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Jerusalem

Israel, Jerusalem
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"Jerusalem" (hebräisch / "Jeruschalajim", / "al-Quds (asch-Scharif)", „die Heilige“, altgriechisch , lateinisch "Hierosolyma") ist die Hauptstadt des Staates Israel. Sie liegt in den "Judäischen Bergen" zwischen Mittelmeer und Totem Meer und hat 770.000 Einwohner. Dort befinden sich der Sitz des israelischen Präsidenten, die Knesset, Einrichtungen der Judikative und Exekutive Israels, die 1918 gegründete Hebräische Universität und die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem.

Jerusalem wurde um 1800 v. Chr. erstmals erwähnt und ist damit eine der ältesten bekannten Städte der Welt. In ihr begegnen sich viele Kulturen der Antike und Moderne. Die Altstadt ist in das jüdische, christliche, armenische und muslimische Viertel gegliedert und von einer Mauer umgeben.

Der politische Status der Stadt ist international umstritten und Teil des Nahost-Konflikts. Ostjerusalem, das bedeutende religiöse Stätten des Judentums, Christentums und des Islam beherbergt, wird von Palästinenser-Organisationen als Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staates beansprucht.

Klima


Geschichte
Frühzeit
Jerusalem im 1. Jahrhundert
Seit 5000 v. Chr. sind Spuren menschlicher Siedlungen - keramische Ausgrabungsfunde - auf dem Berg Ophel nachgewiesen, auf dem Jerusalems Vorläufer erbaut wurden. Ägyptische Ächtungstexte von etwa 1900 v. Chr. und die Amarnabriefe aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. belegen eine Stadt namens "Uruschalim(um)" (ägyptisch "3wš3mm", akkadisch KURU-ru-ša10-limKI), wörtlich „Stadt des Schalim“, Stadt eines kanaanitischen Gottes der Abenddämmerung, oder im übertragenen Sinne „Stadt im Westen“.

Nach biblischen Erzählungen und gehörte die Stadt den Jebusitern, die mit den Israeliten vom Stamm Benjamin und Juda bei der Landnahme Kanaans (etwa 1200-1000 v. Chr.) in Nachbarschaft siedelten. Der Ort hieß damals auch "Jebus" oder "Jebusiterstadt" und „Stadt der Fremden“ (Ri 19,10ff), deren Könige mit anderen Gegnern der Zwölf Stämme Israels Kriegskoalitionen bildeten (Jos 10; 18,16). Mit dem Stadtnamen verwandt ist das hebräische Wort Schalom, so dass Jerusalem in einfach "Salem" („Frieden)“ genannt wird.

Erst eine redaktionelle Notiz in ließ den Stamm Juda die Stadt als Auftakt der Eroberung Kanaans erobern und zerstören.Werner H. Schmidt: "Alttestamentlicher Glaube in seiner Geschichte", 4. Auflage 1982, S. 216

Zeit des ersten Tempels

Alle Angaben zur Frühzeit Jerusalems beruhen auf biblischer Überlieferung und stehen unter dem Vorbehalt, dass eine außerbiblische Bestätigung dafür oft fehlt. Danach gelang es erst König David, Jerusalem mit den übrigen kanaanäischen Stadtstaaten zwischen dem Norden und Süden Gesamtisraels um das Jahr 997 v. Chr. zu erobern. Er verlegte um 1003 v. Chr. die Hauptstadt seines Reiches von Hebron nach Jerusalem. Indem er die Bundeslade dorthin überführte, machte er die „Davidsstadt“ zum politischen und religiösen Mittelpunkt des Königreiches Israel. Damals befand sich das Stadtzentrum südlich der heutigen Altstadt im Hinnom-Tal, der Platz des späteren Tempels auf einer Anhöhe nördlich der damaligen Stadt.

Davids Sohn Salomo (um 969–930) erbaute laut einen Palast und den ersten Tempel für JHWH, den David geplant hatte. Als Tempelstadt wurde Jerusalem das Zentrum des Judentums in und außerhalb Israels. Nach Salomos Tod 926 v. Chr. und der Spaltung des Königreichs in die Staaten Juda (Süden) und Israel (Norden) wurde Jerusalem die Hauptstadt des Südreiches Juda.

Königin Atalja (845–840) entweihte den Tempel, indem sie dort den Baalskult einführte. Unter König Ahas (741–725) wurden vielleicht auch assyrische Götter verehrt. Erst Hiskija (725–697) reinigte den Tempel und sicherte die Stadt durch Mauern und einen Tunnel zur Wasserversorgung. Joschija machte 628 v. Chr. Jerusalem zur alleinigen legitimen israelitischen Kultstätte, indem er die übrigen Heiligtümer zerstören ließ. Im Nordreich Israel wurde der Jerusalemer Tempelkult abgelehnt: Unter den Omriden war Israel mit dem Zentrum in Samaria wirtschaftlich und militärisch dem Südreich überlegen.

Nebukadnezar II. eroberte Jerusalem erstmals 605, nochmals 597 v. Chr.; beim zweiten Mal führte er die jüdische Oberschicht in die Gefangenschaft und setzte Zedekia als Vasallenkönig ein. Nach dessen Bruch mit den Babyloniern ließ Nebukadnezar Jerusalem 586 v. Chr. und seinen Tempel zerstören und führte die Reste der Führungsschicht, darunter Zedekia, in das babylonische Exil.siehe z.B. Fritz Rienecker: "Lexikon zur Bibel." Brockhaus, Wuppertal 2001, S. 683. ISBN 3-417-36076-5

Zeit des zweiten Tempels
Nach der Einnahme Babylons erlaubte Kyros II. mit dem Kyros-Edikt den dort exilierten Juden 538 v. Chr. die Heimkehr und den Wiederaufbau ihres Tempels. Dieser dauerte mehrere Jahrzehnte. Dabei trennten sich die Judäer von den Samaritanern, die sie als mit den Nachbarn blutvermischt und häretisch ansahen. Daraufhin bauten diese sich ihr eigenes Heiligtum auf dem Garizim.

Unter römischer Herrschaft wurde der von Herodes dem Großen ausgestattete zweite Tempel im Jahre 70 n. Chr. am Ende des Jüdischen Krieges durch Titus zerstört. Die Römer und Byzantiner, sechshundert Jahre die Herrscher über Palästina, machten Caesarea zur Hauptstadt.

Jerusalem auf der Mosaikkarte von Madaba

Unter römischer und christlicher Herrschaft
Hadrian verbot nach dem Bar-Kochba-Aufstand Juden unter Androhung der Todesstrafe den Zutritt zur Stadt und benannte sie in "(Colonia) Aelia Capitolina" um, wobei "Aelius" Hadrians Mittelname war und "Capitolina" sich auf den römischen Kapitolhügel bezog, das Zentrum der Verehrung des römischen Hauptgottes Jupiter. Auf dem Tempelberg wurde denn auch ein Jupitertempel errichtet. Die jüdischen Bewohner emigrierten in die jüdische Diaspora rund ums Mittelmeer, viele wanderten ins Perserreich aus.

Nachdem Kaiserin Helena im Heiligen Land Grabungen veranlasst hatte, ließen sie und ihr Sohn Konstantin am Ort der vermuteten Kreuzauffindung die Grabeskirche erbauen.
Hartmann Schedel: Die Zerstörung von Jerusalem (1493)
Die älteste gedruckte Stadtansicht von Jerusalem von Hartmann Schedel, Nürnberg 1493

Nach einer kurzen Besetzung durch die Perser (614–628) und ihre jüdischen Verbündeten, in deren Verlauf geschätzte 90.000 Christen ermordet wurden,Elliott S. Horowitz, Reckless Rites, 2006 wurde die Stadt nach dem Sieg des oströmischen Kaisers Herakleios an Byzanz zurückgeben.

Mittelalter
Im Jahre 638 eroberten Araber im Zuge der islamischen Expansion die Stadt; sie wurde vom Patriarchen Sophronius (560–638) freiwillig übergeben, nachdem keine Hoffnung auf Entsatz mehr bestanden hatte und die Araber dem Abzug der Christen, welche die Stadt verlassen wollten, zugestimmt hatten. Unter muslimischer Herrschaft gab es sowohl Phasen von Toleranz gegenüber christlichen Pilgern und Bewohnern als auch Phasen einer explizit christenfeindlichen Haltung. So wurde Kaiser Karl der Große (9. Jahrhundert) vom muslimischen Herrscher als Schirmherr der heiligen Stätten eingesetzt.

Hingegen wurde im Jahr 1009 die Grabeskirche auf Befehl des Fatimiden-Kalifen al-Hakim zerstört, was den Anstoß zum ersten Kreuzzug gab. In dessen Verlauf eroberten die Kreuzritter unter Gottfried von Bouillon 1099 Jerusalem und töteten in drei Tagen bis zu 20.000 Bewohner. Nach der christlichen Eroberung von Jerusalem gründeten die Kreuzritter das Königreich Jerusalem.

Im Jahre 1187 gelang es Saladin (arabisch "Salah ad-Din Yusuf ibn Ayub"), dem Sultan von Ägypten, Jerusalem nach kurzer Belagerung zu erobern. Er ließ nach seinem Sieg über die Kreuzfahrer das von ihnen errichtete goldene Kreuz auf der Kuppel des Felsendoms des "Templum Domini" – der Kirche der Kreuzfahrer – und die Marmorverkleidung des Felsens samt Altar entfernen. Im Verlauf des dritten Kreuzzuges plante Richard Löwenherz die neuerliche Rückeroberung der Stadt, führte den Angriff aufgrund militärischer Aussichtslosigkeit jedoch nicht aus. Ein kurzes Intermezzo bildete die Herrschaft von Kaiser Friedrich II. als selbst proklamiertem König von Jerusalem von 1229 bis 1244, der die Stadt ohne militärische Aktion durch Verhandlung mit dem Ayyubiden-Sultan al-Kamil erhalten hatte.

1244 eroberten choresmische Söldner im Dienst des Ayyubiden-Sultans As-Salih die Stadt. 1260 wurde die Ayyubiden-Dynastie von den Mamluken abgelöst, die Jerusalem bis ins frühe 16. Jahrhundert beherrschten. Jerusalem hatte damals weniger als 10.000 Einwohner und keine politische Bedeutung. Unter muslimischer Herrschaft galten nur die Muslime als vollgültige Bürger. Christen und Juden mussten sich durch ihre Kleidung kenntlich machen. Sie durften ihre Religion als Anhänger einer Buch-Religion zwar im Allgemeinen ausüben, wurden aber rechtlich in fast allen Lebensbereichen diskriminiert und mussten eine Zusatzsteuer zahlen. Dennoch existierten in dieser Zeit immer ein christliches und ein jüdisches Viertel in der Stadt und ein ständiger, wenn auch kleiner Strom von christlichen und jüdischen Besuchern und Pilgern.

Unter osmanischer Herrschaft
Im Jahre 1516 besiegte die Osmanische Armee unter der Führung Sultan Selim I. (1470–1520) die Mamluken in Syrien. In weiterer Folge wurde Ägypten und Arabien durch die Osmanen erobert. Jerusalem wurde zum Verwaltungssitz eines osmanischen Sandschaks (Regierungsbezirk). Die ersten Jahrzehnte der türkischen Herrschaft brachten Jerusalem einen deutlichen Aufschwung.
Sultan Süleyman I. ließ nach der Eroberung Jerusalems eine neue Stadtmauer sowie die Zitadelle errichten, beide stehen heute unter Denkmalschutz und sind UNESCO-Weltkulturerbe.
Nach 1535 ließ Sultan Süleyman I. (1496–1566) die Befestigungen der Stadt in zum Teil veränderter Linie erneut errichten, so wie sie gegenwärtig zu sehen sind. Durch diese Mauern erhielt die Altstadt ihre heutige Struktur.
Die viel zu großen neuen Mauern um den heiligen Symbolort sollten für die neue Herrschaft ein Zeichen setzen. Jerusalem gewann in der Folgezeit viel an Bedeutung. Die osmanische Verwaltung war sich uneinig in ihrer Haltung gegenüber den Juden sowie Christen und schwankte zwischen Gewaltherrschaft und Toleranz.

Die verarmten Juden und Christen lebten überwiegend vom Pilgergewerbe. Der Besitz der Heiligtümer Jerusalems war wegen der damit verbundenen Almosen eine lebenswichtige Einnahmequelle. Aus diesem Grund kam es damals teilweise zu erbitterten, manchmal gewaltsamen Konflikten unter den christlichen Kirchen um einzelne Besitzrechte.
Ab 1860 kamen durch die ersten Alijas (Einwanderungswellen) immer mehr Juden in die Stadt, und es wurden erste Wohngebiete außerhalb der Stadtmauern gegründet. Am 9. Dezember 1917 übergab der osmanische Gouverneur der Stadt, auf Befehl der Führung der osmanischen Streitkräfte, Jerusalem kampflos an die Briten, da man Kämpfe in und um der Stadt verhindern wollte, um die historischen Stätten nicht zu beschädigen. General Edmund Allenby marschierte an jenem Tag in die Stadt ein.

Basar in der Altstadt
In der Altstadt von Jerusalem
Mahane Yehuda Market
Nach dem Ersten Weltkrieg unterstand Jerusalem dem Völkerbundsmandat für Palästina und wurde Sitz des Hohen Kommissars und der Mandatsverwaltung.

UN-Teilungsplan
Seit Beginn des Nahostkonflikts war Jerusalem zentraler Streitpunkt. Vertreter beider Gruppen beanspruchen die Stadt oder zumindest Teile davon als Hauptstadt Israels beziehungsweise Palästinas. Deshalb sah der Teilungsvorschlag der Vereinten Nationen von 1947 vor, auf dem Gebiet des heutigen Israel einen vorwiegend jüdischen und einen palästinensischen Staat zu schaffen und Jerusalem unter internationale Verwaltung zu stellen. Die Stadt sollte als "corpus separatum" von den UN durch einen Treuhänderrat und einen Gouverneur regiert werden. Lokaler Gesetzgeber sollte ein Rat sein, den die Stadtbewohner nach den Regeln der Verhältniswahl wählen sollten. Gegen seine Entscheidungen – sofern sie den Status der Stadt beträfen – behielten sich die UN ein Vetorecht vor. Die Stadt sollte demilitarisiert, neutral und von einer aus ausländischen Truppen rekrutierten Polizei geschützt werden. Sie sollte Teil eines gemeinsamen Handelsraums sein, den Bürger beider Staaten betreten und bewohnen durften. So sollte der gleichberechtigte Zugang zu den heiligen Stätten der drei Weltreligionen gesichert werden.

Am 29. November 1947 nahmen über zwei Drittel der UN-Vollversammlung mit der Resolution 181 diesen Plan an. Es folgten die Resolutionen 194 vom 11. Dezember 1948 und 303 vom 9. Dezember 1949.Resolutionen der Generalversammlung der Vereinten Nationen sind im Unterschied zu Resolutionen des Sicherheitsrats nicht verbindlich. Der Teilungsplan wurde jedoch nie umgesetzt: Die arabischen Staaten betrachteten ihn als unzumutbaren Verzicht auf einen Teil des „Dar al Islam“. Bis 1952 versuchten die Vereinten Nationen mehrmals ergebnislos, den Status Jerusalems zu klären.

Unabhängigkeitskrieg
Die Israelische Unabhängigkeitserklärung von 1948 erwähnte Jerusalem nicht, versprach aber, dass Israel die heiligen Stätten aller Religionen beschützen werde. Am Folgetag griffen die arabischen Staaten Israel an. Im "Israelischen Unabhängigkeitskrieg" eroberten die Israelischen Streitkräfte große Gebiete des Landes, verloren jedoch das jüdische Viertel der Altstadt Jerusalems und den Osten der Stadt an die Arabische Legion Jordaniens. Jerusalem blieb deshalb bis 1967 in das israelische Westjerusalem und das jordanische Ostjerusalem geteilt. Dessen jüdische Bevölkerung wurde vertrieben, das jüdische Viertel in der Altstadt zerstört, und der Zugang zur Klagemauer, dem heiligsten Ort des Judentums, blieb Juden fortan versperrt.

1948 erließ der israelische Verteidigungsminister eine Verordnung, dass im Westen der Stadt wie in jedem Teil Palästinas, den er als von israelischen Truppen gehalten erkläre, israelisches Gesetz gelte. Ende 1949 erklärte Premierminister David Ben Gurion vor der Knesset Jerusalem zum untrennbaren Teil Israels und seiner ewigen Hauptstadt. Diese Position bestätigte das Parlament.

Erklärung zur Hauptstadt Israels
Am 4. Januar 1950 erklärte Israel Jerusalem zu seiner Hauptstadt. Dies erkannten nur wenige Staaten an. König Abdallah ibn Husain I. von Jordanien annektierte daraufhin das von seinen Truppen eroberte Westjordanland und Ostjerusalem. Nur Pakistan erkannte dies an, Großbritannien erkannte nur die Annexion des Westjordanlandes an.

Seit 1952 akzeptierte die internationale Staatengemeinschaft die "De-facto"-Anwendung israelischen Rechts in Westjerusalem. Die Forderung, die Stadt zu internationalisieren, war immer weniger mit der Realität zu vereinbaren und wurde deshalb im Laufe der Zeit nicht mehr von den UN erhoben. Die israelische Position besagt, dass der Westen der Stadt ohne Souverän gewesen sei, als sich Großbritannien 1948 aus seinem vormaligen Mandatsgebiet zurückgezogen hatte, und Israel so in einem Akt der Selbstverteidigung gegen die angreifenden arabischen Armeen die rechtmäßige Souveränität über das Gebiet erhalten habe.


Sechstagekrieg und die Folgen
Jerusalem
Jerusalem nach 1967
Im Sechstagekrieg 1967 war die Strategie der israelischen Armee ursprünglich rein defensiv. Israel wollte Jordanien aus dem Krieg heraus halten, auch noch nachdem das jordanische Militär am Morgen des 5. Juni mit dem Artilleriebeschuss Westjerusalems begonnen hatte. Erst nachdem Jordanien das neutrale Hauptquartier der Vereinten Nationen eroberte, entschloss man sich zu handeln. In den nächsten drei Tagen wurde erst das UN-Hauptquartier, dann der jordanische Militärstützpunkt auf dem Giv’at HaTahmoschet („Munitionshügel“) und schließlich die Altstadt erobert. Dabei verzichteten die israelischen Streitkräfte zur Schonung von Moscheen und Kirchen auf den Einsatz schwerer Waffen und nahmen dafür erhebliche Verluste in Kauf: Von insgesamt rund 800 israelischen Kriegstoten fielen 183 in Jerusalem. Erstmals seit der Staatsgründung konnten Juden fortan an der Klagemauer beten. Anders als die arabische Seite 1949 den Juden verweigerte Israel den Muslimen nicht den Zugang zu ihren heiligen Stätten, sondern unterstellte den Tempelberg einer autonomen muslimischen Verwaltung (Waqf).

Nach dem Ende des Krieges verabschiedete die Knesset das "Law-and-Administration-Ordinance"-Gesetz, das es der Regierung erlaubte, das israelische Gesetz, Israels Jurisdiktion und Verwaltung auf alle Gebiete des ehemaligen Mandatsgebiets auszuweiten. Gleichzeitig wurde die Gemeindeverwaltungsordnung geändert, wodurch es möglich wurde, die Verwaltungsgrenzen Jerusalems auf den Osten der Stadt auszuweiten. Das Stadtgebiet wurde im Süden, Osten und Norden erheblich erweitert, im Norden bis an die Grenze von Ramallah einschließlich des Flughafens Kalandia (siehe Karte). Allerdings wurden bestimmte gesetzliche Arrangements zugunsten der arabischen Bewohner der Stadt beschlossen, die im "Legal and Administrative Matters (Regulation) Law" von 1970 festgeschrieben sind. Die arabischen Stadtbürger wurden auch nicht automatisch Israelis, es wurde ihnen jedoch ermöglicht, recht unkompliziert die israelische Staatsbürgerschaft zu erwerben, wovon allerdings nur wenige Gebrauch machten. Der Außenminister Israels, Abba Eban, erklärte daraufhin in einem Brief vom Juli 1967 an den UN-Generalsekretär, dass Israel Ostjerusalem nicht annektiert, sondern nur verwaltungstechnisch integriert habe. Trotzdem wurde dieser Schritt von UN-Einrichtungen kritisiert. In der Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates wird Jerusalem nicht explizit erwähnt.

Die Position der israelischen Regierung ist, dass weder Jordanien und noch ein anderer Staat außer Israel jemals Souveränität über die Stadt erhalten habe. Jordanien habe Jerusalem 1948 in einem Akt der Aggression unter seine Kontrolle gebracht, wogegen Israel 1967 in Selbstverteidigung gehandelt habe und schon deshalb bessere Ansprüche geltend machen könne. Annexionen sind nach dem Völkerrecht jedoch auch nach Verteidigungskriegen verboten. Die israelische Position besagt, dass die Resolution 181 der Vollversammlung als völkerrechtlich nicht bindendes Dokument keine Gültigkeit besitze und aufgrund der arabischen Ablehnung niemals relevant gewesen sei, weshalb der Status Jerusalems als "corpus separatum" obsolet worden sei. Darüber hinaus gebe es weder einen völkerrechtlichen Vertrag dahingehend, noch sei der Status Jerusalems als "corpus separatum" Völkergewohnheitsrecht.

Bezüglich der heiligen Stätten wurde von der Knesset 1967 das "Preservation of the Holy Places Law" erlassen, das den freien Zugang zu diesen und deren Schutz vor Entweihung gewährleistet. In Berufung auf dieses Gesetz verhindert die israelische Polizei, um die öffentliche Ordnung und die Sicherheit zu gewährleisten, dass nationalreligiöse Juden wie die in der "Nationalist Groups Association" organisierten auf dem Tempelberg öffentliche Gottesdienste abhalten.


Siedlungsbau
Die größte jüdische Siedlung bei Jerusalem ist die 1975 gegründete Trabantenstadt Ma"ale Adumim, die von rund 34.000 Menschen bewohnt wird (Stand Januar 2008).

Um Platz für den Sicherheitszaun östlich von Jerusalem zu schaffen, wurden verschiedene Häuser abgebrochen, die hauptsächlich von Palästinensern bewohnt waren.

Jerusalemgesetz und Camp David
Im Vertragswerk von Camp David wurde Jerusalem ausgeklammert. In den beigefügten Briefen an den Gastgeber von Camp David, den Präsidenten der USA, Jimmy Carter, erklärte Menachem Begin für Israel, dass Jerusalem die unteilbare Hauptstadt Israels sei. Sadat erklärte, dass das "„arabische Jerusalem ein integraler Teil des Westjordanlands“" sei und "„unter arabischer Souveränität stehen“" solle. Er sprach sich jedoch gleichzeitig dafür aus, bestimmte Funktionen der Stadt einem gemeinsamen Rat zu überantworten. In diesem Sinne solle die Stadt ungeteilt sein, schrieb Sadat.

Das Jerusalemgesetz vom 30. Juli 1980 fasste beide Stadtteile und einige Umlandgemeinden zusammen und erklärte die Stadt zur untrennbaren Hauptstadt Israels. Darin sieht die palästinensische Seite ein Haupthindernis auf dem Weg zum Frieden. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erklärte die Annexion Ostjerusalems für nichtig (UN-Resolution 478). Die Resolution empfiehlt allen Staaten, deren Botschaften ihren Sitz in Jerusalem hatten, diese aus Jerusalem abzuziehen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten von 45 Staaten 13 den Sitz ihrer Botschaften in Jerusalem: Bolivien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, die Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, die Niederlande, Panama, Uruguay und Venezuela. Alle anderen Botschaften hatten ihren Sitz in Tel Aviv. Alle 13 betroffenen Staaten folgten der Resolution. 1982 verlegten zwei Staaten, Costa Rica und El Salvador, ihre Botschaften zurück nach Jerusalem, revidierten diese Entscheidung im Spätsommer 2006 jedoch wiederum und verlegten ihre Botschaften erneut zurück nach Tel Aviv. Es befinden sich Generalkonsulate von Griechenland, Großbritannien, Frankreich und den USA in Jerusalem. Der US-Kongress beschloss 1995, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, da Israel – wie alle Staaten – das Recht habe, seine Hauptstadt selbst zu bestimmen. Aus Furcht vor den außenpolitischen Folgen wurde diese Willenserklärung jedoch bis heute (2009) nicht umgesetzt.

Erklärung zur Hauptstadt Palästinas
1988 gab Jordanien seinen Anspruch auf Souveränität über das Westjordanland und damit auch auf Ostjerusalem auf. Im selben Jahr rief die PLO den Staat Palästina aus und erklärte Jerusalem zu seiner Hauptstadt, was zu diesem Zeitpunkt – obwohl diese Unabhängigkeitserklärung von vielen arabischen Staaten anerkannt wurde – reine Fiktion war. Völkerrechtlich müssen neben der Ausrufung eines Staates vier Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Staat entstehen zu lassen: Es muss ein Staatsgebiet sowie ein Staatsvolk geben, über die es eine effektive Regierung und Kontrolle gibt. Außerdem muss der neue Staat die Fähigkeit besitzen, internationale Beziehungen einzugehen. Die PLO war zu diesem Zeitpunkt weit davon entfernt, effektive Kontrolle über irgendeinen Teil der umstrittenen Gebiete auszuüben.

Oslo-Prozess
In der Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung, die Israel und die PLO am 13. September 1993 unterzeichneten, wird die palästinensische Selbstverwaltung, wie sie in zwei Formen für das Westjordanland festgeschrieben wurde (Gebiete A und Gebiete B), für keinen Teil Jerusalems bestimmt. Der Endstatus der Stadt soll im Zuge des Oslo-Friedensprozesses in einem endgültigen Vertrag bestimmt werden. Die Declaration of Principles erlaubt es den palästinensischen Bürgern Jerusalems, nach einem Abkommen zwischen den beiden Seiten an den Wahlen zur Palästinensischen Autonomiebehörde teilzunehmen.

Tempelberg
Der Tempelberg ist heute dem islamischen Waqf unterstellt, Ausgrabungen sind dort nicht möglich. Der Waqf erstellte in den vergangenen Jahren eine neue Moschee in den so genannten Ställen Salomos, was wegen der möglichen unbemerkten Zerstörung von Resten der beiden jüdischen Tempel auf israelische Ablehnung stieß. Allerdings dürfte bereits der Bau des herodianischen Tempels zu einer weitgehenden Beseitigung früherer Spuren geführt haben. Ebenso dürften dessen nochmalige Zerstörung, die Errichtung eines römischen Heiligtums und schließlich die islamischen Bauarbeiten wenig Überreste früherer Zeiten übrig gelassen haben.

Einwohnerentwicklung
1979 lebten bereits wieder 50.000 Juden in Ostjerusalem, 1993 waren es schon 160.000. Der Anteil der jüdischen Bewohner in Jerusalem lag 2005 bei 65 %, der arabische Anteil bei 32 % und der christliche Anteil bei 2 %. Der Großteil der Juden in und um Jerusalem versteht sich anders als z. B. in Gaza oder Hebron nicht als nationalreligiöse Siedler, sondern ist einfach aufgrund staatlicher Förderung (insbesondere Steuervorteile und infrastrukturelle Investitionen) in diese Gebiete gezogen.

Heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime
Die KlagemauerJerusalem wird von Christen, Juden und Muslimen als Heilige Stadt angesehen. Für alle drei Religionen ist Jerusalem als Wirkungsort verschiedener Propheten beziehungsweise Heiliger wie Abraham, Salomon, David, Zacharias und anderen bedeutend. Das statistische Jahrbuch von Jerusalem listet 1204 Synagogen, 158 Kirchen und 73 Moscheen im Stadtgebiet.David E. Guinn: "Protecting Jerusalem"s Holy Sites. A Strategy for Negotiating a Sacred Peace." Cambridge University Press, Cambridge 2006, 142. ISBN 0-521-86662-6 Orte, wie der Tempelberg, sind seit jeher umstritten und Ursache für Konflikte.

Seit dem 10. vorchristlichen Jahrhundert ist Jerusalem den Juden als Ort des Salomonischen und Zweiten Tempels heilig ("siehe" Israelitischer Tempel). Im Alten Testament wird die Stadt 632-mal erwähnt. Immer wieder steht die Stadt im Mittelpunkt der Heils- und Gerichtsankündigungen des biblischen Gottes, so vor allem bei den Propheten Daniel, Jeremia, Jesaja, Ezechiel, Sacharja und den Psalmen.
Beispiele:
* "„So spricht Gott der Herr: Das ist Jerusalem, das ich mitten unter die Heiden gesetzt habe und unter die Länder ringsumher!“"
* "„Und ihr sollt’s erfahren, dass ich, der Herr, euer Gott, zu Zion auf meinem heiligen Berge wohne.“"
* "„Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.“"

Sowohl die Stadt Jerusalem als auch das Land und Volk Israels stellt die Bibel als Gottes Eigentum dar. Bedeutsam ist hier die literarische Darstellung Jerusalems als ein Findelkind, das von Gott aufgezogen wird (Ezechiel 16), sowie die Zusagen Gottes an die Stadt in den Psalmen, die wie Eheversprechen formuliert sind. Heute ist die Klagemauer, die westliche Umfassungsmauer des Tempelbezirks, ein heiliger Ort für Juden, nur der Tempelberg selbst übertrifft sie an Bedeutung. Der Toraschrein von Synagogen weltweit befindet sich traditionell an der Wand, die Jerusalem zugewandt ist. Der Ort des Toraschreins von Synagogen in Jerusalem selbst richtet sich nach dem Allerheiligsten. Wie in der Mischna beschrieben und im Schulchan Aruch kodifiziert, werden die täglichen Gebete im Judentum in Richtung Jerusalems und des Tempelberges verrichtet.Das Portal der Grabeskirche

Den Christen ist Jerusalem heilig, da es der Ort der Leidensgeschichte, Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus ist. Über 100-mal wird Jerusalem im Neuen Testament erwähnt, nach der Bibel wurde Jesus kurz nach seiner Geburt in die Stadt gebracht, hier hat er Opfertierhändler und Geldwechsler aus dem Tempel vertrieben, hier fand das Abendmahl statt. Gleich außerhalb der Stadt soll Jesus gekreuzigt und begraben worden sein. Der wahrscheinliche Ort liegt heute innerhalb der Stadtmauern.

Der FelsendomIm Gegensatz zur Bibel und dem Tanach erwähnt der Koran Jerusalem kein einziges Mal namentlich, aber die Stadt gilt traditionell als die drittheiligste des Islam. Bevor in Richtung der Kaaba in Mekka gebetet wurde war für etwa ein Jahr Jerusalem Richtungsort des Gebetes.Anthony H. Cordesman: "The Final Settlement Issues. Asymmetric Values & Asymmetric Warfare." in: "The Israeli-Palestinian War. Escalating to Nowhere." Praeger Security International, Washington 2005, 62. ISBN 0-275-98758-2 Moslems glauben darüber hinaus, dass Mohammed in einer nächtlichen Reise auf dem Ross Buraq zur „am weitesten entfernten Moschee“ gereist ist, wo er in den Himmel aufstieg, um sich mit anderen Propheten des Islam zu treffen. Der Ort dieser Moschee wird nicht explizit genannt, doch traditionell mit der al-Aqsa-Moschee identifiziert.Francis E. Peters: "Muhammad the Prophet of God." in: "The Monotheists. The Peoples of God." University Press, Princeton NJ 2003, 95-96. ISBN 0-691-11460-9Sahih Bukhari: "Compendium of Muslim Texts." University of Southern California. Aufgerufen am 3. November 2007. (aus einer englischen Übersetzung von Sahih Bukhari, Volume IX, Book 93, Number 608)

Konfessionen
In Jerusalem findet sich eine große Anzahl von Religionen und religiösen Bewegungen. Mission ist ihnen in ganz Israel verboten.

Die wichtigste religiöse Gruppierung in der Stadt ist das Judentum. Stärker als in anderen Landesteilen Israels sind die ultraorthodoxen nicht-zionistischen Juden und die orthodoxen zionistischen Juden in der Stadt vertreten.

Vom Islam sind Sunniten, Schiiten, Alawiten und Drusen vertreten. Zum Christentum in Jerusalem gehören Griechisch-Orthodoxe, Russisch-Orthodoxe, Georgisch-Orthodoxe, Syrisch-Orthodoxe, Griechische Katholiken, Altkatholiken, Römische Katholiken, Lutheraner, Anglikaner, Armenier und Äthiopier.

Museen
Jerusalem beherbergt unter anderem das Israel Museum mit dem "„Schrein des Buches“," das Rockefeller Museum für Archäologie, die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, das Naturhistorische Museum und das Bazabel-Museum für Volkskunst und Folklore.

Bauwerke
Historischer jüdischer Friedhof von Jerusalem
Die Altstadt von Jerusalem wurde 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Sie ist seit dem Mittelalter in das armenische Viertel im Südwesten, das christliche im Nordwesten, das jüdische im Südosten und das muslimische Viertel im Nordosten unterteilt und wird von einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden, fast vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben. Die Mauer der alten Stadt Davids umfasst mehrere Türme sowie ursprünglich sieben Tore, davon drei große und vier kleine, und wurde 1889 durch ein achtes ergänzt.

Im christlichen Teil der Altstadt befindet sich das Neue Tor, an der Grenze zum armenischen Teil das Jaffator und zum muslimischen Teil das Damaskustor. In den muslimischen Teil führen das Herodestor, Goldene Tor (durch die Türken versiegelt) und das Stephanstor. Im jüdischen Teil steht das Zionstor und das Dungtor; südwestlich davon erhebt sich der Berg Zion mit dem mutmaßlichen Grab König Davids. Östlich der Altstadt liegt der Ölberg mit dem Garten Getsemani.
Wichtige christliche Stätten sind die auf den Grundmauern einer Basilika aus dem 4. Jahrhundert erbaute Grabeskirche und die Via Dolorosa.

Die circa 400 Meter lange, von den Juden „Westliche Mauer“ genannte Klagemauer ist ein Teil der Stützmauer des Plateaus, auf dem der große Tempel Herodes des Großen stand. Wichtige muslimische Bauwerke auf dem Tempelberg sind heute der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee.

Weitere bedeutende Bauwerke in der Altstadt oder ihrer unmittelbaren Umgebung sind der Cardo (Säulengang), die Dormitio-Kirche, die Erlöserkirche, die vier sephardischen Synagogen und die Zitadelle.

Im Norden, Westen und Süden der Altstadt breitet sich die Neustadt von Jerusalem aus, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Sie erstreckt sich über die umliegenden Hügel und weiter bis in das wüstenhafte Umland der Stadt. Die modernen Wohn- und Geschäftsgebäude und die breiten Straßen der Neustadt bilden einen starken Kontrast zu den ärmlichen Behausungen und engen Gassen der Altstadt.
In der Neustadt befinden sich die Knesset (das israelische Parlament), die Synagoge des Hadassa-Klinikums mit ihren Chagallfenstern und zahlreiche bedeutende staatliche Einrichtungen. Dazu gehören unter anderem das Finanzministerium, das Außenministerium, das Innenministerium und der Sitz des Premierministers.

Wirtschaft und Infrastruktur
Das wirtschaftliche Leben der Stadt Jerusalem basiert zum überwiegenden Teil auf ihrer religiösen und kulturellen Bedeutung sowie auf ihrer Funktion als Verwaltungszentrum. Der Dienstleistungssektor ist dementsprechend gut ausgebaut. Viele Bewohner von Jerusalem sind in der staatlichen und städtischen Verwaltung sowie im Bildungswesen beschäftigt.

Eine eher untergeordnete Rolle spielt demgegenüber das produzierende Gewerbe. Die Industriebetriebe der Stadt stellen unter anderem Glas-, Metall- und Lederwaren, Druckerzeugnisse, Schuhe und Zigaretten her. Die Produktionsbetriebe sind vorwiegend in den äußeren Bezirken von Jerusalem angesiedelt. Der Tourismus ist jedoch der mit Abstand bedeutendste Wirtschaftsfaktor, da die Altstadt ein bedeutendes Ziel für Touristen ist.

Die Entwicklung des jüdisch-israelischen und des arabisch-palästinensischen Teils der Stadt ist sehr unterschiedlich: Obwohl die Palästinenser ein Drittel der Stadtbevölkerung stellen, kommt ihnen nur ein Zehntel der Ausgaben für öffentliche Dienstleistungen zugute, was sich erheblich auf die städtische Infrastruktur auswirkt.Juliane von Mittelstadt: "Ein privater Dschihad". In: Der Spiegel 30, 21. Juli 2008, S. 107.

Verkehr
Ehemaliger Bahnhof von Jerusalem
Wegen der Berglage liegt Jerusalem abseits der wichtigsten Verkehrsströme Israels, die vor allem in der Küstenebene und dem dahinter liegenden Landstreifen fließen. Innerhalb der Stadt muss sich die Straßenführung der hügeligen Landschaft anpassen.

Die zentrale Straßenverbindung Jerusalems ist die Autobahn nach Tel Aviv, in andere Richtungen bestehen Landstraßen. Besonders bemerkenswert ist die Straße an das Tote Meer, die auf ihrem Weg durch das Westjordanland 1200 Höhenmeter abfällt. Eine der bekanntesten und zugleich wichtigen innerstädtischen Straßen ist die "Jaffastraße," die von der Altstadt in Richtung Tel Aviv führt. Sie ist eine wichtige Einkaufsstraße und war bereits mehrfach Schauplatz blutiger Attentate.

Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt in erster Linie über Busse der staatlichen Busgesellschaft Egged, die von Freitagmittag bis Samstagabend (Schabbat) ihren Dienst einstellt. Ein neues Straßenbahnnetz ist derzeit im Bau; die erste Linie soll etwa 2010 in Betrieb gehen.

Die Eisenbahn hat nur eine untergeordnete Bedeutung; die beiden Jerusalemer Bahnhöfe ("Biblischer Zoo" und "Malcha") liegen mehrere Kilometer vom Stadtzentrum entfernt im Süden der Stadt; Jerusalem Malcha ist die Endstation der Strecke. Seit April 2005 verkehren nach siebenjähriger Unterbrechung wieder Züge der Israel Railways bis Jerusalem; die Gebirgsstrecke über Bet Schemesch wurde seit Juli 1998 saniert. Eine Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Jerusalem und Tel Aviv ist in Bau; der Bauabschnitt bis Jerusalem wird voraussichtlich 2012 fertiggestellt.

Nördlich der Stadt befindet sich ein kleiner Flughafen, der nur Ziel innerisraelischer Flugverbindungen war und seit 2001 geschlossen ist. Der internationale Flughafen für Jerusalem ist der Flughafen Ben Gurion.

Bildung
Zu den bekannten Bildungseinrichtungen in der Stadt gehören die 1918 eröffnete Hebräische Universität von Jerusalem, die 1959 gegründete Israelische Akademie, das Planetarium, das Zionistische Zentralarchiv, die Gulbenkian-Bibliothek und die Jüdische National- und Universitätsbibliothek.
In der Stadt befinden sich zahlreiche religiöse Lehr- und Forschungsinstitute. Dazu gehören unter anderem die 1890 eröffnete École Biblique et École Archéologique Française, das 1927 gegründete Päpstliche Bibelinstitut und das 1963 eröffnete Institut der Jüdischen Religion.

Bekannte Söhne und Töchter der Stadt
Amos Oz, Schriftsteller und Mitglied von "peace now"

* Melchizedek, Fürst von Salem, dem Abraham huldigte
* Salomo, 4. und letzter König des Vereinten Königreiches nach Saul, Isch-Boschet und David
* Mili Avital, israelische Film- und Theaterschauspielerin
* David Gerstein, israelischer Künstler
* Amira Hass, israelische Journalistin
* Flavius Josephus, jüdischer Feldherr und Geschichtsschreiber
* Eliahu Inbal, israelischer Dirigent
* Jigael Jadin, israelischer Archäologe, Politiker und Militär
* Abraham B. Jehoshua, israelischer Schriftsteller
* Kyrill von Jerusalem, Kirchenvater der Orthodoxie und Kirchenlehrer
* Natalie Portman, US-amerikanische Schauspielerin
* Rehabeam, erster König von Juda
* Tom Segev, Journalist und Historiker
* Ahmet Kutsi Tecer, türkischer Dichter und Politiker
* Theodor I., Papst
* Wilhelm von Tyrus, Erzbischof von Tyros und Geschichtsschreiber des Mittelalters
* Yitzhak Yedid, Pianist und Komponist
* Hadsch Mohammed Amin al-Husseini, islamischer Geistlicher und palästinensischer Nationalist
* Eli Petel, israelischer Künstler
* Dina Shenhav, israelischer Künstler
* Evrat Shvily, israelischer Künstler
* Meir Gal, israelischer Künstler
* Sigalit Landau, israelischer Künstler
* Sami Hadawi, palästinensischer Autor
* Amos Oz, israelischer Schriftsteller
* Ariel Bension, Rabbiner
* Ashkenazi Rav Yitzchak, Kabbalist
* Shmuel Barzilai, israelischer Kantor und Komponist
* Mili Avital, israelische Schauspielerin
* David Grossman, israelischer Schriftsteller
* Cemâl Reşit Rey, türkischer Komponist
* Bayan Hout, libanesische Historikerin
* Suha Arafat, Frau Jassir Arafats
* Avraham Chasson, israelischer Schriftsteller
* Jitzhak Rabin, israelischer Politiker
* Saul Zadka, israelischer Journalist
* Edward W. Said, palästinensischer Wissenschaftler
* Aref al-Dajani, Bürgermeister von Jerusalem
* Ruhi, Al-Khalidi, arabischer Essayist
* Scheich Khalil Al-Khalidi, Präsident des Scharia-Berufungsgerichts Kairo
* Jussef Diya"Uddin Al-Khalidi, Sprecher des Osmanischen Parlaments
* Eitan Anner, israelischer Filmemacher
* Sobhi Zubaidi, palästinensischer Künstler
* Moshe Castel, israelischer Künstler
* Abraham B. Jehoshua, israelischer Schriftsteller
* David Yellin, israelischer Wissenschaftler
* Judith Yellin Ginat, israelische Künstlerin
* Meir Pa"il, israelischer Historiker und Politiker
* Farid Hanania, palästinensischer Wissenschaftler
* Nabil Shehadeh, jordanischer Künstler
* Avrum Burg, israelischer Politiker
* Yitzhak Aharonovitch, israelischer Politiker
* Yosef Ahimeir, israelischer Politiker
* Meir Avizohar, israelischer Politiker
* Binyamin Avniel, israelischer Politiker
* Uzi Baram, israelischer Politiker
* Ze`ev Binyamin Begin, israelischer Politiker
* Menahem Ben-Sasson, israelischer Politiker
* Ze`ev Boim, israelischer Politiker
* Naomi Chazan, israelische Politikerin
* Eliezer Cohen, israelischer Politiker
* Gavriel Cohen, israelischer Politiker
* Dalia Itzik, israelische Politikerin
* Dan Meridor, israelischer Politiker
* Reuven Rivlin, israelischer Politiker
* Shmuel Tamir, israelischer Politiker
* Ariel Weinstein, israelischer Politiker
* Yaakov Yosef, israelischer Politiker
* Ruth Gavison, israelische Wissenschaftlerin
* Renen Schorr, israelischer Filmemacher
* Angelus von Jerusalem, Heiliger (5. Mai)
* Adéle Geras, englische Schriftstellerin
* Nurit Zarchi, israelische Schriftstellerin
* Arthur James Caley, zeitweise größter Mann der Welt
* Yitzhak Navon, israelischer Politiker
* Melisende, Königin von Jerusalem
* Mustafa Barghouti, palästinensischer Politiker
* Walid Khalidi, palästinensischer Historiker
* Dorrit Moussaieff, israelische Künstlerin, isländische Präsidentengattin
* Brian George, israelischer Schauspieler
* Adin Steinsaltz, Talmudkommentator
* Shulamith Koenig, UN-Menschenrechtspreisträgerin
* Ariel Rubinstein (* 1951), israelischer Wirtschaftswissenschaftler


Städtepartnerschaften
* Fès, Marokko, seit 1982
* New York, USA, seit 1992
* Buenos Aires, Argentinien

Siehe auch


* Liste der Kirchen in Jerusalem
* Flagge Jerusalems
* Wappen Jerusalems

Literatur

* Christoph Gerhard: "Marco Polo Reiseführer Jerusalem". Mairs Geographischer Verlag, Stuttgart 2001. ISBN 3-89525-928-4
* Helmut Hubel, Tilman Seidensticker (Hrsg.): "Jerusalem im Widerstreit politischer und religiöser Interessen. Die „Heilige Stadt“ aus interdisziplinärer Sicht". Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2004. ISBN 3-631-51057-8
* Gerhard Konzelmann: "Jerusalem. 4000 Jahre Kampf um eine heilige Stadt". Hoffmann und Campe, Hamburg 1984. ISBN 3-455-08660-8
* Hans Köchler (Hrsg.): "The Legal Aspects of the Palestine Problem With Special Regard to the Question of Jerusalem". Wilhelm Braumüller, Wien 1981. ISBN 3-7003-0278-9


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