Skiurlaub- günstig mit FeWo-direkt


Espresso der Extra-Klasse


Hotelsuche in 
 

Nach Börsenturbulenzen in den USA reagieren Dax-Anleger unruhig

Deutschland
09.02.2018
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Erneut sind in den USA die Börsen eingebrochen. Und auch in Deutschland reagieren die Investoren nervös - auch wenn die Märkte hierzulande als weniger überhitzt gelten.

Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt haben Anleger wegen des erneuten Kursrutsches an den amerikanischen Börsen nervös reagiert. Der schloss am Freitag mit einem deutlichen Minus von 1,25 Prozent bei 12 107,48 Punkten. Am Morgen waren die Anleger noch weitgehend gelassen in den Handelstag gestartet. Der Dax gab am Freitagmittag nur wenig nach auf 12 211 Punkte - beachtlich angesichts eines Kurseinbruchs von mehr als vier Prozent am Vorabend an der Wall Street.

Dort war der Leitindex Dow Jones erneut um mehr als 1000 Punkte abgestürzt. In der Folge brachen auch die Börsen in Japan und China am Freitag ein. Nun hat auch der Dax auf Wochensicht mehr als 5 Prozent verloren. Experten sind aber bereits wieder optimistisch und rechnen mit einer Erholung.

Die Angst vor steigenden Zinsen halte die US-Börsen im Würgegriff, sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Zu viele Anleger wollten dort «gleichzeitig durch die eine enge Türe.»

Der Freitag verlief auch an der New Yorker Börse turbulent. Nach einem freundlichen Auftakt drifteten die vier wichtigsten Indizes am Freitag zunächst in die Verlustzone. Dann erholten sie sich wieder nur um zuletzt erneut abzutauchen. Rund zwei Stunden vor Börsenschluss büßte der Dow Jones Industrial 1,70 Prozent auf 23 454,20 Punkte ein. Im Wochenverlauf bewegt sich der US-Leitindex damit auf einen Verlust von 8 Prozent zu, nachdem er bereits in der Woche zuvor über 4 Prozent eingebüßt hatte.

An der Börse geht die Sorge geht um, dass die Zinsen schneller steigen könnten als erwartet. In den USA fürchten Anleger, dass die Konjunktur befeuert von der Steuerreform von Präsident Trump heiß laufen könnte. Damit könnte die Inflation schneller steigen und die US-Notenbank Fed gezwungen sein, die Zinsen rascher anzuheben.

Die Geldschwemme und Niedrigzinsen der großen Notenbanken halten Anleger seit Jahren bei Laune. Investoren müssen das viele Geld aber auch irgendwo anlegen - es herrscht Anlagenotstand. Investoren setzten daher verstärkt auf Aktien, die dank Dividenden attraktiv sind verglichen mit Spareinlagen.

Nun dreht sich die Lage langsam: Steigende Zinsen machen Anleihen von Staaten und Unternehmen gegenüber Aktien wieder interessant. In den USA warfen die richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihen zuletzt schon rund 2,8 Prozent Rendite ab - und bieten Investoren damit schon einen ordentlichen Ertrag. In Deutschland sieht es dagegen mau aus: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt bei 0,76 Prozent.

In der Eurozone sind Zinserhöhungen absehbar unwahrscheinlich. Denn hier hinkt die Inflation weiter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp unter zwei Prozent hinterher - obwohl die Wirtschaft sich erholt. Im Januar lag die Inflation im Euroraum bei 1,3 Prozent. EZB-Präsident Mario Draghi dämpft Hoffnungen von Sparern. «Auf Basis der heutigen Daten und Analysen sehe ich sehr wenig Chancen, dass die Zinsen in diesem Jahr steigen könnten», sagte er Ende Januar.

Dass der Dow Jones so stark absackt, liegt auch am weit verbreiteten Computerhandel. Werden bestimmte Kursmarken nach unten durchbrochen, verkaufen die Programme automatisch und blitzschnell weitere Papiere. Das verstärkt den Sturz.

Aber auch die lange stark steigenden Kurse in den USA haben für eine Überhitzung gesorgt. Anleger hätten sich daran gewöhnt, dass die Kurse immer höher kletterten, schreiben Experten der Deutschen Bank. «Abgesehen von gelegentlichen Ausreißern nach unten schien es an den Aktienmärkten praktisch nur eine Richtung zu geben.» Nun sei es kein Wunder, dass die Korrektur so viel Nervosität verursache.

Dass der Dax trotz der jüngsten Verluste den US-Börsen nicht mehr blind nach unten folgt, dürfte auch eine Folge davon sein, dass in New York seit längerem weit höhere Kursgewinne aufgelaufen sind und nun ein größerer Korrekturbedarf besteht. Während der Dax nur mühsam in neue Höhen vordrang, schaffte es der Dow Jones über Monate spielend von Rekord zu Rekord. Seit dem Wahlsieg von Trump im November 2016 ist der Dow bis dato fast doppelt so stark gestiegen wie der Dax.

Doch auch im Dax waren die Gewinne zuletzt enorm: Im Leitindex ging es in 14 der vergangenen 15 Monate aufwärts. «Eine Gegenbewegung war überfällig», schreibt die DZ Bank. Ein «Zinsschock» oder ein Wirtschaftseinbruch seien aber unwahrscheinlich. Die Bank sieht den Dax zum Jahresende bei 14 000 Punkten - und sieht Einstiegschancen.

Die Privatbank Donner & Reuschel erkennt in den Dax-Verlusten gute Voraussetzungen für eine Stabilisierung, solange der Leitindex nicht unter sein am Dienstag erreichtes Tief bei 12 232 Punkten falle. Ob diese Marke erhält, ist aber alles andere als sicher. Weitere Kursrutsche in den USA könnten den Dax auf eine harte Probe stellen.

 

Kommentare zu diesem Artikel
 
Neuer Kommentar
Name *
Email * (wird nicht öffentlich angezeigt)
Kommentar
* Pflichtangaben
 
Diesen Artikel empfehlen

Absender Empfänger Nachricht (optional)
Name
E-Mail

Name
E-Mail
   
 
 
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
 
NACHRICHTEN
München (dpa) - Der Altkanzler und frühere SPD-Vorsitzende Gerhard Schröder wirbt eindringlich für die Zustimmung seiner Partei zu einer Neuauflage der großen Koalition. Die neue Führung der Sozialdemokraten müsse und werde um eine positive
Düsseldorf (dpa) - Zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest wird die Schonzeit für Wildschweine aufgehoben. Das sieht eine Verordnung der Bundesregierung vor, die der «Rheinischen Post» (Mittwoch) vorliegt und die am Mittwoch im Kabinett
Berlin (dpa) - Der Film «Das schweigende Klassenzimmer» über eine Schulklasse, die zu DDR-Zeiten aus politischen Gründen kein Abitur machen durfte, hat auf der Berlinale minutenlangen Applaus bekommen. Zur Premiere am späten Dienstagabend im
Langenhagen (dpa) - Im Streit um den Haustarif bei Volkswagen hat es in der Nacht zum Mittwoch eine Einigung gegeben. Zu den Details wurde allerdings zunächst nichts bekannt. IG-Metall-Verhandlungsführer und Bezirksleiter Thorsten Gröger sowie
Berlin (dpa) - Die Unionsanhänger stecken große Hoffnung in die designierte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer - einer Umfrage zufolge trauen ihr die meisten Deutschen die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel aber nicht zu. 43
Berlin (dpa) - Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Stephan Weil sieht die Schwäche seiner Partei auch in einer falschen Themensetzung begründet. «Systemdiskussionen interessieren kaum jemanden. Bei meinen Bürgerversammlungen hat mich kein
 
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
 
REISEPORTAL
Pyeongchang (dpa) - Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek hat beim ersten Sprungtraining der Nordischen Kombinierer von der Großschanze in Pyeongchang überzeugt. Der Oberstdorfer sprang am Samstag auf die Tagesbestweite von 137,5 Meter und gewann
Berlin (dpa) - Wer andere beim Kennenlernen nachahmt, macht sich beliebt - zumindest innerhalb des eigenen Geschlechts. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Freien Universität Berlin und der Uni Leipzig. Demnach gibt
Göteborg (dpa) - Ein Mann ist in der Domkirche im schwedischen Göteborg in Brand geraten. Er sei dabei schwer verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ob er sich absichtlich anzündete oder es sich um einen Unfall handelte, war
Birmingham (dpa) - Ein 46-Jähriger hat am Sonntag auf einen Mann in einer britischen Kirche eingestochen und ist festgenommen worden. Täter und Opfer kennen sich, wie die Polizei in Birmingham mitteilte. Es habe sich um eine gezielte Tat
Repression, Exil oder eine Festnahme schüchtern die russische Aktivistin Ljudmila Alexejewa nicht ein. Als Grande Dame der Menschenrechte scheut sie auch nicht die Kritik an der Staatsführung. Und sie ist sicher: Die Jugend-Proteste werden ihre
Berlin (dpa) - Baustellen bei der Bahn sollen die Fahrpläne künftig weniger durcheinander bringen. Dazu hat im Konzern ein neues «Lagezentrum Bau» die Arbeit aufgenommen, wie Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla in Berlin sagte. «Es hat die
Wetter

Berlin


(21.02.2018 04:22)

-3 / 3 °C


22.02.2018
-3 / 3 °C
23.02.2018
-3 / 1 °C
powered by wetter.com
Börsenberichte

banner

banner

banner

banner

© europe online publishing house GmbH, Weiden, Germany, info@europeonline-magazine.eu | Impressum