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Europa
21.06.2012
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Griechenland-Urlaub zum Schleuderpreis
Die Tourismusbranche in Griechenland kämpft gegen leere Hotels und wegbrechende Umsätze. Vor allem die Deutschen - die wichtigste Gruppe unter den Hellas-Touristen - halten sich zurück. Jetzt gibt es erste Hoffnungsschimmer für die Branche in dem Euro-Krisenland.
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Frankfurt/Main (dpa) - Mit Schnäppchenpreisen versuchen deutsche Reiseveranstalter, verunsicherten Urlaubern Griechenland schmackhaft zu machen. Rabatte bis zu 30 Prozent sollen sie in das Mittelmeerland locken, dessen wichtigster Wirtschaftszweig im Gefolge der Schuldenkrise in Bedrängnis geraten ist. Mittlerweile sind die Buchungszahlen nicht mehr ganz so trist wie noch vor einigen Monaten, wie aus einer dpa-Umfrage unter deutschen Veranstaltern hervorgeht.
Athen: Freiluftcafe vor Akropolis.

Eine Trendwende sehen zwar die wenigstens Anbieter. Sie hoffen aber, dass nach dem Wahlsieg der Euro-Befürworter in Athen die Bundesbürger ihre Zurückhaltung kurz vor Beginn der Hauptreisezeit noch aufgeben.

«Wir setzen auf eine steigende Nachfrage, vor allem im Last-Minute-Geschäft», heißt es beim größten deutschen Reiseveranstalter Tui. Die Buchungen für Griechenland hätten in den vergangenen Wochen angezogen. «Das Minus wird kleiner. Von einer Trendwende wollen wir allerdings noch nicht sprechen», sagte eine Tui-Sprecherin.

Die Lage auf dem griechischen Markt bleibe insgesamt angespannt, allerdings nicht überall. «Es gibt auch Hotels, die komplett ausgebucht sind und gar keine Probleme haben, ihre Betten voll zu bekommen», sagte die Sprecherin. Tui hat die Preise für Hellas-Reisen nach eigenen Angaben im Schnitt um 10 Prozent gesenkt. Weitere Rabattpakete planen die Hannoveraner nicht.

«Die Buchungen hängen stark vom aktuellen Bild und den Ereignissen in Griechenland ab. Insgesamt liegt der Markt weiterhin deutlich unter dem Vorjahr», sagte ein Sprecher von Thomas Cook Deutschland. Der Wahlausgang sei möglicherweise aber ein erster Schritt, um das Vertrauen der Urlauber zurückzugewinnen. Deutschlands zweitgrößter Reiseveranstalter steuerte mit Rabatten von bis 20 Prozent gegen die Krise. Ähnliche Größenordnungen gibt es den Angaben zufolge noch für Reisen nach Ägypten.
Wenn die Krise bummt, dann steigt Nachfrage.

Auch die Kunden der Rewe-Pauschalreiseveranstalter ITS, Tjaereborg und Jahn Reisen können nach Angaben eines Sprechers zurzeit bis zu 20 Prozent beim Griechenland-Urlaub sparen. Die Buchungen lägen dennoch etwa 30 Prozent unter dem Niveau der vergangenen Saison. Allerdings ist die Auslastung der Hotels sehr unterschiedlich: «Es ist nicht so, dass überall gähnende Leere herrscht.»

Alltours hat nach eigenen Angaben bei Griechenland-Urlauben die Trendwende im Juni geschafft. In den ersten zwei Wochen des Monats verzeichnete das Duisburger Unternehmen ein Plus bei den Hellas-Buchungen von 13 Prozent. Preissenkungen um bis zu 30 Prozent, verlängerte Frühbucherfristen für die griechischen Inseln und eine Imagekampagne für das Land hätten maßgeblich zu der Entwicklung beigetragen, sagte alltours-Chef Willi Verhuven. «Wir wollten schnell etwas tun, damit der Sommer 2012 für das Land kein verlorener Sommer wird». Das Unternehmen ist mit dem Griechenland-Geschäft groß geworden.

Das Plus reicht dem Unternehmen zufolge allerdings nicht aus, um den Rückgang der vergangenen Monate aufzuholen. Insgesamt liegen die Buchungen für Griechenland einem Sprecher zufolge weiterhin im zweistelligen Prozentbereich unter dem Vorjahr.

 

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