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Kosovo - Jüngster Staat in Europa

Europa
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Die neuere Geschichte ist durch den Kosovokrieg im Jahr 1999 und dessen Folgen geprägt Der völkerrechtliche Status des Landes ist international umstritten. Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament in der Hauptstadt Pristina die Unabhängigkeit des Territoriums von Serbien. Bisher erkennen 64 der 192UN-Mitgliedstaaten die Republik Kosovo als unabhängig an, allerdings haben noch nicht alle dieser Staaten auch tatsächlich schon diplomatische Beziehungen aufgenommen bzw. Botschafter entsandt.
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Kosovo
Kosovo (auch das Kosovo oder der Kosovo; albanisch Kosova oder Kosove, serbisch Kosovo/Kocoeö) ist ein Land in Südosteuropa. Das Binnenland liegt im westlichen Teil der Balkanhalbinsel. Seine Bevölkerung wird auf rund 2,1 Mio. Einwohner geschätzt.

Amtssprache: albanisch, serbisch, auf lokaler Ebene auch Türkisch, Bosnisch u. Romani

Hauptstadt: Pristina
Staatsform: Republik
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie/ Protektorat der UNO/EU
De-facto-Regime: ja
Staatsoberhaupt: Staatspräsident Fatmir Sejdiu
Regierungschef: Premierminister Hashim Thaci
Fläche: 10.908 km²
Einwohnerzahl: etwa 2.100.000
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner pro km²
BIP: 3.804.658.400 € (2008)
BIP/Einwohner: 1.759 € (2008)
Währung: Euro (unilateral als Fremdwährung übernommen, nicht an der Europäischen Währungsunion beteiligt)
Unabhängigkeit: 17. Februar 2008
Nationalhymne: Evropa
Zeitzone: UTC+1 MEZ, UTC+2 MEZ (März-Oktober)
Kfz-Kennzeichen: noch nicht vergeben
Internet-TLD: noch nicht vergeben
Telefonvorwahl: +381


Die neuere Geschichte ist durch den Kosovokrieg im Jahr 1999 und dessen Folgen geprägt Der völkerrechtliche Status des Landes ist international umstritten. Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament in der Hauptstadt Pristina die Unabhängigkeit des Territoriums von Serbien. Bisher erkennen 64 der 192UN-Mitgliedstaaten die Republik Kosovo als unabhängig an, allerdings haben noch nicht alle dieser Staaten auch tatsächlich schon diplomatische Beziehungen aufgenommen bzw. Botschafter entsandt.

Serbien betrachtet Kosovo unverändert als seine Autonome Provinz Kosovo und Metochien (Autonomna pokraßna Kosovo i Metohija kurz Kosmet, albanisch Krahina Autonome e Kosoves dhe Metohise). Der Internationale Gerichtshof (IGH) prüft derzeit in einem Gutachten, ob die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Einklang mit dem Völkerrecht steht. Beim IGH haben 21 Staaten, die Kosovo anerkannt haben, und 14 Staaten, die sich gegen die Unabhängigkeit aussprechen, Stellungnahmen eingereicht. Nach russischen Angaben sollen bis zu 44 UN-Mitgliedstaaten die Unabhängigkeit Kosovos ablehnen.
Kosovo wurde nach dem Kosovokrieg - bei formeller Wahrung der Zugehörigkeit zu Jugoslawien — durch die UN-Resolution 1244 unter die Verwaltung der Vereinten Nationen gestellt. Zudem wird die politische Entwicklung seit dem 9. Dezember 2008 durch die Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo („EULEX Kosovo") überwacht. Dies gilt auch für die Region Nordkosovo, die von der Regierung Kosovos derzeit nicht kontrolliert wird.

Namen und Etymologie

„Kosovo" bezeichnet in der Regel das Gesamtgebiet. Auch im Serbokroatischen wird Kosovo bedeutungsgleich verwendet, obwohl insbesondere im Serbischen die Bezeichnung Kosmet, eine Wortkombination aus Kosovo und Metochien, parallel verwendet wird.

Kos bezeichnet im Serbokroatischen die Amsel. Die Region ist nach Kosovo Polje (albanisch: Fushe Kosove), dem Amselfeld bei Pristina, benannt Das Wort kosovo ist ein besitzanzeigendes Adjektiv („zur Amsel gehörig") und ist daher ohne zusätzliches polje („Feld") eigentlich unvollständig. Die Abkürzung hat sich jedoch in dieser Form eingebürgert.

Die Bezeichnung Metochien für den Westen Kosovos leitet sich vom griechischen metochi (Klostergut) ab. Dieser Name, der eine von vielen Kirchen und Klöstern geprägte Landschaft beschreibt wurde in Jugoslawien ab 1974 von staatlicher Seite nicht mehr gebraucht Die Kosovo-Albaner nennen diese Region Dukagjini bzw. Rrafshi i Dukagjinit.

Dardanien bzw. Dardania ist unter Albanern eine verbreitete Bezeichnung für Kosovo. Er leitet sich vom antiken illyrischen Volk der Dardaner ab, die im Gebiet des heutigen Kosovos lebten. Sie umfasste das heutige Territorium Kosovos und ferner einige Gebiete im Süden Serbiens sowie in Mazedonien. Im Oktober 2000 präsentierte der spätere Präsident Ibrahim Rugova seinen Vorschlag für eine zukünftige Flagge des Kosovo. Auf ihr befand sich ein Spruchband mit der Bezeichnung "Dardania", die Rugova als Landesnamen eines unabhängigen Kosovos vorschlug.

Geographie

Der Kosovo liegt in Binnenlage im Zentrum der Balkanhalbinsel. Es grenzt im Südwesten an Albanien, im Nordwesten an Montenegro, im Norden und Osten an Serbien bzw. Zentralserbien und im Südosten an Mazedonien. Tektonisch sind die Einebnungen des Amselfeldes und Metochiens gänzlich von Gebirgen begrenzt. Die Gebirgsgruppen des Prokletije grenzen den Kosovo zu Montenegro und Albanien, der Kopaonik zu Serbien und die Sar Planina zu Mazedonien ab.

Mit 10.877 km2 hat Kosovo etwa zwei Drittel der Größe Schleswig-Holsteins und ist mit 195 Einwohnern pro Quadratkilometer vergleichsweise dicht besiedelt 53 % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, 41 % sind Waldgebiet und 5 % bebaut bzw. Stadtgebiet.

Durch die räumliche Struktur einer von Hochgebirgen umgebenen Senke
war der Kosovo zum einen schon immer eine wichtige ackerbaulich genutzte Region - bekannt ist der Amselfelder Wein — sowie Zentrum der balkanischen Fernweidewirtschaft, in dem insbesondere die Niederung Metochiens als Winterweidegebiet genutzt wurde und noch im 19. Jahrhundert von thessalischen und nordserbischen Wanderhirten aufgesucht wurde. Eine Besonderheit der Viehzucht stellt die zum Teil bis heute andauernde Nutzung von Wasserbüffeln dar.

Siedlungsgeographiseh ist das höher gelegene Amselfeld mit der Hauptstadt Pristina, das sich zwischen dem Ibar und der Juzna Morava als langgezogen Senke hinzieht, heute die ökonomisch wichtigere Region. Historisch war Metochien mit den ältesten städtischen Zentren von Prizren, dem alten römischen Verwaltungszentrum und späteren serbischen Kaiserstadt sowie Pec bedeutender. Die Ebenen sind durch ein hügeliges großteils von lockeren Eichenwäldern bewachsenes Mittelgebirgsland voneinander getrennt, was die Kommunikationswege erschwert.

Die Hochgebirgslandschaften an den Grenzen zu Albanien, Montenegro und Mazedonien erreichen durchweg 2.500 m. Höchste Berge sind Gjermnca/Beravica (in der Großgemeinde Peje/Pec) 2.656 m Bistra (Ferizaj/Urosevac) 2,640 m Marjash/Marjas (Peje/Pec) 2.530 m Luboteni/Ljvboten (Ferizaj/Urosevac) 2.496 m und Koproniku/Kopriwuk (PejeVPec) 2.460 m. Großteils aus Silikatgesteinen aufgebaut, sind die Gebirge meist auch wasserreich und gut für Viehherdenhaltung geeignet. Aus kreidezeitlichen Kalken sind Karstgebirge wie der Koprivnik sowie die zentralen Teile der Sar Planina mit der Bistra aufgebaut, damit auch weniger zugänglich und wasserärmer.

Durch den Westen des Landes fließt der Weiße Drin, welcher in der Nähe von Pec entspringt Der Drin ist der wichtigste und mit 122 km der längste Fluss in Kosovo. Einige Seen und Stauseen befinden sich im Landesinneren sowie an den Grenzen zu Serbien und Albanien. Der größte von ihnen ist der Gazivodesee mit 11,9 km2, gefolgt von Radonjic-See und Batlava-See.

Zahlreiche Glazialseen finden sich insbesondere in der Sar Planina. Im metochischen Prokletije sind drei kleine Seen um die Deravica als Zeugnisse eiszeitlicher Vereisung der Gebirge übrig geblieben.



Klima

Kosovo verfügt über gemäßigtes kontinentales Klima mit ausgeprägten, jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen. Die Temperaturen können im Sommer bis auf 40 °C steigen und im Winter auf unter -20 °C fallen, starke Schneefälle sind dabei keine Seltenheit.

Bevölkerung

Die Bevölkerung des Kosovo wird auf circa 1,9 bis 2,2 Millionen Einwohnern geschätzt Sie ist im europäischen Vergleich sehr jung: 33 % sind unter 16 Jahre alt, über die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 25 Jahre, nur 6 % über 65 Jahre. Die Geburtenrate übertrifft die Sterberate derzeit deutlich: 23 Geburten pro 1000 Einwohnern standen im Jahr 2003 sieben Todesfälle pro 1000 Einwohner gegenüber, sodass die Bevölkerung wächst Die kosovarische Bevölkerung hat sich seit 1982 verdoppelt Die Lebenserwartung für Frauen beträgt 71, die der Männer 67 Jahre. Der Anteil der Landbevölkerung liegt zwischen 60 und 65%. Schätzungsweise ein Viertel der rund 2 Millionen Kosovaren lebt und arbeitet im Ausland, vor allem in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Österreich und der Schweiz.

Ethnien

Der Anteil der Kosovo-Albaner wuchs im Laufe des letzten Jahrhunderts infolge hoher Geburtenzahlen beständig an. Eine nichtserbische Bevölkerungsmehrheit wies Kosovo bereits 1912 auf, als die osmanische Herrschaft endete. Wann zuletzt oder ob jemals eine serbische Mehrheit bestand, ist unter Historikern umstritten.

Kosovo wird heute in großer Mehrheit von Albanern bewohnt Schätzungen der Weltbank aus dem Jahr 2000, denen das statistische Amt von Kosovo bis heute folgt, gehen von 88 % Albanern, 7 % Serben und 5 % der übrigen ethnischen Gruppen aus. Zu letzteren gehören Türken, Bosniaken, Torbeschen, Goranen, Janjevci (Kroaten), Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter. Nach dem Krieg 1999 wurde ein Teil der serbischen Minderheit vertrieben.
Die Mehrheit der Kosovo-Albaner sind sunnitische Muslime, die Mehrheit der Serben gehört der serbisch-orthodoxen Kirche an. Es gibt unter den Albanern aber auch Katholiken und Orthodoxe, ebenso gibt es unter den slawischen Ethnien auch Muslime.

Alphabetisierung

Bei Frauen ist der Anteil an Analphabeten signifikant höher als bei Männern: 13,4 % in ländlichen Gebieten (3,8 % bei Männern) und 10,4 % in städtischen Siedlungen (Männer 23 %). Analphabetismus ist nicht nur vom Geschlecht sondern auch vom Alter abhängig - in der Gruppe bis 39 Jahre liegt die Rate weit unter dem Durchschnitt, bei Frauen zwischen 55 und 59 Jahren sind knapp 20 %, bei Frauen zwischen 70 und 74 Jahren knapp 60 % Analphabeten.

Geschichte

Das Gebiet des späteren Kosovo war in der Antike von den Illyrern besiedelt (das an einem Seitenzweig der Via Egnatia gelegene römische Theranda, das heutige Prizren, war ursprünglich eine illyrische Siedlung). Die Illyrer im Kosovo standen auch in direkter Nachbarschaft mit den Thrakern. Nach der Zerschlagung des von Königin Teuta regierten Illyrischen Reichs der Labeaten im ersten Illyrischen Krieg 229/228 v. Chr. kam die Region unter römische Herrschaft. Erst nach weiteren Jahrzehnten militärischer Auseinandersetzungen zwischen Römern und Illyrern wurde das Gebiet 168 v. Chr. ein Protektorat des Römischen Reiches. Seit 59 v. Chr als Illyrische Provinz bezeichnet, wird diese erst nach den Kriegen Octavians in Illyrien 35 bis 33 v. Chr. offiziell zur Römischen Provinz. Nach weiteren Eroberungen der Römer und der Einrichtung der Provinz Moesia verblieb das spätere Metochien bei Illyricum, während das Amselfeld Moesia superior zugeschlagen wurde. Neben Theranda war das bei Pristina gelegene Ulpiana die wichtigste römische Siedlung im Gebiet des Kosovo. Nach der Reichsteilung unter Theodosius I. geriet die Region schließlich unter byzantinische Herrschaft.

Mit der Völkerwanderung der Awaren und der Plünderung und Einnahme der wichtigsten byzantinischen Städte in Mösien und Illyrien siedeln sich in deren Gefolge im 7. Jahrhundert Slawen an. Der nachfolgenden Zugehörigkeit zum Großbulgarischem Reich wird die Region erst wieder unter Basileios II. 1018 von den Byzantinern zurückerobert. Die byzantinische Herrschaft dauert danach 200 Jahre an und wird mit der Schlacht bei Sirmium unter Manuel I. Komnenos auch gegenüber Ungarn gefestigt Die Einbindung des serbischen Großzupans Stefan Nemanja als byzantinischem Vasall und der von Ostrom erfolgten Missionierung und kulturellen Prägung des serbischen Hofes folgt die Bildung des ersten serbischen Reichs auch auf ehemals byzantinischen Gebieten im Kosovo und Mazedonien. Mit Anerkennung der Autonomie durch das Byzantinische Reich nach den katastrophalen Ereignissen des Vierten Kreuzzuges und der resultierenden Vormachtstellung der Nemanjiden im Hochmittelalter auf dem Balkan, dehnen die Serben ihr Imperium (Raszien) zeitweilig bis nach Griechenland und Albanien aus. Mit der Niederlage des serbischen Königreichs in der Schlacht an der Maritza 1371 dringen die Türken endgültig in den Balkanraum ein. Das serbische Herrschaftszentrum im 14. Jahrhundert im Kosovo gelegen, ist 1389 Schauplatz der Schlacht auf dem Amselfeld. Die serbisch-bosnische-albanische Allianz unter Lazar Hrebeljanovic wird von den Osmanen geschlagen und die Gegen Ende des 14. Jahrhunderts begonnene Eroberung des heutigen Serbiens sowie Bosnien und Herzegowinas kann im Jahr 1459/1461 unter Mehmet II. vollendet werden. Serbien und Bosnien werden für die folgenden vier Jahrhunderte zu Provinzen des Osmanischen Reiches. Der Mythos der Kosovo-Schlacht begründete die emotionale Bindung der Serben an die heute mehrheitlich von Albanern bewohnte Region. Die unter türkischer Herrschaft islamisierten Albaner rückten in das nach dem Großen Exodus von 1690 verlassene, fruchtbare Kosovo-Gebiet nach.

Nach dem Ersten Balkankrieg wurde Kosovo 1912 größtenteils Serbien, die Gegend um Pec Montenegro zugeschlagen. In der Zeit zwischen den Weltkriegen gehörte er zum ersten jugoslawischen Staat, nach dem Zweiten Weltkrieg zum kommunistischen Jugoslawien als Teil Serbiens. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet Albanien zugeschlagen, das zu dieser Zeit ein italienischer Vasallenstaat war. 1963 wurde aus dem zuvor autonomen Gebiet eine autonome Provinz innerhalb Serbiens. Mit der Änderung der jugoslawischen Verfassung 1974 wurden die zuvor schon bestehenden Autonomierechte erheblich erweitert.

Die Autonomie wurde 1989 im Rahmen der so genannten Antibürokratischen Revolution auf Betreiben von Slobodan Milosevic durch einen Beschluss des serbischen Parlamente aufgehoben. Schon während der Jugoslawienkriege flohen auch viele Kosovaren, obwohl es im Kosovo selbst nicht zu Kriegshandlungen gekommen war. Die Kosovo-Albaner baten in verschiedenen europäischen Ländern um Asyl, weil ihre Menschen- und Bürgerrechte missachtet wurden. Es gab seit 1989 kein albanischsprachiges Schulwesen mehr, Albaner wurden willkürlich enteignet, ihre Vereine und politischen Parteien waren verboten. Die meisten im Staatsdienst beschäftigten Albaner wurden nach 1989 aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit entlassen.

Nachdem die internationale Gemeinschaft die Rückerlangung der Autonomie des Kosovo aus der Friedenskonferenz von Dayton im Jahr 1995 ausgeklammert hatte, verschärften sich die Konflikte zwischen den Volksgruppen weiter und mündeten schließlich in der Forderung nach staatlicher Souveränität Sezessionistische Gruppen, darunter die Kosovarisehe Befreiungsliga LDK, errichteten mit der „Republik Kosova" einen Schattenstaat, dessen Parallelinstitutionen unter anderem Schulbildung und medikamentöse Versorgung der Albaner sicherstellen sollten. Der anfangs gewaltfreie Widerstand ging ab etwa 1996 unter Führung der UCK in kämpferische Auseinandersetzungen zwischen albanischen Freischärlern und den serbischen Streitkräften über. Bis zum Jahr 1999 vervielfachten sich die Zahlen albanischer Flüchtlinge aus dem jugoslawischen Staatsgebiet, besonders in Richtung der Nachbarländer Albanien und Mazedonien sowie in die Europäische Union und die Schweiz.

Mit der Begründung, eine humanitäre Katastrophe abwenden zu wollen, begann die NATO nach dem Scheitern der Verhandlungen von Rambouillet am 24. März 1999 mit der Bombardierung strategischer Ziele in Jugoslawien. Als Ergebnis des Kosovokrieges wurde das Land von den internationalen Truppen besetzt und ein UN-Protektorat errichtet. Während des Krieges waren die Flüchtlingszahlen noch einmal sprunghaft angestiegen, anschließend aber abgeebbt und viele Kosovaren kehrten in ihre Heimat zurück. Die Region wurde militärisch befriedet.

Jedoch kam es im März 2004 zu konzertierten Gewalttätigkeiten überwiegend gegen Serben und ihre religiösen Stätten, aber auch gegen Roma und Aschkali; etwa 5.000 Personen nahmen an diesen Gewalttätigkeiten teil, bei denen 19 Menschen getötet, knapp 1.000 verletzt und rund 4.100 vertrieben wurden. Die NATO verstärkte daraufhin ihre Präsenz.

Weitere Ausschreitungen ereigneten sich in den Wochen nach der Ausrufung der Republik - diesmal allerdings im mehrheitlich von Serben bewohnten Norden des Landes. Die Gewalt konnte erst durch ein Eingreifen der KFOR-Truppen beendet werden.

Seit Beginn der UNMIK stand der zukünftige politische Status des Kosovo regelmäßig auf der internationalen Tagesordnung. Auch nach dem Scheitern des Versuchs, mit Serbien zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, und der darauf folgenden einseitigen Unabhängigkeitserklärung des kosovarischen Parlaments, ist das Thema noch immer nicht vollständig geklärt.

Politik

Rechtslage


Nach dem Ende des Kosovo-Krieges kam das Gebiet unter Verwaltung der Vereinten Nationen. Es blieb formell Bestandteil der Bundesrepublik Jugoslawien und des (seit 2006) Nachfolgestaates Serbien. Seit der Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 ist Kosovo aus Sicht seiner Institutionen ein souveräner Staat. Bis jetzt haben 63 von 192 UN-Mitgliedstaaten die Unabhängigkeit des Landes anerkannt. Andere Staaten halten die einseitig ausgerufene Unabhängigkeit für rechtswidrig und betrachten Kosovo weiterhin als einen Teil Serbiens, auch wenn die serbische Regierung keine Kontrolle mehr über das Gebiet ausübt.

Die Unabhängigkeit sollte laut dem (von Serbien abgelehnten) Ahtisaari-Plan international überwacht werden. Im Februar 2008 beschloss die Europäische Union die Entsendung der Mission EULEX Kosovo, welche die rechtsstaatliche Entwicklung unterstützen soll. Vorgesehen ist, dass rund 1.800 Polizisten und Juristen wesentliche Aufgaben der bisherigen UN-Verwaltung des Kosovo (UNMIK) übernehmen. EULEX nahm am 9. Dezember 2008 offiziell die Arbeit auf. Grundlage dafür war ein Kompromiss, dem die Vereinten Nationen, die EU und Serbien zustimmten. Demnach wird die Tätigkeit von EULEX in einem statusneutralen Rahmen erfolgen — was wiederum von der Regierung Kosovos nicht anerkannt wird.

Vier Monate nach der Unabhängigkeitserklärung trat am 15. Juni 2008 die neue Verfassung des Kosovo in Kraft. Eine Woche zuvor war vom Parlament in Pristina bereite eine neue Nationalhymne und die Gründung einer eigenen 2.500 Mann starken Sicherheitsgruppe verabschiedet worden. Die neue Verfassung definiert das Land als demokratisch regierten, laizistischen „Staat aller seiner Bürger", der die Rechte seiner Minderheiten und die internationalen Menschenrechte respektiert. In der neuen Verfassung werden die Gleichheit der Volksgruppen und die Bedeutung des Minderheitenschutzes besonders hervorgehoben. Autonomierechte werden den serbisch dominierten Regionen zugesprochen.

Die politische Arbeit teilten sich bislang die UN-Verwaltung und die von ihr gegründeten „Institutionen der provisorischen Selbstverwaltung". Die Sicherheit wird von der durch ein UN-Mandat legitimierten Friedenstruppe, Kosovo Force" (KFOR) unter Führung der NATO garantiert. Ferner gibt es in den serbischen Enklaven, insbesondere im Nordkosovo, von Serbien finanzierte und kontrollierte parallele Verwaltungsstrukturen (Schulen, Gerichte, Behörden). Diese werden von der UNMIK (und damit auch von EULEX) zwar toleriert, aber nicht anerkannt; umgekehrt erkennen die serbischen Verwaltungen ihrerseits die Entscheidungen der UNMIK nur zum Teil an.

Am 8. Oktober 2008 nahm die UN-Generalversammlung einen Antrag Serbiens an, die völkerrechtliche Gültigkeit der Unabhängigkeitserklärung durch den Internationalen Gerichtshof in einem Rechtsgutachten prüfen zu lassen.

Die Mission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK)

Als Leiter der UNMIK und Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs fungiert seit Juni 2008 Lamberto Zannier.

Die UNMIK bestand aus vier Säulen, die von unterschiedlichen internationalen Organisationen gebildet wurden: Polizei und Justiz (UN), Selbstverwaltung (UN), Demokratisierung und Wiederaufbau der Institutionen (OSZE) sowie Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung (EU). Die von der EU getragene „Säule" wurde zum 30. Juni 2008 geschlossen.

Wichtige Funktionen sind formal dem Leiter der UNMIK vorbehalten: Genehmigung des (von der lokalen Selbstverwaltung erstellten und verwalteten) Haushalts, Recht und Ordnung (Internationale UN-Polizei und lokale Kosovo-Polizei), Ernennung von Richtern, Schutz ethnischer Minderheiten, Außenbeziehungen wie der Abschluss von Verträgen mit anderen Staaten oder internationalen Organisationen, Verwaltung des Eigentums der Öffentlichen Hand, Zoll- und Geldpolitik.

Tatsächlich übertrug UNMIK im Zuge der laufenden Rekonfiguration wichtige Funktionen an die Behörden des Kosovo, was mit der veränderten Situation im Land begründet wurde. Abgegeben wurden insbesondere Polizeiaufgaben und die Organisation von Wahlen. Bis Ende 2008 verließ zudem ein Großteil der UNMIK- Mitarbeiter das Land. Obwohl die Mission nominell andauert, bestehen laut dem UN-Generalsekretär nur noch geringe Arbeitskontakte zwischen UNMIK und den Behörden Kosovos. Ein UNMIK- Sprecher erklärte im Juni 2009, nach der Übertragung der meisten verbliebenen Funktionen an die EU-Rechtsstaatsmission (EULEX) sei UNMIK auf die politische Aufgabe konzentriert, den „Dialog zwischen den Gemeinschaften herzustellen".

Außenbeziehungen

Die auswärtigen Beziehungen stehen bislang ganz im Schatten des Streites um die diplomatische Anerkennung. Eine Reihe von Staaten, darunter Deutsehland, haben seit Februar 2008 Botschaften in Pristina eröffnet. Mit Ausnahme Serbiens haben alle Nachbarländer, Albanien, Montenegro und Mazedonien, diplomatische Beziehungen zu Kosovo aufgenommen.

Bisher haben 22 der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und die Slowakei erkennen Kosovo nicht an. Die Europäische Kommission stuft Kosovo - unter Hinweis auf die UN-Resolution 1244, die den endgültigen völkerrechtlichen Status offen lässt — als potenziellen EU-Beitrittskandidaten ein.

Ein wichtiger Verbündeter sind die Vereinigten Staaten, die im Rahmen der KFOR eine größere Militärbasis, Camp Bondsteel, unterhalten. Russland als ständiges Mitglied des
UN-Sicherheitsrates hat sich dagegen auf die Seite Serbiens gestellt, auch China verhält sich
weiterhin ablehnend. Daher bleibt Kosovo der Weg in die Vereinten Nationen und viele andere internationale Organisationen bis auf weiteres versperrt Eine Ausnahme ist der Internationale Währungsfonds, der Kosovo am 8. Mai 2009 eine Mitgliedschaft anbot.

Am 17. Oktober ratifizierten die Parlamente Mazedoniens und des Kosovo einen Staatsvertrag zur Festlegung der gemeinsamen Staatsgrenze. Dabei wird erstmals die Grenze zwischen den beiden benachbarten Staaten international verbindlich festgeschrieben.

Exekutive

Der Staatspräsident wird vom Parlament auf fünf Jahre gewählt. Seine Hauptaufgabe liegt im Bereich der Außenpolitik, wo eine Koordination mit dem UN-Sonderbeauftragten erfolgen soll. Der Präsident hat außerdem das Recht - in Abstimmung mit dem Sonderbeauftragten -, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen. Präsident ist seit dem 10. Februar 2006 Fatmir Sejdiu (LDK).

Das wichtigste exekutive Staatsorgan ist die Regierung. Der Premierminister wird auf Vorschlag des Präsidenten vom Parlament gewählt, die vollständige Regierung muss vom Parlament bestätigt werden. Der Regierungschef kann Minister ohne Zustimmung des Parlaments entlassen. Jeweils ein Minister muss der serbischen, ein weiterer einer anderen Minderheit angehören. Falls das Kabinett aus mehr als zwölf Mitgliedern besteht, muss ein dritter Minister einer Minderheit zugerechnet werden. Seit dem 9. Januar 2008 ist Hashim Thaci (PDK) Premierminister einer Mehrparteienkoalition.

Parlament
Das Parlament, die Versammlung des Kosovo, hat 120 Sitze. Die letzte Parlamentswahl fand am 17. November 2007 statt.

PDK (alb.): 34,3%, mit 37 Sitzen im Parlament
LDK (alb.): 22,6%, mit 25 Sitzen im Parlament
AKR (alb.): 12,3%, mit 13 Sitzen im Parlament
LDD (alb.): 10,0%, mit 11 Sitzen im Parlament
AAK (alb.): 9,6%, mit 10 Sitzen im Parlament

Vier Sitze entfielen auf Parteien der Minderheiten, die von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen sind. Daneben sind zusätzlich 10 Sitze für Vertreter der Kosovo-Serben, vier Sitze für Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter, drei für Bosniaken, zwei für Türken und einer für Goranen reserviert.

Parteien
Die Zivilgesellschaft und die Parteienlandschaft Kosovos sind entlang ethnischer Linien aufgespalten. Das Vielparteiensystem wird von den beiden großen albanischen Parteien LDK und PDK dominiert. Die 1989 gegründete „Demokratische Liga des Kosovo" (LDK) war lange Zeit die politische Hauptkraft des Widerstandes gegen die serbische Herrschaft und stellte den späteren Präsidenten Ibrahim Rugova. Die „Demokratische Partei des Kosovo" (PDK) ist derzeit die stärkste Partei. Sie vertritt teilweise sozialdemokratische Positionen und ist (seit 1999) die wichtigste politische Nachfolgeorganisation der paramilitärischen Organisation UCK. Vorsitzender der PDK ist der aktuelle Regierungschef Hashim Thaci.

Problemfelder
Nach einer vom UNDP (United Nations Development Programme) unter den Bewohnern von Kosovo in der zweiten Jahreshälfte 2005 durchgeführten Umfrage bezeichneten die einzelnen ethnischen Gruppen als jeweils größtes aktuelles Problem (Angaben in Prozent der ethnischen Gruppe):

Albaner
Arbeitslosigkeit (33,8 %), Ungewissheit über den künftigen Status von Kosovo (28,3 %), Armut (19,4 %), Korruption (4,8 %), das Schicksal der Vermissten (4,3 %), Stromversorgung (3,6 %), Preise (1,2 %) ungelöste Morde (1,0 %).

Serben
Öffentliche und persönliche Sicherheit (30,7 %), Armut (15,3 %), Beziehungen zwischen den Volksgruppen (12,9 %), Arbeitslosigkeit (12,4 %), Ungewissheit über den künftigen Status von Kosovo (9,9 %), Organisierte Kriminalität (6,4 %), Schicksal der Vermissten (3,0 %), Stromversorgung (1,5 %).

Andere Minderheiten
Arbeitslosigkeit (43,5 %), Ungewissheit über den künftigen Status von Kosovo (20,4 %), Armut (17,6 %), Stromversorgung (9,3 %), Preise (2,8 %), Beziehungen zwischen den Volksgruppen (2,8 %), Korruption (1,9 %), soziale Probleme und Gesundheitsversorgung (jeweils 0,9 %).

Der Regierung wird von amnesty international mangelnde Implementation von Minderheitenrechten sowie die Nichtverfolgung an Serben begangener Kriegsverbrechen vorgeworfen. Aufgrund lang dauernder Verbindungen zwischen politischem Extremismus und organisierter Kriminalität bestehen enge Beziehungen zwischen Teilen des aus der UCK hervorgegangenen politischen Establishments und kriminellen Strukturen. In einem Bericht des UN-Sondergesandten Kai Eide werden aus Sicht westlicher Helfer folgende Probleme angesprochen:

„Polizei und Justizwesen von Kosovo sind fragile Institutionen. [...] Es wird weiterhin die Anwesenheit internationaler Polizisten mit Exekutivgewalt nötig sein." Auch internationale Richter und Staatsanwälte seien in den kommenden Jahren unverzichtbar.

Korruption und organisierte Kriminalität gehörten zu den größten Gefahren für die Stabilität der Provinz. Die PISG habe nicht genug getan, um Korruption zu bekämpfen. Clan-Solidarität und das Gesetz des Schweigens erschwerten auch für internationale Polizei und Staatsanwälte die Aufklärung von Straftaten.

Beim Versuch, eine multiethnische Gesellschaft aufzubauen, sei nur wenig erreicht worden. Die Rückkehr serbischer Flüchtlinge stocke. Serben seien noch immer Übergriffen ausgesetzt. Um ihren Besitz zurückzuerhalten, müssten Rückkehrer langwierige Gerichtsverfahren auf sich nehmen.

Nordkosovo

Der überwiegend von Serben bewohnte Nordkosovo entzieht sich de facto der Kontrolle der Institutionen in Pristina, da die Einwohner die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennen. Am 28. Juni 2008 begründeten serbische Politiker im Kosovo ein von Pristina unabhängiges Parlament der Gemeinschaft der Gemeinden der Autonomen Provinz Kosovo und Metochien.

Symbole

Seit der Unabhängigkeitserklärung im Februar 2008 verwenden die Institutionen die neue Flagge des Kosovo. Viele Kosovo-Albaner verwenden die Flagge Albaniens, während die meisten Serben die Flagge Serbiens bevorzugen. Bei offiziellen Anlässen wurde bisher die Flagge der Vereinten Nationen verwendet.

Am 5. Juni 2008 gab der Vorsitzende der Verfassungskommission des kosovarischen Parlamentes Hajredin Kuqi bekannt, dass die Arbeitsgruppe zur Findung der künftigen Nationalhymne sich auf die Komposition Evropa („Europa") von Mendi Mengjiqi geeinigt hat. Die Nationalhymne ist mit der Verabschiedung der Verfassung am 15. Juni 2008 in Kraft getreten und hat damit die bisher provisorisch verwendete Europahymne abgelöst. Sie hat keinen Text.

Militär

Am 21. Januar 2009 wurden die Sicherheitskräfte des Kosovo (Forca e Sigurise se Kosovos, FSK) gegründet. Sie haben eine Starke von 2500 aktiven Soldaten und 800 Reservisten. Mit der gleichzeitig erfolgten Auflösung des Kosovo-Schutzkorps erfüllte die Regierung des Kosovo eine Verpflichtung aus dem Plan von UN-Unterhändler Martti Ahtisaari, der Grundlage der Verfassung der Republik Kosovo ist.

Wirtschaft

Entwicklung

Innerhalb Jugoslawiens war Kosovo die ärmste Region. Ursachedafür war - neben der allgemeinen Rückständigkeit der Region - auch eine verfehlte Wirtschafts- und Strukturpolitik der Ära Tito: in Kosovo wurde überwiegend Rohstoff erzeugende und wenig
weiterverarbeitende Industrie angesiedelt. Zwar wurde Kosovo von anderen jugoslawischen Republiken subventioniert, trotzdem lagen die Investitionen in den sechziger und siebziger Jahren bei etwa 50 % des jugoslawischen Durchschnitts. Die Subventionen gingen
darüber hinaus zu einem guten Teil in den nicht produktiven Bereich. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf sank so von 44 % des jugoslawischen Durchschnitts im Jahr 1952 auf 27 % im Jahr 1988.

1989 lag das monatliche Durchschnittseinkommen in Kosovo bei 454 Dinar (Slowenien: 1180; Kroatien: 823; Zentralserbien: 784). In den frühen neunziger Jahren wurde die wirtschaftliche Produktivität des Kosovo noch einmal halbiert. Gründe waren der Zerfall des früheren Wirtschaftsraumes Jugoslawien im Gefolge der Bürgerkriege, internationale Sanktionen und mangelnder Zugang zu auswärtigen Märkten und Finanzen. Durch den serbisch-albanischen Konflikt kam es 1998/99 noch einmal zu einem Rückgang von 20 % - auf einem ohnehin schon sehr niedrigen Niveau.

Nach dem Kosovo-Krieg wurden rund 2 Milliarden Euro Hilfsgelder zur Verfügung gestellt. Wiederaufgebaut oder hergestellt wurden bisher 50.000 Häuser, 1.400 Kilometer Straßen sowie Krankenhäuser und Schulen, Dies führte zu einem kurzfristigen Nachkriegsaufschwung in den Branchen Bau, Handel und Öffentliche Verwaltung. Auf einer internationalen Geberkonferenz in Brüssel im Juli 2008 sagten die beteiligten Länder bzw. Organisationen dem Kosovo weitere Hilfen von insgesamt 1,2 Mrd. Euro bis 2011 zu. Davon sollen etwa 500 Mio. Euro von der Europäischen Union kommen, die USA wollen etwa 400 Mio. Dollar beisteuern. Die Vergabe der Mittel wurde an weitreichende Bedingungen zu deren Verwendung, so zum Beispiel auch für die serbische Minderheit, geknüpft.

Struktur

Die Wirtschaft von Kosovo stützt sich zum einen auf kleinbäuerliche Familienbetriebe sowie Privatunternehmen im Handels- und Bausektor, die nach dem Krieg gegründet und teilweise aus Fonds der EU gefördert werden, jedoch oft unterkapitalisiert sind. Die Finanztransfers aus dem Ausland gingen seit 2003 erheblich zurück. Daneben gab es im Jahre 2005 18 Agrarkombinate, 124 staatliche Unternehmen und 150 genossenschaftliche Betriebe. Diese Unternehmen befinden sich in gesellschaftlichem Eigentum („socially owned“) eine Sonderform des Eigentums im jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus, die nicht mit dem Staatseigentum in den anderen sozialistischen Ländern identisch ist. Diese Betriebe werden seit dem Jahr 2002 von der Kosovo-Treuhandanstalt (KTA/AKM) verwaltet, die der UNMK untersteht.

Schätzungen des Bruttoinlandsproduktes schwanken zwischen 930 Euro pro Kopf (2003, Angaben der UNMIK) und 1500 Euro pro Kopf oder ca. 3 Milliarden Euro insgesamt (2007).

Das Wirtschaftswachstum wurde 2002 auf 2,2 %, 2003 auf 3,1 %, 2004 auf 3^2 % 2005 auf 3,5 und 2007 auf knapp 3,5 - 4,2 % geschätzt Die Inflation sank im gleichen Zeitraum von 3,6 % (2002) auf 1,1 % (2003) bzw. 1,5 % (2004). 2005 wurde mit -0,5 % sogar ein Preisrückgang registriert.

Industrie

Der industrielle Sektor wird von den Bereichen Bergbau, Chemie, Elektro, Textil, Baustoffe und Holz geprägt. Im Bergbau werden Erz, Kohle, Blei und Zink gefördert. Insgesamt ist der industrielle Sektor eher schwach.

Landwirtschaft

Angebaut werden Getreide (Weizen, Mais), Sonnenblumen, Raps, Zuckerrüben und Trauben.

Währung
Offizielle Währung ist der Euro. Kosovo ist jedoch kein Mitglied der Europäischen Währungsunion. Die früher bereits als Zweitwährung etablierte D-Mark wurde 1999 von der UNO-Verwaltung als Währung eingeführt und später vom Euro abgelöst In serbischen Enklaven kann auch mit serbischen Dinar bezahlt werden.

Probleme

Außenhandelsdefizit

2003 wurden Waren im Wert von 985,6 Millionen Euro importiert, der Export (im wesentlichen Pilze, Bauholz und Altmetall) lag lediglich bei 363 Millionen Euro - im Ergebnis ein Defizit von rund 950 Millionen Euro. Dieses enorme Außenhandelsdefizit wuchs weiter: 2004 lag es bei rund einer Milliarde Euro, 2005 schon bei 1,13 Milliarden Euro.

Abhängigkeit von Kapitalzuflüssen aus dem Ausland

Die Wirtschaft hängt in außerordentlich hohem Maß von Finanzzuflüssen von außen ab (Hilfsgelder, Kapitaltransfers von Emigranten). Nach Angaben des Finanzministeriums von Kosovo sind die Überweisungen durch Gastarbeiter aus dem Ausland höher als die in Kosovo erwirtschafteten Werte. Da die Hilfsgelder zurückgehen und der Zutritt zum EU-Arbeitsmarkt auch für Kosovaren erschwert wird, birgt diese ohnehin ungesunde Struktur erhebliche Risiken. Ausländische Direktinvestitionen sind angesichts Ungewisser politischer Zukunft und problematischer Gesetzgebung bei der Privatisierung noch verschwindend gering.

Arbeitslosigkeit

Derzeit gibt es bei einer Million arbeitsfähiger Bevölkerung lediglich etwa 325.000 Arbeitsplätze (einschließlich nicht registrierter Schattenwirtschaft). Jährlich kommen weitere 36.000 junge Leute neu auf den Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren auf hohem Niveau leicht gesunken (2001: 57,1 %, 2002: 55 %, 2003:49,7 %. Im Jahr 2008 liegt die Arbeitslosigkeit zwischen 42 und 43 %. Die Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren ist dabei zu 60 % betroffen.

In der Vergangenheit wurde die Kombination zwischen chronischer Unterbeschäftigung und sehr schnellem Bevölkerungswachstum durch Arbeitsemigration vor allem in die Schweiz und nach Deutschland gelöst.

Armut

Nach Angaben der Weltbank leben 37 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze (Einkommen unter 1,37 Euro pro Tag und Erwachsener) 15 % unterhalb der Grenze extremer Armut (Einkommen unter 0,93 Euro pro Tag und Erwachsener).
Betroffen sind vor allem Alte, Behinderte, Bewohner kleiner oder abgelegener Städte und Gemeinden sowie die Angehörigen der nicht-serbischen Minderheiten wie Roma oder slawische Moslems (Bosniaken). Die Armut in Kosovo wirkt sich auch auf andere Bereiche aus: der Sektor Erziehung ist unterfinanziert, an den Schulen wird in drei bis vier Schichten unterrichtet Die Gesundheitsdaten der Bewohner gehören zu den schlechtesten in Südosteuropa.


Perspektiven

Ökonomische Zukunftschancen sehen die Experten der Weltbank vor allem in den Bereichen Energie und Bergbau. An Bodenschätzen sind Braunkohle (eines der größten Vorkommen Europas), Blei, Zink, Nickel, Uran, Silber, Gold, Kupfer oder Magnesit vorhanden. Innerhalb von einer Generation könnte Kosovo ein Energielieferant für die Region sein. Auch die Landwirtschaft gilt bei der Weltbank als möglicher Wachstumssektor.

Die EU-Experten empfehlen eine Strukturreform der Landwirtschaft mit deutlichen Produktivitätssteigerungen und den Aufbau einer heimischen Industrie zunächst in den Branchen Lebensmittel, Kleidung, Möbel und einfacher Maschinenbau.
Als Haupthindernisse gelten schlechte Infrastruktur, Mangel an einschlägig ausgebildeten Fachkräften, unsichere politische Gesamtlage, mangelhafte oder fehlende Wirtschaftsreformen seitens der lokalen Selbstverwaltung.

Infrastruktur

Energie

Die Elektrizitäts- Versorgung ist mangelhaft und unregelmäßig, was ein wesentliches Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung darstellt Ganz Kosovo wird durch die zwei Braunkohlenkraftwerke Kosovo A und B in Obilic sowie durch ein Heizkraftwerk und ein kleineres Wasserkraftwerk mit Elektrizität versorgt Der Bau eines neuen Kraftwerksblockes (Kosovo C) und die Erschließung weiterer Kohlevorkommen ist geplant.

Mit Stand vom Februar 2006 teilten die Elektrizitätswerke von Kosovo (KEK) das Land in drei Zuverlässigkeitskategorien ein, die von der Zahlungsmoral der Kunden abhängig sind. Regionen, in denen die Zahlungsmoral der Stromkunden hoch (Kategorie A) ist, erhalten den ganzen Tag durch Strom. Regionen mit mittelmäßiger Zahlungsmoral erhalten jeweils für fünf Stunden Strom (Kategorie B), danach folgt eine einstündige Unterbrechung. Regionen mit der niedrigsten Zahlungsmoral (Kategorie C) erhalten keine Stromversorgungsgarantie, es wird aber angestrebt, die Versorgung aufrecht zu erhalten im Rhythmus „zwei Stunden angeschaltet, vier Stunden abgeschaltet". 2007 entstand der KEK durch Diebstahl und unbezahlte Stromrechnungen ein Verlust von 99 Millionen €.

Im sehr kalten Januar 2006 war es zu empfindlichen Engpässen gekommen — die Nachfrage lag in der Spitze bei 1.300 Megawatt, bei einer Eigenproduktion von 580 Megawatt. Es gelang nicht, die Lücke durch Importe zu schließen. Daher wurde zeitweise Kategorie A im Rhythmus 4:2 (vier Stunden an-, zwei Stunden abgeschaltet), Kategorie B im Rhythmus 3:3 und Kategorie C im Rhythmus 2:4 versorgt.

Verkehr

Eisenbahn

Die Geschichte der Eisenbahn in Kosovo begann mit der 1874 eröffneten mazedonischen Strecke des osmanischen Reiches von Selanik (Thessaloniki) über Üsküp (heute Skopje) nach Kosovo Polje, erbaut und betrieben von der von Baron Hirsch geleitete Compagnie des Chemins der Fer Orientaux (CO). Das bis heute nicht wesentlich weiter ausgebaute und auch nicht elektrifizierte, der Personenbeförderung dienende Schienennetz besitzt dabei lediglich eine Länge von 333 Kilometern, die nach dem Krieg 1999 aber nicht mehr vollständig genutzt werden und sich sowohl was die Schienenwegeinfrastruktur als auch die Zugkompositionen angeht in einem äußerst schlechten baulichen, technischen und technologischen Zustand befinden.Von 97 Kilometer lediglich industriell nutzbarer Schienenwege ist momentan nicht bekannt, inwieweit diese bedient werden. Der Mangel an Großinvestitionen in das seit Jahrzehnten vernachlässigte kosovarische Schienennetz, das auch nicht in den Paneuropäischen Korridor X integriert ist, erlaubt heute auch keine reelle Chance auf eine Belebung des Schienenverkehrs im Verkehrswegesystem des Kosovo.

Die Eisenbahngesellschaft Hekurudhat e Kosoves/Kosovske Zeleznice (HK/KZ) betreibt derzeit die zwei Strecken Pec-Pristina und Deneral Jankovic-Kosovo Polje mit einer internationalen Verbindung nach Skopje.

Im vorrangig von Serben bewohnten Nordkosovo hat Anfang März 2008 die serbische Eisenbahngesellschaft Zeleznice Srbije den Betrieb übernommen.

Bis 1993 war der Bahnhof Kosovo Polje Haltebahnhof des aus zwei Reisezugwagen bestehenden Zuges Akropolis-Express von München nach Athen, der mit Beginn des Jugoslawienkrieges ganz eingestellt wurde.

Straßenverkehr
Es gibt derzeit 1.925 Kilometer Haupt- und Landstraßen, Autobahnen gibt es nicht. Jedoch liegt bereits ein Entwurf für eine Autobahn von Merdare nach Morina vor, die Serbien über Kosovo mit Albanien verbinden soll. Angesichte des aktuellen politischen Verhältnisses zu Serbien ist eine Verwirklichung zurzeit eher unrealistisch.

Die Hauptverkehrsstraßen sind gut befahrbar. Viele Orte sind nur auf Feldwegen oder Schotterstraßen zu erreichen. Die Zahl der registrierten Fahrzeuge wird für 2002 mit 215.504 angegeben (Pkw, Lkw, Busse, Motorräder und Traktoren). Damit kämen auf ein registriertes Fahrzeug acht Bewohner. Die Statistik-Behörde von Kosovo nimmt allerdings an, dass die Zahl der tatsächlich in Kosovo verkehrenden Fahrzeuge deutlich höher ist, weil ein großer Teil davon in anderen Ländern angemeldet ist.

Flugverkehr

Der einzige zivile Flughafen von Kosovo ist der Flughafen Pristina. Er fertigte im Jahr 2002 insgesamt 844.098 Passagiere ab; in diesem Zeitraum gab es 4171 Flüge von und nach Pristina. Zahlreiche Fluggesellschaften aus ganz Europa fliegen Pristina an, darunter gibt es aus dem deutschsprachigen Raum Flüge von Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, München, Wien und Zürich.

Seeverkehr und Schiff fahrt

Am 20. Februar 2009 fragte die Republik Kosovo den Nachbarn Albanien an, den Hafen Shengjin an der Adria-Küste nutzen zu dürfen. Inoffiziell ist dieser Hafen schon mehr als einem Jahrzehnt den Kosovaren vorbehalten worden. Es gibt auch Ideen zum Bau einer Eisenbahnlinie zwischen dem Hafen und Kosovo. Dadurch erwarten beide Nachbarstaaten einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ferner will die kosovarische Regierung eine Zoll-Zweigstelle in diesem Hafen errichten und mit der baldigen Nutzung beginnen.


Kultur

Sprachen

Offizielle Sprachen sind Albanisch und Serbisch, in einigen Gemeinden auch Türkisch und Bosnisch. Unter der UNMIK-Administration hatte auch Englisch offiziellen Status.l

Religion

Zum muslimischen Glauben bekennen sich die meisten Albaner, Goranen, Bosniaken und die Angehörigen der türkischen Minderheit. Die Mehrheit der albanischen Muslime sind Sunniten. Die schätzungsweise 60.000 Katholiken sind fast ausnahmslos Albaner, die wenigen gleichfalls katholischen Angehörigen der Janjevci, der kroatischen Minderheit in Kosovo, sind nach dem Krieg fast alle geflohen.

Die Serben gehören der serbisch-orthodoxen Kirche an. Die Gruppen der Roma, Aschkali und Ägypter enthalten Anhänger aller drei Glaubensrichtungen.

Das Verhältnis zwischen islamischen und katholischen Gemeinden von Kosovo gilt als gut, doch beide Gruppen haben wenige bis keine Beziehungen zur serbisch-orthodoxen Kirche.
Kosovo-Albaner definieren ihre ethnische Zugehörigkeit durch Sprache, nicht durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion. Dies lässt sich für die slawischen Volksgruppen nicht sagen: Sowohl bei den zumeist muslimischen Bosniaken als auch bei den serbischen Orthodoxen ist Religion ein Identitätsmerkmal.

Islam

Der Islam in Kosovo hat zwei Organisationsebenen: Die Islamische Gemeindevon Kosovo als offizieller Vertreter aller Muslime und die Organisationen der Derwisch-Orden und Sufi-Bruderschaften. Vor dem Kosovo-Krieg gab es 560 Moscheen und sechzig Tekken der Sufi-Bruderschaften, letztere vor allem in den südlichen Städten wie Pejg, Gjakova, Rahovec und Prizren. Während des Krieges wurden 218 Moscheen und fünf Tekken zerstört.

Der Sufismus in Kosovo gilt als Mischung zwischen den Glaubensrichtungen der Sunniten und Schiiten. Mitglieder des Bektaschi-Ordens, dessen Zentrum seinen Sitz in der albanischen Hauptstadt Tirana hat, waren führend in der albanischen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts. Die Mitglieder der Sufi-Bruderschaften gelten als religiöser und national orientierter als die Vertreter des traditionellen Islam in Kosovo.

Die Imame werden an der Fakultät für Islamische Studien in Pristina ausgebildet, dort studieren auch angehende Imame aus Albanien, Mazedonien und Montenegro. Ein vergleichsweise aktives religiöses Leben gibt es im Süden und Südosten von Kosovo um die Städte Dragash/Dragas, Gjilan/Gnjilane und Prizren. In anderen Gebieten haben die Moscheen stark unter Besuchermangel zu leiden.

Katholische Kirche
Es gibt etwa 65.000 katholische Albaner, dazu kommt noch eine kleine Gruppe katholischer Roma und Kroaten, Sie sind in 23 Pfarreien aufgeteilt, in denen 55 Priester arbeiten. Bis zum Jahr 2000 gehörten die katholischen Kosovaren zum Bistum Skopje und Prizren, dann wurde der mazedonische Teil abgetrennt und eine eigenständige Apostolische Administratur Prizren gebildet Katholiken gründeten die Partia Shqiptare Demokristiane e Kosoves (CPSHDK, Albanische christdemokratische Partei des Kosovo), die zwei Abgeordnete im Parlament stellt. Allerdings ist auch eine große Anzahl von Muslimen Mitglied der PSHDK. Die meisten katholischen Priester gehören dem Orden der Franziskaner an und wurden in Bosnien-Herzegowina, Kroatien oder Slowenien ausgebildet

Serbisch-Orthodoxe Kirche

Der Kosovo ist ein wichtiges Zentrum der serbischen Orthodoxie und beherbergt den Erzbischöflichen Sitz des Patriarchats von Pec sowie die Eparchie Raszien-Prizren. Einige der bedeutendsten und ältesten Kirchen und Klöster der serbisch-orthodoxen Kirche, insbesondere das Kloster Visoki Decani, befinden sich in Kosovo. Die autokephale Serbisch-Orthodoxe Kirche ist ihrem Selbstverständnis nach Bewahrerin einer serbischen Kultur und Identität. Während der Ära Milosevic unterstützten anfangs weite Teile des Klerus dessen serbisch-nationalchauvinistische Politik. Als deren negative Folgen für die Serben selbst immer deutlicher zutage traten, gingen sie auf Distanz. Nach Beendigung der NATO-Luftangriffe wurden 1999 nach Angaben von Vertretern von UNMEK 76 orthodoxe Kirchen, Klöster und Kapellen zerstört In der Zeit nach dem Einmarsch der KFOR wurden der serbische Bischof Artemije von Raszien und Prizren und der Mönch Sava vom Kloster Decani zunächst politische Sprecher derjenigen Kosovo-Serben, die eine Zusammenarbeit mit der UNMIK befürworteten. In den letzten Jahren hat der Klerus seine Rolle als Sprecher der Serben allerdings größtenteils an kosovo- serbische Politiker abgetreten. Bei den gewalttätigen Ausschreitungen im März 2004 kam es erneut zu Zerstörungen von serbisch-orthodoxen Kirchen und Klöstern, woraufhin die KFOR den Schutz dieser Gebäude verstärkte.

Feiertage

Gesetzliche Feiertage mit festem Datum sind
der Neujahrstag am 1. Januar (alb.: Viti i ri)
Tag der Ashkali am 15. Februar"
Tag der Erklärung der Unabhängigkeit am 17. Februar (alb.: Dita e Pavaresisep)
Tag der Veteranen am 6. März
Tag der Roma am 8. April
Tag der Türken am 23. April
Tag der Arbeit am 1. Mai (alb.: Dita e Punes)
Tag der Goranen am 6. Mai
Tag Europas am 9. Mai (alb.: Dita e Ewojpes)
Tag des Friedens am 12. Juni
Tag der Verfassung am 15. Juni (alb.: Dita e Kushtetutes)
Tag der Bosniaken am 28. September
Tag der Albaner am 28. November
Weihnachten am 25. Dezember (alb.: Krishtlindja)
Gesetzliche Feiertage mit variablem Datum sind:

Karfreitag (alb.: Epremtja e madhe)
Ostermontag (alb.: Pashket)
islamische Opferfest (alb.: Kurban Bajrami)
Tag des Fastenbrechens (alb.: Ramazan Bajrami)

Medien

Die Pressefreiheit hat sich in den letzten Jahren laut des vom IREX ermittelten Media Sustainability Index, der derzeit einen Wert von 2,27 aufweist, verschlechtert. Damit liegt Kosovo hinter seinen Nachbarländern außer Albanien.

Rundfunk

Wichtigstes Massenmedium im Kosovo ist das Fernsehen, aus dem über 80 Prozent aller Kosovaren ihre Nachrichten beziehen. Seit dem Ende des serbisch dominierten Staatsmonopols über den Rundfunk etabliert sich zunehmend ein duales System: Neben dem staatlichen RTK existieren verschiedene private Fernsehsender unter anderem RTV 21,21 Plus (Musiksender), 21 Popullore und KTV. RTK wird von der kosovo- albanischen Bevölkerung als zuverlässigste Nachrichtenquelle angesehen, obwohl eine Falschberichterstattung 2004 zu Unruhen mit 20 Toten führte. Unter den ethnischen Minderheiten, insbesondere den Serben, ist das Staatsfernsehen dagegen unbeliebt.

Printmedien

Während des Kosovokrieges stieg die Zahl der Tageszeitungen deutlich an, viele dieser Zeitungen stellten ihr Erscheinen jedoch in den Folgejahren aus verschiedenen Gründen ein. Im Jahre 2004 existierten noch fünf Kosovo-weite Tageszeitungen, die eine Gesamtauflage von 24.000 aufwiesen. Damit weist das Kosovo die niedrigste Pro-Kopf-Zeitungsleserschaft in ganz Europa auf. Mit einer verkauften Auflage von 12.000 ist Koha Ditore („Tägliche Zeit") die auflagenstärkste Tageszeitung im Kosovo. Die 1997 gegründete Zeitung, die durch Nichtregierungsorganisationen und staatlich mitfinanziert wird, ist unabhängig von den kosovarischen Parteien. Zeri („Stimme"), die 1999 aus der gleichnamigen Wochenzeitung hervorging, erreicht eine verkaufte Auflage von 7.000 Exemplaren und wird allgemein ebenfalls als politisch unabhängig betrachtet. Die gleiche Auflagenstärke hat die 1995 in der Schweiz erstmals erschienene Bota Sot („Welt heute), die sich primär an die kosovo- albaniscbe Diaspora richtet und auch für die albanische Minderheit in Mazedonien publiziert; anders als ihre großen Konkurrenten ist sie nicht unabhängig, sondern steht der LDK nahe. Daneben existieren mit Epoka e Re und Kosova Sot zwei kleinere Tageszeitungen. Es erscheinen fünf politische Wochenmagazine, von denen das 1945 erstmals als Zorn i Rinisi Shqiptare herausgegebene Zeri mit einer Verkaufsauflage von 7.000 die bedeutendste ist.Java, das in einer Auflage von knapp über 1.000 erscheint, ist das regierungskritischste Magazin; es wird durch das Open Society Institute unterstützt. Yeni Dämm („Neuer Beginn") mit einer Verkaufsauflage von 1.400 wendet sich an die türkische Minderheit.

Neue Medien

Der Zugang der Bevölkerung zum Internet ist immer noch auf einem niedrigen Niveau, wächst aber schnell.

Literatur

Eine eigenständige albanische Literatur entwickelte sich in Kosovo erst nach dem Zweiten Wellkrieg. In der 1949 gegründeten literarischen Zeitschrift „Jeta e re" (Neues Leben) konnten die albanischen Schriftsteller Jugoslawiens erstmals publizieren. Mitte der sechziger Jahre wurde in Jugoslawien begonnen, in nennenswertem Umfang albanische und kosovo - albanische Literatur zu publizieren.

Mit der Gründung der Universität Pristina im November 1969 hatten die albanischen Kosovaren erstmals Zugang zur höheren Bildung in ihrer Muttersprache. In der Folge kam es in den siebziger Jahren zu einer ersten Blüte der albanischen Literatur in der Region.

Anders als in Albanien konnte sich die Literatur relativ frei von ideologischen Zwängen entwickeln. Da viele Kosovo-Albaner ständig oder zeitweise im westlichen Ausland lebten, suchten sie den Anschluss an zeitgenössische Tendenzen der modernen westlichen Literatur.

Bekannte kosovo- albanische Schriftsteller sind:

Hivzi Sulejmani (* 1912; 11975), dessen Kurzgeschichten und Romane in den fünfziger und sechziger Jahren eine große Leserschaft fanden;

Esad Mekuli (* 1916; f 1993), Lyriker, gründete 1949 die erste albanischsprachige
Literaturzeitschrift Jugoslawiens Jeta e re (dt: Neues Leben), die er bis 1971 als
Chefredakteur leitete.

Enver Gjerqeku (* 1928), Lyriker, der die klassischen Formen bevorzugt

Din Mehmeti (* 1932) gilt als Vertreter moderner albanischer Lyrik.

Azem Shkreli (* 1938; f 1997) Lyriker und Prosaist, thematisierte in seinen frühen Versen das Leben der Bergbewohner.

Anton Pashku (* 1938; 11995), Kurzgeschichten, Romane und Dramen, er gilt als Meister psychologischer Darstellung, sein Werk scheint beeinflusst von Franz Kafka oder Robert Musil; Musil;

Nazmi Rrahmani (* 1941) schildert in seiner Prosa das kosovo-albanische Dorfleben;

Ali Podrimja (* 1942), moderner Lyriker, bekannt in Kosovo und in Albanien, gilt als
herausragender Vertreter moderner Lyrik.

Beqe Cufej (* 1970), in Deutschland lebender Schriftsteller und Journalist.

Sport

Schon vor der Unabhängigkeit gab es viele landesweite Sportverbände, die allerdings erst jetzt auf internationaler Ebene in Erscheinung treten, so das Olympische Komitee, der Fußball-, Basketball-, Handball- und Tischtennisverband. Im Gegensatz zu einzelnen Vereinen dürfen die Nationalmannschaften des Kosovo bisher überwiegend nicht an internationalen Turnieren teilnehmen. Vollständige internationale Teilnahmerechte besitzt der Kosovo auf Grund serbischer, russischer oder chinesischer Vetorechte derzeit nur im Tischtennis und Gewichtheben.

Institutionen in Kosovo

Parlament von Kosovo (englisch, albanisch und serbisch)
Regierung von Kosovo (englisch, albanisch und serbisch)
Präsident von Kosovo (englisch, albanisch und serbisch)

Internationale Organisationen
United Nations Mission in Kosovo (UNMIK) (englisch)
Kosovo Force (KFOR) der UNO unter NATO-Führung (englisch)
EU-Sonderbeauftragter im Kosovo (englisch)
EULEX-Mission in Kosovo (EULEX Kosovo) (englisch)
OSZE-Mission in Kosovo (OMK) (englisch; Text des Mandate auf deutsch verfügbar)
Ombudsperson in Kosovo (OIK) (Einhaltung der Menschenrechte)
 

Überblick
 

 

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