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Knappes Rennen im polnischen Hippodrom

Europa
08.10.2011
Von unserem dpa-Korrespondenten und Europe Online    auf Facebook posten  Auf Twitter posten  
Polen wählt neues Parlament
Ähnlich wie in Deutschland sorgt eine Protestpartei auch in Polen für Furore. Ruch Palikota heißt die neu gegründete Formation, die mit viel Vorschusslorbeeren zu den Parlamentswahlen antritt.
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Parlamentswahlen in Polen am 9. Oktober 2011.

Warschau (dpa) - Kondome für alle und Striptease für die Wähler: Nach schlagzeilenträchtigen Aktionen wählt Polen an diesem Sonntag ein neues Parlament. Letzte Umfragen lassen einen knappen Wahlausgang mit möglicherweise schwieriger Regierungsbildung erwarten. Zudem mischt die neue Partei Ruch Palikota, die sich unter anderem für die kostenlose Verbreitung von Verhütungsmitteln im katholisch geprägten Polen einsetzt, die politische Szene auf. Sie könnte mit mehr als zehn Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft im neuen Parlament werden, wie es heißt.

Es wird spannend: Die liberalkonservative Bürgerplattform (PO) von Ministerpräsident Donald Tusk liegt Umfragen zufolge zwar in Führung, der Abstand zur nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski wird in Umfragen aber unterschiedlich gewertet. Kaczynski hatte sich in den vergangenen Tagen zunehmend siegessicher gegeben und auch mit antideutschen Bemerkungen versucht, Wähler zu mobilisieren.
Jarosław Kaczyński: Konservativer polnischer Politiker und Vorsitzender der national-konservativen Partei Prawo i Sprawiedliwość (Recht und Gerechtigkeit).

Bei der Abstimmung geht es um 460 Abgeordnetenmandate und 100 Senatssitze. Der Wahlausgang könnte unter anderem durch den für viele überraschenden Zuspruch für die Partei Ruch Palikota eines ehemaligen PO-Politikers beeinflusst werden. Angesichts des Umfrageerfolgs für die Gruppe, die mit bunten Aktionen im Wahlkampf Aufmerksamkeit erregte, versuchten auch etablierte Parteien in den vergangenen Tagen, schlagzeilenträchtiger in Aktion zu treten.

So warb eine Kandidatin des Linksbündnisses SLD mit einem Striptease um Wähler. «Wenn ihr mehr sehen wollt, wählt SLD», hieß es in dem im Internet verbreiteten Videoclip, nachdem die ersten Kleidungsstücke gefallen waren.

Die Wahllokale schließen am Sonntag um 21.00 Uhr. Danach werden Prognose und Hochrechnungen erwartet. Bis zur Feststellung des offiziellen Endergebnisses könnten jedoch noch Tage vergehen.

 

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