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Kokkola

Finnland, Kokkola
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"Kokkola" (schwed. "Karleby" , früher "Gamlakarleby") ist eine Stadt an der Westküste Finnlands und Hauptstadt der Landschaft Mittelösterbotten. Kokkola hat knapp 46.000 Einwohner, davon sind rund 84 % finnisch- und 14 % schwedischsprachig. Neben der eigentlichen Stadt, in der gut zwei Drittel der Bevölkerung leben, umfasst das Kokkola ein ausgedehntes Gebiet von fast 1.500 Quadratkilometern im Hinterland.

Geschichte
Kokkola wurde 1620 von Gustav II. Adolf gegründet. 1765 sorgte Anders Chydenius dafür, dass die Stadt die Rechte zur Durchführung des Außenhandels erhielt. Daher gilt Chydenius auch als bedeutendster Bürger von Kokkola. Während des 18. Jahrhunderts war in Kokkola die große Zeit der Seefahrt und des Teerhandels. Im 19. Jahrhundert siedelten sich dann viele Industriebetriebe an, wodurch sich Kokkola zu einer bedeutenden Schul- und Ausbildungsstadt entwickelte.

1977 wurde die Gemeinde Kaarlela eingemeindet. Zum Jahresbeginn 2009 folgte die Eingemeindung von Lohtaja, Ullava und Kälviä. (finn.)

Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl:


Die Bevölkerungsdichte liegt bei 108 Ew/km².
Obwohl viele gut ausgebildete Arbeitskräfte von Kokkola in attraktivere Industriestandorte umgezogen sind, konnte sich die Einwohnerzahl wegen einer hohen Geburtenzahl auf gleichem Niveau halten.

Klima
Die Jahresdurchschnittstemperatur Kokkolas beträgt 3 Â°C. Die kältesten Monate sind Januar, Februar und März, in denen die Durchschnittstemperatur bei -7 °C liegt. Der wärmste Monat ist der Juli. Er hat eine Durchschnittstemperatur von 13 °C. Der Kälterekord Kokkolas ist -32 °C; der Hitzerekord ist 31 °C. Der Jahresniederschlag beträgt 540 mm.

Bevölkerung
Zum Jahreswechsel 2008/2009 betrug die Einwohnerzahl Kokkolas 45.644. Davon leben rund 32.000 Menschen (Stand: 2000)http://www.google.de/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=2&ved=0CAwQFjAB&url=http%3A%2F%2Fpxweb2.stat.fi%2Fsahkoiset_julkaisut%2Fvuosikirja2004_suppea%2Fexcel%2Fvaest_05.xls&rct=j&q=kokkolan+keskustaajama&ei=5BzkSs2PIZzWmwOgi4WjCw&usg=AFQjCNE7Qb00_DVjBlKBXAVY75EeKi9zyA Tilastokeskus (finnisches Statistikamt): "Suurimmat taajamat sekä niiden väkiluvut, 1980–2000"] (XLS) in der Kernstadt, der Rest im ländlichen Hinterland Kokkolas.

Kokkola markiert das nördliche Ende des finnlandschwedischen Siedlungsgebiets an der Westküste Finnlands. Von den Einwohnern der Stadt sprechen 84,2 % Finnisch und 13,9 % Schwedisch als Muttersprache.Stand: 31. Dezember 2008, Quelle: Somit ist Kokkola offiziell zweisprachig mit Finnisch als Mehrheits- und Schwedisch als Minderheitssprache. Die rund 6.300 schwedischsprachigen Einwohner Kokkolas sind dabei ungleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt: Während die Kernstadt zweisprachig ist, wird in den Dörfern in der direkten Umgebung mehrheitlich Schwedisch gesprochen. Die weiter östlich gelegenen ländlichen Gebiete, die 2009 eingemeindet wurden, sind hingegen rein finnischsprachig.

Politik
Der Stadtdirektor von Kokkola ist Antti Isotalus.

Städtepartnerschaften
* Härnösand (Schweden)
* Mörbylånga (Schweden)
* Ullånger (Schweden)
* Kristiansund (Norwegen)
* Fredericia (Dänemark)
* MarijampolÄ— (Litauen)
* Fitchburg (USA)
* Greater Sudbury (Kanada)
* Hatvan (Ungarn)
* Ratingen (Deutschland) seit 1989
* Fushun (China)

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kokkola bietet ein gutes Kulturangebot. Es zeichnet sich vor allem durch Rock, Jazz und klassische Musik aus. Außerdem gibt es ein großes Theaterangebot in finnischer und schwedischer Sprache.

Bauwerke
Im Jahr 1805 gab es einen großen Brand in Kokkola, bei dem das erste Rathaus der Stadt abbrannte. Das zweite Rathaus wurde von russischen Soldaten geplündert. Anschließend wurde es wegen seines schlechten Allgemeinzustandes und des Platzmangels abgerissen. Schließlich entstand im Jahr 1841 das dritte Rathaus nach einem Entwurf von Carl Ludwig Engel; es ist heute immer noch auf dem "Platz von Mannerheim" zu besichtigen.

Sehenswert ist auch das alte Schulgebäude aus dem Jahre 1696, in dem ein historisches Museum untergebracht ist. Es ist das einzige erhaltene profane Holzhaus Finnlands und eines der ältesten Holzhäuser Skandinaviens.
Nebenan steht ein kleineres Haus, das "Haus von Lassander", das im Jahr 1748 erbaut wurde. In ihm kann der Besucher sehen, wie eine Handelsfamilie Anfang des 18. Jahrhundert in Kokkola lebte.
Im gleichen Hof, wo das alte Schulgebäude und das Haus von Lassander stehen, gibt es ein weiteres sehenswertes Haus - die "K.H Renlunds Kunsthalle". Das Haus wurde 1818 erbaut und beherbergt unregelmäßige Kunstausstellungen.

Auf dem Katarinaplatz in Kokkola sind auch mehrere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Darunter ist das Stadttheater, das im Jahr 1927 erbaut wurde, ein alter Wasserturm und eine Tankstelle aus dem Jahr 1931, an deren Aussehen seit der Errichtung nichts verändert wurde. Sie ist somit die älteste Tankstelle Finnlands. Außerdem ist auf dem Platz die Skulptur "Die Seehunde" von Karl G. Nylund aus dem Jahr 1970 zu sehen.

In Kaarlela befindet sich eine mittelalterliche Steinkirche aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Parks
Der Chydenius-Park besteht seit dem Jahr 1860 und wurde dem Pfarrer und Politiker Anders Chydenius gewidmet. Von diesem ist ebenfalls seit 1903 eine Statue in dem Park zu besichtigen, die von Valter Runeberg entworfen wurde. Der Park war anfangs als "Nya Park" (deutsch: Neuer Park), "Kärlekens lund" (deutsch: Liebeshain) oder auch "Östra Parken" (deutsch: östlicher Park) bekannt.

Der "Länsipuisto" (deutsch: westlicher Park) ist ein Gegenstück des Chydenius-Parks und wurde im Jahr 1860 gebaut. In ihm ist das Monument "Sturzwelle" zu betrachten, dass 1973 von Karl G. Nylund entworfen wurde und an Dr. Einar Cederberg erinnern soll.

Sport
Aus Kokkola stammt der Eishockeyverein Hermes, der in der dritthöchsten finnischen Liga (Suomi-sarja) spielt. Außerdem kommen aus der Stadt die Fußballvereine Kokkolan Palloveikot (KPV), der in der zweithöchsten finnischen Liga (Ykkönen) spielt, und Gamlakarleby Bollklubb (GBK), der in der dritthöchstenen finnischen Liga (Kakkonen) aktiv ist.

Regelmäßige Veranstaltungen
Jedes Jahr am letzten Wochenende im August werden die "Kokkolan Venetsialaiset" (Venezianische Nächte) und damit das Ende der Sommerhausperiode gefeiert. Zu dieser Zeit werden Raketen abgefeuert und Lichter schmücken die Strände. Als Rahmenprogramm gibt es Veranstaltungen, wie Theater, Konzerte und Erntefest.

Wirtschaft und Infrastruktur
Die Düngemittelindustrie, Leder- und Pelzverarbeitung, der Maschinenbau und die Kunststoffindustrie besitzen in Kokkola eine große wirtschaftliche Bedeutung. Aber auch der Bootsbau darf nicht vergessen werden. So hat sich ca. 60% der finnischen Bootsbauindustrie in der Umgebung von Kokkola konzentriert. Außerdem haben sich viele Betriebe der Metall- und Chemieindustrie in der Stadt angesiedelt, die vor allem den Export stärkt. Herausragend sind die Betriebe "Boliden", "OMG", "KemFine", "Kemira Chemicals", "Kemira GrowHow" und "Tetra Chemicals".

Verkehr
Durch Kokkola führt die Hauptverkehrsstrecke Nord-Süd der finnischen Eisenbahn. Außerdem kreuzen sich drei Hauptstraßen in Kokkola. Der in Kokkola gelegene Hafen ist einer der bedeutendsten am finnischen Meerbusen.


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 23.05.2013 07:07 von den Wikipedia-Autoren.
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