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Manchester: Fakten, Reaktionen

Großbritannien
23.05.2017
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Anschlag in Manchester: Was wir wissen - und was nicht
Zwei Monate nach dem Anschlag am Londoner Parlament erschüttert ein Bombenanschlag auf ein Popkonzert in Manchester die Briten. Mindestens 22 Menschen kommen am Montagabend ums Leben. Zum Täter und seinem Motiv bleiben am Tag danach viele Fragen offen.
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Manchester (dpa) - Bei einem Bombenanschlag am Ende eines Konzerts des Teenie-Idols Ariana Grande sind in der nordenglischen Stadt Manchester mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen.
Ein weiblicher Fan trägt am 23.05.2017 in Manchester (Großbritannien), in der Nähe der Konzerthalle, einen Hoodie mit den Konzertdaten der Sängerin Grande in Großbritannien.

WAS WIR WISSEN

* Die Tat: Nach Angaben der Polizei brachte ein männlicher Täter einen selbstgebauten Sprengsatz zur Explosion. Er kam dabei ums Leben.

* Die Opfer: Laut Polizei wurden mindestens 22 Menschen getötet, darunter auch Kinder. Mindestens 59 Menschen wurden verletzt.

* Der Tatort: Die Manchester Arena ist eine Multifunktionsarena mit mehr als 21 000 Plätzen, die häufig für Konzerte genutzt wird. Am Montagabend spielte die US-Musikerin Ariane Grande dort ein Konzert ihrer «Dangerous Woman»-Tour. Die BBC berichtete unter Berufung auf die Polizei, die Explosion sei im Foyer gewesen. Der Veranstalter erklärte, es sei in einem öffentlichen Raum außerhalb der eigentlichen Konzerthalle passiert.

* Der Notruf: Um 22.33 Uhr Ortszeit am Montagabend erreichte die Polizei in Manchester einem Sprecher zufolge der erste Notruf. Insgesamt gingen 240 Anrufe bei der Polizei ein.

* Die Reaktion der Politik: Premierministerin Theresa May und Herausforderer Jeremy Corbyn unterbrachen den Wahlkampf für die Parlamentswahl am 8. Juni. Für 9 Uhr Ortszeit war eine Krisensitzung der Regierung und ihrer Sicherheitsberater geplant.
Helfer bemühen sich im Foyer der Manchester Arena in Manchester (Großbritannien) am 22.05.2017 um Verletzte.

WAS WIR NICHT WISSEN

* Die Opfer: Details, etwa wie viele Kinder getötet und verletzt wurden, gibt es noch nicht.

* Das Motiv: Offen war, ob der Täter ein terroristisches Motiv hatte. Die Ermittler behandelten den Vorfall zunächst als Terroranschlag. Die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group meldete, dass sich bislang niemand zu dem Terroranschlag bekannt habe. Allerdings werde der Vorfall in sozialen Netzwerken von Anhängern der Terrorgruppe Islamischer Staat gefeiert.

* Der Täter: Über den Mann waren zunächst keine Einzelheiten bekannt. Am Tatort handelte er nach Angaben der Polizei alleine. Offen war aber, ob er Helfer hatte und Teil eines Netzwerks war.

REAKTIONEN

Die Bewohner der Stadt Manchester
wollen Terroristen keinen Raum geben. «Wir trauern, aber wir sind stark», sagte Bürgermeister Andy Burnham nach dem Anschlag in der nordenglischen Stadt.

Der Chef der Stadtverwaltung, Sir Richard Leese sagte: «Manchester ist eine stolze, starke Stadt, und wir werden Terroristen nicht erlauben, ihr Ziel zu erreichen, Angst zu säen und uns zu spalten», teilte Leese am frühen Dienstagmorgen mit. Es sei schwierig, sich eine schlimmere Nacht in der Geschichte der Stadt vorzustellen, sagte er dem Sender BBC Radio 4. «Als Stadt, als Gemeinschaft, werden wir weiter zusammenhalten und werden nicht erlauben, dass wir besiegt werden.»

Der aus Manchester stammende frühere Oasis-Sänger Liam Gallagher (44, «Wonderwall») hat den Anschlagsopfern und ihren Familien sein Mitgefühl ausgesprochen. Er sei «total geschockt und absolut am Boden zerstört» über die Ereignisse in der Stadt, schrieb Gallagher am Dienstagvormittag auf Twitter. Er sende «Liebe und Licht» an alle Betroffenen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach dem Bombenanschlag von Manchester den Opfern und Verletzten sein Mitgefühl ausgedrückt. Die Nachrichten über das mörderische Attentat erschütterten ihn, teilte Steinmeier am Dienstag mit. In Gedanken sei er bei den Opfern und Verletzten und auch bei denen, die um einen nahen Menschen trauerten oder fürchteten. «Wir sind dem britischen Volk in diesem tragischen Moment besonders verbunden.»

Der australische Regierungschef Malcolm Turnbull hat den Anschlag auf ein Popkonzert in Manchester als «besonders niederträchtig» verurteilt. Als Vater fühle er mit den Eltern der Opfer: «Als Eltern fühlen wir besonders stark die Sorge jener, die in dieser schrecklichen Nacht auf Nachricht waren, ob ihre Kinder in Sicherheit sind.»

Es sei eine «direkter und brutaler Angriff auf junge Menschen überall und auf die Freiheit überall», sagte Turnbull. «Dieser Vorfall, dieser Angriff, ist besonders niederträchtig, besonders kriminell, besonders furchtbar - weil er offenbar gezielt auf Teenager gerichtet war.»

Die Europäische Kommission hat Großbritannien nach dem Terroranschlag von Manchester Solidarität zugesichert. «Heute trauern wir mit euch», erklärte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Dienstag in Brüssel. «Morgen werden wir an eurer Seite daran arbeiten, gemeinsam mit euch jene zu bekämpfen, die unsere Art zu leben zerstören wollen.»

Kremlchef Wladimir Putin
hat nach dem Anschlag in Manchester die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Großbritannien im Kampf gegen den Terror betont. «Wir verurteilen dieses zynische, unmenschliche Verbrechen scharf», hieß es in einem Schreiben an die britische Premierministerin Theresa May dem Kreml zufolge am Dienstag in Moskau. «Wir rechnen damit, dass die Drahtzieher einer angemessenen Strafe nicht entkommen werden.» Moskau wolle sowohl auf bilateraler Ebene mit London zusammenarbeiten als auch im Rahmen breiter internationaler Bemühungen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach dem Bombenanschlag in Manchester entsetzt geäußert. «Es ist unbegreiflich, dass jemand ein fröhliches Popkonzert ausnutzt, um so vielen Menschen den Tod zu bringen oder ihnen schwere Verletzungen zuzufügen», teilte die CDU-Vorsitzende am Dienstag mit. Ihre Anteilnahme gelte allen Opfern und Betroffenen sowie den Angehörigen in ihrer Trauer und Verzweiflung.

«Dieser mutmaßliche terroristische Anschlag wird nur unsere Entschlossenheit stärken, weiter gemeinsam mit unseren britischen Freunden gegen diejenigen vorzugehen, die solche menschenverachtenden Taten planen und ausführen», sagte Merkel demnach weiter. Den Menschen in Großbritannien versicherte sie: «Deutschland steht an Ihrer Seite.»

«Unschuldige Kinder und Jugendliche heimtückisch in den Tod zu bomben, ist so niederträchtig, dass einem dafür die passenden Worte fehlen», teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit. Er habe seiner englischen Kollegin sein Beileid übermittelt und ihr jegliche Unterstützung zur Bewältigung der Lage angeboten. «Wir stehen zusammen!»

US-Präsident Donald Trump
hat den Anschlag von Manchester auf das Schärfste verurteilt. Seine Gedanken seien bei den Getöteten und Verletzten, sagte Trump am Dienstag in Bethlehem. «Wir stehen in vollkommener Solidarität an der Seite Großbritanniens.»

«So viele junge Menschen sind von bösartigen Verlierern ermordet worden», sagte Trump. «Ich werde sie nicht «Monster» nennen, denn das würden sie mögen, diesen Namen würden sie mögen. Ich werde sie von jetzt an «Verlierer» nennen, denn das ist es, was sie sind.»

Die Gesellschaft könne keine Unterstützung bieten für Terrorismus und für Blutvergießen, sagte Trump. Manchester sei eine Attacke gegen so viele unschuldige Kinder gewesen. Die Unterstützung des Terrors müsse ausgerottet werden. «Diese kranke Ideologie muss verschwinden«, sagte Trump.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg
hat Großbritannien nach dem Anschlag auf ein Popkonzert in Manchester den Beistand des Militärbündnisses zugesichert. «Die Nato steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite des Vereinigten Königreichs», schrieb er am Dienstagvormittag über den Kurznachrichtendienst Twitter. «Meine Gedenken sind bei den jungen Leuten und allen, die von dem barbarischen Angriff in Manchester betroffen sind.»


 

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