allee verfolgen, das sich vom Hafen bis zur unvermeidlichen Napoléon-Büste am Nordwestende der Straße hinzieht. Der cesarisch überhöhte Kaiserkopf duldet still das höhnische Lachen der Möwen auf seinem Lorbeerkranz.

Die Buchhandlung Librairie des Palmiers am Nordwesteck veranstaltet häufig Lesungen, wie heute mit dem Bergfex Jean-Paul Quilici, der mit Piratenkopftuch, Knickerbockern und einem breiten Grinsen im Vollbart geduldig jedes Exemplar seiner korsischen Bergwelt „GR 20 – U Solcu di a Storia“ signiert. Einige angesäuselte, nennen wir sie Intellektuelle, diskutieren wie aus einem Chanson Jacques Brels entstiegen, die Weltlage: Da ist der Krumme mit dem dunkelbraunen Wuschelkopf mit dem viel zu engem Sakko, das hinten grotesk hochgerutscht ist, der mit Falsett auf die Gruppe mit dem Geduldigen und seinen glasigen Augen, auf den Grauen mit dem dünnen Zopf und die alte Dame einredet.

Die fesche Einkaufsmeile
Wir biegen rechts in die Rue Cardinal Fesch ein, die Shoppingmeile der Stadt, es reihen sich Boutiquen, Souvenirläden, Bijouterien und Cafés aneinander. Gegenüber der Chapelle Emperial, in der Bonapartes Eltern und Napoléon III. begraben liegen, sticht ein Café in die Augen, dass als Showroom für Kare Provision kassieren müsste: Pseudo-Rokokosessel mit Leopardenbezug, goldlackierte Theaterstühle mit rotem Kunstsamt und einer Teekarte, die jedem Briten ein Lächeln auf die steife Oberlippe zaubern würde. Die grande tasse Chocolat in der üblichen Cappuccinotasse für 5 Euro ist ganz passabel.
Korsische Hochzeit vorm Rathaus.

Jetzt aber endlich rein in den Bonapartismus, wer den Totenkult um den berühmtesten Korsen nach Topmodell Laetitia Casta huldigen und einen Blick auf die Gräber des Clans erhaschen möchte, muss für 8 Euro ins angrenzende Musée Fesch – eine Investition, die sich nicht nur wegen der zahlreichen Büsten und Gemälde des je nach Sichtweise genialen Feldherrn oder größenwahnsinnigen Kriegstreibers oder beides lohnt. Selbstherrliche Porträts des späteren Selfcrowned Kaisers und seines mäßig feschen Stiefonkels Kardinal Josef Fesch sowie der lächerlich in Pose geworfenen, vom Kaiser zu Königen ernannten Sippenmitgliedern wirken unfreiwillig komisch.

Bonapartes Grabkapelle geschlossen
Auch die pompöse Sammlung mehr oder minder begabter italienischer Meister des Kardinals auf zwei Stockwerken hätten wir nicht gebraucht, Raubkunst oder nicht. Nein, uns freut die stille korsische Landschaftsmalerei im Keller. Nur schade, dass die Kapelle, deretwegen wir gekommen sind, heute gar nicht zu besichtigen ist, wie wir am Schluss erfahren, als wir nach dem Weg zu den napoléonischen Gräbern fragen.
Dieser Artikel ist Teil der Tour "Tour de Corse"
Touren
 

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Göteborg (dpa) - Ein Mann ist in der Domkirche im schwedischen Göteborg in Brand geraten. Er sei dabei schwer verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ob er sich absichtlich anzündete oder es sich um einen Unfall handelte, war
Birmingham (dpa) - Ein 46-Jähriger hat am Sonntag auf einen Mann in einer britischen Kirche eingestochen und ist festgenommen worden. Täter und Opfer kennen sich, wie die Polizei in Birmingham mitteilte. Es habe sich um eine gezielte Tat
Repression, Exil oder eine Festnahme schüchtern die russische Aktivistin Ljudmila Alexejewa nicht ein. Als Grande Dame der Menschenrechte scheut sie auch nicht die Kritik an der Staatsführung. Und sie ist sicher: Die Jugend-Proteste werden ihre
Berlin (dpa) - Baustellen bei der Bahn sollen die Fahrpläne künftig weniger durcheinander bringen. Dazu hat im Konzern ein neues «Lagezentrum Bau» die Arbeit aufgenommen, wie Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla in Berlin sagte. «Es hat die
Gütersloh (dpa) - Patienten mit Rückenschmerzen kommen immer häufiger auf den OP-Tisch. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, die auf Zahlen des Statistischen Bundesamts und eigenen Berechnungen beruht. 2015
Athen (dpa) - Aus Protest gegen weitere geplante Sparmaßnahmen sind die Seeleute der griechischen Küstenschifffahrt am Dienstag in einen 48-stündigen Streik getreten. Zudem gab es im Radio- und Fernsehen keine Nachrichten. Die griechischen
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
Bochum (dpa) - Trainer Ismail Atalan hat sich nach seinem schnellen Aus beim Fußball-Zweitligisten VfL Bochum tief enttäuscht gezeigt und die Clubführung um Manager Christian Hochstätter ohne das Nennen von Namen kritisiert. «Es bleibt in
Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn will den Anteil von Ökostrom von derzeit 42 Prozent bis zum Jahr 2030 auf 70 Prozent erhöhen. Zugleich kündigte das Unternehmen als größter Stromverbraucher Deutschlands an, den Ausstoß des Treibhausgases CO2
Nürnberg (dpa) - Der sogenannte Reichsbürger von Georgensgmünd ist zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht in Nürnberg wertete am Montag die tödlichen Schüsse des Mannes auf einen Polizisten vor gut einem Jahr als
«Tofu predigen, aber so schnell wie möglich an die Fleischtöpfe wollen: Typisch grün.»(CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Montag zur Forderung der Grünen, in einer Jamaika-Koalition mit der Union und der FDP zwei Vize-Kanzler zu
München/Berlin (dpa) - CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat der Forderung der Grünen nach einem zweiten Vize-Kanzler eine klare Absage erteilt. «Tofu predigen, aber so schnell wie möglich an die Fleischtöpfe wollen: Typisch grün. Es ist
Berlin (dpa) - Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen hat die Führung des deutschen Sports heftig attackiert und vor allem die Förderung des sportlichen Nachwuchses angemahnt. «In der Nachwuchsarbeit muss mehr gemacht werden. Die Frage ist nur, wer
Ecken
LÄNDER
STÄDTE
EUROPA-TOUREN
banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum