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Europa
01.03.2012
Joachim Löw: «Ich glaube, unsere Basis ist gut»
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Bremen (dpa) - Wie ist Ihre Stimmung nach diesem Auftakt ins EM-Jahr?Löw: «Ich denke schon, dass ich mich ärgere, wie wir das Spiel verloren haben. Im Laufe des Spiels war uns Frankreich überlegen, auch fußballerisch überlegen. Ich denke, dass wir gerade in der Defensive einiges tun müssen Richtung EM.»
Gibt es weitere Erkenntnisse aus diesem ersten Test 2012?
Löw: «Wir haben auch schon vor dem Spiel gewusst, dass wir uns in einigen Dingen natürlich noch verbessern müssen Richtung EM. Ich habe gesagt, dass wir wissen, dass wir auch auf dem hohem Niveau, auf dem wir zuletzt gespielt haben, natürlich nicht zufrieden sein können. Wir müssen uns gerade auf diesem Niveau weiter voranarbeiten.»
Die Favoritenrolle müssen Sie nun definitiv mit anderen Teams teilen.
Löw: «Es entscheiden Nuancen gegen solche Mannschaften. Es ist klar, dass es bei der EM nicht einen Favoriten gibt, nicht Deutschland alleine. Ich habe schon mehrfach gesagt: Spanien, Italien, Frankreich gehören dazu.»
Ist es nicht sogar gut, dass die Euphorie ein bisschen abnimmt?
Löw: «Ich weiß nicht, ob sie gedämpft wird oder nachher wieder da ist, wenn die EM losgeht. Ganz ehrlich interessiert mich das kaum noch. Es ist doch klar, Deutschland geht immer als großer Favorit in das Turnier. Manchmal hat man das Gefühl, es brechen alle Dämme in der Öffentlichkeit. Manchmal ist die Euphorie zu überschwappend gewesen nach manchen Spielen. Ich glaube, unsere Basis ist gut. Wir haben mit vielen, vielen guten Spielen die Erwartungshaltung angehoben. Aber im März sind schon viele Dinge passiert bei uns in den letzten Jahren. Was im März passiert, ist für den Trainer nicht so ausschlaggebend.»
Sie haben trotz vieler Ausfälle weiter experimentiert. Warum?
Löw: «Für Spieler, die international nicht so häufig spielen, nicht auf dem allerhöchsten Niveau spielen in der Champions League, sind solche Spiele wichtig. Dann sehen sie mal, was so geleistet werden muss. Für einige war das mal wieder ein guter Gradmesser.»
Ist Ihnen das Ergebnis tatsächlich egal?
Löw: «Unabhängig von diesem Spiel oder dem Ergebnis: Die Dinge, die heute gesehen wurden, habe ich schon vorher gewusst. An diesen Dingen müssen wir arbeiten. Der Plan, der steht, auch wenn wir heute gewonnen hätten. Der Plan und die Inhalte stehen, das ist klar, das hängt nicht mit diesem einen Spiel zusammen.»
Aogo konnte die Lahm-Rolle nicht ausfüllen. Wie sehen Sie seine Leistung?
Löw: «Dennis Aogo war engagiert, in der einen oder anderen Aktion vielleicht ein bisschen unglücklich. Letztendlich hat er viel Potenzial. Ich weiß, dass er noch mehr leisten kann.»
Insgesamt taten sich defensiv einige Lücken auf.
Löw: «Wir haben als Mannschaft in der Defensive nicht mit der größten Konsequenz und Intensität nach hinten gearbeitet. Da waren viel zu viele Räume vorhanden. Offensiv können wir auf einem Wahnsinnsniveau spielen. Defensivarbeit mit der gesamten Mannschaft ist immer ein bisschen schwieriger. Das zu perfektionieren, da müssen wir schon auch arbeiten. Das war nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.»
Torwart Wiese konnte schon wieder nicht im DFB-Trikot gewinnen. Hat er sie überzeugt?
Löw: «Tim Wiese kann an den Toren nichts machen. Er hat zwei, drei Bälle gehalten, die gefährlich waren. Von daher war das eine gute Leistung von Tim Wiese.»
Wie beurteilen Sie die Leistung von Marco Reus?
Löw: «Er musste irgendwann mal bei uns spielen, jetzt war der Zeitpunkt, bei uns auf dem Platz zu sein, um sich weiter zu entwickeln. Er hatte ein paar gute Szenen. Aber man sieht auch, Frankreich, Nationalmannschaft, das ist schon nochmal eine Stufe höher. Bei uns kann er sich nach einem sehr guten Bundesliga-Jahr noch verbessern. Und um sich in die Mannschaft reinzuspielen, da muss man ein paar Schritte tun.»
Wie sieht Ihr Plan für die kommenden Wochen aus?
Löw: «Klar gibt es Spiele in der Bundesliga, die wir beobachten. Wir werden auch im Ausland sein. Das ist für uns auch wichtig, Madrid, Rom und London zu besuchen, vielleicht auch das eine oder andere Ligaspiel in Portugal oder in Holland, da spielen auch viele Dänen.»
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