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Jirkov

Tschechien, Jirkov
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"Jirkov" (deutsch "Görkau") ist eine Stadt in unmittelbarer Nähe der Bezirksstadt Chomutov (Komotau) in der Tschechischen Republik.

Lage
Die Stadt Jirkov liegt in einer Höhe von 300 Metern ü. M. am Fuß des Erzgebirges im südwestlichen Teil des Braunkohlebeckens von Most. Jirkov berührt im Süden direkt die Bezirksstadt Chomutov. Durch den Ort fließt die Bílina.

Unweit des Orts verläuft die Eisenbahnlinie von Chomutov nach Děčín (Tetschen) bzw. Ústí nad Labem (Aussig). Östlich der Stadt liegen die Stauseen Újezd und Zaječice.

Geschichte
Die Stadt entstand als Vorburg der Wachtburg Borek, heute Červený Hrádek, am ehemaligen Landessteg namens Meißener Landestor, der von Obersachsen („Mark Meißen“) über Görkau und Laun (Louny) bis nach Prag führte. Die Stadt wurde 1296 zur Regierungszeit Přemysl Ottokar II. gegründet.

Wilhelm von Illburg verlieh dem Ort 1443 zahlreiche Rechte. 1455 wurde Jirkov zur Stadt erhoben, nach anderen Quellen verlieh erst König Wladislaw II. von Böhmen im Jahre 1507 das Stadtrecht. 1516 erhielt Sebastian von Weitmühl durch Heirat das Anwesen mit umliegenden Ländereien. Der anschließend einsetzende Bau der Stadtbefestigung wurde 1590 beendet. 1531 und 1582 suchten die Pestepidemien die Stadt heim. Not und Leid trafen Jirkov nach der Niederlage am Weißen Berg 1620, da die Besitzer der Stadt, die Herren von Rothenhaus, auf der Seite der Verlierer gekämpft hatten. Die neuen Eigentümer hoben alle Rechte auf und zwangen die Einwohner zur Annahme des katholischen Glaubens. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde Görkau mehrmals gebrandschatzt und ausgeplündert.

Im 19. Jahrhundert begannen sich die Arbeiter der Fabriken von Görkau zu organisieren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es auch in Görkau 1905 zu Arbeiterdemonstrationen. Ab 1933 begann die Sudetendeutsche Heimatfront (seit 1935 Sudetendeutsche Partei) unter Leitung von Konrad Henlein verstärkt in der Stadt zu agieren, bis sie ihr Ziel, die Angliederung des Sudetenlandes an Hitlerdeutschland, 1938 erreichte. 1945, nach der Befreiung vom Naziregime und der Aussiedlung der deutschen Bewohner, erfolgte die Besiedlung der Stadt mit tschechischer Bevölkerung. 2002 lebten in der Stadt 21.006 Einwohner.

Wirtschaft
Industrie
Seit dem 16. Jahrhundert war Jirkov eine bedeutende Stadt des Bergbaus und des Handwerks. Es besaß auch eine eigene Brauerei. Zum Ende des 18. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen weiteren Aufschwung. Heinrich von Rottenhan erwarb sich dabei besonders großen Verdienst um die Entfaltung der Industrie (Weberei, Kattunfabrik, Eisenhütten). Im 20. Jahrhundert kamen weitere Zechen, ein Elektrizitätswerk und ein Rohrwalzwerk hinzu.

Verkehr
Der ÖPNV wird durch die DPCHJ betrieben.

Ortsteile
*Březenec ("Pirken")
*Červený Hrádek ("Rothenhaus")
*Jindřišská ("Hannersdorf")
*Vinařice ("Weingarten")

Partnerstädte
*Brand-Erbisdorf Deutschland
*Solesino Italien

Sehenswürdigkeiten
St.-Ägidius-Kirche und Stadtturm
*Marienkapelle (Staré Vinařice), erbaut 1767-1773
*Zierbrunnen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
*Rathaus, ursprünglich Renaissancebau, umgebaut nach dem Jahre 1840
*Statue des hl. Johann von Nepomuk, von Johann Brokoff aus dem Jahr 1708
*Dechanatskirche zum hl. Ägidius – ursprüngliche Kirche aus der Zeit um das Jahr 1300, im Jahre 1538 umgebaut
*Stadtturm, in den Jahren 1540-1545 an die St.-Ägidius-Kirche angebaut
*Pestsäule mit Pieta, von Johann Brokoff, nach dem Jahre 1695

Persönlichkeiten
* Václav Jan Křtitel Tomášek, Komponist
* Karl Kludský (1864–1927), Zirkusbesitzer
* Ferdinand Maximilian Brokoff (1688–1731), Bildhauer des Barock


Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und kann dort bearbeitet werden. Der Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Fassung vom 22.05.2013 19:18 von den Wikipedia-Autoren.
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