LÄNDER
STÄDTETIPPS
TOURENTIPPS
PROFI SUCHE
Microsoft klagt gegen Motorola und Google bei EU-Kommission
Europa
22.02.2012
Die EU-Kommission wird zum Schiedsrichter im Patenstreit um
Web-Techniken und Smartphones. Nach Apple rief nun auch der Microsoft
die Regulierer zur Hilfe. Der Vorwurf: Motorola verlange zu hohe
Preise für Web-Video-Patente. Und Google dulde das Treiben.
Redmond/Brüssel (dpa) - Der Patentkrieg in der Technik-Branche wird jetzt vor allem in Europa ausgetragen. Microsoft klagt bei der EU-Kommission gegen den Handy-Hersteller Motorola und den Suchmaschinen-Riesen Google mit dem Vorwurf des Patentmissbrauchs. Motorola nutze Patente für die Anzeige von Web-Videos und drahtlose Kommunikation, um den Verkauf von Windows-PCs, der Spielekonsole Xbox und anderer Geräte zu stoppen, erklärte Microsoft in einem Blogeintrag am Mittwoch. Auch Apple trug seinen Patentstreit mit Motorola bereits vor die EU-Kommission.
Die Motorola-Forderungen für eine Patentlizenz bei dem Videostandard H.264 seien unangemessen hoch, argumentierte Microsoft. So solle der Hersteller eines 1000 Dollar teuren Notebooks an Motorola 22,50 Dollar für eine Lizenz auf 50 Patente abdrücken. Für die restlichen 2300 Patente, die den H.264-Standard ausmachen, würden aber nur zwei US-Cent fällig.
Die Wettbewerbsbeschwerde bei der EU-Kommission richtet sich auch gegen den Internet-Konzern Google, der Motorola gerade übernimmt. Google scheine nicht gewillt, den Motorola-Kurs zu ändern, erklärte Microsoft. «Google: Bitte bringe nicht das Web-Video um», lautete die Überschrift des Blog-Eintrags von Dave Heiner, Justitiar von Microsoft.
Motorola erklärte, die Beschwerde liege dem Unternehmen noch nicht vor. «Wir sind aber entschlossen, unser geistiges Eigentum mit Nachdruck zu verteidigen.» Auf die Vorwürfe ging der Mobiltelefon-Hersteller nicht im Detail ein. Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte, die Beschwerde sei typisch für die Art und Weise, wie Microsoft den regulatorischen Prozess verwende, um Wettbewerber anzugreifen. «Dis ist besonders ironisch, wenn man sich die Erfolgsgeschichte (von Microsoft) in diesem Bereich und die Zusammenarbeit mit Patentrollen vor Augen führt.»
Bei der Auseinandersetzung geht es um Patente, ohne die technische Standards wie H.264 nicht umgesetzt werden können. Damit der Inhaber eines Standard-Patents die Konkurrenten nicht benachteiligen kann, gelten bereits besondere Regeln. Die Lizenzen müssen zu sogenannten FRAND-Konditionen gewährt werden: Fair, Reasonable and Non-Discriminatory. Also: Der vom Patenthalter geforderte Preis für die Nutzung muss fair, angemessen und nicht diskriminierend sein. Über die Auslegung dieser Begriffe gibt es aber immer wieder Streit.
Motorola fordert von Apple und Microsoft 2,25 Prozent vom Gerätepreis eines iPhones bzw. eines Windows-PCs. Das finden die beiden Firmen zu viel. Motorola hat als Mobilfunk-Pionier eine Schatztruhe aus rund 17 000 Patenten und 6800 Patentanträgen. Das ist auch der Grund, warum Google trotz des geringen Motorola-Anteils im Handy-Markt 12,5 Milliarden Dollar für Motorola Mobility zahlen will: Das Ziel ist, das Patentarsenal hinter dem mobilen Betriebssystem Android zu stärken. Es führt klar im Smartphone-Markt, steht aber im Visier vieler Patentklagen von Apple und Microsoft.
Die Wettbewerbshüter in Brüssel und Washington haben die Motorola-Übernahme durch Google zwar kürzlich durchgewunken, die Unternehmen aber zugleich gewarnt, dass sie den Einsatz von Standard-Patenten sehr genau verfolgen werden. Die EU-Kommission leitete bereits eine Untersuchung gegen Samsung ein, weil der koreanische Konzern in seinem Rechtsstreit mit Apple auch Patente einsetzt, die zum Kernstock von Standards gehören.
Google versicherte zuletzt ausdrücklich, dass der Konzern den Zugang zu Motorola-Patenten nach Vollzug der Übernahme nicht einschränken werde. Den von Apple vorgeschlagenen Verzicht auf Verkaufsverbote auf Grundlage von Standard-Patenten unterstützte Google im Gegensatz zu Microsoft oder dem Netzwerk-Ausrüster Cisco aber nicht
Apple bekam bereits Probleme wegen eines Motorola-Patents für den Funkstandard GRPS. Nach einem Urteil des Landgerichts Mannheim ließ Motorola den Online-Verkauf einiger iPhone- und iPad-Modelle in Deutschland stoppen. Im November schlug Apple klarere Regeln zur Auslegung des FRAND-Prinzips vor. So solle die Höhe der Lizenzforderung an dem Anteil eines Unternehmens am gesamten Patentpool bemessen werden. Auch solle dafür nicht der Preis eines konkreten Geräts herangezogen werden, sondern ein Branchendurchschnitt.
Redmond/Brüssel (dpa) - Der Patentkrieg in der Technik-Branche wird jetzt vor allem in Europa ausgetragen. Microsoft klagt bei der EU-Kommission gegen den Handy-Hersteller Motorola und den Suchmaschinen-Riesen Google mit dem Vorwurf des Patentmissbrauchs. Motorola nutze Patente für die Anzeige von Web-Videos und drahtlose Kommunikation, um den Verkauf von Windows-PCs, der Spielekonsole Xbox und anderer Geräte zu stoppen, erklärte Microsoft in einem Blogeintrag am Mittwoch. Auch Apple trug seinen Patentstreit mit Motorola bereits vor die EU-Kommission.
Die Motorola-Forderungen für eine Patentlizenz bei dem Videostandard H.264 seien unangemessen hoch, argumentierte Microsoft. So solle der Hersteller eines 1000 Dollar teuren Notebooks an Motorola 22,50 Dollar für eine Lizenz auf 50 Patente abdrücken. Für die restlichen 2300 Patente, die den H.264-Standard ausmachen, würden aber nur zwei US-Cent fällig.
Die Wettbewerbsbeschwerde bei der EU-Kommission richtet sich auch gegen den Internet-Konzern Google, der Motorola gerade übernimmt. Google scheine nicht gewillt, den Motorola-Kurs zu ändern, erklärte Microsoft. «Google: Bitte bringe nicht das Web-Video um», lautete die Überschrift des Blog-Eintrags von Dave Heiner, Justitiar von Microsoft.
Motorola erklärte, die Beschwerde liege dem Unternehmen noch nicht vor. «Wir sind aber entschlossen, unser geistiges Eigentum mit Nachdruck zu verteidigen.» Auf die Vorwürfe ging der Mobiltelefon-Hersteller nicht im Detail ein. Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte, die Beschwerde sei typisch für die Art und Weise, wie Microsoft den regulatorischen Prozess verwende, um Wettbewerber anzugreifen. «Dis ist besonders ironisch, wenn man sich die Erfolgsgeschichte (von Microsoft) in diesem Bereich und die Zusammenarbeit mit Patentrollen vor Augen führt.»
Bei der Auseinandersetzung geht es um Patente, ohne die technische Standards wie H.264 nicht umgesetzt werden können. Damit der Inhaber eines Standard-Patents die Konkurrenten nicht benachteiligen kann, gelten bereits besondere Regeln. Die Lizenzen müssen zu sogenannten FRAND-Konditionen gewährt werden: Fair, Reasonable and Non-Discriminatory. Also: Der vom Patenthalter geforderte Preis für die Nutzung muss fair, angemessen und nicht diskriminierend sein. Über die Auslegung dieser Begriffe gibt es aber immer wieder Streit.
Motorola fordert von Apple und Microsoft 2,25 Prozent vom Gerätepreis eines iPhones bzw. eines Windows-PCs. Das finden die beiden Firmen zu viel. Motorola hat als Mobilfunk-Pionier eine Schatztruhe aus rund 17 000 Patenten und 6800 Patentanträgen. Das ist auch der Grund, warum Google trotz des geringen Motorola-Anteils im Handy-Markt 12,5 Milliarden Dollar für Motorola Mobility zahlen will: Das Ziel ist, das Patentarsenal hinter dem mobilen Betriebssystem Android zu stärken. Es führt klar im Smartphone-Markt, steht aber im Visier vieler Patentklagen von Apple und Microsoft.
Die Wettbewerbshüter in Brüssel und Washington haben die Motorola-Übernahme durch Google zwar kürzlich durchgewunken, die Unternehmen aber zugleich gewarnt, dass sie den Einsatz von Standard-Patenten sehr genau verfolgen werden. Die EU-Kommission leitete bereits eine Untersuchung gegen Samsung ein, weil der koreanische Konzern in seinem Rechtsstreit mit Apple auch Patente einsetzt, die zum Kernstock von Standards gehören.
Google versicherte zuletzt ausdrücklich, dass der Konzern den Zugang zu Motorola-Patenten nach Vollzug der Übernahme nicht einschränken werde. Den von Apple vorgeschlagenen Verzicht auf Verkaufsverbote auf Grundlage von Standard-Patenten unterstützte Google im Gegensatz zu Microsoft oder dem Netzwerk-Ausrüster Cisco aber nicht
Apple bekam bereits Probleme wegen eines Motorola-Patents für den Funkstandard GRPS. Nach einem Urteil des Landgerichts Mannheim ließ Motorola den Online-Verkauf einiger iPhone- und iPad-Modelle in Deutschland stoppen. Im November schlug Apple klarere Regeln zur Auslegung des FRAND-Prinzips vor. So solle die Höhe der Lizenzforderung an dem Anteil eines Unternehmens am gesamten Patentpool bemessen werden. Auch solle dafür nicht der Preis eines konkreten Geräts herangezogen werden, sondern ein Branchendurchschnitt.
Kommentare zu diesem Artikel
Weitere Artikel zu diesem Thema
Tipps der Redaktion aus dem Nachrichtenportal
NACHRICHTEN
Frankfurt/Main (dpa) - Der Euro hat sich am Donnerstag nur zwischenzeitlich von seinen deutlichen Kursverlusten seit Wochenbeginn erholen können. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2710 US-Dollar und damit einen halben Cent
Washington/Frankfurt (dpa) - Finanzfeuerwehr fordert Währungshüter zum Handeln auf: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht weiteren geldpolitischen Spielraum für die Europäische Zentralbank (EZB). Die Zentralbank könne ihren Zinskurs
Istanbul (dpa) - Bei einer Schießerei mit Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sind im Süden der Türkei drei Soldaten getötet worden. In das Berggebiet nahe der Stadt Dörtyol seien danach mehrere hundert Soldaten und Polizisten
Teheran/Berlin (dpa) - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad möchte im Sommer die Sportler seines Landes bei den Olympischen Spielen in London besuchen. Großbritannien habe damit jedoch Schwierigkeiten, berichtete die staatliche iranische
Berlin (dpa) - Fast jeder zweite Deutsche bedauert angesichts der Schuldenkrise in Europa einer Umfrage zufolge die Einführung des Euro. Die andere Hälfte der Bevölkerung hält die europäische Gemeinschaftswährung bis heute für richtig, wie
London (dpa) - Großbritanniens Premierminister David Cameron hat Deutschland zu mehr Engagement und Entschlossenheit beim Kampf gegen die Eurokrise aufgerufen. «Die Eurozone ist am Scheideweg», sagte Cameron am Donnerstag in einer Rede vor
Tipps der Redaktion aus dem Reiseportal
REISEPORTAL
In Japan ist es schon lange ein Trend, in Europa eher unbekannt. Schnurrende Katzen sorgen in Cafés für Entspannung. Gäste kommen, um die Katzen zu streicheln. Eine Japanerin importierte die Idee nun nach Wien. Ganz ungefährlich ist der Besuch nicht. Wien
Gerade jetzt im Frühling ist Florenz unbestritten eine Reise wert - und sei es auch nur für einen Tag. In Florenz arbeiteten, insbesondere aufgrund des großzügigen Mäzenatentums der Herrscherfamilie Medici, Künstler wie Giotto, Filippo
Inmitten von Oranienbaum steht auf einem Sockel das Wappensymbol der Kleinstadt - ein Orangenbäumchen. Das schmiedeeiserne Denkmal zieren golden in der Sonne glitzernde Orangen. Die Farbe Orange ist bis heute Symbol für die Niederlande. Oranienbaum
Klimt und Wien - das klingt nach Gold, Glanz und klingelnden Kassen. Nirgendwo sonst sind permanent so viele Werke des Jugendstilkünstlers zu sehen. Im Gedenkjahr spielen die Wiener Museen natürlich ihr Trumpf-As aus, haben dabei aber einiges an
Auf Wien reimt sich in diesem Jahr Klimt. Der Jugendstil-Künstler beschert seiner Heimatstadt ein Jubeljahr zum 150. Geburtstag. Alle wollen mitnaschen am goldenen Kuchen. Wien (dpa) - So einen Glücksfall will niemand auslassen: Ein
Prinz William (29) und seine Kate (30) brauchen nicht aus Fleisch und Blut zu sein, um Massen von Kameras und Fotografen anzuziehen: Bei der Enthüllung der beiden als Abbilder im berühmten Londoner Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds gab es am
Malmö(17.05.2012 17:52) 4 / 12 °C |
|
|
||||||
| powered by wetter.com | |||||||


weiter



