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Mazsalaca

Lettland, Mazsalaca
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Wappen von Mazsalca
"Mazsalaca" (deutsch: "Salisburg") ist eine Stadt im äußersten Norden Lettlands im Landkreis Valmiera ("Wolmar"), 45 km nordwestlich von der Stadt Valmiera, am rechten Ufer der Salis, nahe dem Rigaischen Meerbusen. Frühere Schreibweise auch "Maz-Salace". Die wörtliche Übersetzung des Namens Mazsalaca bedeutet "Klein-Salis" im Gegensatz zu einem anderen Ort Fluss abwärts "Groß-Salis".

Deutsche Partnerstadt ist Harsewinkel.

Geschichte
Die Deutschen besiedelten 1224 den Ort. Der Namensteil "-burg" bezieht sich wahrscheinlich auf eine ältere Wallburg gegenüber dem ehemaligen Gut Salisburg, auf der linken Seite der Salis. Ausgrabungen förderten auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses den Grundriss eines Liven-Schlosses von 70 m Länge und 30-60 m Breite zu Tage. Nach 1861 entwickelte sich der Ort zwar zunehmend, bekam jedoch erst 1928 das Stadtrecht.

Die Kirche aus dem Mittelalter wurde in den Jahren 1669,1692 und 1783 wesentlich umgebaut. Im Jahr 1890 wurde ein Anbau in Kreuzform hinzugefügt, der als Gemeinderaum diente, und 1927 wurde ein neuer Turm errichtet. Erwähnenswert sind der barocke Altar vom Ende des 17. Jahrhunderts und das Altargemälde "Das heilige Abendmahl" von 1760, das zu den schönsten Rokoko-Malereien sakraler Kunst in Livland gehört. Die Kirche wurde während der gesamten Sowjetzeit benutzt.

Der Ort gehörte bis 1918 zur historischen Region Livland, war 1918-40 Teil der Republik Lettland, 1940/41 von den Russen und 1941-44 von den Deutschen besetzt. Zu Zeiten der UdSSR gehörte der Ort zur lettischen Sowjetrepublik.

Der Abschnitt der Eisenbahn durch Mazsalaca, ein Teil der Strecke Riga-Tallinn, wurde von 1935-37 gebaut und der Bahnhof am 9. Oktober 1937 eröffnet, 1996/97 aber aus Rentabilitätsgründen wieder abgewickelt.

Gut und Schloss
Das Herrenhaus ist 1528 erstmalig erwähnt, anlässlich der Verlehnung mehrerer Landstücke durch den Ordensmeister Wolter von Plettenberg an Vintzens von Stene. Nach diesem wurde Rötger von Haaren Besitzer des Guts und nach 1547 der Hofrichter des Ordensmeisters Hermann von Brüggenney, Balzer Falckenberg. Dessen Sohn Heinrich, Hauptmann zu Kirrumpäh, besaß es noch 1601. König Gustav II. Adolf von Schweden bestätigte 1631 den Conrad und Melchior Falckenberg ihr Besitzrecht auf dieses Gut. Daher rührt der für das Herrenhaus heute noch gebräuchliche lettische Name "Valtenberg". Der Sohn Conrads, Kammerherr Gabriel Falckenberg, verkaufte Salisburg 1674 an Batholomäus Schaum, dessen Neffe und Erbe, Benjamin Ickermark, überließ es 1678 dem Feldmarschall Christopher Horn. Seine Erben verkauften es wiederum dem Vizepräsidenten des Hofgerichts, russischen Gesandten und Landrat Baron Gustav Georg von Völkersahm. Dieser war der Bauherr des großen, heute noch bestehenden Schlosses, das um 1780 nach dem Entwurf des Dresdener Architekten Friedrich August Krubsacius in deutschem Klassizismus errichtet wurde, und dem das alte hölzerne Herrenhaus weichen musste. Das Schloss ist ein zweistöckiger Bau mit damals 62 Zimmern und großem Mansarddach. Über dem Eingang, der von je zwei marmornen Säulen getragen wurde, befand sich ein Balkon mit einem schmiedeeisernen Geländer. Auf Grund der Stilelemente denkt man, dass der Bau um 1775 projektiert und spätestens 1800 abgeschlossen war. Die Veranda (Wintergarten) auf der Rückseite scheint im 19. Jahrhundert renoviert worden zu sein, wie neugotische Motive am Geländer vermuten lassen.

Die Tochter von Gustav Georg von Völkersahm, Juliane Marianne, verheiratet mit Reinhold Johann Peter von Vietinghoff, blieb bis zu ihrem Tode 1851 Erbherrin auf Salisburg. Kurz darauf übergab ihr ältester kinderloser Sohn, Ordnungsrichter Gustav Georg von Vietinghoff, den Besitz noch zu Lebzeiten an seinen Neffen Baron Arnold Julius von Vietinghoff. Letzter Herr auf Salisburg war seit 1904 dessen Sohn Oscar. Bekannte Nachkommen aus dieser Linie der Vietinghoffs sind Arnold Freiherr von Vietinghoff-Riesch, Egon von Vietinghoff und Joachim von Vietinghoff. Andere Nachkommen der ehemaligen Eigentümer sind die heute noch in Schweden lebenden Grafen und Freiherren Falkenberg.

Das Gut umfasste ursprünglich 16.813 ha (was einem Quadrat von fast 13 km Seitenlänge entspricht), zu dem unter anderem zwei Mühlen gehörten. Nach der Bauernbefreiung im 19. Jahrhundert verkaufte man 10.856 ha Bauernland und 25 ha Hofland. In der ersten Russischen Revolution von 1905 wurde das Schloss angezündet und war in Folge davon eine ausgebrannte Ruine. 1911 wurde ein provisorisches Dach errichtet und die Fenster vernagelt, um die Bausubstanz notdürftig zu konservieren. Baron Oscar von Vietinghoff und sein Vater lebten in Riga und im Sommer in Bilderlingshof am Rigaer Strand, von wo aus sie zur Bewirtschaftung des Besitzes regelmäßig nach Salisburg fuhren. 1919 wurde die Herrschaft enteignet und verstaatlicht. Baron Oscar verzichtete 1919 auf den ihm zugesprochenen kleinen Anteil (sogenanntes Restgut) und lebte danach in Berlin.

Pläne zum Wiederaufbau als Schule wurden 1925 in Angriff genommen, 1932-34 wurde eine Zentralheizung eingebaut und ein Wassertank auf dem Dach installiert. Später (1957) wurde die Mansardenetage mit 17 Fenstern ausgebaut, um weitere Schulklassen unterzubringen. Von 1932 bis 1976 diente das ehemalige Herrenhaus als Gymnasium, danach wurde es Grundschule und die Oberstufe zog in einen Neubau, der sich auch heute noch ein Stück weit rechts von der Grundschule befindet. Das Haus wurde am 24. September 1944 beim Rückzug der deutschen vor der Sowjetarmee beinahe zusammen mit der Brücke von den Deutschen gesprengt, wenn Fischer in der Nacht beim Einholen eines Netzes die Zündschnur nicht entdeckt und gekappt hätten. Das Schloss (Grundschule) wurde auf Initiative der Schulleiterin und des Bürgermeisters von 2000 bis 2003 gründlich renoviert, auch mit Unterstützung der Partnerstadt Harsewinkel. Im ebenfalls renovierten Nebengebäude links davon wirken heute Sozialarbeiter unter dem Patronat des Roten Kreuzes.

Park
Das ehemalige Herrenhaus wird auch heute noch von einem großen Park umgeben. Die durch den Park fließende Salis entspringt im Burtnieker See und mündet nach 95 km bei Salacgrīva (deutsch: Salismünde) in die Ostsee. Sie frisst sich so durch den roten Sandstein, dass im Park an mehreren Stellen bis zu 300 m lange und 20 m hohe Wände mit ausgespülten Höhlen entstanden. Die berühmteste Stelle, das "Echo", wirft einem am Ufer stehenden Zuhörer die Sprache oder den Gesang eines bis zu 90 m von der Wand entfernt hinter ihm stehenden Sprechers oder Sängers dessen Echo zurück, so dass der Zuhörer glaubt, der Ton komme aus der Wand selbst. Dieses sehr ungewöhnliche Phänomen ist die touristische Hauptattraktion von Mazsalaca. Auf dem Weg dorthin, teils durch den Wald teils am Fluss entlang, befinden sich nebst Rast- und Picknick-Plätzen, kleine Naturwunder wie die Werwolf-Kiefer, die Engels- und die Teufelshöhle, die Teufelskanzel, der Nelkenfelsen und andere Naturgegebenheiten wie ein Badeplatz und eine Quelle. Die beiden Flussufer sind bis zur Mündung heute Nationalpark, der unter anderem Biber und Otter beherbergt. Er hat ein spezifisches Biotop mit seltenen Blumen und ist beliebtes Ziel für Ausflügler, Fahrrad- und Kanutouristen ist. Der über 3 km lange Weg vom Herrenhaus, der heutigen Schule, zum "Echo" ist mit vielen Holzskulpturen von Helden und Fabeltieren durch lettische Künstler bestückt. Sie beziehen sich auf die reichhaltigen lettischen Sagen und Mythen.

Galerie

Bild:Salisburg Zeichnung 1788.jpg|Salisburg Zeichnung 1788
Bild:Mazsalaca Salisburg Valtenberg Schule Rückseite.jpg|Mazsalaca Valtenberg, Schule im ehemaligen Schloss Salisburg (Rückseite 2007)
Bild:Salaca (Salis) in Mazsalaca.jpg|Der Fluss Salaca (Salis) in Mazsalaca (Salisburg)



Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 21.11.2017 01:33 von den Wikipedia-Autoren.
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